Samstag, 29. September 2012

Standpunkt 396 - Nachrichten-Ticker, 28.09.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


Themen: Börsenrally Euro-Krise – Spanien – Mario Monti – Italien – Allianz  – Peer Steinbrück – USA – China


In eigener Sache: Ein neues Update zum Thema Enteignungen ist fertig und steht hier für unsere LeserInnen zur Verfügung. Wir haben diesen Beitrag sorgfältig recherchiert und formuliert. Für Anregungen, Ergänzungen, konstruktive Kritik oder auch die Weiterverbreitung sind wir dankbar.


Die größte und gefährlichste Rally aller Zeiten
(handelsblatt.com) Die Aktienkurse sind zuletzt kräftig gestiegen. Und sie werden es weiter tun, sagen Experten. Viel weiter. Doch die wundersame Geldvermehrung hat Risiken und Nebenwirkungen. Eine Spurensuche. Weiterlesen…

Kommentar: Die Überschrift hätte genügt. Der Rest war alles schon einmal da, stammt aus der Weltwirtschaftskrise ab 1929: Der Aufschwung an den Börsen geschieht nicht trotz der Krise, sondern gerade deswegen. Der österreichische Ökonom Ludwig von Mises nannte es die „Katastrophenhausse“, wenn zu viel billiges Geld in die Märkte strömte. Die Anleger und Sparer bekommen es mit der Angst zu tun. Sie wollen ihr Geld in Sicherheit bringen und flüchten in Sachwerte. Dies treibt wiederum die Preise für Aktien, Immobilien oder Gold in die Höhe - aber nur so lange, bis die Blase endgültig platzt. Landauf, landab werden die Aktien als Krisensicherung empfohlen. Was wird passieren? Die Sache ist ganz einfach: Je höher die Kurse steigen, umso tiefer ist irgendwann der Absturz.


Überraschung, die Krise ist wieder da!
(presseurop.eu) Nach einer kurzen Zeit des Waffenstillstandes und des verhaltenen Optimismus', scheinen die Märkte die angeschlagenen Länder der Eurozone erneut bestrafen zu wollen, was die sozialen Spannungen wieder aufleben lässt. Diejenigen, die glaubten, die zaghaften politischen Veränderungen könnten die strukturelle Krise lösen, haben sich kräftig getäuscht, meint ein Wirtschaftsexperte. Weiterlesen…

Kommentar: Eine überwiegend treffende Analyse aus Italien. Lassen wir unkommentiert so stehen.


Spanien: Kunden räumen ihre Konten leer
(format.at) Laut einer Statistik der Europäischen Zentralbank (EZB) verringerten spanische Privatkunden und Unternehmen auch im August ihre Guthaben drastisch. Weiterlesen…  

Kommentar: In 12 Monaten 220 Milliarden Euro, eine stolze Summe. Angekommen in Deutschland, Luxemburg und der Schweiz. Scheinbar gewollt, da keine Maßnahmen dagegen ergriffen werden. Die Spardiktate auf der einen vertragen sich nicht mit der Freiheit des Kapitals auf der anderen Seite. Lässt sich aber auch im Ausland konfiszieren. Wie es geht machen die USA schon seit Monaten vor.


Spanische Banken brauchen 60 Milliarden
(derstandard.at) Kapitallücke alleine bei verstaatlichter Bankia liegt bei 24,7 Milliarden Euro. Weiterlesen…

Kommentar: Lassen wir uns nichts vormachen, es bleibt dabei: der Wertberichtigungsbedarf liegt bei rund 300 Mrd. Euro. Zugeständnisse an Spanien sind fest eingeplant. Dazu müssen die Hilfen besonders geschickt kaschiert werden. Wir werden in den nächsten Wochen staunen, wie kreativ dabei vorgegangen wird.


Monti: Italien und Spanien wollen sich keinen EZB-Auflagen unterwerfen
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Der italienische Premierminister Mario Monti ist gegen Auflagen beim Ankauf von Staatsanleihen durch die EZB. Auch der IWF solle sich möglichst aus den Angelegenheiten Italiens raushalten, meint Monti. Weiterlesen…

Kommentar: Italien und Spanien schalten auf stur und erwarten Zugeständnisse. Wir sind gespannt, wie diese Schwäche Europas der Öffentlichkeit verkauft wird.  


Allianz meidet Staatsanleihen
(handelsblatt.com) 1,65 Billionen Euro muss die Allianz sinnvoll anlegen. Nun ändert Europas größter Versicherer seine Strategie: Vorstandschef Diekmann will keine Euro-Staatsanleihen mehr und nennt im Handelsblatt-Interview Alternativen. Weiterlesen…

Kommentar: Die Alternative ist aber auch nicht berauschend: Investiert werden soll in die Schwellenländer, in Firmenanleihen, in Infrastruktur und in Immobilien. Eine spannende Aussage zur Deutschen Bank: „Es gebe in Deutschland nur eine international kapitalrelevante Bank, und das ist die Deutsche Bank“, sagt Diekmann. Das stimmt schon, aber von der Pleite bedroht ist sie trotzdem (hier). Solche Aussagen sollen wohl die staatlichen Rettungsmaßnahmen vorbereiten helfen.


Die beste Wahl
(spiegel.de) Die Genossen sind endlich aufgewacht, die leidige Kanzlerkandidatenfrage ist entschieden. Peer Steinbrück ist die größte Hoffnung für die SPD - und die größte Gefahr für Angela Merkel.  Weiterlesen…

Kommentar: Lächerlich, schon wieder wird ein Bock zum Gärtner gemacht Dieses Mal sogar mit Unterstützung durch Alt-Kanzler Helmut Schmidt. Deutschland lernt überhaupt nicht aus seiner Geschichte. Die ist nämlich voll von solchen Gärtnern, besonders in der Zeit vor der Bundesrepublik. Einer der schlimmsten hat viel Leid über die Menschen gebracht (hier). Steinbrücks Rolle bei der Entfesselung der Finanzmärkte in Deutschland wird scheinbar noch völlig unterschätzt. Er trägt große Mitverantwortung dafür, dass demnächst die Menschen in Deutschland viel Leid ertragen müssen. Seine Attacken gegen die Banken sind reiner Populismus. Was er anprangert, hat er überhaupt erst möglich gemacht. Gemeinsam mit Jörg Asmussen, der heute bei der EZB sein Unwesen treibt. Wir halten Steinbrück für höchst gefährlich. Es ist dringend nötig, sich mit diesem Herrn und seinem bisherigen Treiben auseinanderzusetzen. Die kompletteste Übersicht zu dieser Person bietet augenblicklich nachdenkseiten.de und wir können sie unseren LeserInnen nur wärmstens empfehlen (hier). 


Thomas Fricke: Amerika stöhnt auf hohem Niveau
(ftd.de)  Die wirtschaftliche Bilanz von Barack Obama gilt als Flop. Dabei stehen die USA gemessen an den historisch üblichen Folgen einer Megafinanzkrise unter dem Präsidenten ziemlich gut da. Weiterlesen…

Kommentar: Von diesem Artikel müssen wir uns erst wieder erholen. Liest sich wie eine Werbeschrift für den amtierenden Präsidenten Barack Obama. Mit der Wirklichkeit hat das, was Fricke schreibt, nichts zu tun, er muss mindestens auf einem Auge blind sein. 12 Millionen Jobs gingen verloren, die Arbeitslosenquote liegt ähnlich hoch wie zu Zeiten der Great Depression. Die Wirtschaftsleistung ist bescheiden, 47 Millionen Amerikaner leben unterhalb der Armutsgrenze, Millionen sind obdachlos, leben in Zelten oder ihren Autos. Immer noch erwarten 3,5 Millionen Amerikaner die Versteigerung ihrer Häuser. Hohes Niveau sieht anders aus.


USA: Einbruch der Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter um -13,2%
(wirtschaftsfacts.de) Die Aufträge für langlebige Wirtschaftsgüter brachen in den Vereinigten Staaten im August mit 13,2% so stark ein, wie seit Januar 2009 nicht mehr. Damals befand sich die Wirtschaft in der schwersten Rezession der Nachkriegszeit. Auch die durch das US-Handelsministerium für den Monat Juli gemeldeten Zahlen mussten nach unten revidiert werden. Wie sich zeigt, gerät das produzierende Gewerbe in den USA mit in den Abwärtsstrudel der Weltwirtschaft hinein. Die drohende Fiskalklippe und eine weltweit sinkende Nachfrage machen neue Entlassungswellen nur noch zu einer Frage der Zeit. Weiterlesen…

Kommentar: Amerika hat sich noch nicht an die richtigen Rezepte erinnert. Bis dahin geht es weiter in die falsche Richtung.      


China blutet Geld
(fuw.ch) Es lohnt sich, große volkswirtschaftliche Themen ab und zu aus der Sicht eines Buchhalters zu betrachten. Währungskrisen beispielsweise folgen einer brutalen buchhalterischen Mechanik, wie sie in Europa gegenwärtig besonders eindrücklich am Beispiel Spaniens zu beobachten ist. Vereinfacht gesagt: In der Summe fließt seit Monaten deutlich mehr Kapital von Spanien ins Ausland, als dass Kapital vom Ausland nach Spanien fließt. Die Zahlungsbilanz ist rot, das Land blutet aus – respektive benötigt laufend Transfusionen von der Europäischen Zentralbank.
Auch die Asienkrise von 1997 und 1998, die unter anderen Thailand, Indonesien, Korea und Malaysia heimsuchte, war im Kern eine Zahlungsbilanzkrise.
Eine der eindrücklichsten Verwerfungen in der Zahlungsbilanz eines Landes findet derzeit jedoch in China statt. Weiterlesen…

Kommentar: Stress im gelobten Land. Ein aufschlussreicher Artikel. Besondere Aufmerksamkeit verdienen auch die abgedruckten Grafiken. Die erhoffte Welt-Wirtschaftslokomotive ist China nicht.     


A Chinese Mega City Is On The Verge Of Bankruptcy
(zerohedge.com) While most "developed world" people have heard of Hong Kong and Macau, far fewer have heard of China's province of Guangdong, which is somewhat surprising. With over 100 million people, a GDP of nearly $1 trillion - the biggest of all Chinese provinces, this South China Sea adjacent territory is perhaps China's most important economic dynamo. One of the key cities of Guangdong is Dongguan, which as the map below shows is a stone's throw from Hong Kong, has a population of nearly 10 million, and has long been considered Guangdong's boomtown and one of China's richest cities. One notable feature about Dongguan is that it is home to the New South China Mall, which is the world's largest. It also happens to be mostly empty ever since it opened in 2005. Which perhaps is a good segue into this story. Because while for the most part the city of Dongguan has been a story of prosperity, a wrinkle has appeared. According to the South China Morning Post, which cites researchers at Sun Yat-sen University, this city is now on the brink of bankruptcy. Read more…

Kommentar: Es ist anders, wie in den deutschen Medien immer noch beschrieben. China steckt richtig im Schlamassel. Die deutschen Manager sollten sich auf schlaflose Nächte einstellen. Nicht nur der europäische, auch der chinesische Markt zeigt massive Schwächen. Die werden anhalten.  


Zum Schluss: Alle Nachrichten sind nur die Begleitmusik für ein Ereignis: Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich ein Finanzkollaps. Die Welt befindet sich in einem Teufelskreis, dem die Regierungen hilflos gegenüberstehen. Die Banken betrügen hemmungslos weiter und die Politiker helfen ihnen dabei tatkräftig (hier).

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Wacht auf, der Traum geht zu Ende! Längst bereitet die Bundesregierung heimlich, still und leise die Enteignung ihrer Bürger vor. Die Diskussion um eine Reichensteuer war erst der Anfang. Was es sonst noch gibt steht hier. Außerdem haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt.

Es wird Zeit, Ersparnisse und Vermögen krisenfest zu machen. Jeder besitzt etwas, das er vor staatlichem Zugriff schützen muss. Soviel ist sicher. Sprechen Sie dafür mit den richtigen Leuten: uns. Wir können Ihnen eine Hilfe sein. Für unsere Beratung berechnen wir lediglich eine einmalige Aufwandsentschädigung.

Sehr viel Wert legen wir auf Unabhängigkeit. Deshalb haben wir auch ein eigenes Konzept zur Absicherung der Ersparnisse und Vermögen vorbereitet, das wir bei Bedarf sehr flexibel einsetzen können. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de