Montag, 24. September 2012

Standpunkt 390 - Nachrichten-Ticker, 23.09.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


Themen: Schäuble Spanien – EU-Rettungspaket – Reichensteuer in England – EZB – Helmut Schmidt – Europa  – Inflation – Banken – Griechenland – Niederlande   

 
In eigener Sache: Ein neues Update zum Thema Enteignungen ist fertig und steht hier für unsere LeserInnen zur Verfügung. Wir haben diesen Beitrag sorgfältig recherchiert und formuliert. Für Anregungen und Ergänzungen oder Kritik sind wir immer dankbar. In den nächsten 1 bis 2 Tagen werden wir noch eine pdf-Datei zum download zur Verfügung stellen.  


Schäubles Geheimplan: 40 Milliarden Euro für Spanien – ohne Auflagen
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Spanien und die EU wollen 40 Milliarden Euro von der Bankenrettung auf die Staatsrettung umleiten. Damit käme Spanien als erstes Land in den Genuss eines Bailouts ohne Bedingungen. In Europa fragt man sich, welche Rolle Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bei dem Deal spielt: Schließlich war er es, der vor Monaten gefordert hatte, die Spanier müssten 100 Milliarden Euro nehmen. Der Vorteil für Schäuble: Der Bundestag bräuchte nicht mehr gefragt zu werden, weil er ja vorsorglich schon der höheren Summe zugestimmt hatte. Weiterlesen… 

Kommentar: Spanien bekommt seine Sonderkonditionen. Es wird nicht zum letzten Mal sein. 


EU plant Rettungspaket XXL
(ftd.de) Die Euro-Zone plant einen Rundumschlag an Hilfsmaßnahmen: Bis November wollen die Politiker Programme für die Problemkinder Griechenland, Spanien und Zypern gemeinsam beschließen. Die Aktion soll Stärke demonstrieren. Weiterlesen…  

Kommentar: Nach wie vor geht es nur um die Fortsetzung der Bankenhilfen und die Ausweitung der Schuldenknechtschaft. Das Grundproblem besteht weiter: das Finanz-Casino bleibt geöffnet (hier).


Englands Liberale wollen eine Reichensteuer
(wirtschaftsblatt.at) Die britischen Liberaldemokraten wollen eine Reichensteuer von allen mit mehr als einer Million Pfund Privatvermögen. Weiterlesen…   

Kommentar: Überraschendes aus Großbritannien. Die Nutznießer der Londoner City sollen vielleicht ein bisschen abgeben von ihren Profiten. Sehr fraglich ist aber, ob die Konservativen mitziehen. Die deutschen Liberalen sind zu einem solchen Vorschlag nicht fähig.     


Stark: "EZB bewegt sich außerhalb ihres Mandats"
(diepresse.com) Aus Sicht des früheren EZB-Chefvolkswirts Stark hat die EZB dem Druck von außen nachgegeben. Im "Presse"-Interview ortet er hohes Inflationspotenzial und hält die europäische Debatte über Sparprogramme für eine semantische Irreführung. Weiterlesen…

Kommentar: Warum liefert Stark nicht endlich Lösungen statt nur Kritik? Schliesslich ist der Mann Experte. Er ist ratlos. Vor allen Dingen, weil es keine Lösung gibt, die vor der Finanzindustrie halt macht. Der fühlt sich Stark sehr verbunden. Deshalb wirft er Nebelkerzen. Wir dürfen daran erinnern, dass die europäische Krise Teil der weltweiten Finanzkrise ist, die bereits Billionensummen verschlungen hat (hier). Es wäre wirklich Zeit, dass diese selbsternannten Experten ihr Expertenwissen in den Dienst der Menschen stellen, die von der Krise besonders heftig betroffen sind. 


Altkanzler Schmidt attackiert Karlsruhe, Merkel und die Bundesbank 
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Deutschland müsse weitere Opfer für die politische Union in Europa bringen. Altkanzler Helmut Schmidt kritisierte bei einer Preisverleihung all jene heftig, die Zweifel an der konkreten Entwicklung in Europa haben. Weiterlesen…  

Kommentar/Ergänzung: Schmidt weiter: “Das Projekt Europa darf nicht an uns Deutschen scheitern”, sagte Schmidt in seiner Dankesrede. Er forderte ein “stärkeres uneigennütziges Engagement” für die EU, wie die Wissenschaftliche Gesellschaft mitteilte. Schmidt attackierte in harten Worten die demokratischen und verfassungsgemäßen Organe Deutschlands: Bundesregierung, Bundesverfassungsgericht und Bundesbank dürften sich “nicht als Zentrum Europas gerieren”. Deutschland müsse “unbedingten Willen zur Zusammenarbeit zeigen”, betonte Schmidt. Es gelte, die privaten Finanzzentren zu bändigen, fortgesetzte Solidarität zu zeigen und endlich als Europa weltweit mit einer Stimme aufzutreten. “Eine einzelne Regierung kann in dieser Welt nichts mehr bewirken, auch die deutsche Regierung nicht”, sagte Schmidt. “Natürlich wird das viel Geld kosten, aber wir waren auch seit 1952 der Hauptgewinner der europäischen Integration.” Dem haben wir nichts hinzuzufügen. Nur noch den Hinweis, dass erst die Krise bewältigt werden muss, bevor die politische Union gelingen kann. 


Fondsmanager: Krise könnte in Europa neuen Hitler hervorbringen 
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Der Hedge Fonds Manager Ray Dalio ist besorgt bezüglich des Risikos von sozialen Unruhen aufgrund der derzeitigen, weltweiten wirtschaftlichen Situation. Die Machtergreifung Hitlers folgte auf eine Wirtschaftskrise, so Dalio. 2012 sei dies auch vorstellbar – in Griechenland sehe man bereits den Erfolg der nationalsozialistischen Partei. Weiterlesen… 

Kommentar: Leider ist dieses Szenario nicht mehr abwegig. Die Krise frisst sich weiter durch Europa und wird weder vor Frankreich, Holland, Österreich oder Deutschland halt machen. Je länger es dauert, umso größer ist die Gefahr von Unruhen und einer Radikalisierung. Gerade Deutschland ist dann einer der Gefahrenherde für rechtsnationales Gedankengut. Damals war es die Weltwirtschaftskrise 1929, die zweifellos den Grundstein die Übernahme Deutschlands durch den österreichischen "GröFaZ" gelegt hat (hier).  


Die Angst vor der Inflation 
(faz.net)  EZB-Präsident Mario Draghi will den Zerfall des Euro verhindern. Als Folge seiner neuen Politik droht Inflation. Erste Banken bereiten ihre Kunden darauf vor, dass es bald losgeht. Weiterlesen… 

Kommentar: Unverantwortlich, dieses Gerede von einer bevorstehenden Inflation. Füttert die „German Angst“. Kalkül? Deutschland hatte Anfang der 1970er, 1980er und 1990er Jahre erhebliche Inflationsraten erlebt (hier) und trotzdem haben sich die Ersparnisse der Menschen nicht reduziert, sondern sie haben auch in dieser Zeit zugenommen. Also: Locker bleiben.  


Banken: Zurück in die Neunzigerjahre
(fuw.ch) Die Marktbewertung und die Profitabilität von Grossbanken werden derzeit oft als «abnormal niedrig» bezeichnet. Was aber, wenn das nicht stimmt – und sie in den letzten zehn Jahren bloß abnormal hoch waren? Weiterlesen… 

Kommentar: Eine bemerkenswerte Analyse. Die grundlegenden Problemen bleiben. Die heißen Bilanzmüll (hier), Finanz-Casino, Derivate-Handel (hier). Vor diesem Hintergrund von Profitabilität zu sprechen ist unverantwortlich.   


Fluchtpunkt Athen 
(zeit.de) Europa hat sich abgeschottet. Doch am Fluss Evros in Griechenland klafft ein Loch in der europäischen Festungsmauer. Flüchtlinge strömen hindurch und kommen in ein Land, das selbst am Abgrund steht. Weiterlesen…

Kommentar: Eine humanitäre Katastrophe, mit der Griechenland von seinen "Freunden" in Europa alleine gelassen wird.


Lücke in griechischem Haushalt fast doppelt so groß wie angenommen
(derstandard.at) Regierung Samaras fehlen angeblich 20 Mrd. Euro - Spekulationen über zweiten Schuldenschnitt verstärkt. Weiterlesen…

Kommentar: Kaputtgespart.


Nederlands: House prices drop further
(querschuesse.de) Das niederländische Statistikamt CBS berichtete am Freitag: “House prices drop further” und damit von dem Sturzflug der Immobilienpreise auch im Monat August 2012 in den Niederlanden. Im August 2012 sank der Immobilienpreisindex um -8,0% zum Vorjahresmonat auf 95,5 Indexpunkte, dies entsprach noch einem durchschnittlichen Immobilienpreis von 214’075 Euro. Zum Hoch im August 2008 waren es durchschnittlich 261’948 Euro, ein Einbruch von -18,28%! Damit manifestieren sich mit der nachlassenden wirtschaftlichen Aktivität in den Niederlanden auch wachsende Probleme am Immobilienmarkt. Weiterlesen…

Kommentar/Ergänzung: Die Not wird größer in Holland. Unausweichlich nimmt der Druck auf die Banken zu und die Regierung hat wenig Spielraum, um etwas dagegen zu unternehmen. Auch in den Niederlanden zeigt sich das gleiche Muster der Krise: Die Banken haben den Immobilienmarkt über viele Jahre hinweg mit billigem Geld aufgeblasen und jetzt platzt das Ding.Die folgenden beiden Grafiken zeigen die aktuelle Entwicklung: 

Grafik 1: Hauspreisindex: 


Grafik 2: Entwicklung Immobilienpreise: 



Zum Schluss: Alle Nachrichten sind nur die Begleitmusik für ein Ereignis: Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich ein Finanzkollaps. Die Welt befindet sich in einem Teufelskreis, dem die Regierungen hilflos gegenüberstehen. Die Banken betrügen hemmungslos weiter und die Politiker helfen ihnen dabei tatkräftig (hier).

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Wacht auf, der Traum geht zu Ende! Längst bereitet die Bundesregierung heimlich, still und leise die Enteignung ihrer Bürger vor. Die Diskussion um eine Reichensteuer war erst der Anfang. Was es sonst noch gibt steht hier. Außerdem haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt.

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