Montag, 8. Oktober 2012

Standpunkt 408 - Nachrichten-Ticker, 07.10.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


Themen: Europäische Union Chinas Aufstieg & Euro-Krise – Portugal – Großbritannien  


In eigener Sache I:  
Ein neues Update zum Thema Enteignungen ist fertig und steht hier für unsere LeserInnen zur Verfügung. Wir haben diesen Beitrag sorgfältig recherchiert und verständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik immer dankbar.


"Die Europäische Union kann scheitern"
(zeit.de) Deswegen dürfen die Deutschen jetzt nicht nur an sich denken. Ein Warnruf von Helmut Schmidt. Weiterlesen…

Kommentar: Unsere heutige Leseempfehlung. Der Altkanzler formuliert treffend das europäische Dilemma mit Deutschland in der Krise. Die von ihm vorgeschlagenen Konsequenzen haben aus deutscher Sicht einen gravierenden Mangel: Sie kosten Geld, viel Geld. Geld, das die Deutschen nicht herausrücken wollen. „Ihre“ Ökonomen suggerieren nämlich schamlos, die Verkleinerung der Euro-Zone oder gar der Zusammenbruch sei billiger als die Sicherung des Fortbestands. Tatsächlich kennt niemand die Kosten, weder vom Zerfall, noch vom Fortbestand. Alle bisherigen Berechnungen dazu erscheinen uns nicht sehr zuverlässig. Andererseits aber auch vernachlässigbar. Die Frage nach den Kosten der europäischen Krise hängt nämlich nur davon ab, ob weiter mit allen Mitteln die Banken gerettet werden sollen. Das wäre unbezahlbar. Nach wie vor aber für die bankerberatenen Krisenmanager in Europa alternativlos.


Chinas Aufstieg war ein Grund für die Euro-Krise
(handelsblatt.com) Der wirtschaftliche Aufstieg Chinas ist eine Ursache für die aktuelle Krise in der Euro-Zone. Zu diesem Schluss kommen Zentralbank- und IWF-Ökonomen in einer neuen Studie und senden eine Warnung nach Deutschland. Weiterlesen…

Kommentar: Ein neuer Erklärungsversuch für eine Krise, die es so nicht gibt. Nicht der Euro steckt in der Krise, sondern die Banken. Was die Studie beschreibt ist das Ergebnis unbedachter Globalisierung und mieser Wirtschaftspolitik. Beides älter als der Euro.   


Euro-Finanzminister geben Portugal mehr Zeit
(derstandard.at) Das Defizit muss nun erst bis 2014 auf die Maastrichter Kriterien zurechtgestutzt sein, bisher lief die Frist bis 2013. Weiterlesen…

Kommentar: Warum geht bei Portugal, was Griechenland verweigert wird? Problemlos gibt es Geld und mehr Zeit. Mit der lapidaren Begründung, das Land sei auf einem guten Weg und benötige nur noch ein bisschen Hilfe. Offensichtlich dient Griechenland dagegen als Knebel für die Krisenstaaten Europas. An Hand der Griechen wird vorgemacht was passiert, wenn völlig überzogene Spardiktate nicht eingehalten werden (können). Bei Portugal ist es ähnlich, dort wird es nur besser kaschiert.


Briten sparen mehr und drohen EU mit Blockade
(derstandard.at) Die Regierung schwört die Briten auf noch mehr Sparen ein, die Wirtschaft kommt nicht auf die Beine. Weiterlesen…

Kommentar/Ergänzung: Großbritannien ist so pleite, jetzt muss die britische Regierung schon die Kosten der EU nachverhandeln. „Cameron droht mit Veto gegen EU-Budget“ (hier): „Der britische Premier schlägt ein eigenes Budget für die Eurozone vor. "Unverschämte" Versuche einer Vegrößerung des EU-Etats will er blockieren.“ Die Wahrheit dahinter steht hier: „Camerons unglaubliche Serie von Finanzdesastern“: „Auf dem Parteitag steht dem britischen Premier David Cameron richtig Ärger ins Haus. Seine Regierung vermasselt momentan fast alles – und reißt neue Löcher in den maroden Staatshaushalt.“ Wir waren damals schon kompromisslos gegen den Beitritt Großbritanniens zur EU, heute wünschen wir uns so schnell wie möglich den britischen Austritt. Leider wird uns dieser Wunsch so schnell nicht erfüllt.


Hassliebe prägt den glücklosen britischen Weg
(focus.de) Für Beobachter von außen ist es durchaus amüsant, britische Politikinszenierungen mit anzusehen. Doch in Sachen EU bewegt sich inmitten der ganzen Spektakel nicht viel. Die Labour Party stellte bei ihrem Parteitag vergangene Woche in Manchester einmal mehr klar, dass ein Beitritt Großbritanniens zur Eurozone keinerlei Option sei. Ähnlich werden wohl auch die Botschaften von Premierminister und Tory-Chef David Cameron am Parteitag der Konservativen, der gestern in Birmingham startete, an Europa lauten. Und mitunter könnte die regierende Partei Großbritanniens sogar für eine noch größere Kluft zwischen den Britischen Inseln und dem europäischen Festland sorgen. Denn warum soll Großbritannien das Ziel der EU, auch ein gemeinsamer Währungsraum zu werden, nicht mittragen? Warum winkt Großbritannien bei der Bankenunion gleich wieder ab? Und warum ist eigentlich der Briten-Rabatt niemals diskutiert worden, seit Margaret Thatcher seinerzeit diesen geringeren Beitrag der Engländer zum EU-Haushalt ausverhandelte? Weiterlesen…

Kommentar/Ergänzung: Die britischen Störenfriede brauchen für ihre hausgemachten Probleme einen Sündenbock. Der ist – wie gewöhnlich – die EU. Was Großbritannien auf absehbare Zeit das Genick bricht machen die beiden folgenden Grafiken augenfällig:

Entwicklung der Industrieproduktion in  Großbritannien: 





Öffentliche und private Schulden wichtiger Staaten im Vergleich: 






US-Abgeordnete wurden in der Krise noch reicher
(spiegel.de) Der amerikanische Durchschnittshaushalt verlor in der Finanzkrise viel Geld - anders stellt sich das bei den Abgeordneten im US-Kongress dar. Viele Repräsentanten und Senatoren verdienten laut "Washington Post" in der Krise kräftig dazu. Besonders erfolgreich waren die ohnehin reichsten Politiker. Weiterlesen…

Kommentar: Eine Erklärung dafür, warum es Dodd-Frank Act und Volcker Rule bis heute nicht geschafft haben die Finanzindustrie zu regulieren, sondern in irgendeiner Schublade vor sich hin gammeln.

Auf der anderen Seite hat in der gleichen Zeit die Armut enorm zugelegt: 





In eigener Sache II:  
Die täglichen Nachrichten zur politischen Großwetterlage geben regelmäßig die Begleitmusik für ein unabwendbares Ereignis wieder: Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich ein Finanzkollaps. Die Welt befindet sich in einem Teufelskreis, dem die Regierungen hilflos gegenüberstehen. Europa ist mittendrin. Die Banken betrügen hemmungslos weiter und die Politiker helfen ihnen dabei tatkräftig (hier). 

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Das bleibt nicht so. Wacht endlich auf, der Traum geht zu Ende! Längst bereitet die Bundesregierung heimlich, still und leise die Enteignung ihrer Bürger vor (noch einmal hier). Die Diskussion um eine Reichensteuer war erst der Anfang.  Außerdem haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt.

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen krisenfest zu machen. Jeder besitzt etwas, das er vor staatlichem Zugriff schützen muss. Sprechen Sie dafür mit den richtigen Leuten: uns. Wir wissen worauf es ankommt und können Ihnen helfen. Für unsere Beratung berechnen wir lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.