Dienstag, 28. August 2012

Standpunkt 357 - Nachrichten-Ticker, 27.08.



Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...

Themen: Euro-Krise – Amerika – Betrug legalisiert – EZB – Bundesbank – Grexit – Griechenland – Europa – Frankreich – Österreich – China  


Die Lage spitzt sich zu. Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich das „Blutbad“ Finanzkollaps. Nichts hat sich geändert. Die Banken betrügen hemmungslos weiter, zwingen die Staaten und ihre Bürger in die Haftung und befeuern so die Staatsschuldenkrise. Die Krise in Europa verschärft sich weiter. Es ist ein Teufelskreis. Die Politiker stehen dieser Situation hilflos gegenüber, schlimmer noch, sie verspielen mit leichter Hand das Volksvermögen ihrer Länder. Längst sind die Regierungen Teil des von den Banken weltweit betriebenen Finanz-Casinos: hier.

Deutschland bereitet sich vor, auf Financial Repression und geeignete Maßnahmen zur Enteignung ihrer Bürger. Die Diskussion um eine Reichensteuer war erst der Anfang. Es gibt viele Möglichkeiten. Ein Blick zurück zeigt: Niemand ist darin so erfahren wie die Deutschen. Lastenausgleich, Zwangshypothek, Hypothekengewinnabgabe, Bargeld- und Devisenkontrollen (Kapitalverkehrskontrollen) und das Verbot von Goldbesitz zum Beispiel.

Eine besonders perfide Spielart der Enteignung ist die neu formulierte Vorschrift des § 89 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG), in dem das Zahlungsverbot und die Herabsetzung von Leistungen geregelt sind. Eine Vorschrift, die im vergangenen Jahr in Kraft getreten ist und in der Öffentlichkeit noch nicht zur Kenntnis genommen wurde.

Uns geht es nicht um Panikmache oder die Verbreitung von Verschwörungstheorien, sondern nur darum, unseren LeserInnen den Blick zu schärfen für die weitere Entwicklung. Zum Thema Enteignungen haben wir hier einen eigenen Beitrag vorbereitet.  

Für alle LeserInnen, Neuankömmlinge oder Alteingesessene, haben wir außerdem hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt.

Wer sich nicht wehrlos diesem Schicksal von Repression und Enteignung ergeben will, der muss jetzt handeln, nicht erst in ein paar Wochen oder Monaten. Dann kann es schon zu spät sein. Gerade ist es noch 5 vor 12, dann ist es schon 5 nach 12. 

Jeder besitzt etwas, das er vor staatlichem Zugriff schützen muss. Soviel ist sicher.
 
Wir sind gerne dabei behilflich, Ersparnisse und Vermögen krisenfest zu machen. Wir garantieren eine individuelle, unabhängige, und sorgfältige Beratung. Wir berechnen lediglich eine leistungsgerechte, einmalige Aufwandsentschädigung. Dadurch können wir unseren Blog werbefrei halten. Darauf legen wir größten Wert, eine unabdingbare Voraussetzung für unsere Unabhängigkeit. Wir bekämpfen die Finanzindustrie, deren provisionspflichtigen Angebote empfehlen wir nicht. Die uns zugänglich gemachten Informationen behandeln wir absolut vertraulich. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de
 
 
„Die Euro-Krise trifft die breite Masse“
(handelsblatt.com) Die Krise wird uns alle belasten, meint Emmerich Müller vom Bankhaus Metzler. Im Interview erklärt er, wer für die Schulden geradestehen muss, was auf Sparer zukommt – und warum er keine Anleihen von Schalke kauft. Weiterlesen…

Kommentar: Wir finden aufschlussreiche Äußerungen in diesem Interview. Die taugen zur richtigen Beschreibung der Krise und ihrer Lösungen. Der Rest deckt sich mit dem, was so auch aus allen anderen Ecken tönt und gehört in die Tonne.  


Amerika ist ohne Masterplan
(zeit.de) Mehr Schulden, mehr Abschottung: Die USA verlieren schleichend ihren Einfluss im internationalen Handel. Dem Land fehlt ein rettender Plan. Weiterlesen…

Kommentar: Richtig, sehr wahrscheinlich hat Amerika, bzw., konkret, die US-Regierung keinen Plan. Anders die Wall Street. Die nutzt die Gunst der Stunde und verschafft sich zukunftsweisende Vorteile, nimmt Einfluss auf die Präsidentenwahl, verhindert die Auflösung ihres Spiel-Casinos, lebt wie die Made im Speck, während draußen die Mittelschicht vor die Hunde geht. „Die Regierung ist das Problem, nicht die Lösung“ so formulierte es einst der frühere US-Präsident Ronald Reagan (hier). Im Moment sieht es ganz danach aus. Leider scheint weder Amtsinhaber Obama, noch Herausforderer Romney, das Zeug zu haben, Amerika, besser gleich die ganze Welt, aus dieser Krise zu führen. Eigentlich eine günstige Gelegenheit für Europa, sich zu profilieren. Dort sorgen aber  kleingeistige deutsche Politiker vor allen Dingen für eine Verschärfung der Krise.


US-Berufungsgericht legalisiert Betrug an Bank- und Depotkunden
(wirtschaftsfacts.de) Auf die weltfremde Entscheidung des 7. Berufungsgerichts in den USA musste man eigentlich nur noch warten. Anstatt den Klägern zu ihrem Recht zu verhelfen, urteilten die Richter, dass der durch die Führung der Brokergesellschaft Sentinel Management Group (SMG) begangene Diebstahl von Kundengeldern nicht in einer durch die Kläger geforderten Weise zu beanstanden sei. Dieses Urteil öffnet amerikanischen Banken nun Türen und Tore im Hinblick auf den Zugriff der bei ihnen deponierten Kundengelder, ohne für deren mögliche Veruntreuung überhaupt noch haftbar gemacht werden zu können.

Banken und Broker dürfen die bei ihnen deponierten Einlagen nun als Sicherheiten für Spekulationskredite und zur Rückzahlung von Schulden verwenden. Weiterlesen…

Kommentar: Wer noch weiter ernsthafte Zweifel an dem tiefgehenden Einfluss der Wall Street hat, dem ist nicht mehr zu helfen. Das ist ein krasses Fehlurteil und zwingt die Regierung dazu, schnell zu handeln, was aber nicht passieren wird. Dodd-Frank Act und Volcker Rule bleiben weiter in der Schublade.    


Schattenboxen mit der EZB
(handelsblatt.com) Wir sind Zeuge einer Showveranstaltung mit der Bundesbank und der EZB im Ring. Bundesbankchef Weidmann markiert den starken Mann. Doch die Ringrichter stehen auf Seiten der Nehmerländer – und werden den Kampf gewinnen. Weiterlesen...

Kommentar: Hans-Olaf Henkel auf der Seite der "schwachen" Bundesbank. Das wäre höchst ehrenwert, wenn die Bundesbank euro-erhaltende Maßnahmen ergreifen wollte. Tatsächlich tut sie genau das Gegenteil. Aber nur deshalb würdigt sie Henkel eines Blickes. Ihm geht es um die Stammtisch-Hoheit. Die ist ihm sicher, wie die vielen engstirnigen Kommentare zu diesem Artikel schmerzhaft zeigen. Der Deutsche Michel betet weiter hingebungsvoll den Götzen Bundesbank an, sieht die Chance für eine Rückkehr zur D-Mark, ohne Rücksicht auf Verluste, und nimmt dafür sogar einen Sprung zurück in die Kleinstaatlichkeit des 19. Jahrhunderts in Kauf. Er übersieht dabei nur allzu leicht, dass zu dieser Zeit die Demokratie, eine Sache, die angeblich gerade gegen die EU nach Kräften verteidigt wird, bestenfalls noch in den Kinderschuhen steckte. Meinungsverschiedenheiten zwischen Staaten wurden nicht mit Worten, sondern mit Waffengewalt ausdiskutiert. Jahre später sollte darauf der 1. Weltkrieg zurück gehen.


„Die Bundesbank würde den Euro in zwei Wochen zerlegen“
(handelsblatt.com) Robert Halver ist das Fernsehgesicht der Baader Bank. Im Interview spricht er über die Folgen der Euro-Krise, die Angst der Deutschen vor Inflation – und über verbal-erotische Bekenntnisse von mächtigen Notenbankern. Weiterlesen…

Kommentar: „Von der Fed lernen, heißt siegen lernen.“ Das wird Herr Weidmann nicht gerne hören. Leider ist es aber so. Nur eine Waffengleichheit zwischen EZB, Fed und Bank of England, die von den Europäern hergestellt werden muss, verschafft der Euro-Zone und der europäischen Wirtschaftspolitik die ihr gebührende Stellung in der Welt.

Ständig wird von fehlendem Vertrauen der Finanzmärkte in die Politik gefaselt. Das ist vollkommener Quatsch. Alleine schon deshalb, weil es Finanzmärkte schon länger nicht mehr gibt, deren Job haben die Spekulanten "übernommen".

Die EZB wird den Dominoeffekt verhindern. Mit was, der Druckerpresse? Das wird vielleicht so von deutschen Professoren an deutschen Universitäten gelehrt und muss dann in der Praxis auch so funktionieren. Wirklich?

Alle sind sich einige: es ist eine Staatsschuldenkrise. Die betroffenen Staaten haben jahrelang über ihre Verhältnisse gelebt. Basta. Widerrede zwecklos. Die Fakten werden ignoriert.     


Grexit wäre ein Bumerang
(handelsblatt.com) “Grexit”, der mögliche Ausstieg Griechenlands aus der Euro-Zone, ist gerade wieder ein großes Thema. Angela Merkel hat am Wochenende die Leute, die ständig davon reden, zurückgepfiffen – spät genug. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat sich im Spiegel-Interview sehr sachlich geäußert, aber seine Bemerkung, die EZB könne nicht den Verbleib aller Länder in der Währungsunion garantieren, unterstützt natürlich die Grexit-Fans.

Was würde bei einem Grexit passieren? Wirklich wissen kann das niemand. Die Aussage, so etwas sei“beherrschbar”, ist jedenfalls sehr mutig. Ich glaube, Grexit hätte einen Bumerang-Effekt: Der Austritt würde dazu führen, dass gerade das passiert, was die Grexit-Freunde nicht wollen, nämlich noch mehrGeldschöpfung durch die Europäische Zentralbank (EZB) und/oder noch mehr Vergemeinschaftung der Schulden. Weiterlesen…

Kommentar: Dem können wir nichts hinzufügen. Einfach lesen.      


Griechenlands Handelsbilanz bessert sich dramatisch
(sueddeutsche.de) Gute Nachrichten aus Athen: Griechenland verkauft deutlich mehr ins Ausland als in den vergangenen Jahren. Weil das Land wegen der andauernden Rezession viel weniger Waren importiert, schrumpft auch das Handelsdefizit. Weiterlesen…

Kommentar: Das ist doch keine nachhaltige, gesunde Entwicklung. Bitte hier nachlesen, lohnt sich.  


Das griechische Schuldenrätsel – gelöst?
(heise/telepolis.de) Im Juni 2012 war Griechenland noch immer mit 303 Milliarden Euro verschuldet – und dies, obwohl angeblich mehrere Schuldenreduzierungsprogramme mit einem Gesamtvolumen von bis zu 150 Milliarden Euro, darunter nach Angaben von IWF-Chefökonom Oliver Blanchard das größte je getätigte, Griechenland aus der Schuldenfalle befreien sollte. Dies wirft Fragen auf. Weiterlesen…

Kommentar/Erklärung: Unbedingt lesen. Außerdem unseren eigenen Beitrag hier. Das öffnet die Gedanken. Leider schürt es aber auch die Zweifel an der Wahrhaftigkeit der europäischen Bemühungen zur Lösung der Krise. In unserem Beitrag „Europas Lügen haben kurze Beine“ (hier) finden sich viele Beispiele über den nichtsnutzigen Umgang mit der Krise.   


Europa darf nicht Frankreich werden
(format.at) Frankreich hat eine Schlüsselrolle bei der Rettung des Euro. Aber das Land ist das Paradebeispiel für die Krise Europas: Es schwelgt in der Vergangenheit, anstatt die Zukunft anzupacken. Weiterlesen…

Kommentar: Ein Artikel voller Mutmaßungen und Behauptungen. Es fehlen Fakten, die paar Zahlen helfen bei der Beurteilung wenig.  Hollande soll an der Achse mit Deutschland festhalten und den Euro durch eine Wirtschafts- und Fiskalunion retten. Geht es nach dem Autor, dann wird nur am deutschen Wesen Europa genesen. Und Österreich soll sich natürlich dicht gedrängt an Deutschland halten. Deutschlands Ideen das Feld zu überlassen wäre ein Fiasko. In Deutschland tobt bereits der Wahlkampf, da sind vernünftige Entscheidungen nicht mehr zu erwarten. Angela Merkel wird versuchen, die Krise so lange wie möglich auszusitzen, d. h. am liebsten bis nach der Bundestagswahl 2013.


Im Extremfall haftet Österreich mit 80 Milliarden Euro
(wirtschaftsblatt.at) Wenn die sechs Problemländer der Eurozone die Rettungsschirme EFSF und ESM zur Gänze abrufen, haftet Österreich laut ifo-Institut mit rund 80 Mird. Euro. Weiterlesen…  

Kommentar: Eine der üblichen ifo-Milchmädchenrechnungen. Im Extremfall platzt die Eurozone und als Folge dieses Ereignisses sind die genannten „mehr als 2.200 Milliarden Euro“ völlig irrelevant, reines Wunschdenken. Die Kosten sind seriös überhaupt nicht zu kalkulieren, können deshalb auch noch sehr viel höher liegen.


China bastelt an seiner eigenen Subprime-Krise
(wirtschaftsblatt.at) Aus Schaden wird man klug heißt es. In der Finanzbranche aber offenbar nicht – China ist drauf und dran die US-Subprime-Krise zu kopieren. Weiterlesen…  

Kommentar: What else? Amerika wählt demnächst einen Präsidenten. Europa verschluckt sich an seiner Krise. China kupfert mittlerweile nicht nur die Technik der Industrienationen ab, sondern auch die der Kapitalisten. Kanada und Australien stehen vor einer Immobilienblase. Brasilien, Russland, Indien und der große Rest versuchen sich verzweifelt vor den Folgen dieser Entwicklung zu schützen. Die Welt am Abgrund. Und wir mittendrin.  


Der Goldene Elephant ist kein Subprime Loan
(handelsblatt.com) Die Nachrichtenagentur Reuters verbreitet gerade eine groß aufgezogene Geschichte: China sei von windigen Geldanlageprodukten überflutet. Es drohe ein Debakel wie in den USA 2007/2008. Mit der Volksrepublik werde der Wachstumsmotor der Weltwirtschaft ausfallen.

Reine Angstmacherei.

Ich glaube sofort, dass findige Geschäftemacher in China in großem Stil schlechte Anlageprodukte verkauft haben. Auch dass die Provinz- und Gemeinderegierungen illegal Kredite in Billionenhöhe aufgenommen haben, ist längst bekannt.

Was an der Reuters-Geschichte übertrieben wirkt, ist das Systemrisiko. Weiterlesen…

Kommentar: Der Autor berichtet direkt aus China, wünschen wir uns, dass er mit seiner Einschätzung richtig liegt. Uns erinnert es irgendwie aber eher an die positiven Berichte aus Kanada und Australien über viele Monate hinweg, mit denen bewiesen werden sollte, dass es anderswo besser funktioniert. Letztlich hat sich die Krise in diesen Ländern nur später zu Wort gemeldet, sonst war da nichts. Der Kapitalismus funktioniert überall auf der Welt nach den gleichen festen Regeln. Die beiden wichtigsten: Jedes Wirtschaftswachstum ist kreditfinanziert und die Finanzindustrie gewinnt immer. Verlierer sind regelmäßig der Staat und, ganz zum Schluss, die Menschen. Denen muss er in die Tasche greifen, um die schlimmsten Schäden zu beheben. Was er macht nennt er zwischendurch unverfänglich „Reichensteuer“, am Ende beschönigend „Währungsreform“. Das Ergebnis ist das Gleiche: die Enteignung der Bürger. Wie es geht steht hier. Wie man sich dagegen wehrt wissen wir!