Freitag, 21. September 2012

Standpunkt 386 - Nachrichten-Ticker, 20.09.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


Themen: FrankreichStaatsanleihen – Spanien – Romano Prodi – China – Deutsche gegen Euro und EU – Euro-Krise – Notenbanken – Schuldenfalle – Kapitalflucht – Großbritannien   


Vorankündigung: Wir haben ein neues Update zum Thema "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" vorbereitet. Noch umfangreicher, noch kritischer. Verläuft alles nach Plan, werden wir diesen neuen Beitrag noch am Wochenende veröffentlichen. 


Frankreich wird für Europa zum Problemfall 
(ftd.de) Die Produktion in Frankreichs Industrie und in der Dienstleistungsbranche schrumpft empfindlich. Deutschlands wichtigster Handelspartner hat sich einen rigiden Sparkurs verordnet, der das Land in eine Abwärtsspirale ziehen könnte - und mit ihm ganz Europa. Weiterlesen…   

Kommentar: Hin und wieder kann es nicht schaden, Tatsachen zu wiederholen: Frankreich ist Deutschlands wichtigster Handelspartner. Gerät Frankreich weiter in Schwierigkeiten wird sich das auch in Deutschland bemerkbar machen. Und Frankreich gerät weiter in Schwierigkeiten. Die Gründe sind vielschichtig. Bemerkenswert finden wir aber, dass Frankreich gerade dann stärker unter Druck kommt, wenn Spanien sich immer noch um den Rettungsschirm herum winden will.   


Die Abschreckung der EZB wirkt 
(handelsblatt.com) Bisher hat die Ankündigung des Staatsanleihekaufs durch die EZB gereicht. Draghi versucht mit Abschreckung die Märkte zu beruhigen. Doch das Muskelspiel hält nicht ewig. Weiterlesen… 

Kommentar: Ein Irrtum, die Wirklichkeit wird nur aufgehübscht. Wer sich darauf verlässt, der wird Lehrgeld bezahlen. 


Spanien bekommt frisches Geld zum Niedrigzins 
(ftd.de) Die Pläne der Europäischen Zentralbank zum Kauf von Staatsanleihen zeigen Wirkung: Spanien sammelt bei einer Auktion deutlich mehr Geld ein als erwartet - und das zu erheblich niedrigerem Zins. Weiterlesen… 

Kommentar: Spricht für die Abschreckung im Artikel vorher. Wir halten diese Auktion für einen Fake. Spanien will nur mit Extrawürsten unter den Rettungsschirm. Das ist aber unabdingbare Voraussetzung für das Programm der EZB. Noch ist da nichts entschieden. Apropos Niedrigzins. Niedrige Zinsen zahlen Lettland, Rumänien oder Island mit um die 3%. Für Euro-Staaten ist es regelmäßig sehr viel teurer.


Prodi rügt Merkel: "Sie hat die Krise verschärft"
(wirtschaftsblatt.at) Romano Prodi kritisiert die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel: "Sie hat mit ihrer Taktik die Krise verschärft." Weiterlesen…

Kommentar: Prodi sieht die Dinge einigermaßen realistisch – zu Merkel. Der Rest ist Hoffen und Bangen.   


China sichert Europa weiter Unterstützung in der Krise zu
(format.at) China ist in der Schuldenkrise zur weiteren Unterstützung Europas bereit, verweigert sich aber der Medienfreiheit. Wenige Stunden nach dem Eklat um eine Pressekonferenz bekräftigte die Volksrepublik am Donnerstag ihr Vertrauen in den schuldengeplagten Kontinent. Er sei davon überzeugt, dass Europa seine Krise überwinden könne, sagte Ministerpräsident Wen Jiabao in Brüssel. Beide Seiten versuchten die Wogen in ihren Handelsstreitigkeiten zu glätten. Weiterlesen…

Kommentar: Aber zu welchem Preis. Es geht um nichts weniger als die Aufhebung des Waffenembargos.


China will mit Europas Hilfe aufrüsten
(spiegel.de) Der chinesische Premier Wen Jiabao hat eine Aufhebung des EU-Waffenembargos gegen die Volksrepublik gefordert. Bei einem Gipfel in Brüssel machte er deutlich, dass sein Land an Rüstungsgütern aus Europa interessiert sei. Weiterlesen…

Kommentar: Nur noch eine Frage von wenig Zeit, bis das Embargo fällt. China sitzt auf einem Sack voll Geld und Europa auf einem Sack voll Schulden. Das gehört zusammen.

   
Chinesen greifen nach Maschinenbauer KraussMaffei
(ftd.de) Der Eigentümer des Spritzgussmaschinenherstellers KraussMaffei Plastics Machinery, Madison Capital, verhandelt exklusiv mit chinesischen Investoren über einen Verkauf. Das Land drängt massiv in deutsche Schlüsselbranchen. Mit dem Münchener Hersteller von Spritzgussmaschinen KraussMaffei Plastics Machinery steht Verhandlungskreisen zufolge erneut ein deutscher Maschinenbauer vor dem Verkauf nach China. Weiterlesen…

Kommentar: Noch so eine Perle, die sich nach China verabschiedet. China kauft weiter zu. Immerhin geht es nicht um den Rüstungskonzern KrausMaffei Wegmann.


Umfrage: Deutsche wollen Euro nicht mehr
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Sowohl die EU als auch der Euro verlieren in Deutschland an Zustimmung. Knapp zwei Drittel wünschen sich demnach die D-Mark zurück. Über die EU denkt die Hälfte der Deutschen ähnlich. Weiterlesen…

Kommentar: Offensichtlich nur eine Frage der Geduld. Euro-Zone und Europa sind auf dem Weg in den Zerfall. Wir sind ganz gespannt darauf, wie die Deutschen in dem Fall mit dem Verlust ihrer Ersparnisse umgehen. Euro-Zone und Europa sind am Ende, die Bankenschuldenkrise ist es nicht.


Europa braucht nur den Ein-Punkt-Plan
(ftd.de) In den vergangenen Krisenjahren ist dem europäischen Projekt vor allem eines verloren gegangen: Vertrauen. Dieses wiederzugewinnen ist die wichtigste Krisenstrategie. Weiterlesen…

Kommentar: Ein netter Ansatz. „Einigkeit macht stark“ als Lösungsansatz für die Krise. Unmöglich bei 17 Staaten in der Euro-Zone und 27 in der EU. Da wäre nur Großbritannien…


Pimco-Chef hält Zentralbanken für "hyperaktiv"
(ftd.de) Federal Reserve, EZB und Japans Notenbank werden noch weit mehr Geld in ihre schwächelnden Volkswirtschaften pumpen, prophezeit der Chef des größten Anleihehändlers Pimco, Mohamed El-Erian. Sein Ausblick auf Europa und die USA ist eher düster. Über die Situation in Griechenland sagte El-Erian, das hochverschuldete Land sei nach drei Jahren Sparkurs schlimmer dran als zuvor und in Gefahr, durch soziale Unruhen destabilisiert zu werden. Die Politiker seien verständlicherweise zögerlich, über den Fall zu befinden - sei es, die Griechen dauerhaft finanziell zu stützen oder sie aus der Euro-Zone zu verabschieden. "Bis diese Entscheidung gefällt ist, werden alle schlimmer dran sein", so der Pimco-Chef. Weiterlesen…

Kommentar: Gerade meldet sich El-Erian häufig zu Wort. Mit viel Kritik, aber ohne eine Lösungsidee. Selbst wenn er Recht behalten sollte mit seinen Vorhersagen, "seiner" PIMCO wird es satte Gewinne bringen. Sparern nützt das nichts.       


Auswege und Irrwege aus der Schuldenfalle
(manager-magazin.de) Die Euro-Krise ist derart verfahren, dass sich die Frage stellt: Ist der Westen bankrott? Genau genommen ja. In Japan und den USA ist die Lage ebenso dramatisch, sie wird lediglich besser kaschiert. Weiterlesen…

Kommentar: Wir bleiben dabei: Nicht der Westen ist bankrott, nur seine Banken. Das ist definitiv nicht dasselbe, wird nur so dargestellt. Als Begründung zu unbegrenzten Rettungsaktionen zu Lasten der Menschen. Das Einstiegsszenario für eine umfassende Enteignung der Nicht-Reichen. Betroffen davon sind nicht nur die immer wieder gerne zitierten Steuerzahler, betroffen sind alle, vom Baby bis zum Rentner.  


Kapitalflucht, Zweiteilung, Desintegration, Zerfall
(format.at) Die Gefahr eines Auseinanderbrechens der Europäischen Währungsunion ist nicht gebannt. Das belegt der weiter anhaltende Abfluss von Einlagen aus Banken in vier Ländern der Währungsunion. Die Voraussetzung für erneutes Wirtschaftswachstum ist damit ebenso in Gefahr wie ein Eckpfeiler der Gemeinschaftswährung: ein integriertes Finanzsystem. Weiterlesen…

Kommentar: Werbung für eine europäische Bankenunion. Was in diesem Artikel beschrieben wird ist eigentlich kein Problem. Die USA machen gegenüber der Schweiz vor, wie es geht. Es genügt der politische Wille, dieses Geld wieder in die betroffenen Länder zurückzuholen. Alternative: Kapitalverkehrskontrollen. Eine Bankenunion löst das Problem nicht.   


Großbritannien und EU: Es gibt kein Zurück
(presseurop.eu) José Manuel Barroso, Herman Van Rompuy, und nun auch eine Gruppe von elf Außenministern: Anscheinend schlagen alle in der EU die verstärkte Integration als Ausweg aus der Krise vor. Doch Großbritannien steht weiterhin außen vor – und diese Kluft könnte bald unüberwindbar werden, schreibt der Europaredakteur des Guardian. Weiterlesen…

Kommentar: Was Großbritannien für Europa so unberechenbar macht ist seine Funktion als Brückenkopf US-amerikanischer Interessen. Die Briten versprechen sich davon größere Vorteile als von der Mitgliedschaft in der EU. Ohne Großbritannien täte sich die EU sehr viel leichter, davon sind wir überzeugt. Deshalb wünschen wir uns das britische Referendum mit der richtigen Frage, deren Antwort endlich den Austritt aus der EU bewirkt. Dann hat Europa eine kleine Chance, politisch und wirtschaftlich wieder Ruhe zu finden.  


Zum Schluss: Alle Nachrichten sind nur die Begleitmusik für ein Ereignis: Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich ein Finanzkollaps. Die Welt befindet sich in einem Teufelskreis, dem die Regierungen hilflos gegenüberstehen. Die Banken betrügen hemmungslos weiter und die Politiker helfen ihnen dabei tatkräftig (hier).

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Längst bereitet die Bundesregierung heimlich, still und leise die Enteignung ihrer Bürger vor. Die Diskussion um eine Reichensteuer war erst der Anfang. Was es sonst noch gibt steht hier. Außerdem haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt.

Es wird Zeit, Ersparnisse und Vermögen krisenfest zu machen. Jeder besitzt etwas, das er vor staatlichem Zugriff schützen muss. Soviel ist sicher. Sprechen Sie dafür mit den richtigen Leuten: uns. Wir können Ihnen eine Hilfe sein. Für unsere Beratung berechnen wir lediglich eine einmalige Aufwandsentschädigung.

Sehr viel Wert legen wir auf Unabhängigkeit. Deshalb haben wir auch ein eigenes Konzept zur Absicherung der Ersparnisse und Vermögen vorbereitet, das wir bei Bedarf sehr flexibel einsetzen können. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de