Samstag, 20. Oktober 2012

Standpunkt 422 - Nachrichten-Ticker, 19.10.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


Themen: Bankenaufsicht Deutsch-französische Freundschaft – Bankenunion – EU-Gipfel – Demokratie-Illusionen – Konjunktur – 1937 und heute – Bankenkrise – Belgien – Portugal – Spanien – Griechenland – Krisen-Lösung – Gold – Amerika – US-Wahlkampf


In eigener Sache I:
Ein neues Update zum Thema Enteignungen ist fertig und steht hier für unsere LeserInnen zur Verfügung. Wir haben diesen Beitrag sorgfältig recherchiert und verständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik immer dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Für „Offliner“ gibt es den Beitrag auch als pdf-Datei.


Staatschefs einigen sich auf groben Fahrplan für Bankenaufsicht
(faz.net) Die 27 EU-Mitgliedsstaaten haben sich darauf verständigt, eine gemeinsame Bankenaufsicht einzuführen. Bisher gibt es nur einen groben Fahrplan. Wann genau die Aufsicht ihre praktische Arbeit aufnehmen wird, darüber gehen die deutsche und die französische Deutung auseinander. Lesen…

Kommentar: Vorhersehbarer Aktionismus, nichts Konkretes. Im Fall der Bankenaufsicht aber auch kein Nachteil. Leider bietet sich gleichzeitig ein vielsagender Blick auf den Streit innerhalb der Eurozone, auf den fehlenden Willen, gemeinsam die Krise zu lösen und die Gewissheit, dass es an grundlegenden Einsichten in deren Ursachen fehlt.


Achse des Misstrauens
(sueddeutsche.de) Deutsch-französische Einigkeit, das war einmal. Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Hollande zeigen sich auf dem EU-Gipfel in Brüssel ungewöhnlich aggressiv. Wenn die beiden nicht zueinander finden, droht der EU eine Spaltung zwischen Nord und Süd. Lesen…

Kommentar: Das Problem: Hollande steckt bereits in der Krise. Zuhause in Frankreich bröckelt die Unterstützung, die Linke läuft Sturm gegen seine Innenpolitik. Die Kanzlerin weiß das und verhandelt mit Hollande entsprechend herablassend. Die befürchtete Spaltung ist keine ernsthafte Option, sie ist schlicht nicht bezahlbar, selbst wenn alle Staatsbürger mit ihrem ganzen Vermögen bürgen. Die Studie der Bertelsmann-Stiftung rechnet mit Kosten in Höhe von 2,4 Billionen Euro alleine für Deutschland. Unter äußerst günstigen Annahmen, versteht sich.


Missverständnis Bankenunion
(tagesanzeiger.ch) Europas Staatschefs sind sich uneins über die Ausgestaltung der Bankenunion. Ihr Hauptproblem ist konzeptuell: Die Staatschefs unterscheiden nicht zwischen dringenden und längerfristigen Aufgaben. Lesen…

Kommentar: Eine aufschlussreiche Analyse dessen, was in Europa gerade zu diesem Thema diskutiert wird. Leider glauben scheinbar auch unsere Schweizer Nachbarn daran, dass als Teil zur Lösung der Krise eine Bankenunion notwendig ist. Niemand erklärt, dass mehr als 18 Billionen Müll in den Bilanzen der europäischen Banken (hier) nicht durch die Einführung einer Bankenunion aufzulösen sind. Ganz im Gegenteil: Eine Bankenunion zum falschen Zeitpunkt führt dazu, dass die augenblicklichen Zustände fest zementiert werden und eine dringend notwendige Lösung nur weiter in die Zukunft verschoben wird.     


Warum Berlin bei der Bankenunion bremst
(diepresse.com) Spaniens faule Kredite würden ein Drittel des ESM-Fonds ausschöpfen: Vor der Bundestagswahl ist das für Angela Merkel tabu. Lesen…

Kommentar: Wenigstens erklärt der Artikel, warum der ESM schon von vorneherein zu klein ausgefallen ist. Der Bedarf Spaniens ist eben doch höher als die gestern gemeldeten 50 Mrd. Euro. Jetzt geht es immerhin schon um 178 Mrd. Euro. Das ist aber noch nicht das Ende der spanischen Fahnenstange. Sicher scheint: Die nächsten 12 Monate wird es keine notwendigen Entscheidungen zur Krise in Europa geben, wir werden nur Flickschusterei erleben. Währenddessen frisst sich die Krise weiter in die Mitte Europas. Gleichzeitig nehmen die Optionen für die Lösung ab.


So arbeiten die Aufpasser für Europas Banken
(wirtschaftsblatt.at) Heute Nacht wurde sie vereinbart. Die Bankenaufsicht. Sie soll im Verlauf des Jahres 2013 eingerichtet werden. Eine Annäherung an die "Superaufsicht" in zehn Schritten. Lesen…

Kommentar: Eine erste Übersicht über die geplanten Kontrollen. Vieles davon ist erwartungsgemäß noch sehr schwammig. 


Auf Merkozy folgt kein Merkollande
(zeit.de) Ein angriffslustiger französischer Präsident, eine genervte Merkel: Der EU-Gipfel zeigt es endgültig – das deutsch-französische Duo ist Geschichte. Lesen…

Kommentar: Logisch, zu unterschiedlich sind die Vorstellungen über die Lösung der Krise. Die Ergebnisse des Gipfels sind entsprechend nichtssagend ausgefallen.


Der politische Wille zur Bankenaufsicht ist da – doch was sonst noch?
(format.at) Es war nur ein Versprecher der übermüdeten deutschen Bundeskanzlerin, als sie vom Beginn der Bankenaufsicht im Jahr 2030 sprach. Zwar stellte Angela Merkel am Freitag in Brüssel sofort klar: "Es gibt den politischen Willen, eine Bankenaufsicht im Jahr 2013 zu errichten." Aber irgendwie war der Lapsus bezeichnend dafür, dass am Ende dieses EU-Gipfels die Fragezeichen zur geplanten Bankenunion größer waren als zu Beginn des Treffens am Donnerstag.Lesen…

Kommentar: Selbst die Österreicher halten den Gipfel für einen „Schuss in den Ofen“ und bemängeln die fehlenden konkreten Ergebnisse. Bezeichnend der Schluss des Artikels. Dort heißt es: „Eigentlich waren es in Brüssel diesmal die Nicht-Euro-Länder, die am deutlichsten machten, wo man bei der Bankenunion wirklich steht - schon weil von Hollande und Co. schnell vergessen wird, dass diese etwa bei den EZB-Statuts-Änderungen mitstimmen dürfen. Polens Ministerpräsident Donald Tusk etwa beschrieb die Debatten der 27 Regierungschefs sehr trocken: "Die Erwartungen rund um den Tisch waren letzte Nacht sehr unterschiedlich - einige dachten, die Bankenaufsicht werde zwei bis drei Jahre dauern. Herman Van Rompuy machte sogar den Witz, dass er nicht mehr EU-Ratspräsident sein wird, wenn die Bankenaufsicht startet." Das wäre dann fast schon 2015 - trotz Merkels erklärtem politischen Willen.“ Nicht, dass wir darüber traurig wären, nur zeigt das Theater um die Bankenunion/-aufsicht die Handlungsunfähigkeit der Politiker, wie wir sie hier beschrieben haben. An der Spitze dieser Gruppe von Unfähigen stehen die deutsche Kanzlerin und ihr Finanzminister. Das muss man so deutlich formulieren. Es wird an der strammen Zustimmung zur Merkel’schen Krisenpolitik in Deutschland nichts ändern. Obwohl die deutsche Geschichte zeigt, dass am Ende einer solchen bedingungslosen Verehrung Not und Elend für Alle standen. Nichts ist im Menschen, auch im scheinbar aufgeklärtesten, fester verwurzelt als der Glaube an irgendwelche Autoritäten“, beschrieb es bereits der österreichische Philosoph, Schriftsteller und Kabarettist Egon Friedell (1878 – 1938), der von einem Zeitgenossen, dem Schriftsteller Felix Salten, einmal so beschrieben wurde: „Da stand nun Egon Friedell, Doktor der Philosophie, Hofnarr des Publikums und, wie die meisten Hofnarren, dem Gebieter weit überlegen.“


Enttäuschender EU-Gipfel – Danke für fast nichts
(focus.de) Bekommt Athen frisches Geld? Gibt es neue Hilfen für Spanien? Das sind Fragen, die in der Krise interessieren. Doch der EU-Gipfel brachte gerade einmal ein einziges Datum hervor. So wird das nichts mit der Krisenlösung. Lesen…

Kommentar: Was war von diesem Gipfel zu erwarten? Ergebnisse? Wohl kaum. Eher große Worte, mit nichts dahinter. Damit können weder die Gegner der Gemeinschaftswährung noch ihre Befürworter zufrieden sein. Verfolgen Europas Krisenmanager einen Plan? Bei diesem Gipfel ist er jedenfalls nicht aufgetaucht.


Demokratische Illusionen
(wirtschaftswunder.ftd.de) In der gängigen Ablehnung neuer EU-Kompetenzen schwingt ein Glaube an nationale Souveränität mit, der in Zeiten der Globalisierung naiv wirkt. Ein Grund für den Euro. Lesen…

Kommentar: Bravo, Thomas Fricke, für diese Kolumne, in der er mit Hilfe des von uns ebenfalls geschätzten Ökonomen Dani Rodrik ein echtes Dilemma beschreibt. Dieses hat seine Ursache lt. Rodrik im „Trilemma der Globalisierung“, wie diese Grafik zeigt: 
 


Die Dinge liegen eben doch nicht so einfach, wie es uns der Pop-Ökonom Hans-Werner Sinn, Deutschlands No.1 (hier), an Hand von Target-Salden gerne populistisch beibringen möchte.  


Konjunktur: Die Welt hängt an Chinas Tropf
(ftd.de) Viele Unternehmen hoffen auf eine Rückkehr des Konjunkturschwungs in Fernost - denn die Abhängigkeit vom asiatischen Giganten ist enorm. Die Zahlen vom Donnerstag können ihnen Mut machen. Chinas Wachstum legte gegenüber dem Vorquartal wieder etwas zu, von zwei auf 2,2 Prozent. Ökonomen sehen Anzeichen, dass der Schwung zurückkehrt. Das könnte ein globales Aufatmen zur Folge haben. Lesen… 

Kommentar: Noch so eine Luftnummer. Wenigstens sehen wir das so. Warum soll man den chinesischen Statistiken mehr Vertrauen schenken als ihren Vorbildern aus den USA und Europa? Statistiken sind Lügen in Zahlen, besonders in diesen schwierigen Zeiten. Es gilt das Prinzip Hoffnung: "Die jüngsten Einzelindikatoren aus China ermutigen", sagt Folker Hellmeyer, Chefökonom der Bremer Landesbank. Zumindest was den kurzfristigen konjunkturellen Schwung angeht. Na also, das verschafft den Konzernen in den Industrienationen wieder etwas Zeit, um sich auf das Unvermeidliche einzustellen, eine weltweite Rezession.


Der 1937-Effekt
(fuw.ch) Was wäre mit der Weltwirtschaft und den Finanzmärkten geschehen, wenn die USA, China und Japan im Winter 2008/2009 kein mit fast 2000 Milliarden Dollar dotiertes Stimulusprogramm beschlossen hätten? Die Ökonomen Barry Eichengreen und Kevin O’Rourke haben damals anhand verschiedener Indikatoren dargelegt, dass die Weltwirtschaft Ende 2008 auf dem gleichen, steil abwärts gerichteten Pfad war wie in den frühen Dreißigerjahren. Haben die Stimulusprogramme sowie die enorm expansive Geldpolitik diverser Notenbanken eine zweite Grosse Depression verhindert? Beweisen läßt es sich nicht. Diese Frage ist auch heute wieder aktuell, in der Debatte, ob der harte Austeritätskurs, der südeuropäischen Ländern wie Spanien auferlegt wird, sinnvoll ist. Lesen…

Kommentar: Unsere erste Tagesempfehlung für heute. An diesem Beitrag gibt es nichts zu mäkeln. Selbst weniger geschulten LeserInnen bietet der Artikel eine Menge nützlicher Informationen, um sich über die Folgen der aktuellen europäischen Krisenpolitik ein Urteil zu erlauben. Es sollte sich nicht mehr von dem unterscheiden, was wir schon seit Monaten im Blog verbreiten.


Verzweifelter Kampf um Exit aus der Bankenkrise
(wirtschaftsblatt.at) Deutschland und Frankreich finden Minimalkompromiss zur Eurobankenaufsicht. Neue Euroreform soll bis Dezember stehen. Lesen…

Kommentar: Der Artikel beschreibt treffend die vielen Gipfel-Baustellen. Hoffnung auf ein gutes Ende macht er nicht.  


Belgien muss 5,5 Milliarden Euro sparen
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die belgische Regierung muss dieses und kommendes Jahr Budgetkürzungen vornehmen, um den europäischen Stabilitätspakt zu erfüllen. Ziel sei es, diese nicht durch Steuererhöhungen zu erreichen, sondern durch Einsparungen. Lesen…

Kommentar: Ein unmögliches Ziel, vor dem Hintergrund der unterschwelligen Reibereien zwischen Flamen und Wallonen. Es wird nicht funktionieren. Die nächste Baustelle in Europa, nur eine Frage der Zeit.


Gleichzeitiger Generalstreik in Spanien und Portugal
(heise/telepolis.de) Erstmals wird am 14. November die gesamte Iberische Halbinsel bestreikt, während es überall in Europa zu massiven Protesten kommt. Lesen…

Kommentar: Gerade beginnt der Versuch, die Proteste in Südeuropa durch gewerkschaftliche Aktionen in anderen Ländern zu unterstützen. Längst überfällig. Wir sind uns sicher: Demnächst kommt es zu abgestimmten Aktionen in weiten Teilen Europas. Die Deutschen ruhen sich derweil noch auf ihren Lorbeeren aus im Glauben, der Kelch geht an ihnen vorüber. Eine trügerische Illusion.         


Tickende Zeitbombe: In Italien droht Immobilien-Blase zu platzen
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Bis zu 100 Milliarden Euro könnten italienische Banken durch einen Immobilien-Crash verlieren, der bereits eingesetzt hat. Die Banken halten die Immobilienpreise künstlich oben und lediglich die niedrige Verschuldung der italienischen Haushalte verlangsamt das Platzen der Blase. Lesen…

Kommentar: Nur ein weiteres Beispiel dafür, dass früher oder später die Immobilienkrise in jeder Volkswirtschaft ankommt. Weil der Aufschwung in den vergangenen Jahren überall nach dem gleichen Muster abgelaufen ist. Es ist das verantwortungslose Aufblasen einer Immobilien-Blase durch eine von der Gier getriebene internationale Bankenmafia, Finanzverbrecher eben. Dabei waren die Banken vor Ort nur die Erfüllungsgehilfen der Global Player. Die Liste der nächsten Kandidaten in Europa ist lang. Am Ende wird es aber auch Deutschland treffen, wo der Immobilienmarkt durch die Heerscharen von zwanghaften Käufern gerade den finalen Kick bekommt.  


Griechenland: Krise verschafft Rechtsextremisten Aufwind
(welt.de) Radikalisierung der griechischen Gesellschaft: In nur vier Monaten hat die rechtsextremistische Partei "Goldene Morgendämmerung" ihren Umfragewert verdoppelt. Auch Linksextremisten legen deutlich zu. Lesen…

Kommentar: Das Ergebnis menschenverachtender Politik. Vielleicht Gelegenheit für einen Blick zurück in die deutsche Geschichte, in die Jahre vor Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Ein düsteres Kapitel (hier), ausgelöst durch eine Politik,  die so ähnlich heute in weiten Teilen Europas Anwendung findet. Aufgeklärte Menschen dürfen sich dieser Tatsache nicht verschließen.     


IMK: Vier Schritte zur Lösung der Krise im Euroraum
(boeckler.de) Die Krise im Euroraum ist nur mit allen Mitgliedsländern der Währungsunion und ohne weitere Schuldenschnitte lösbar. Die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB), notfalls unbegrenzt Staatsanleihen von Euro-Krisenländern zu kaufen, die Empfehlung des IWF, die Konsolidierungsziele zeitlich zu strecken und die Erklärung des Bundesfinanzministers, keinen Staatsbankrott Griechenlands zuzulassen, weisen daher in die richtige Richtung. Allerdings beschränken sich Regierungen und europäische Institutionen trotz dieser Fortschritte weiterhin auf eine Minimalstrategie, die sich zu stark auf einen konjunkturschädlichen Sparkurs konzentriert. So sei bestenfalls eine zeitweilige Stabilisierung möglich, aber keine dauerhafte Überwindung der Krise. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Untersuchung, in der das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung eine Zwischenbilanz der Eurokrise zieht. Lesen… 

Kommentar: Die zweite Tagesempfehlung heute. Diese vier Schritte können funktionieren, wenn zuvor die Banken an die Kandare genommen werden, sonst nicht. Außerdem gehören die Staatsschulden erst um die Bankenhilfen der vergangenen Jahre reduziert. Die erreichen dann nämlich nahezu Vorkrisenniveau, was die Erfolgsaussichten erheblich steigert. Auf jeden Fall aber ein sehr guter Ansatz des IMK. Vergleichbares hätten wir uns auch von Leuten wie Sinn und Konsorten gewünscht.      


Wer Verstand hat, kauft Gold
(focus.de) Gold schützt vor schwachem Baumwoll-Geld, ausufernder Staatsverschuldung, unwissenden Politikern, falschen Inflationszahlen – und vor Enteignung. FOCUS MONEY erklärt, was jetzt für das Edelmetall spricht. Lesen…

Kommentar: Jetzt also doch: Gold. Nach Lebensversicherung und Immobilie entdecken die deutschen Leitmedien ihr Herz für Gold. Aber erst, nachdem der Bundesbank-Chef Jens Weidmann grünes Licht gegeben hat. Viele Gründe werden aufgeführt, die bei den Anlegern Anreiz schaffen sollen. Sogar vom Schutz vor der Enteignung ist die Rede. Was für ein Quatsch. Genau da steckt die größte Gefahr für das Anlagegut Gold: in einem Goldbesitzverbot. Einzelheiten dazu finden die LeserInnen in unserem Beitrag „Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht“ (hier). Die dort beschriebene Entwicklung ist nur logisch. Deshalb unsere dringende Empfehlung: Wer viel Verstand hat, kauft Silber.   


Amerika: Extreme Symptome, versteckte Bedrohungen
(goldseiten.de) Manch kompetenter Analyst behauptet, die Vereinigten Staaten und die westlichen Nationen säßen im Auge des Sturms fest. Das mag schon sein, aber der interne Stress ist so groß, dass sie sich schon bald vom Auge in die Zone deutlich sichtbarer Zerstörung bewegen werden. Einige Analysten glauben, die Anleihemonetisierungspläne werden den Finanzmärkten Auftrieb verschaffen. Möglich wäre es, aber die folgende und andauernde Schädigung der Wirtschaften durch steigende Kostenstrukturen wird einschneidend sein. Einige Analysten, die jetzt aufwachen, betrachten die US Fed nicht mehr als Ursprungsort der Lösung. Sie sehen eine zunehmend verzweifelte Zentralbank, die dieselben Hebel in Bewegung setzt, die schon in der Vergangenheit nichts bewirken konnten. Im Grunde haben jetzt alle offenen Einblick in das Scheitern des Zentralbanken-Franchise-Systems. Und wenn der liebe Fed-Chef als Hohepriester des leeren Dogmas spricht, ist peinliche Betretenheit spürbar.
Neues Geld schwimmt durch nichts gedeckt in der Gegend umher und finanziert US-Staatsdefizite, kauft toxische Anleihen zurück und tut nichts für die Kapitalbasis. Im Hintergrund ist eine schädliche Kraft am Wirken, die jetzt zum Ursprungsort zurückkehrt. Die industrielle Expansion Chinas seit 2000 geschah zum großen Teil auf Kosten der westlichen Wirtschaften. Im rücksichtslosen Streben nach Kostensenkung wurden tausende Fabriken aufgegeben, ohne daran zu denken, dass man damit auch Vermögensmaschinen aufgab, die legitime Einnahmen produzierten. In den letzten Jahren zeigten sich die westlichen Wirtschaften dann als schwächelnde Kunden für die chinesische Produktion. In China, wo man sich über schwächere Nachfrage aus den USA und Europa beklagt, bekommt man diesen Effekt nun deutlich zu spüren. Eine Reise durch Spanien wird zeigen, dass die kleineren spanischen Betriebe und Mühlen dichtmachen; das Angebot wird durch chinesische Importe ersetzt, da die Läden vor Ort hauptsächlich chinesische Produkte in den Beständen haben.
Das globale Finanzsystem ist ideen- und lösungslos, und es verrottet an der Wurzel. Die Lösung ist ein neues System der Handelsabwicklung, in dessen Zentrum Gold und nicht mehr der toxische US-Dollar steht. Die Lösung ist ein Bankensystem, das den US-Staatsanleihen (dem straffälligen Stiefkind der US-Federal Reserve) den Rücken kehrt. Die Liste der extremen Symptome und versteckten Bedrohungen ist lang wie eine Rolle Fiat-Toilettenpapier. Sie liest sich wie ein schlechter Roman, wie ein endloser Alptraum, wie ein Nachruf. Die Verzerrungen sind schon viel mehr als extrem. Lesen…

Kommentar: Eigentlich eine weitere Tagesempfehlung wert. Leider aber vom Umfang her nicht sonderlich gut dafür geeignet. Für LeserInnen, die so umfassend wie möglich informiert sein wollen ist aber Lesen Pflicht. Wir finden, die 7 Seiten sind gut verständlich, fast schon unterhaltsam, geschrieben, trotz des sehr ernsten Themas. Was da steht, lässt aus unserer Sicht nur noch die folgenden Schlüsse zu: Die Finanzkrise bewegt sich unaufhaltsam Richtung Kollaps, fraglich höchstens noch, wie lange es dauert. Das Finale soll durch die Krise in Europa ausgelöst werden (die Sache mit dem Schwarzen Peter), daher auch die bestens orchestrierten Angriffe gegen den Euro. Europa muss sich gegen diesen Kollaps rüsten. Nicht durch die Abschaffung des Euros, sondern durch seine Stärkung. Selbst unter günstigsten Bedingungen, von denen man erfahrungsgemäß nicht ausgehen darf, gehen die althergebrachten Ersparnisse und Vermögen zum größten Teil verloren. Wer dagegen nichts unternimmt, ist selber schuld.


5 Things You Need to Know About Mitt Romney's Shady Investments Before Election Day
(alternet.org) Mitt Romney is not only one of the wealthiest presidential candidates in history, his finances are by far the most opaque. In April, the Washington Post reported  that Romney “has taken advantage of an obscure exception in federal ethics laws to avoid disclosing the nature and extent of his holdings.”
By offering a limited description of his assets, Romney has made it difficult to know precisely where his money is invested, whether it is offshore or in controversial companies, or whether those holdings could affect his policies or present any conflicts of interest.
This is no accident. From what we do know, Romney has – or has recently had – some highly controversial investments in his extensive portfolio. Read more…

Kommentar: Nicht mehr lange, und die Amerikaner wählen ihren Präsidenten. Weil das Rennen offen ist, bieten wir unseren LeserInnen die Möglichkeit, den Herausforderer ein bisschen kennen zu lernen. Wir geben unumwunden zu, unsere Auswahl der Beiträge ist sehr einseitig. Sie setzen sich sehr kritisch mit dem Republikaner Romney auseinander. Dafür bitten wir um Verständnis. Wir sind sicherlich nicht begeistert, vom amtierenden US-Präsidenten Barack Obama. Noch weniger Begeisterung empfinden wir aber für seinen Konkurrenten. Wer sich daran stört, der möge sich bitte im Lager der Tea Party-Bewegung und auf der Internetseite der Republikaner, bzw. des Herausforderers, informieren.  


In eigener Sache II:
Die täglichen Nachrichten zur politischen Großwetterlage geben regelmäßig die Begleitmusik für ein unabwendbares Ereignis wieder: Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich ein Finanzkollaps. Die Welt befindet sich in einem Teufelskreis, dem die Regierungen hilflos gegenüberstehen. Europa ist mittendrin. Die Banken betrügen hemmungslos weiter und die Politiker helfen ihnen dabei tatkräftig (hier).

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Das bleibt nicht so. Wacht endlich auf, der Traum geht zu Ende! Längst bereitet die Bundesregierung heimlich, still und leise die Enteignung ihrer Bürger vor (noch einmal hier). Die Diskussion um eine Reichensteuer war erst der Anfang.  Außerdem haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt.

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen krisenfest zu machen. Jeder besitzt etwas, das er vor staatlichem Zugriff schützen muss. Sprechen Sie dafür mit den richtigen Leuten: uns. Wir wissen worauf es ankommt und können Ihnen helfen. Für unsere Beratung berechnen wir lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de