Montag, 1. Oktober 2012

Standpunkt 398 - Nachrichten-Ticker, 30.09.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


Themen: Spanien Demonstrationen – Europa – Sparpolitik – Libor – Inflation – Vereinigtes Europa  


In eigener Sache I: Ein neues Update zum Thema Enteignungen ist fertig und steht hier für unsere LeserInnen bereit. Wir haben diesen Beitrag sorgfältig recherchiert und formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik immer dankbar.


Polizei verprügelt Spaniens Wutbürger
(ftd.de) Tausende Spanier protestieren gegen die Sparpläne ihrer Regierung. Die Polizei setzt Schlagstöcke ein, es gibt Verletzte. Auch in Portugal gehen wütende Bürger auf die Straße. Weiterlesen…

Kommentar: Die Menschen machen nicht länger mit. Die spanische Regierung will die Situation nicht noch zusätzlich verschärfen und verlangt deshalb von Europa Hilfe ohne Gegenleistung – und wird sie bekommen. Spanien muss um jeden Preis stabilisiert werden. Das wird teuer, nicht nur für Deutschland, für ganz Europa.


Europäer protestieren gegen Sparpolitik
(derstandard.at) Nach Spaniern und Portugiesen gingen Belgier und Franzosen am Sonntag auf die Straße, um ein Mehr als Sparen zu fordern. Weiterlesen…

Kommentar: Nicht nur die Krise frisst sich durch Europa, die Proteste folgen ihr auch. Wir wagen keine Prognose, wie diese Entwicklung endet. Die Franzosen, auf jeden Fall, sind ein „streikbares“ Volk.


Europas Zukunft liegt im Süden
(ftd.de) Seit Beginn der Euro-Krise gilt die Mittelmeerregion vielen nur noch als Krisenherd. Dabei liegt hier nicht nur der Ursprung Europas, sondern auch die Zukunft des Kontinents. von Claus Leggewie. Weiterlesen…  

Kommentar: Ein sicherlich bedenkenswerter Traum, den Leggewie ideenreich vorträgt. Aber mit den starken Kernstaaten in Europa, angeführt von Deutschland, nicht zu machen. Dazu fehlt dort die Einsicht. Nicht nur in der Politik, sondern, noch viel wichtiger, in der Bevölkerung. Die deutschen Stammtischführer ticken anders. Gut abzulesen an den täglichen Kommentaren in den deutschen Leidmedien und den Umfrageergebnissen für die Kanzlerin, die Regierung und ihre Krisenpolitik.


Sparen ruiniert uns alle
(zeit.de) Die deutsche Politik führt Europa in die Katastrophe. Weiterlesen…

Kommentar: Der französische Journalist Laurent Joffrin fasst auf den Punkt zusammen, was an der deutschen Krisen-Europapolitik falsch ist und welche Auswirkungen sie haben wird. Unsere Tagesempfehlung.  


Großbanken scheitern an der Selbstkontrolle
(wirtschaftsblatt.at) Liborskandal. Mit ihren Zinsmanipulationen haben die Banken ein gutes Geschäft gemacht. Zinsen für Kredite über 350 Billionen US-$ wurden mit dem manipulierten Libor berechnet. Doch die britische Aufsichtsbehörde strebt nur eine Alibireform an – weil Abschaffen harte Konsequenzen hätte. Weiterlesen…

Kommentar: Bei Jauch hat Josef „Joe“ Ackermann wieder einmal zum Besten gegeben, dass sich die Banken seit 2007 grundlegend geändert haben. Der Libor-Skandal ist eines von unzähligen Beispielen dafür, dass „Mister 25%“ uns noch einmal ein X für ein U vormachen wollte. Der Umgang mit diesem Skandal ist schon wieder ein neuer Skandal, unter aktiver Beteiligung der zuständigen Aufsichtsbehörde.  


Europas Banken brauchen 200 Milliarden €
(wirtschaftsblatt.at) Europas Bankenaufsicht EBA veröffentlicht Kapitalbedarf der Banken bis zum Jahr 2019. Austrobanken im grünen Bereich. Weiterlesen…

Kommentar: Lächerlich die Summe, lächerlich die Bewertung der österreichischen Banken (sorry, liebe österreichischen LeserInnen). Wir können nur immer wieder gebetsmühlenartig wiederholen: In Europas Banken schlummern rund 18 Billionen Euro Bilanzmüll, von dem noch nichts abgebaut wurde. Den Austro-Banken fliegen demnächst die Probleme der meisten osteuropäischen Staaten um die Ohren, in denen sie überdurchschnittlich stark engagiert sind. Das wird in jedem Fall schmerzhaft.


Was tun, wenn der "Leuro" kommt?
(manager-magazin.de) Kehrtwende in der Geldpolitik: Mit den in Aussicht gestellten Anleihekäufen verabschiedet sich die Europäische Zentralbank vom Hartwährungsprinzip. Das weckt Erinnerungen an die massive Abwertung der italienischen Lira. Wird aus dem Euro ein "Leuro"? Weiterlesen…

Kommentar: Immer noch ein dankbares Thema, die Inflation. Dieses Mal „aufgearbeitet“ am Beispiel der italienischen Verhältnisse. Wie wäre es statt dessen mit einer Betrachtung der Inflation in Deutschland, jeweils Anfang 1970, 1980 und 1990? Und dass trotzdem die Vermögen der Deutschen in diesen Zeiten zugenommen haben? 




Die Staaten werden Inflation brauchen, um sich bei der Schuldenreduktion wenigstens ein bisschen zu entlasten. Geplant sind von Politik und Währungshüter 4%, eher werden es 7 oder 8%. Deshalb kommt nicht der „Leuro“, was für ein Blödsinn, mit dem die Ängste der Sparer geschürt werden sollen. 

Die Irrtümer des Helmut Schmidt

(handelsblatt.com) Der ehemalige erste Bürgermeister von Hamburg, Klaus von Dohnanyi, wehrt sich gegen Vorschläge des Alt-Bundeskanzlers Schmidt für eine schnelle politische Integration in Europa. Für ihn sprechen viele Gründe dagegen. Weiterlesen…

Kommentar: Die Irrtümer des Klaus von Dohnanyi. Ein neuer Versuch später Rache? (hier) Leider hat von Dohnanyi nicht die Größe und den Weitblick seines früheren Kanzlers. Von dem übrigens überliefert ist, dass er sehr wohl weiß, wie sehr die politische Integration Europas ein weiter und vor allen Dingen steiniger Weg ist. Es sind andere politische Kräfte, die mit Hinweis auf die Krise die Integration – mit heißer Nadel gestrickt – beschleunigen wollen. Um bei dieser Gelegenheit auch gleich die „marktkonforme Demokratie“ zu installieren. In einem Aufwasch, sozusagen.  


In eigener Sache II: Die täglichen Nachrichten zur politischen Großwetterlage geben regelmäßig die Begleitmusik für ein unabwendbares Ereignis wieder: Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich ein Finanzkollaps. Die Welt befindet sich in einem Teufelskreis, dem die Regierungen hilflos gegenüberstehen. Europa ist mittendrin. Die Banken betrügen hemmungslos weiter und die Politiker helfen ihnen dabei tatkräftig (hier).


Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Das bleibt nicht so. Wacht endlich auf, der Traum geht zu Ende! Längst bereitet die Bundesregierung heimlich, still und leise die Enteignung ihrer Bürger vor (hier). Die Diskussion um eine Reichensteuer war erst der Anfang.  Außerdem haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt.

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen krisenfest zu machen. Jeder besitzt etwas, das er vor staatlichem Zugriff schützen muss. Sprechen Sie dafür mit den richtigen Leuten: uns. Wir wissen worauf es ankommt und können Ihnen helfen. Für unsere Beratung berechnen wir lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.