Dienstag, 2. Oktober 2012

Standpunkt 400 - Nachrichten-Ticker, 01.10.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ... 


Themen: Gold Zockerbude Deutsche Bank – Euro – Mitt Romney – USA – US-Präsidentschaftswahlkampf – Weltwährung Yuan – Stiglitz – Griechenland – EZB – Arbeitslosigkeit Eurozone – Portugal – Frankreich - Immobilien  


In eigener Sache I:  
Ein neues Update zum Thema Enteignungen ist fertig und steht hier für unsere LeserInnen zur Verfügung. Wir haben diesen Beitrag sorgfältig recherchiert und formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik immer dankbar. 


Gold ist so teuer wie niemals zuvor
(handelsblatt.com) Investoren in aller Welt horten Gold. Der Preis für das begehrte Edelmetall steigt in Euro gerechnet auf ein neues Allzeithoch. Und ein Ende der Rally ist noch lange nicht erreicht, sagen Experten. Weiterlesen…

Kommentar: Es ist verlockend, in Gold zu investieren. Der Kursanstieg ist programmiert. Leider aber auch das Goldbesitzverbot und seine unangenehmen Folgen. Wer nicht die Finger davon lassen kann, sollte trotzdem nur einen kleinen Teil Gold halten. Münzen, keine Barren. Zuhause, nicht im Schließfach.


Deutsche Bank will wieder Wertpapiere „umpacken“
(diepresse.com) Jene Wertpapiere, die 2008 die Finanzkrise ausgelöst haben, feiern ein Comeback. „Ramsch“-Hypotheken waren mit guten Anleihen zu neuen Wertpapieren zusammengefasst worden. Weiterlesen…

Kommentar: Die Deutsche Bank ist und bleibt eine Zockerbude. Trotz aller gegenteiligen Beteuerungen.    


When will the euro collapse? It’s already dead
(marketwatch.com) Anyone who spends their time analyzing the euro debt crisis will know that there is one question you get asked again and again. When will the single currency finally collapse? Read more…

Kommentar: Wir haben ihn immer wieder beschrieben, den Währungskrieg zwischen Dollar und Euro und mit wie viel Verve in angloamerikanischen Medien die Eurozone immer wieder kaputtgeschrieben wird. Dieser Artikel ist dafür ein Beispiel. Mit einer Mischung aus Tatsachen, Mutmaßungen, Halbwahrheiten und Verdrehungen wird von diesem Journalisten mit allen Mitteln versucht Stimmung zu machen, um den Euro zu schwächen. Er behauptet: Der Euro ist längst kaputt und es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann die Eurozone auseinanderbricht. Leider machen ihm die europäischen Krisenmanager die Sache viel zu leicht.  


Mitt Romney's Real Agenda
(rollingstone.com) If you want to understand Romney's game plan, just look at what Republicans have been doing in Congress. Read more…

Kommentar: Selbst wenn Obama in den Umfragen vorne liegt, Romney wird bis zuletzt jede Chance nutzen, um doch noch aufzuholen. Deshalb ist es notwendig, sich mit seinen Zielen auseinanderzusetzen. Für Mitteleuropäer schwer verdauliche Kost. Kaum verständlich, dass große Teile der US-Mittelklasse Romney voraussichtlich wählen werden.  


5 Obscene Reasons Why Richest Americans grow Richer As Middle-Class Declines
(alternet.org) If you want to see what’s wrong with America take a good look at the nauseating list of the 400 richest Americans – the Forbes 400. While the economy struggled to create jobs, it was another banner year for the super-rich. They increased their collective wealth by a whopping $200 billion, which is more than enough to provide every student in the country with free higher education. Meanwhile, the median middle-class family – the one smack in the middle of the income distribution -- saw its net worth (assets minus liabilities) drop from $102,844 in 2005 to $66,740 in 2010 according to the U.S. Census Bureau. So while the richest 400 Americans increased their wealth by 54 percent since 2005, the median middle-class family saw its wealth decline by 35 percent. Welcome to the new American math. Read more…

Kommentar: Eine bittere Wirklichkeit. Und gute Gründe für einen New Deal. Hoffentlich nutzt Obama seine Wiederwahl dafür, die richtigen Maßnahmen auf den Weg zu bringen. Das Problem sind die Republikaner. Denen wird es nur darum gehen, den demokratischen Präsidenten kaltzustellen. Dann muss ihm die Straße helfen. Die folgende Grafik aus dem Artikel zeigt worum es geht: 



Alles klar, oder? 


„Sie nutzten die Armen und Uninformierten aus“ 
(tagesanzeiger.ch) „Wenn die Demokraten sagen, sie unterstützen die Mittelschicht, dann geht es in Wahrheit um Ungleichheit.“ Die soziale Ungerechtigkeit hat laut Joseph Stiglitz in den letzten Jahren in Amerika drastisch zugenommen. Der US-Nobelpreisträger erklärt, warum die Finanzelite maßgeblich dafür verantwortlich sei. Weiterlesen…   

Kommentar: Lesenswert. Interessante Aussagen von einem Insider. Stiglitz war lange Jahre Teil dieses Systems der Reichen und Mächtigen. Wird Romney es besser machen? Wir befürchten, nein.  


Warum Obamas Wiederwahl gefährdet ist 
(welt.de) US-Präsident Obama müsste bei der Wahl gegen seinen hölzernen Konkurrenten Romney nun eigentlich leichtes Spiel haben – wären nicht die hohe Arbeitslosigkeit und die zunehmende Armut in den USA. Weiterlesen… 

Kommentar: Ein kleines Restrisiko bleibt tatsächlich für Obama. Seit 2007 hat sich die Zahl der Jobs um 12 Millionen reduziert. Er hat das Versprechen, in seiner Amtszeit für 1 Million neue Jobs zu sorgen, nicht gehalten. Gleichzeitig hat sich die Zahl der US-Bürger unterhalb der Armutsgrenze um 10 Millionen erhöht. Eine völlig desolate Entwicklung, die ausschließlich Obama angelastet wird.  


Wie China den Dollar knacken will 
(handelsblatt.com) In Europa tobt die Schuldenkrise, doch viel bedeutender ist, was sich im Fernen Osten tut. China will den Yuan zur Weltwährung aufbauen und die Vorherrschaft des Dollars brechen. Peking folgt dabei einem strengen Plan. Weiterlesen… 

Kommentar: China hat große Pläne - und bastelt auch noch an einer Weltwährung. Unter diesen Umständen wäre es wichtig, dass sich Europa endlich um den Euro kümmert, statt weiter nur um seine Banken. Andernfalls wird Europa schon in wenigen Jahren keine große Rolle mehr spielen, weder politisch, noch wirtschaftlich. Ein Zurück in die Kleinstaatlichkeit früherer Jahrhunderte, immer wieder gerne als Lösung der europäischen Krise diskutiert, wäre eine fatale Entwicklung.   


"Ein Gang am Rande des Abgrunds" 
(manager-magazin.de) Das Milliardenloch im griechischen Haushalt wird immer größer, in Athen und in Madrid eskalieren Proteste. Nobelpreisträger Joseph Stiglitz über die schwindende Hoffnung auf eine Euro-Rettung und verzweifelte Belebungsversuche der US-Konjunktur. Weiterlesen… 

Kommentar: Europa am Abgrund, für uns eine schwer zu ertragende Vorstellung. Weil die einzig mögliche Lösung auf der Hand liegt. Aber nichts zu tun hat mit Steinbrücks Plänen, oder den Plänen der Kanzlerin. Ganz im Gegenteil. Die Finanzindustrie ist das Problem, mit ihrem billionenschweren Giftmüll in den Bilanzen. Und wird nach wie vor mit Samthandschuhen angefasst. Stiglitz hält es für möglich, dass der Euro am Ende gerettet wird – vielleicht.  


Griechen droht humanitäre Katastrophe 
(derstandard.at) Das Sparpaket trifft in erster Linie die Bevölkerung: das Gesundheits-System bricht zusammen, Malaria und Nil-Virus sind wieder im Kommen. Weiterlesen… 

Kommentar: Eine Schande, was in Griechenland vor dem Hintergrund der Spardiktate passiert. Dabei ist kein Ende in Sicht. „Schäme dich Europa für den Verrat an Griechenland“ nennt es der irische Schriftsteller William Wall (hier). 


Griechische Regierung schreibt 2013 ab   
(spiegel.de) Auch die Regierung rechnet nicht mehr mit einer Stabilisierung: Die griechische Wirtschaft wird dem Haushaltsentwurf zufolge auch im kommenden Jahr stark schrumpfen. Bislang war die EU-Kommission offiziell noch von einer wesentlich besseren Entwicklung ausgegangen. Weiterlesen… 

Kommentar/Ergänzung: Das ist nicht alles. „Griechenlands Schulden steigen auf Rekordniveau“ schreibt der Spiegel außerdem (hier). „Trotz der harten Sparprogramme steigt der griechische Schuldenstand weiter. Im kommenden Jahr soll die Gesamtverschuldung 179 Prozent erreichen - das ist mehr als vor dem Anleihentausch im Frühjahr.“ So der Spiegel-Artikel. 2009, schon unter dem Eindruck der krisenbedingten Bankenhilfen, lag die Staatsverschuldung Griechenlands bei vergleichsweise niedrigen 126%. 2007 betrug die Staatsschuldenquote sogar nur bei 100%. „Letzter Ausweg Export“, wie zeit.de schreibt (hier), ist offensichtlich auch keine Lösung, nur Augenwischerei.    


Helft den Griechen – aber richtig! 
(zeit.de) Die Strategie der Hilfskredite und Sparpakete ist absurd geworden. Griechenland braucht einen zweiten Schuldenschnitt – selbst wenn das teuer wird. Weiterlesen… 

Kommentar: Ein Trugschluss. Ein weiterer Schuldenschnitt gefährdet den Derivatehandel (hier). Schon der erste Schuldenschnitt war diesbezüglich nicht ungefährlich. Übrigens, selbst ein vollständiger Schuldenerlass reicht nicht. Griechenland braucht Wirtschaftswachstum, Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und eine Bankenrestrukturierung. 


Effekt verpufft 
(fuw.ch) “Es wird nicht mehr lange dauern, und die Panik kocht wieder hoch.” Trotz Geldschwemmen der Nationalbanken stehen die Vorlaufindikatoren auf Abkühlung. Ein Kommentar von FuW-Chefredaktor Mark Dittli. Weiterlesen… 

Kommentar: Wir sind ganz Dittli's Meinung. Waren es schon unmittelbar nach der Geldschwemme-Entscheidung. 


Arbeitslosigkeit in der Eurozone so schlimm wie noch nie 
(format.at) Spanien und Griechenland melden die höchsten Arbeitslosenquoten. Arbeitslosenrate in der Eurozone steigt auf alarmierende 11,4 Prozent - 18,2 Millionen Menschen im Euroraum ohne Arbeit. Weiterlesen… 

Kommentar: Spitzenreiter sind Spanien mit 25,1% und Griechenland mit 24,4%. Bei der Jugendarbeitslosigkeit halten beide Länder ebenfalls die Spitzenpositionen: Griechenland 55,4%, Spanien 52,9%. Der Eurozonendurchschnitt beträgt 22,8%. Besserung ist nicht in Sicht. Was muss eigentlich noch passieren, bis die Laienspielschar der europäischen Top-Politiker endlich in die Pötte kommt? Wahrscheinlich muss es erst Deutschland erwischen. 


In Portugal warnt auch das Militär die konservative Regierung 
(heise/telepolis.de) Portugal steht vor einem "großen Generalstreik" zum Sturz der Regierung. In Portugal haben Hunderttausende am Samstag deutlich gemacht, dass die Regierung zurücktreten muss. Auch die Polizei hat sich an den friedlichen Protesten beteiligt. Anders als im Nachbarland Spanien allerdings nicht, um als Provokateure Krawalle anzuzetteln. In Portugal setzen Gewerkschaften und Empörte nun einen Generalstreik an, um die konservative Regierung zu stürzen. Weiterlesen… 

Kommentar: Portugal steht möglicherweise vor einer Militärregierung. Die Portugiesen selbst liebäugeln mit dieser Lösung, genannt "Estado Novo" (portugiesisch: Neuer Staat) (hier). Vielleicht auch für die europäischen Krisenmanager eine Option. 


Frankreich: Zehntausende protestieren gegen Fiskalpakt 
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) In Paris haben am Sonntag zehntausende Franzosen gegen den Fiskalpakt demonstriert. Die vor allem von linken Gruppen organisierte Veranstaltung richtete sich gegen Sparmaßnahmen in Europa. Weiterlesen… 

Kommentar: Die französische Linke wird keine Ruhe mehr geben. Der denkbar schlechteste Einstieg für Francois Hollande. Schon jetzt kann er Versprechen nicht einhalten. 


"Viele Menschen übernehmen sich" 
(zeit.de) Euro-Krise, Zinstief, Altersvorsorge: Immer mehr Menschen kaufen in Deutschland Immobilien – auch wenn sie sich das gar nicht leisten können. Weiterlesen… 

Kommentar: Dieser Artikel ist unsere Tagesempfehlung. Was dort beschrieben wird sind die besten Bedingungen für eine Immobilienkrise in Deutschland. Und wieder sind es die Banken, die – entgegen ihren Beteuerungen – diese Blase befeuern. Ohne Rücksicht auf Verluste, für die kommt später sowieso die Allgemeinheit auf. Natürlich gefällt den Politiker gefällt diese Entwicklung nicht: Faule Kredite erhöhen die Ausfallrisiken bei den Banken, zerstören den Markt und die überschuldeten Immobilienbesitzer fallen als „Zahlaugust“ für die geplanten staatlichen Zwangsmaßnahmen definitiv aus.


Ergänzend dazu noch zwei weitere lesenwerte Artikel, ebenfalls erschienen bei zeit.de: „Jetzt kaufen – wirklich?“ (hier) und „Von wegen Betongold“ (hier). 


In eigener Sache II:  
Die täglichen Nachrichten zur politischen Großwetterlage geben regelmäßig die Begleitmusik für ein unabwendbares Ereignis wieder: Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich ein Finanzkollaps. Die Welt befindet sich in einem Teufelskreis, dem die Regierungen hilflos gegenüberstehen. Europa ist mittendrin. Die Banken betrügen hemmungslos weiter und die Politiker helfen ihnen dabei tatkräftig (hier). 

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Das bleibt nicht so. Wacht endlich auf, der Traum geht zu Ende! Längst bereitet die Bundesregierung heimlich, still und leise die Enteignung ihrer Bürger vor (hier). Die Diskussion um eine Reichensteuer war erst der Anfang.  Für interessierte LeserInnen haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt.

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen krisenfest zu machen. Jeder besitzt etwas, das er vor staatlichem Zugriff schützen muss. Sprechen Sie dafür mit den richtigen Leuten: uns. Wir wissen worauf es ankommt und können Ihnen helfen. Für unsere Beratung berechnen wir lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.