Sonntag, 30. September 2012

Standpunkt 397 - Nachrichten-Ticker, 29.09.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ... 

Themen: USA Fitch – Großbritannien – Europa – Griechenland 

In eigener Sache: Ein neues Update zum Thema Enteignungen ist fertig und steht hier für unsere LeserInnen zur Verfügung. Wir haben diesen Beitrag sorgfältig recherchiert und formuliert. Für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik sind wir dankbar.


USA – Aufschwung ohne Jobs
(ftd.de) Die US-Industrie hat sich von ihrem Einbruch erholt und feiert Erfolge beim Export. Doch es entstehen kaum neue Arbeitsplätze. Für den Präsidenten wird das zum Problem. Weiterlesen…

Kommentar: Deshalb ist es auch nur für Ironiker ein Aufschwung. Die USA brauchen dringend Jobs, Jobs, Jobs. Eine Arbeitslosenquote auf dem Niveau der Great Depression ist völlig inakzeptabel. 




Barack Obama hat dafür in seiner ersten Amtszeit viel zu wenig - nämlich nichts - getan. Irgendwann hatte er mal 1 Million neuer Jobs versprochen, gehalten hat er dieses Versprechen nicht. Die US-Konzerne sitzen auf rund 2 Billionen US-Dollar Liquidität, mit der sie viel unnützes Zeug anstellen, statt Jobs zu schaffen. Die Manager-Boni sollten von der Anzahl neuer Arbeitsplätze abhängig sein, nicht vom Börsenwert des Unternehmens.


Fitch lässt Bombe platzen: Britisches Triple A wackelt
(format.at) Großbritanniens Haushaltsdefizit explodiert, die Schulden steigen und die Wirtschaft stagniert. Jenseits des Ärmelkanals braut sich ein Giftcocktail zusammen, der jetzt auch von den Ratingagenturen wahrgenommen wird. Großbritannien droht der Entzug des Triple A-Ratings warnt die Ratingagentur Fitch. Weiterlesen…

Kommentar: Endlich. Schon seit Monaten schreiben wir darüber, dass Großbritannien pleite ist. Die folgende Grafik spricht Bände: Die Staatsverschuldung hat sich innerhalb von 10 Jahren verdreifacht. Zum Triple-A-Rating haben wir schon vor einem Jahr unsere Prophezeiungen abgeliefert: „Die Triple A Märchen“ (hier). 



EU-Defizitregel: Von Mitterand am Küchentisch aus dem Ärmel gezaubert

(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die Länder der Eurozone sind bemüht, durch Einsparungen sich möglichst bald der Defizitgrenze von 3 Prozent zu nähern. Woher die Vorgabe kommt, wusste bisher keiner. Nun enthüllt ein französischer Ökonom, dass es sich um eine klassische Hausnummer handelt. Die EU verlieh dem Fantasie-Wert jedoch quasi-mathematische Autorität, ohne zu wissen, was er bedeutet. Weiterlesen…   

Kommentar: So, so, die Defizitregel stammt von Mitterrand. So werden Mythen gezimmert. Die Defizitgrenze stammt, wie alle anderen Maastrichtkriterien, aus der Giftküche der Bundesbank. Die wollte damit den Euro verhindern. Das hat sie nicht geschafft. Statt dessen bringen diese Kriterien die Gemeinschaftswährung aber schon 2002 in Schwierigkeiten. Ausgerechnet Deutschland reißt die Defizitgrenze. Ein Jahr später folgt Frankreich. 



Was Europas Einheit gefährdet 
(sueddeutsche.de) Enthusiasten schwärmen gerne von der Vielfalt Europas. Doch nun zeigt sich in der Krise, wie sehr der Kontinent in seiner Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik auseinanderklafft. Das überfordert die Bürger und kann zerstören, was in Jahrzehnten aufgebaut wurde. Weiterlesen… 

Kommentar: "Wir haben heutzutage nur Europäer, durchweg mit demselben Geschmack, denselben Leidenschaften, denselben Gebräuchen, die alle vom Gemeinwohl reden und dabei nur an sich selber denken, die alle Mäßigung vortäuschen und wie Krösus sein wollen.“ – Rousseau, 1770  


Der große Europa-Schwindel

(spiegel.de) Europa existiert nicht! Das muss eine sehr irritierende Nachricht für alle sein, die seit Monaten damit beschäftigt sind, eben dieses Europa zu retten. Aber vielleicht erklärt diese Erkenntnis, warum Angela Merkel und ihre Kollegen mit dieser Rettung nicht so recht vorankommen. Weiterlesen… 


Kommentar: Einspruch! Es ist nur ausgeufert. Schneller, weiter, höher, war mal die Devise. Daraus ist ein Super-Verbund von 27 Staaten entstanden, von ganz arm bis ganz reich, außerdem mit einem sehr unterschiedlichen Verständnis von Demokratie und Menschenrechten in Osteuropa. Das funktionierte solange ohne Blessuren, wie diese Unterschiede mit viel Geld, bevorzugt Euros, zugekleistert werden konnten. Jetzt, wo immense Probleme in der Welt und Europa die Runde machen, treten diese Unterschiede massiv zu Tage. Die Kohle, die früher die Unterschiede verdeckte, wird jetzt gebraucht, um die Banken am Leben zu halten. So einfach ist das. Der große Schwindel ist nur der, dass uns Politiker wie Gerhard Schröder diese Osterweiterung als logisch und vernünftig untergejubelt haben.  


Griechen erhalten offenbar Geld ohne Reformen
(manager-magazin.de) Koste es was es wolle: Trotz neuer Milliardenlöcher und nicht umgesetzter Reformen soll Griechenland nach Medienberichten die nächste Tranche von 31 Milliarden Euro aus dem Euro-Hilfspaket erhalten. Kanzlerin Angela Merkel gibt das Pochen auf Reformen angeblich auf. Weiterlesen…


Kommentar: Jetzt nur keine gespielte Entrüstung. Es ist nämlich eine logische Entwicklung, aus mindestens zwei Gründen: Die Diskussionen um einen Grexit der deutschen Maulhelden von CDU/CSU und FDP war nur billigster Theaterdonner fürs (Wahl-)Volk, Geschwätz – sonst nichts. Spanien und Italien verlangen Hilfsgelder ohne Auflagen von EU/IWF/EZB. Diesem Wunsch wird man entsprechen. Da muss man Griechenland, Portugal und Irland ein bisschen entgegen kommen.



Samstag, 29. September 2012

Standpunkt 396 - Nachrichten-Ticker, 28.09.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


Themen: Börsenrally Euro-Krise – Spanien – Mario Monti – Italien – Allianz  – Peer Steinbrück – USA – China


In eigener Sache: Ein neues Update zum Thema Enteignungen ist fertig und steht hier für unsere LeserInnen zur Verfügung. Wir haben diesen Beitrag sorgfältig recherchiert und formuliert. Für Anregungen, Ergänzungen, konstruktive Kritik oder auch die Weiterverbreitung sind wir dankbar.


Die größte und gefährlichste Rally aller Zeiten
(handelsblatt.com) Die Aktienkurse sind zuletzt kräftig gestiegen. Und sie werden es weiter tun, sagen Experten. Viel weiter. Doch die wundersame Geldvermehrung hat Risiken und Nebenwirkungen. Eine Spurensuche. Weiterlesen…

Kommentar: Die Überschrift hätte genügt. Der Rest war alles schon einmal da, stammt aus der Weltwirtschaftskrise ab 1929: Der Aufschwung an den Börsen geschieht nicht trotz der Krise, sondern gerade deswegen. Der österreichische Ökonom Ludwig von Mises nannte es die „Katastrophenhausse“, wenn zu viel billiges Geld in die Märkte strömte. Die Anleger und Sparer bekommen es mit der Angst zu tun. Sie wollen ihr Geld in Sicherheit bringen und flüchten in Sachwerte. Dies treibt wiederum die Preise für Aktien, Immobilien oder Gold in die Höhe - aber nur so lange, bis die Blase endgültig platzt. Landauf, landab werden die Aktien als Krisensicherung empfohlen. Was wird passieren? Die Sache ist ganz einfach: Je höher die Kurse steigen, umso tiefer ist irgendwann der Absturz.


Überraschung, die Krise ist wieder da!
(presseurop.eu) Nach einer kurzen Zeit des Waffenstillstandes und des verhaltenen Optimismus', scheinen die Märkte die angeschlagenen Länder der Eurozone erneut bestrafen zu wollen, was die sozialen Spannungen wieder aufleben lässt. Diejenigen, die glaubten, die zaghaften politischen Veränderungen könnten die strukturelle Krise lösen, haben sich kräftig getäuscht, meint ein Wirtschaftsexperte. Weiterlesen…

Kommentar: Eine überwiegend treffende Analyse aus Italien. Lassen wir unkommentiert so stehen.


Spanien: Kunden räumen ihre Konten leer
(format.at) Laut einer Statistik der Europäischen Zentralbank (EZB) verringerten spanische Privatkunden und Unternehmen auch im August ihre Guthaben drastisch. Weiterlesen…  

Kommentar: In 12 Monaten 220 Milliarden Euro, eine stolze Summe. Angekommen in Deutschland, Luxemburg und der Schweiz. Scheinbar gewollt, da keine Maßnahmen dagegen ergriffen werden. Die Spardiktate auf der einen vertragen sich nicht mit der Freiheit des Kapitals auf der anderen Seite. Lässt sich aber auch im Ausland konfiszieren. Wie es geht machen die USA schon seit Monaten vor.


Spanische Banken brauchen 60 Milliarden
(derstandard.at) Kapitallücke alleine bei verstaatlichter Bankia liegt bei 24,7 Milliarden Euro. Weiterlesen…

Kommentar: Lassen wir uns nichts vormachen, es bleibt dabei: der Wertberichtigungsbedarf liegt bei rund 300 Mrd. Euro. Zugeständnisse an Spanien sind fest eingeplant. Dazu müssen die Hilfen besonders geschickt kaschiert werden. Wir werden in den nächsten Wochen staunen, wie kreativ dabei vorgegangen wird.


Monti: Italien und Spanien wollen sich keinen EZB-Auflagen unterwerfen
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Der italienische Premierminister Mario Monti ist gegen Auflagen beim Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB. Auch der IWF solle sich möglichst aus den Angelegenheiten Italiens raushalten, meint Monti. Weiterlesen…

Kommentar: Italien und Spanien schalten auf stur und erwarten Zugeständnisse. Wir sind gespannt, wie diese Schwäche Europas der Öffentlichkeit verkauft wird.  


Allianz meidet Staatsanleihen
(handelsblatt.com) 1,65 Billionen Euro muss die Allianz sinnvoll anlegen. Nun ändert Europas größter Versicherer seine Strategie: Vorstandschef Diekmann will keine Euro-Staatsanleihen mehr und nennt im Handelsblatt-Interview Alternativen. Weiterlesen…

Kommentar: Die Alternative ist aber auch nicht berauschend: Investiert werden soll in die Schwellenländer, in Firmenanleihen, in Infrastruktur und in Immobilien. Eine spannende Aussage zur Deutschen Bank: „Es gebe in Deutschland nur eine international kapitalrelevante Bank, und das ist die Deutsche Bank“, sagt Diekmann. Das stimmt schon, aber von der Pleite bedroht ist sie trotzdem (hier). Solche Aussagen sollen wohl die staatlichen Rettungsmaßnahmen vorbereiten helfen.


Die beste Wahl
(spiegel.de) Die Genossen sind endlich aufgewacht, die leidige Kanzlerkandidatenfrage ist entschieden. Peer Steinbrück ist die größte Hoffnung für die SPD - und die größte Gefahr für Angela Merkel.  Weiterlesen…

Kommentar: Lächerlich, schon wieder wird ein Bock zum Gärtner gemacht Dieses Mal sogar mit Unterstützung durch Alt-Kanzler Helmut Schmidt. Deutschland lernt überhaupt nicht aus seiner Geschichte. Die ist nämlich voll von solchen Gärtnern, besonders in der Zeit vor der Bundesrepublik. Einer der schlimmsten hat viel Leid über die Menschen gebracht (hier). Steinbrücks Rolle bei der Entfesselung der Finanzmärkte in Deutschland wird scheinbar noch völlig unterschätzt. Er trägt große Mitverantwortung dafür, dass demnächst die Menschen in Deutschland viel Leid ertragen müssen. Seine Attacken gegen die Banken sind reiner Populismus. Was er anprangert, hat er überhaupt erst möglich gemacht. Gemeinsam mit Jörg Asmussen, der heute bei der EZB sein Unwesen treibt. Wir halten Steinbrück für höchst gefährlich. Es ist dringend nötig, sich mit diesem Herrn und seinem bisherigen Treiben auseinanderzusetzen. Die kompletteste Übersicht zu dieser Person bietet augenblicklich nachdenkseiten.de und wir können sie unseren LeserInnen nur wärmstens empfehlen (hier). 


Thomas Fricke: Amerika stöhnt auf hohem Niveau
(ftd.de)  Die wirtschaftliche Bilanz von Barack Obama gilt als Flop. Dabei stehen die USA gemessen an den historisch üblichen Folgen einer Megafinanzkrise unter dem Präsidenten ziemlich gut da. Weiterlesen…

Kommentar: Von diesem Artikel müssen wir uns erst wieder erholen. Liest sich wie eine Werbeschrift für den amtierenden Präsidenten Barack Obama. Mit der Wirklichkeit hat das, was Fricke schreibt, nichts zu tun, er muss mindestens auf einem Auge blind sein. 12 Millionen Jobs gingen verloren, die Arbeitslosenquote liegt ähnlich hoch wie zu Zeiten der Great Depression. Die Wirtschaftsleistung ist bescheiden, 47 Millionen Amerikaner leben unterhalb der Armutsgrenze, Millionen sind obdachlos, leben in Zelten oder ihren Autos. Immer noch erwarten 3,5 Millionen Amerikaner die Versteigerung ihrer Häuser. Hohes Niveau sieht anders aus.


USA: Einbruch der Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter um -13,2%
(wirtschaftsfacts.de) Die Aufträge für langlebige Wirtschaftsgüter brachen in den Vereinigten Staaten im August mit 13,2% so stark ein, wie seit Januar 2009 nicht mehr. Damals befand sich die Wirtschaft in der schwersten Rezession der Nachkriegszeit. Auch die durch das US-Handelsministerium für den Monat Juli gemeldeten Zahlen mussten nach unten revidiert werden. Wie sich zeigt, gerät das produzierende Gewerbe in den USA mit in den Abwärtsstrudel der Weltwirtschaft hinein. Die drohende Fiskalklippe und eine weltweit sinkende Nachfrage machen neue Entlassungswellen nur noch zu einer Frage der Zeit. Weiterlesen…

Kommentar: Amerika hat sich noch nicht an die richtigen Rezepte erinnert. Bis dahin geht es weiter in die falsche Richtung.      


China blutet Geld
(fuw.ch) Es lohnt sich, große volkswirtschaftliche Themen ab und zu aus der Sicht eines Buchhalters zu betrachten. Währungskrisen beispielsweise folgen einer brutalen buchhalterischen Mechanik, wie sie in Europa gegenwärtig besonders eindrücklich am Beispiel Spaniens zu beobachten ist. Vereinfacht gesagt: In der Summe fließt seit Monaten deutlich mehr Kapital von Spanien ins Ausland, als dass Kapital vom Ausland nach Spanien fließt. Die Zahlungsbilanz ist rot, das Land blutet aus – respektive benötigt laufend Transfusionen von der Europäischen Zentralbank.
Auch die Asienkrise von 1997 und 1998, die unter anderen Thailand, Indonesien, Korea und Malaysia heimsuchte, war im Kern eine Zahlungsbilanzkrise.
Eine der eindrücklichsten Verwerfungen in der Zahlungsbilanz eines Landes findet derzeit jedoch in China statt. Weiterlesen…

Kommentar: Stress im gelobten Land. Ein aufschlussreicher Artikel. Besondere Aufmerksamkeit verdienen auch die abgedruckten Grafiken. Die erhoffte Welt-Wirtschaftslokomotive ist China nicht.     


A Chinese Mega City Is On The Verge Of Bankruptcy
(zerohedge.com) While most "developed world" people have heard of Hong Kong and Macau, far fewer have heard of China's province of Guangdong, which is somewhat surprising. With over 100 million people, a GDP of nearly $1 trillion - the biggest of all Chinese provinces, this South China Sea adjacent territory is perhaps China's most important economic dynamo. One of the key cities of Guangdong is Dongguan, which as the map below shows is a stone's throw from Hong Kong, has a population of nearly 10 million, and has long been considered Guangdong's boomtown and one of China's richest cities. One notable feature about Dongguan is that it is home to the New South China Mall, which is the world's largest. It also happens to be mostly empty ever since it opened in 2005. Which perhaps is a good segue into this story. Because while for the most part the city of Dongguan has been a story of prosperity, a wrinkle has appeared. According to the South China Morning Post, which cites researchers at Sun Yat-sen University, this city is now on the brink of bankruptcy. Read more…

Kommentar: Es ist anders, wie in den deutschen Medien immer noch beschrieben. China steckt richtig im Schlamassel. Die deutschen Manager sollten sich auf schlaflose Nächte einstellen. Nicht nur der europäische, auch der chinesische Markt zeigt massive Schwächen. Die werden anhalten.  


Zum Schluss: Alle Nachrichten sind nur die Begleitmusik für ein Ereignis: Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich ein Finanzkollaps. Die Welt befindet sich in einem Teufelskreis, dem die Regierungen hilflos gegenüberstehen. Die Banken betrügen hemmungslos weiter und die Politiker helfen ihnen dabei tatkräftig (hier).

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Wacht auf, der Traum geht zu Ende! Längst bereitet die Bundesregierung heimlich, still und leise die Enteignung ihrer Bürger vor. Die Diskussion um eine Reichensteuer war erst der Anfang. Was es sonst noch gibt steht hier. Außerdem haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt.

Es wird Zeit, Ersparnisse und Vermögen krisenfest zu machen. Jeder besitzt etwas, das er vor staatlichem Zugriff schützen muss. Soviel ist sicher. Sprechen Sie dafür mit den richtigen Leuten: uns. Wir können Ihnen eine Hilfe sein. Für unsere Beratung berechnen wir lediglich eine einmalige Aufwandsentschädigung.

Sehr viel Wert legen wir auf Unabhängigkeit. Deshalb haben wir auch ein eigenes Konzept zur Absicherung der Ersparnisse und Vermögen vorbereitet, das wir bei Bedarf sehr flexibel einsetzen können. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de

Freitag, 28. September 2012

Standpunkt 395 - Romney's Schnorrer


Romney und die Schnorrer

An dem US-Wahlkampf führt kein Weg vorbei. Schließlich bekämpfen sich Feuer und Wasser. Die Kandidaten können unterschiedlicher nicht sein und wer gewinnt, von dem ist der weitere Verlauf und der Ausgang der globalen Finanzkrise und der Krise in Europa abhängig. 

Der Kandidat der republikanischen Partei, Mitt Romney, hat es sich zur Aufgabe gemacht, zielsicher jedes Fettnäpfchen zu treffen, dem er über den Weg läuft. So kürzlich bei einer Spendenveranstaltung, in deren Verlauf er sich äußerst abfällig über rund die Hälfte seiner Landsleute ausgelassen hat (hier). Anschließend gab es bereits Mutmaßungen, ob Romney politisch am Ende und der Ausgang der Präsidentschaftswahl bereits besiegelt sei. Die Washington Post schrieb bereits von der "dunkelsten Stunde" des republikanischen Präsidentschaftskandidaten. (hier). Nicht zuletzt, weil ein Video seiner Rede im Internet den unumstößlichen Beweis für diese Attacke lieferte. Mittlerweile haben sich die Wogen wieder etwas geglättet und erste Stimmen werden laut, die immer noch seinen Erfolg für möglich halten. „Er kann immer noch gewinnen“ titelte vor wenigen Tagen spiegel.de  und erläuterte „fünf Gründe, warum Barack Obama am Ende als Verlierer dastehen könnte“ (hier). Deutschlands Intellektuellen-Leitmedium, die Zeit, titelte auf ihrer Onlineausgabe mit viel VerständnisRomneys richtiger Einwand kommt zur falschen Zeit“ und schreibt in der Einleitung: „Wer soll für das zahlen, was der Staat verteilt? Mitt Romney führt eine richtige Debatte zum – für ihn – falschen Zeitpunkt“ (hier). 

Wir bieten unseren LeserInnen zu diesem Thema einen Beitrag des von uns sehr geschätzten US-Ökonomen Simon Johnson an, der kürzlich bei project-syndicate.org erschienen ist. Johnson stellt den Aussagen Romneys die tatsächlichen Fakten gegenüber, ergänzt um eine Reihe kritischer Äußerungen. 

Simon Johnson, Professor an der MIT Sloan School of Management, war kurze Zeit Chefökonom des Internationalen Währungsfonds (IWF) und ist Mitbegründer eines Blogs zur Aufarbeitung der Finanzkrise (hier). Aufgefallen war uns Johnson durch ein Zeitungsinterview im vergangenen Jahr, als er den damaligen Deutsche Bank-Chef Josef „Joe“ Ackermann als den „gefährlichsten Bankmanager“ der Welt bezeichnete (hier). 

Wie gewöhnlich haben wir für unsere LeserInnen den vollständigen Beitrag in der bei project-syndicate.org angebotenen deutschen Fassung hierher übernommen. Nur noch ergänzt um einige Grafiken zum besseren Verständnis. Das englische Original trägt den Titel „Mitt and the Mootchers“. Das Copyright bleibt selbstverständlich bei Project Syndicate! Für alle Kontrollfreaks: Das Original in englischer Sprache gibt es hier, die deutsche “Original”-Ausgabe hier
 

WASHINGTON, D.C.: Der republikanischen Partei stehen einige attraktive Themen für die amerikanischen Präsidentschafts- und Kongresswahlen zur Verfügung. Die Amerikaner sind ihrer Regierung seit eh und je skeptisch gegenüber eingestellt; es gibt eine Tradition des Widerstands gegen vermeintliche Kompetenzüberschreitungen der Regierung, die bis in die Gründungsjahre des Landes zurückreicht. Ein Erbe dieser Tradition sind die damit in Beziehung stehende Ablehnung staatlicher Subventionen durch die meisten Amerikaner und eine kulturelle Aversion gegenüber der „Abhängigkeit“ von staatlicher Unterstützung. 

Doch der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney und andere führende Mitglieder seiner Partei haben diese Karten im laufenden Wahlkampf völlig falsch ausgespielt. Romney scheint als Thema für sich entdeckt zu haben, dass viele Amerikaner – die sogenannten 47% – keine Bundeseinkommensteuer zahlen. Er ist der Ansicht, dass sie sich selbst als „Opfer“ sehen und von der Regierung abhängig sind. 

Dabei jedoch übersieht er zwei offensichtliche Punkte. Erstens bezahlt ein Großteil der 47% eine Menge Steuern auf Einkünfte, Eigentum und erworbene Waren. Und diese Menschen arbeiten hart, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen; in den USA ist das mittlere Haushaltseinkommen auf einen Stand gesunken, wie es ihn zuletzt Mitte der 1990er Jahre gab. 




Zweitens fließen die wirklich großen Subventionen im modernen Amerika an einen Teil seiner Finanzelite – jene wenigen Privilegierten, die die größten Wall-Street-Unternehmen leiten. 




Historisch betrachtet ist dies keine besonders ungewöhnliche Situation. In ihrem aktuellen wirtschaftshistorischen Bestseller Why Nations Fail führen Daron Acemoglu und James Robinson viele Fälle aus Vergangenheit und Gegenwart an, in denen mächtige Individuen die Kontrolle über den Staat erlangten und diese Macht nutzten, um sich selbst zu bereichern.

In vielen vorindustriellen Gesellschaften etwa war die Kontrolle über den Staat der beste Weg zu sicherem Reichtum. Und in vielen Entwicklungsländern mit wertvollen Rohstoffen hat sich der Kampf um die Kontrolle über die Regierung als eine sehr attraktive Strategie erwiesen. (Ich habe mit Acemoglu und Robinson an verwandten Themen zusammengearbeitet; an diesem Buch jedoch bin ich nicht beteiligt.)

Der traditionelle Mechanismus zur Vereinnahmung des Staates in breiten Teilen der Welt ist Gewalt. Aber das gilt für die USA nicht. Ebenso wenig lassen sich US-Regierungsvertreter normalerweise in offener Manier bestechen (obwohl es einige prominente Ausnahmen gab.)

Stattdessen wetteifern Partikularinteressen durch Wahlspenden und andere Formen von Zuwendungen an die Politik um politischen Einfluss. Sie führen zudem große, ausgeklügelte Medienkampagnen durch, die Politiker und Öffentlichkeit überzeugen sollen, dass das, was diesen Partikularinteressen nützt, auch für das Land gut ist.

Keiner spielt dieses politische Spiel im modernen Amerika erfolgreicher als die größten Banken der Wall Street, die in den drei Jahrzehnten vor Ausbruch der Krise 2008 für die Deregulierung eintraten und danach praktisch jede Form von Finanzreform zu vereiteln suchten.

Ihr Erfolg dabei hat sich üppig bezahlt gemacht. Die Top-Führungskräfte in 14 führenden Finanzunternehmen erhielten in den Jahren 2000-2008 Barvergütungen (Gehälter, Bonuszahlungen und ausgeübte Aktienoptionen) von insgesamt 2,5 Milliarden Dollar – wobei zwei Milliarden allein auf fünf Personen entfielen. 




Doch verdienten diese Herrscher des Universums dieses Geld mit massiver Unterstützung der Regierung. Da sie als „systemrelevant“ eingeschätzt werden, profitieren ihre Banken von einem staatlichen Sicherheitsnetz; sie können größere Risiken übernehmen und ihr Geschäft mit mehr Fremd- und weniger Eigenkapital führen. Sie kassieren höhere Renditen, wenn alles gut läuft, und staatliche Unterstützung, wenn ihnen das Glück nicht hold ist: Bei Kopf gewinnen sie; bei Zahl verlieren wir. 

Und die Verluste sind kolossal. Laut einem aktuellenBericht über die Folgen der Krise von 2008 von Better Markets – einer Organisation, die für umfassendere Finanzreformen eintritt – belaufen sich die durch die unverantwortliche Risikofreudigkeit der Finanzinstitute verursachten Kosten der Finanzkrise für die US-Volkswirtschaft auf mindestens 12,8 Billionen Dollar. Einen großen Teil dieser Kosten tragen die 47% der amerikanischen Bevölkerung mit dem niedrigsten Einkommen – in Form von Arbeitslosigkeit und aus den Schienen geworfenen Lebensentwürfen. 




Der ehemalige Gouverneur von Utah und republikanische Präsidentschaftskandidat Jon Huntsman hat dieses Problem während seines erfolglosen Bemühens um die Nominierung durch seine Partei als Herausforderer von Präsident Barack Obama wiederholt klar angesprochen. Man müsse die Banken zur Aufspaltung zwingen, argumentierte er, um ihre Subventionen streichen zu können. Man solle diese Finanzinstitute so klein und einfach gestalten, dass man sie auch scheitern lassen könne, und dann solle der Markt entscheiden, wer schwimmt und wer untergeht. 

Dies ist eine Argumentation, der sich alle Konservativen anschließen können sollten. Schließlich war die Entstehung globaler Megabanken kein Ergebnis von Marktentwicklungen; diese Banken sind staatlich gesponserte, subventionierte Unternehmen, die von den Steuerzahlern gestützt werden. (Das trifft in Europa heute übrigens genauso zu.) 

Romney tut Recht daran, das Thema Subventionen aufzugreifen, doch mit seiner Schilderung des Geschehens in den USA in den letzten Jahren liegt er schwer daneben. Die großen, intransparenten und gefährlichen Subventionen sind außerhalb des Haushalts bestehende Eventualverbindlichkeiten, die von der staatlichen Unterstützung der systemrelevanten Finanzinstitute ausgehen. Diese Subventionen erscheinen in keiner Mittelzuweisung, und sie werden von der Regierung nicht gut gemessen – was einer der Gründe ist, warum sie für die Großbanken so attraktiv und für alle anderen so schädlich sind. 

Hätte Romney die Abneigung der Öffentlichkeit gegen Subventionen doch gegen die globalen Megabanken gerichtet, er wäre jetzt schon halb im Weißen Haus. Stattdessen hat er seine Aussichten auf einen Sieg im November stark beschädigt, indem er die ohnehin schon schwer gebeutelten 47% ins Visier nimmt – diejenigen, die durch das unverantwortliche Verhalten der Banken am meisten gelitten haben. 

Aus dem Englischen von Jan Doolan 

Copyright: Project Syndicate, 2012.
www.project-syndicate.org

Standpunkt 394 - Nachrichten-Ticker, 27.09.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


Themen: Wolfgang Clement Deutschland – Autoindustrie – Spanien – Hans-Werner Sinn – Bankenregulierung – Bankenhilfen  – EU-Reform – US-Rezession – USA – China


In eigener Sache: Ein neues Update zum Thema Enteignungen ist fertig und steht hier für unsere LeserInnen zur Verfügung. Wir haben diesen Beitrag sorgfältig recherchiert und formuliert. Für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik sind wir dankbar.


Deutschland hat kein Einnahmenproblem
(handelsblatt.com) Im Staatshaushalt herrscht Geldsegen, für höhere Steuern besteht kein Anlass. Doch der Armutsbericht klingt nach Klassenkampf. Besserverdienende sollen geschröpft werden. Dabei wären Reformen an anderer Stelle sinnvoll. Weiterlesen…

Kommentar: Clement nennt die Bundesrepublik die „Wachstumslokomotive Europas“, sie stehe besser da als „alle vergleichbaren Volkswirtschaften“. Wann hat er sich zuletzt die Wirklichkeit angesehen? Deutschland eine Wachstumslokomotive? Lächerlich! 

Einen Vergleich mit „vergleichbaren Volkswirtschaften“, den gibt es nicht – es gibt keine auch nur ähnliche Volkswirtschaft auf der Welt. Clement treibt hier eine Sau durchs mediale Dorf, die, versteckt unter bunten Kleidern, die Wirklichkeit verbirgt. Wolfgang Clement ist mittlerweile Vorsitzender der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Das erklärt in unseren Augen seinen Vorstoß.  


Deutschland wird zur Arbeitsinsel
(manager-magazin.de) Steigende Arbeitslosigkeit in Frankreich. In Südeuropa ist die Joblage längst desolat. Einzig in Deutschland wird es nochmals besser: Die Arbeitslosenquote sinkt, die Bundesrepublik wird zur Insel in Europas Abwärtssog. Doch die Perspektiven zeigen abwärts - auch hierzulande. Weiterlesen…

Kommentar: Deutschland ist für seine Bürger ein so wunderbares Land: Während ringsherum die Rezession Einzug hält, selbst in angeblich starken Ländern sich eine Immobilienkrise entwickelt, immer neue Banken gerettet werden müssen, die Arbeitslosigkeit Monat für Monat neue Höchststände erreicht, da feiert sich die Bundesrepublik für ihr Jobwunder, für maximale Exporte, riesige Leistungsbilanzüberschüsse, steigende Steuereinnahmen, kurz für ein Schlaraffenland. In Wahrheit wird von Politik, Wirtschaft, Ökonomen, Statistikern und den Medien eine tolle Show abgeliefert, der 82 Millionen begeisterte Zuschauer beiwohnen, die sich gegenseitig auf die Schultern klopfen und wo viel Hurra-Patriotismus die Runde macht. Ein Albtraum, es gibt die ersten schlechten Nachrichten. Die deutschen Autohersteller fahren ihre Produktion zurück (hier), die Zulieferer müssen sich anpassen (hier), Kurzarbeit wird wieder salonfähig, Jobs gehen verloren, die minderwertigen nehmen wieder zu. Fiat und Peugeot benötigen Staatshilfen (hier). Die Ursache ist offensichtlich: In den südeuropäischen Ländern ist der Autoabsatz als Folge der Spardiktate regelrecht zusammengebrochen, wie der folgende Chart am Beispiel Italien deutlich zeigt: 




Ein vollkommenes Fiasko. Demnächst werden wir eine ähnlich desaströse Entwicklung in Frankreich erleben. Dann muss die französische Autoindustrie mit immer neuen Milliarden-Subventionen am Leben gehalten werden. Keine leichte Aufgabe für Hollande. 


Dudenhöffer erwartet Siegeszug von "Billigautos"
(wirtschaftsblatt.at) Laut Experten haben die günstigen Fahrzeuge große Marktchancen, vor allem in den wachsenden Märkten Osteuropas, Asiens und Südamerikas. Weiterlesen…  

Kommentar: Ob die deutschen (Premium-)Hersteller darauf vorbereitet sind? Wir zweifeln daran. Es wäre nicht der erste Trend, den die deutsche Autoindustrie verschläft. Den Preis zahlen die Beschäftigten.       


Rajoy: "Wir wissen, was wir tun müssen"
(wirtschaftsblatt.at) Die spanische Regierung wird trotz Protesten ein weiteres Reformpaket vorlegen. Es werden harte Einschnitte erwartet. Weiterlesen…

Kommentar/Ergänzung: Die Spanier müssen sich über einen solchen wissenden, weitsichtigen Regierungschef freuen. Tun sie aber nicht. Weil sie erkennen, wie sehr sie verschaukelt werden. Rajoy macht die Rechnung ohne sein Volk. Wir erwarten bürgerkriegsähnliche Zustände und den Einsatz des Militärs, wenn die spanische Regierung diesen Weg fortsetzt. Erst einmal legt er nach: Spanien beschließt Einsparungen in Rekordhöhe“ (hier). 40 Mrd. Euro will die Regierung im kommenden Jahr einsparen. Die Angst Rajoy’s vor den strengen Auflagen durch EU/IWF/EZB muss riesengroß sein. Nur so lässt sich ein Sparpaket erklären, dass durch seine schiere Größe beeindrucken soll, bei dem aber von vorneherein feststeht, daß es nicht einzuhalten ist. Die Reaktionen lassen nicht lange auf sich warten:


Spaniens Regierung riskiert den Volksaufstand
(spiegel.de) Für Spanien haben entscheidende Wochen begonnen. Mit einem radikalen Sparprogramm will Ministerpräsident Rajoy den Weg für neue ESM-Hilfen frei machen. Doch die Regierung geht damit ein doppeltes Risiko ein. Sie verschärft die Rezession und bringt die eigene Bevölkerung gegen sich auf. Weiterlesen…

Kommentar/Ergänzung: Rajoy spielt mit dem Feuer, das steht fest. 80% der Spanier sind mit seiner Regierung nicht mehr einverstanden. Ein klares Bekenntnis.


„Die Euro-Rettung ist total schief gegangen“
(handelsblatt.com) Die Kritiker der Euro-Retter melden sich zurück. Beeindruckt vom Bundesverfassungsgericht und der EZB hatten sie zwei Wochen lang geschwiegen. Doch jetzt meldet sich Ifo-Chef Sinn lautstark zu Wort. Weiterlesen…

Kommentar: Er ist wieder da, Deutschlands schneidigster Pop-Ökonom. Und bietet wieder seine übliche Kost: Jede Menge „Sinn“-volle Kritik, aber keine einzige praktikable Lösung. Typisch Sinn: Dicke Backen, nichts dahinter. Alt-Sozi Herbert Wehner schimpfte solche Leute „Papiertiger“.  


Steinbrücks Irrweg
(handelsblatt.com) Vieles, was Steinbrück vorschlägt, ist richtig. Nicht zuletzt seine Vorschläge, die Bevölkerung vor Kosten der Bankenbranche zu schützen. Das Investment-Banking von der Geschäftsbank zu trennen ist aber der falsche Weg. Weiterlesen…

Kommentar: Natürlich muss sich das deutsche Kampfblatt der Neokonservativen gleich in die vermeintliche Bresche werfen, die Steinbrück noch gar nicht geschlagen hat. Getreu dem Motto „Wehret den Anfängen“ erklärt die Autorin die Trennung der Geschäftsbank zum falschen Weg. Nicht ohne Steinbrück für andere Vorschläge ausdrücklich zu loben. Wie scheinheilig ist das denn? Natürlich müssen die Geschäftsbereiche in den Banken aufgetrennt werden: Auf der einen Seite die Universalbank alter Schule, an der Alfred Herrhausen noch seine Freude hätte, auf der anderen Seite die Investmentabteilungen und ausgelagerten Zweckgesellschaften/Schattenbanken. Begriffsbestimmung (hier): „Eine Universalbank ist der für das deutsche Bankensystem charakteristische Bankentyp (Kreditinstitute). Banken dieser Art, zur Unterscheidung von den Spezialbanken auch als Geschäftsbanken bezeichnet, betreiben alle üblichen Arten von Bankgeschäften, soweit sie nicht aufgrund gesetzlicher Vorschriften auf Spezialinstitute beschränkt sind (wie das Investmentgeschäft, das Bauspargeschäft und bei privatrechtlichen Kreditinstituten das Pfandbriefgeschäft).“


Bankenhilfe: Staat hat nur Pflichten, kaum Rechte
(derstandard.at)  Die Republik trägt zwar das volle Risiko aus dem Bankenpaket, profitiert aber nicht von potenziellen Gewinnen, bemängelt der Rechnungshof. Weiterlesen…

Kommentar: Der Artikel bezieht sich auf die österreichischen Verhältnisse. Lässt sich aber auf jedes andere Land oder auf die Eurozone bedenkenlos übertragen. Ein wichtiger Anlass, um die Finanzindustrie endlich an die Kandare zu nehmen. Es bleibt erst einmal nur ein Wunsch von uns.  


Übertriebene Regulierungswut
(handelsblatt.com) Aktuell zieht die SPD in den Wahlkampf gegen Angela Merkel mit der Forderung nach noch viel mehr Regulierung. Doch es besteht gar kein Anlass für Hektik und Regulierungswahn – im Gegenteil. Weiterlesen…

Kommentar: Was die gewerkschaftseigene Hans-Böckler-Stiftung mit dieser Studie abgeliefert hat, ist schlicht nicht nachvollziehbar. Weder sind in den USA der Dodd-Frank Act und die Volker Rule in Kraft, noch gibt es in Europa überhaupt vergleichbare Entwürfe. Eine Studie der BIZ in Basel kommt zu dem Ergebnis „Gerettete Banken zocken ungehindert weiter“ (hier). „Während der Finanzkrise haben dutzende Banken weltweit Staatshilfe bekommen. Ihr Risiko bei der Kreditvergabe haben sie dennoch nicht gedrosselt, zeigt eine neue Studie – ganz im Gegenteil.“ Die Studie der BIZ, leider nur in englischer Sprache verfügbar, gibt es hier.     


EU-Reform: Nun streiten Polen und Großbritannien
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Polen wendet sich von Großbritannien wegen seiner EU-kritischen Politik ab. In einer Rede warnte der polnische Außenminister, Polen werde Großbritannien nicht dabei helfen, die EU zu „ruinieren“ und forderte mehr Engagement. Weiterlesen…

Kommentar: Streit zwischen Amerikas wichtigsten Verbündeten in Europa, erstaunlich. Ein Indiz dafür, wie kritisch die Lage mittlerweile ist. Wir waren gegen den Beitritt Großbritanniens zur Europäischen Gemeinschaft, heute sind wir für den Austritt.   


„Mitten in einer Rezession“
(nzz.ch) Die Börsen boomen. Doch mit der Realwirtschaft habe das wenig zu tun, erklärt Lakshman Achuthan. Der Manager und Mitbegründer des Economic Cycle Research Institute in New York verweist auf schwache vorlaufende Indikatoren. Weiterlesen…

Kommentar: Das kommt der Wahrheit in den USA schon sehr nahe. Zeigt ein anderes Bild als das in den deutschen Leitmedien verbreitete. Unsere heutige Leseempfehlung.


Fitch: US-Fiskalklippe wird weltweites Wachstum halbieren; Fed machtlos
(wirtschaftsfacts.de) Die Ratingagentur Fitch warnte heute vor einer Halbierung des globalen Wachstums im nächsten Jahr, falls der US-Kongress nicht doch noch umschifft, was im allgemeinen Sprachgebrauch als so genannte “Fiskalklippe” bekannt geworden ist. Automatische Ausgabekürzungen der Regierung bei gleichzeitig steigenden Steuern würden der US-Wirtschaft in der nächsten Dekade mehr als $1,2 Billionen entziehen. Die Gefahr einer neuen weltweiten Rezession würde dadurch schon fast zu einer Gewissheit. Allein im Verteidigungssektor stehen bis zu 1 Million Jobs auf dem Spiel. In den USA würde die Nachfrage einbrechen, wodurch die Weltwirtschaft in eine neue Rezession abdriften würde. Weiterlesen…

Kommentar: Klar, daß unter diesen Umständen der Schwarze Peter nicht nach Europa gehört. Sicher aber auch: die Amerikaner werden noch einmal die Kurve kriegen.


Keine Entspannung an Chinas Häusermarkt
(fuw.ch) Pekings Massnahmen zur Abkühlung des Marktes für Wohneigentum greifen nicht, da Anlagealternativen fehlen und die Sparzinsen zu tief sind. Ein Kommentar von China-Korrespondentin Elisabeth Tester. Weiterlesen…

Kommentar/Ergänzung: China gerät zunehmend in Not. Aktuell wurden 58 Milliarden Dollar zur Stimulanz in Umlauf gebracht (hier).    


Zum Schluss: Alle Nachrichten sind nur die Begleitmusik für ein Ereignis: Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich ein Finanzkollaps. Die Welt befindet sich in einem Teufelskreis, dem die Regierungen hilflos gegenüberstehen. Die Banken betrügen hemmungslos weiter und die Politiker helfen ihnen dabei tatkräftig (hier).

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Wacht auf, der Traum geht zu Ende! Längst bereitet die Bundesregierung heimlich, still und leise die Enteignung ihrer Bürger vor. Die Diskussion um eine Reichensteuer war erst der Anfang. Was es sonst noch gibt steht hier. Außerdem haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt.

Es wird Zeit, Ersparnisse und Vermögen krisenfest zu machen. Jeder besitzt etwas, das er vor staatlichem Zugriff schützen muss. Soviel ist sicher. Sprechen Sie dafür mit den richtigen Leuten: uns. Wir können Ihnen eine Hilfe sein. Für unsere Beratung berechnen wir lediglich eine einmalige Aufwandsentschädigung.

Sehr viel Wert legen wir auf Unabhängigkeit. Deshalb haben wir auch ein eigenes Konzept zur Absicherung der Ersparnisse und Vermögen vorbereitet, das wir bei Bedarf sehr flexibel einsetzen können. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de