Freitag, 14. September 2012

Standpunkt 378 - Nachrichten-Ticker, 13.09.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ... 

 
Themen: USAUS-Notenbank – Schweiz – Niederlande – Frankreich – Luxemburg – Van Rumpoy – EZB-Anleihekäufe – Weimar – ESM-Urteil – Staatsschulden – China – BRIC-Staaten – Riester-Rente  


Warnung: Die Karlsruher Entscheidung ändert nichts an der Krise in Europa. Damit wird lediglich Zeit gewonnen. Die gelebte Handlungsunfähigkeit der Politiker lässt weiterhin nur einen Schluss zu: Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich das „Blutbad“ Finanzkollaps.

Nichts hat sich nämlich geändert. Die Banken betrügen hemmungslos weiter, zwingen die Staaten und ihre Bürger in die Haftung und befeuern so die Staatsschuldenkrise. Es ist ein Teufelskreis. Die Politiker stehen dieser Situation hilflos gegenüber, schlimmer noch, sie verspielen mit leichter Hand das Volksvermögen ihrer Länder. Längst sind die Regierungen Teil des von den Banken weltweit betriebenen Finanz-Casinos: hier.

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Weil das nicht so bleiben wird, bereitet die Bundesregierung heimlich, still und leise die Enteignung ihrer Bürger vor.

Die Diskussion um eine Reichensteuer war erst der Anfang, ein Testballon für die Reaktion im Land. Es gibt noch viele andere Möglichkeiten. Ein Blick zurück in der Geschichte zeigt: Niemand ist darin so erfahren wie die Deutschen. Lastenausgleich, Zwangshypothek, Hypothekengewinnabgabe, sind ursprünglich eine Erfindung aus Deutschland. Bargeld- und Devisenkontrollen (Kapitalverkehrskontrollen) und das Verbot von Goldbesitz steuern andere Länder bei.  

Eine besonders perfide Spielart der Enteignung ist die neu formulierte Vorschrift des §89 Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG), in dem das Zahlungsverbot und die Herabsetzung von Leistungen geregelt sind. Eine Vorschrift, die im vergangenen Jahr in Kraft getreten ist und in der Öffentlichkeit leider immer noch nicht zur Kenntnis genommen wurde.

Uns geht es nicht um Panikmache oder die Verbreitung von Verschwörungstheorien, sondern nur darum, unseren LeserInnen den Blick zu schärfen für die weitere Entwicklung. Zum Thema Enteignungen gibt es hier eine ausführliche Übersicht.

Für alle interessierten LeserInnen, Neuankömmlinge oder Alteingesessene, haben wir außerdem hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt.

Wer sich nicht wehrlos diesem Schicksal von Repression und Enteignung ergeben will, der darf nicht länger der Herde folgen sondern muss jetzt handeln. Jeder besitzt etwas, das er vor staatlichem Zugriff schützen muss. Soviel ist sicher.
 
Wir sind gerne dabei behilflich, Ersparnisse und Vermögen krisenfest zu machen. Für unsere individuelle, unabhängige und sorgfältige Beratung berechnen wir lediglich eine einmalige, angemessene Aufwandsentschädigung. Alle uns zugänglich gemachten Informationen werden absolut vertraulich behandelt.

Sehr viel Wert legen wir auf unsere Unabhängigkeit. Deshalb haben wir auch ein eigenes Konzept zur Absicherung der Ersparnisse und Vermögen vorbereitet, das wir bei Bedarf sehr flexibel einsetzen können. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de


USA: Die riesige Kluft zwischen Arm und Reich
(format.at) Reiche werden reicher, Arme ärmer – und es ist kein Ende in Sicht. Die Schere zwischen Armen und Reichen klafft derzeit so weit auseinander wie zuletzt Ende der 60er. Daraus klare Vorteile für Barack Obama im Wahlkampf abzuleiten, wäre allerdings ein (europäischer) Trugschluss. Weiterlesen…

Kommentar/Ergänzung: Stimmt alles. Trotzdem liegt Obama in den Umfragen vor Romney. Offensichtlich möchte die Mehrheit nicht zurück in die 1950er Jahre. Leider ist Obama nicht in der Lage, dieser unseligen Entwicklung gegenzusteuern. Das neue Liquiditätsprogramm der US-Notenbank ist keine echte Hilfe. Mehr als 46 Millionen Bezieher von Lebensmittelmarken, 2,5 Mio. Einfamilienhäuser in der Zwangsversteigerung, rund 46 Millionen Menschen leben unterhalb der Armutsgrenzen, die offizielle Arbeitslosenquote ist maximalst schöngerechnet, tatsächlich liegt sie bei mehr als 22%, die Staatsschulden haben die 16-Billionen-Grenze überschritten, sprechen eine deutliche Sprache. Heute spricht natürlich niemand mehr darüber, inwieweit die frühere republikanische Regierung unter George W. Bush, seinem Vize Dick Cheney und dem Goldman-Sachs-Finanzminister Paulson für diese Situation noch verantwortlich ist. In diesem Zusammenhang genügt es nicht, nur an die von Paulson verursachte Lehman-Pleite zu denken. 


Quelle: Stefan L. Eichner, 2012 

Der österreichische Standard bringt es so auf den Punkt: „In den USA steigen nur die Einkommen der Reichen“ (hier). 


USA: Daten der Schande 2011 
(querschuesse.de) Gestern veröffentlichte das U.S. Census Bureau, das statistische Bundesamt der USA, seinen jährlichen Bericht zum Stand der Einkommen, der Armut und den der Krankenversicherten für das Jahr 2011. Diese Daten sind wie jedes Jahr ein Beleg für ein degeneriertes System. Die offizielle Armutsquote sank zwar im Jahr 2011 auf 15,0%, nach 15,1% in 2010, aber diese Daten sind nicht wirklich konsistent, was auch dem US-Wahljahr geschuldet sein dürfte. Beschämende 46,247 Millionen US-Bürger mussten 2011 unter der Armutsgrenze leben, die zweithöchste Zahl seit Beginn der Datenerhebung vor 53 Jahren! Weiterlesen…  

Kommentar: Diese Daten müssen nicht mehr kommentiert werden, sie sprechen eine deutliche Sprache. 


Notenbank lässt wieder Geld regnen 
(ftd.de) Zum dritten Mal seit Ausbruch der Finanzkrise kündigt die Fed an, mit Anleihekäufen die Wirtschaft zu stützen. Auch der Leitzins soll bis 2015 unverändert tief bleiben. Weiterlesen… 

Kommentar: Wir haben uns bereits früh gegen die Meinung der deutschen Leitmedien gestellt, die eine solche Maßnahme nicht wirklich erwartet haben. Für uns war klar: die Fed musste handeln, die Zeit lief ihr schon davon. 


                                   © theautomaticearth.com


Schweizer Nationalbank warnt vor Immobilien-Blase
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Spekulationen über eine Überhitzung bei den Schweizer Immobilien gab es schon viele: Nun warnt erstmals die SNB vor einer gefährlichen Entwicklung. Die SNB sieht auch keine Erholung der Wirtschaft. Weiterlesen…

Kommentar: Schon erstaunlich, dass es den Ober-Musterschüler Schweiz jetzt auch mit einer Immobilienblase erwischt. Beweist aber nur, dass dieses Problem ein länderübergreifendes ist. Wir erwarten, dass es auch Deutschland zwangsläufig irgendwann erwischen wird. Die angeführten Gründe für die schwächelnde Wirtschaft: kraftlose Wirtschaftsentwicklung in den USA, Eurozone auf dem Weg in die Rezession, negative Wachstumsraten in den Randlagen der Eurozone.
  

Niederlande: reale Einzelhandelsumsätze mit -5,6%
(querschuesse.de) In den Niederlanden sanken im Juli 2012 laut den heutigen Angaben des Centraal Bureau voor de Statistiek (CBS) die unbereinigten realen Einzelhandelsumsätze um -5,6% zum Vorjahresmonat. Selbst nominal ging es um -4,0% zum Vorjahresmonat abwärts. Damit dokumentieren auch die Einzelhandelsumsätze in den Niederlanden erneut eine latente Schwäche.

Ein gewisses Achtungszeichen scheint angebracht zu sein, denn der Juli 2012 war der schwächste Juli seit Juli 2000 und wenn sich die Nachfrageschwäche der privaten Haushalte auch noch auf die Niederlande erstreckt wird es langsam aber sicher, mehr als nur eng für die Konjunktur in der Eurozone. Weiterlesen…

Kommentar: Zahlen, die zeigen: Holland einmal mehr in Not. Das Land schwächelt. Sehr wahrscheinlich, dass es als starker Partner frühzeitig ausfällt.  


In Frankreich tickt die nächste Schulden-Zeitbombe
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) In Frankreich mehren sich die Anzeichen, dass sich die Krise ausbreitet. Die Franzosen versuchen daher, eine Ansteckung von Spanien zu verhindern. Über eigene Sparpläne wird dagegen weniger nachgedacht. Weiterlesen…

Kommentar: Spanien unter den Rettungsschirm wird Frankreich nicht retten. Nichts wird Frankreich retten, wenn die Spekulanten gegenüber diesem Land in Europa eine neue Front eröffnen. Die Vorbereitungen dazu laufen auf Hochtouren. Die Verstaatlichung des zweitgrößten französischen  Hypothekenfinanzierers und die Hilfen für die Autoindustrie zeigen keine Wirkung, höchstens eine negative. Die Ratingagenturen werden sich nächstens zu Wort melden.


Bankenkrise in Luxemburg: Juncker will den ESM so schnell wie möglich
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Jean-Claude Juncker, der Eurogruppen-Chef und Regierungschef von Luxemburg, sieht im ESM das ideale Vehikel, um die Bankenkrise in seinem Land zu beenden. Wer dafür bezahlen wird ist nicht schwer zu erraten. Weiterlesen...

Kommentar: Aha, auch Luxemburg. Schlecht außerdem die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.


Van Rompuy will zentrales Eurobudget
(standard.at) Der EU-Ratspräsident regt auch ein einziges Parlament und eine Vergemeinschaftung der Schulden der Staaten an. Weiterlesen…

Kommentar:  Löst erst einmal die Krise, dann sehen wir weiter. Was van Rompuy vorschlägt, das hilft nicht gegen die europäische Krise. Mehr Europa ist im Moment mit den Menschen nicht zu machen, mit Recht.


„Niemand wird gegen die unbegrenzte Feuerkraft spekulieren“
(handelsblatt.com) Die Europäische Zentralbank hat erklärt, dass sie Anleihen von Schuldenstaaten einfach aufkaufen wird. Aber wird sie das wirklich tun? Nein, meint ein EZB-Ratsmitglied. Das sei gar nicht nötig. Weiterlesen…

Kommentar: Ein schwerwiegender Irrtum, den die Spekulanten schon bald aufklären werden.


„Der Weimarer Republik 2.0 sind nun Tür und Tor geöffnet“
(format.at) Eigentlich sind Matthias Weik und Marc Friedrich überzeugte Europäer –nur ohne Währungsunion. Im Gespräch mit dem FORMAT erklären sie, warum die Schuldenkrise nicht zu lösen ist, warum der heutige Tag und der letzte Donnerstag als „Brandbeschleuniger“ in die Geschichte eingehen werden und die einzig sinnvolle Investment-Strategie, die Flucht in Sachwerte, ist. Weiterlesen…

Kommentar: Die Autoren malen ein tiefschwarzes Bild vom Euro und der Krise. Bis zu den Zuständen der Weimarer Republik ist es noch ein weiter Weg. Viel Hoffnung auf eine vernünftige Lösung haben sie nicht. Sie selbst bieten auch keine an. Machen aber Vorschläge, wie mit der Krise umzugehen ist. Vorsicht vor der Empfehlung „Gold“: Der Goldbesitz wird irgendwann verboten und unter Strafe gestellt. Dann ist es völlig nutzlos, Gold zu besitzen.  


ESM-Urteil: Rettung ohne Grenzen
(zeit.de) Nach der ESM-Entscheidung des Verfassungsgerichts: Was das Urteil bedeutet – und welche Folgen es für Deutschland und Europa hat. Weiterlesen…

Kommentar: Die Autoren versuchen eine Bewertung des Urteils und seiner Folgen, die wir unseren LeserInnen nicht vorenthalten wollen. Es erinnert uns an eine alte Volksweisheit: „Nichts wird so heiß gegessen wie es gekocht wird.“ Die Rettung ohne Grenzen gibt es nicht. Gewonnen wird Zeit, mehr nicht. Eine Lösung liegt immer noch in weiter Ferne.   


ESM-Urteil: Um wessen Demokratie geht es hier?
(nachdenkseiten.de) Die Vertreter der Politik und die Kommentatoren der Tagespresse sind sich bei der Bewertung des gestrigen ESM-Urteils des Bundesverfassungsgerichts in einem Punkt einig – die Demokratie wurde gestärkt und das ist gut. Dass es begrüßenswert ist, wenn die Demokratie gestärkt wird, ist freilich ein Gemeinplatz. Die Frage, die sich hier stellt, ist jedoch, wessen Demokratie durch das ESM-Urteil gestärkt wurde – die deutsche oder die europäische? Während der Bundestag durch das Urteil in der Tat mehr Entscheidungsbefugnisse bekommen hat, bedeutet das Urteil für die künftigen Länder als Empfänger von ESM-Krediten keinesfalls mehr Mitsprache und Demokratie – im Gegenteil. Weiterlesen…

Kommentar: Bemerkenswerter Beitrag von Jens Berger. Unbedingt lesen.  


Fast 25.000 Euro öffentliche Schulden je Einwohner
(faz.net) Die deutschen Staatsschulden sind auch im konjunkturellen Boomjahr 2011 gestiegen. Rein rechnerisch lasten auf jedem Einwohner Deutschlands knapp 25.000 Euro an Schulden, die der Staat angehäuft hat. Weiterlesen…

Kommentar: Wer eine Vorstellung davon haben möchte, wie groß die Belastung werden kann, der sollte sich die Zahlen für die Schweiz ansehen (hier). Oder den Anteil der Deutschen Bank und der teilverstaatlichten Commerzbank am weltweiten Derivatehandel (hier). Platzt dieses Ding, dann wird der Schaden für den deutschen Steuerzahler unbezahlbar. Schon ein kleiner Fehler bei der Bankenrettung in Spanien könnte der Auslöser sein. Europa und die Welt sitzen auf einem gigantischen Pulverfass.  


China macht es richtig
(blog.zeit.de) Die Wirtschafts- und Finanzkrise ist wieder nach China zurückgekehrt. Das Land kann sich der Krise in Europa und auch dem schwachen US-Wachstum nicht länger entziehen. Die chinesischen Exporte sind im Juli eingebrochen, der Binnenmarkt kommt ebenso nicht in Schwung. Diese Entwicklung zeigt: In einer globalisierten Welt bleibt keine große Volkswirtschaft verschont, wenn es auf der anderen Seite der Erdkugel brennt. Weiterlesen…

Kommentar: China als „Retter der lahmenden Weltkonjunktur“? Unwahrscheinlich. Zu groß sind die Probleme im eigenen Land. „faz.net“ titelt. „Lange Gesichter in Fernost“ (hier) und meint: „Während Europa über den ESM diskutiert, hat China ganz andere Sorgen. Der drittgrößte Wirtschaftsraum der Welt hinter der EU und Amerika verabschiedet immer mehr staatliche Hilfsprogramme.“ Wir bleiben skeptisch.


Deutsche Bank: BRICs erweisen sich als Investmentdesaster
(wirtschaftsfacts.de) Was sind das plötzlich für Töne? Bis vor Kurzem wurde immerfort ein Loblied auf die am schnellsten wachsenden Ökonomien Brasiliens, Russlands, Indiens und Chinas gesungen. Und jetzt? Laut den Analysten der Deutsche Bank AG hätten sich genannte Staaten als Investmentdesaster erwiesen. Hauptgrund sei das hohe Ausmaß an staatlichen Eingriffen und Interventionen in die nationalen Wirtschaften, die noch vor einigen Jahren in keiner Weise vorherzusehen waren. Deshalb rät man Investoren nun zu einer Untergewichtung der BRIC-Länder. Ist die Wachstumsstory in den BRIC-Ländern vorbei? Weiterlesen…

Kommentar: Wir haben noch gut in Erinnerung, wie die Investitionen in die BRIC-Staaten landauf und landab empfohlen wurden. Für uns war das unverständlich.  


Studie beweist: Riester-Rente war ein großer Flop
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Eine Studie zeigt: Die Riester-Rente war ein gutes Geschäft für Banken und Versicherungen. Gegen die Altersarmut bringt sie überhaupt nichts. Nun muss wohl wieder der Staat ran, um die nächste Generation von Rentnern zu finanzieren. Weiterlesen…

Kommentar: Die Riester-Rente hatte von Anfang an nur eine Funktion: den AWD des Herrn Maschmeyer und die Versicherungen zu alimentieren. Da wundert es nicht, wenn für die Versicherten nicht mehr viel bleibt.Unser Rat: Raus aus der Riester-Rente.