Dienstag, 25. September 2012

Standpunkt 391 - Nachrichten-Ticker, 24.09.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


Themen: Mario Monti Griechenland – Spanien – Mario Draghi – Deutschland – Bankenregulierung – Euro-Krise  – Inflation – Pabst – Immobilienblase in Österreich – Immobilienfalle Deutschland – Mitt Romney   


In eigener Sache: Ein neues Update zum Thema Enteignungen ist fertig und steht hier für unsere LeserInnen zur Verfügung. Wir haben diesen Beitrag sorgfältig recherchiert und formuliert. Für Anregungen und Ergänzungen oder Kritik sind wir dankbar.


Monti: Italien hat alle Probleme gelöst
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) 2013 wird ein „Jahr des Wachstums“, glaubt Mario Monti mit Blick auf die von ihm eingeführten Reformen. Die Italiener hätten begriffen, dass die Reformen in ihrem Interesse seien und nun werde es bergauf gehen. Dass die OECD im gleichen Moment warnt, Italien solle nicht nachlassen und müsse notfalls auch einen Bailout beantragen, scheint den italienischen Premier nicht zu interessieren. Weiterlesen…

Kommentar: Das ist doch eine wirklich gute Nachricht. Südeuropa japst nach Luft – aber Italien erklärt sich für gesund. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und den Wirtschaftsdaten gegenüberstellen, oder den Zahlen der Selbstmorde wegen der Krise, der Entscheidung über den Einsatz des Militärs im Innern, usw. Mario Monti, noch ein Baron von Münchhausen.    


Trüber Herbst in Griechenland (1/3)
(nachdenkseiten.de) Niels Kadritzke wirft in seiner dreiteiligen Serie einen sehr ausführlichen Blick auf die momentane Lage in Griechenland. Im ersten Teil beschäftigt er sich mit dem neuen Sparprogramm und dessen Auswirkungen auf die politische Diskussion. Die weiteren Teile der Artikelserie werden morgen und übermorgen folgen. Weiterlesen…

Kommentar: Wir werden helfen, alle drei Teile zu verbreiten. Für unsere LeserInnen, die sich ein eigenes Urteil über den Verlauf der Krise in Europa bilden wollen.    


Griechenland: Entlassungen aus Prinzip
(heise/telepolis.de) Troika fordert massive Einschnitte bei Rentnern und Arbeiterrechten, unter anderem das Abschaffen der Flächentarifverträge. Weiterlesen…   

Kommentar: Griechenland ist der europäische Feldversuch in Sachen Krise. Hier wird ausprobiert, was demnächst auch in anderen Ländern angewendet wird. Dazu werden reihenweise Rechte gebrochen oder gleich ganz abgeschafft. Eine Schande ist es, dass bei vielen Maßnahmen deutsche Gewerkschaften und ihre Mitglieder tatenlos zusehen und sich statt dessen hinter Positionspapieren verstecken, wo Protestdemonstrationen erforderlich wären. Solidarität wird zum Fremdwort, selbst unter Gewerkschaftlern.      


"Griechische Krebspatienten leben in der Hölle"
(welt.de) Das griechische Gesundheitssystem steht nach Einschätzung des Medizintechnikverbandes kurz vor dem Kollaps. Längst besiegte Krankheiten wie Malaria und Tuberkulose seien wieder aufgetaucht. Weiterlesen…

Kommentar: Wir trauen uns die Frage zu stellen: Werden sie zu Mördern, die Vordenker und Vollstrecker der Spardiktate, die Beifall klatschenden Zuschauer aus Mitteleuropa, die dieses Treiben noch gutheißen, die Spekulanten, die aus der Situation Profit schlagen, die Politiker, die dieser Entwicklung kein Ende setzen?  


Entscheidung über Spaniens EU-Hilfsantrag noch offen
(wirtschaftsblatt.at) Wirtschaftsminister Luis de Guindos will keinen vorschnellen Antrag stellen, die Milliardenhilfe der EU aber ausschließlich zur Bankensanierung verwenden. Weiterlesen…

Kommentar: Spanien und Europa spielen Katz’ und Maus, mit einem vorhersehbaren Ergebnis.


Draghi kann die Krisenstimmung (vorerst) nicht vertreiben
(handelsblatt.com) Die geplanten Anleihekäufe der EZB haben die Märkte in Feierlaune versetzt. Doch die bessere Stimmung kommt noch nicht bei den Unternehmen an. Der Ifo-Index ist im September zum fünften Mal in Folge gefallen. Weiterlesen…

Kommentar: Die Märkte in Feierlaune? Das war nur ein absehbares Strohfeuer. Der Ifo-Index wird völlig überbewertet. Er dient als Werkzeug zur Beschönigung der wirtschaftlichen Großwetterlage in Deutschland, mit der Realität hat er so wenig zu tun wie der GfK-Konsumklimaindex.  


Deutschland bekommt die Krise
(sueddeutsche.de)  Die Signale sind eindeutig: Deutschland steht am Anfang einer Rezession. Das Wirtschaftsklima verschlechtert sich, Investitionen sinken, große Konzerne drosseln die Produktion. Die Krise, die zunächst eine europäische war, ist nun auch eine deutsche.
Für Deutschland ist es in den vergangenen Monaten auffallend gut gelaufen. Die Krise, das war die Sache der anderen. Die Bilder wütender Demonstranten kamen aus Madrid, Rom, Paris und Athen. Jugendliche Arbeitslosenrebellen in Spanien, die Reformlasten des Mario Monti, reiche Franzosen, die nach Belgien flüchten oder die griechische Regierung, die Zeit und Ideen, immer aber Geld braucht – diese Probleme waren weit weg, auch wenn es sich um die nahen europäischen Partner handelte. Deutschland, eine Festung des Glücks. Ein Hort der Stabilität, ringsherum das Chaos, dieser Eindruck drängte sich auf.
Diese Zeit der deutschen Sonderkonjunktur ist abgelaufen, es gibt jetzt eine europäische Union der Rezession und des Arbeitsplatzverlustes. In Deutschland bricht die Wirtschaftsleistung ebenfalls auf breiter Front ein, der ifo-Geschäftsklimaindex ist zum fünften Mal in Folge gefallen.
Der Autokonzern Daimler bereitet sein Personal auf eine Absatzflaute vor, auch VW und Porsche drosseln die Produktion, der Versandhändler Otto legt Firmen zusammen und spart sich 700 Leute, in den großen Stromkonzernen könnten im Zuge der Energiewende noch bis zu 20.000 Jobs verschwinden. Firmen wie Bosch Rexroth oder Thyssen-Krupp melden Alarm, die Exporte der Möbel- und Modewirtschaft leiden. Und da sind natürlich die großen Geldhäuser wie Deutsche Bank und Commerzbank, die nach Ende des Zocker-Zeitalters der Investmentbanker nach neuer Form suchen und erst einmal Modelle der Rationalisierung finden. Game over. Weiterlesen…

Kommentar: Die Krise beginnt Gehör zu finden in Deutschland. Und es ist erst der Anfang. Der deutschen Exportabhängigkeit ist Tribut zu zollen und dem deutschen Spardiktat in Europa. Dem bisschen Konsumfreude bei den wichtigsten Handelspartnern in Europa wurde die Luft abgedreht. China schafft dafür keinen Ausgleich. Genauso wenig der lustlose Konsum der Deutschen. Aus dieser Ecke kommt, wie immer seit Jahrzehnten, viel zu wenig. Deutschland hat mit seinen Waren auch gleich den Konsum exportiert. Die Austeritätspolitik in Europa muss dringend beendet werden. Die Milliardenhilfen gehören in die Wirtschaft, nicht in die maroden Banken, denen ist sowieso nicht mehr zu helfen.

Was wir meinen zeigt die folgende Grafik aus den USA. Leider steht vergleichbares für Europa nicht zur Verfügung. Wir sind uns aber sicher, die Entwicklung ist ähnlich. Einfach wirken lassen. Bei dieser Gelegenheit noch den Hinweis auf unseren Beitrag „Desaster Derivatehandel“ (hier). Dann muss klar sein: Die Bankenrettung ist eine Mär, nie und nimmer zu schaffen. 

© zerohedge.com, 2012

Machen die europäischen Krisenmanager weiter wie bisher, endet die Sache zwangsläufig in einer großangelegten, europaweiten Enteignung. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Daran ändert auch ein Zusammenbruch der Eurozone nichts, wie vom Deutschen Michel und seinen Pop-Ökonomen ständig gefordert. Das Gegenteil ist der Fall: Euro mit allen Mitteln verteidigen, bankrotte Banken exekutieren. Der Rest darf unter strengen Regularien und staatlicher Aufsicht bis auf weiteres nur noch seine Aufgabe als Teil der realen Wirtschaft erfüllen.  

   
„Die Phase der Strenge ist etwas vorbei“
(tagesanzeiger.ch) Patrick Raaflaub, Chef der Finanzmarktaufsicht, beobachtet, dass in der Politik das Interesse an einer strengen Bankenregulierung sinkt. „Man spürt, dass das Pendel wieder in die Gegenrichtung schwingt“, sagt er. Weiterlesen…

Kommentar: Strenge, welche Strenge? Die gab es höchstens während einiger Monate nach der Lehman-Pleite. Vielleicht war aber auch das schon nur eine große Show der politischen Spitzenkräfte unter Anleitung der Finanzindustrie. Die Zukunft wird Licht in diese Grauzone bringen. Bis dahin muss man sich auf das Schlimmste vorbereiten, den Zusammenbruch des Systems.     


Merkantiles aus Brüssel
(faz.net) Deutschland habe die Eurokrise mitverursacht, sagt der EU-Kommissar für Soziales. In Brüssel herrscht der Irrglaube, Deutschland habe sich mit unlauteren Mitteln Wettbewerbsvorteile verschafft. Weiterlesen…

Kommentar: Eine Katastrophe, diese Haltung. Deutschland trägt erhebliche Verantwortung für die Krise und daran, dass sie nicht gelöst wird, sondern sich immer noch weiter durch Europa frisst. Die Meinung des Mit-Herausgeber der F.A.Z. kommentieren wir mit einem Zitat von A. Schopenhauer: "Alle Wahrheit durchläuft drei Stufen. Zuerst wird sie lächerlich gemacht oder verzerrt. Dann wird sie bekämpft. Und schließlich wird sie als selbstverständlich angenommen.” Nur liegt dann schon alles in Schutt und Asche.


Kommt jetzt die Inflation?
(manager-magazin.de) Deutschland müsste eine steigende Inflation zulassen, um kriselnden Euro-Ländern zu helfen. Oder wir zahlen höhere Steuern, um milliardenschwere Transferzahlungen zu finanzieren. Für die deutsche Politik ist das eine Wahl zwischen Pest und Cholera. Doch wer beide Optionen ablehnt, muss die Währungsunion aufgeben. Weiterlesen…

Kommentar: Ein völlig nutzloses Rätselraten. Die Inflation ist nicht das Problem, wie ein Blick zurück in die deutsche Geschichte seit den 1970er Jahren zeigt (hier). Selbst 7% Inflationsrate haben der Vermögensentwicklung nicht ernsthaft geschadet. Der Artikel bietet viel Theorie, zu wenig praktisch Erprobtes.   


Papst fordert "ethisches Fundament" für Finanzmärkte
(diepresse.com) Der Papst fordert, dass sich die Politik nicht einzig auf die "Logik des Marktes" beschränken dürfe. Weiterlesen…

Kommentar: Ein freundlicher Appell, mehr nicht. In seiner Grundausrichtung aber richtig.


Erste Zeichen einer Immo-Blase
(wirtschaftsblatt.at) Die Preise für Wohnimmobilien steigen rasant, weil viele Anleger aufgrund von Krisenängsten ihr Geld bunkern. Die Preisrallye sei nicht nachvollziehbar, warnen Experten. Weiterlesen…

Kommentar: Aha, jetzt also doch. Nach Holland bekommt aktuell Österreich seine Immobilienkrise. Dumm nur, dass gerade auch in Osteuropa ein veritabler Krisenherd entsteht, der auch tiefe Spuren in Österreich hinterlassen wird.  


Hauskäufer tappen in die Renditefalle
(manager-magazin.de) Der Run auf deutsche Immobilien hat dramatische Folgen: In einigen Städten klettern die Preise doppelt so schnell wie die Mieten. Die Renditen rauschen in den Keller. Unbeirrt wetten Anleger auf eine Fortsetzung des Booms - ein riskantes Spiel. Weiterlesen…

Kommentar: Mit Verlaub gesagt: es ist völlig dämlich, wie sich die Anleger gerade im deutschen Immobilienmarkt verhalten. Ein Blick zurück in der deutschen Geschichte würde die tollen Empfehlungen der deutschen Leitmedien, der Makler und der Banken als das entlarven was sie am Ende sind: Geldvernichter.


Er kann immer noch gewinnen
(spiegel.de) Selbst die Republikaner zweifeln an ihrem Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney - doch der gibt sich weiter siegessicher. Mit Recht, denn der Wahlkampf kann noch viele Überraschungen bringen. Fünf Gründe, warum Barack Obama am Ende als Verlierer dastehen könnte. Weiterlesen…

Kommentar: Wegen der Endphase des Wahlkampfes streuen wir immer wieder einen Artikel zu diesem Thema bei uns ein. Kommentieren wollen wir das nicht.


Zum Schluss: Alle Nachrichten sind nur die Begleitmusik für ein Ereignis: Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich ein Finanzkollaps. Die Welt befindet sich in einem Teufelskreis, dem die Regierungen hilflos gegenüberstehen. Die Banken betrügen hemmungslos weiter und die Politiker helfen ihnen dabei tatkräftig (hier).

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Wacht auf, der Traum geht zu Ende! Längst bereitet die Bundesregierung heimlich, still und leise die Enteignung ihrer Bürger vor. Die Diskussion um eine Reichensteuer war erst der Anfang. Was es sonst noch gibt steht hier. Außerdem haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt.

Es wird Zeit, Ersparnisse und Vermögen krisenfest zu machen. Jeder besitzt etwas, das er vor staatlichem Zugriff schützen muss. Soviel ist sicher. Sprechen Sie dafür mit den richtigen Leuten: uns. Wir können Ihnen eine Hilfe sein. Für unsere Beratung berechnen wir lediglich eine einmalige Aufwandsentschädigung. 
 
Sehr viel Wert legen wir auf Unabhängigkeit. Deshalb haben wir auch ein eigenes Konzept zur Absicherung der Ersparnisse und Vermögen vorbereitet, das wir bei Bedarf sehr flexibel einsetzen können. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de