Donnerstag, 25. Oktober 2012

Standpunkt 429 - Nachrichten-Ticker, 24.10.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


Themen: Mario Draghi Inflation – German Gold – Europa vs Amerika – US-Wahlkampf


In eigener Sache I:
Ein neues Update zum Thema Enteignungen ist fertig und steht hier für unsere LeserInnen zur Verfügung. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben diesen Beitrag sorgfältig recherchiert und verständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik immer dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Außerdem möchten wir uns auf diesem Weg für das riesige Interesse an diesem Beitrag bedanken. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn so weiter zu machen
 

Mario Draghi: "Das ist keine verdeckte Staatsfinanzierung"  
(format.at) EZB-Chef Mario Draghi hat im Bundestag vehement für seine umstrittene Strategie zur Bekämpfung der Euro-Krise geworben. In einer gemeinsamen Sitzung des Haushalts-, Finanz- und Europa-Ausschusses verteidigte Mario Draghi am Mittwochnachmittag seine Strategie. Draghi wurde begleitet vom deutschen EZB-Direktor Jörg Asmussen. Die geplanten Staatsanleihenkäufe für klamme Euro-Länder schützten auch den deutschen Steuerzahler, sagte Draghi am Mittwoch vor den Abgeordneten. Er widersprach damit Bedenken der Bundesbank, die erhöhte Risiken durch ein Bondkaufprogramm im großen Stil auf Deutschland zukommen sieht. Die Käufe heizten die Inflation nicht an (siehe auch hier), sagte der Notenbankchef. Für die EZB gehe das größere Risiko von "derzeit fallenden Preisen in einigen Euro-Zonen-Ländern" aus. Daher stehe das EZB-Programm auch nicht im Widerspruch zum erklärten Auftrag, Preisstabilität zu gewährleisten: "Vielmehr ist es essenziell wichtig, damit wir weiterhin stabile Preise garantieren können", betonte Draghi. Lesen…

Kommentar/Ergänzung: Wer will Draghi ernsthaft widersprechen? Ok, Döring, Schäffler, Schneider, plappern gleich drauflos. Zeit zum Nachdenken nehmen sie sich leider nicht. Warum auch, das (Wahl-)Volk wartet schon, die Stammtischführer brauchen Argumente. Natürlich werden sich auch die anderen üblichen Verdächtigen in den nächsten Tagen äußern. Einfach weghören, es lohnt sich nicht, viel Lärm um nichts. Wir möchten unsere LeserInnen auf einen Beitrag hinweisen, der Anfang des Jahres bei nachdenkseiten.de erschienen ist. „Vergesst die Inflation!“ beschäftigt sich mit der deutschen Urangst, mit der die heutigen Stimmungsführer virtuos in der Öffentlichkeit herumspielen. Der Autor, Jens Berger, schreibt: "Es gibt Ängste, die sind unausrottbar. Im nationalen Bewusstsein der Deutschen scheint die Urangst vor der Hyperinflation der Jahre 1922 und 1923 allgegenwärtig. Wen wundert es da, dass Politiker oder Kommentatoren nur allzu gerne das Schreckgespenst „Inflation“ beschwören, um ihren politischen Positionen emotionalen Nachdruck zu verleihen? In den letzten Wochen hatte diese Geisterbeschwörung wieder einmal Hochkonjunktur, ging es doch darum, Stimmung gegen verschiedene Vorschläge zu machen, mit denen die EZB aktiver in den Kampf gegen die Eurokrise einbezogen werden sollte. Doch die Angst vor einer bevorstehenden Inflation ist irrational und lenkt nur ab, wenn es darum geht, erfolgreiche Lösungswege aus der Eurokrise zu finden.“ Zum vollständigen Artikel geht es hier. Mehr ist eigentlich zu diesem Thema nicht zu sagen.


German gold report reveals secret sales that likely were part of swaps
(zerohedge.com) The gold vaulted by the German central bank, the Bundesbank, with the Bank of England "has fallen 'below 500 tons' due to recent sales and repatriations. ..." So despite the lack of official announcement, Germany lately has been selling gold from London -- perhaps as part of the secret "strategic activities". The lack of announcement of the sale of the German gold in London suggests that the sale was actually part of a gold swap with another central bank -- like the New York Fed. That is, the powerful implication here is that German gold in London was sold at the behest of the United States and in exchange Germany took title to United States gold vaulted in the United States -- or title to gold supposedly vaulted in the United States. This way the Bundesbank could continue to claim ownership of the same amount of gold without lying, at least not technically. Read more…

Kommentar/Ergänzung: Eine Bomben-Nachricht. Obwohl es nur Indizien gibt, keine Beweise. Das deutsche Gold in London ist, zumindest teilweise, weg. Deutsches Gold, eingelagert bei der Bank of England in London, wurden auf Veranlassung von Amerika verkauft, im Gegenzug hat die Bundesbank einen Anspruch auf US-Gold in den USA erhalten. Der ist wertlos. Die Amerikaner machen mit ihrem Gold – und dem Gold der Deutschen, immerhin erhebliche 1536 Tonnen (hier), fast die Hälfte des deutschen Goldes, was sie wollen. Die Amis haben das deutsche Gold längst zum nationalen (Sicherheits-)Interesse erklärt. Das war’s. Die Bundesbank hat auch auf den Rest in London, immerhin nach eigenen aktuellen Angaben 450 Tonnen (hier), keinen Zugriff. Nach den jüngsten Ereignissen in Paris (hier) hegen wir über die Verfügbarkeit dieses Goldbestandes, 374 Tonnen (hier), erhebliche Zweifel. Sicher in ihrer Verfügbarkeit sind offensichtlich nur die 31% in eigenen Lagern in Deutschland (hier).


Die Gold-Michel vom Rechnungshof
(spiegel.de) Der Bundesrechnungshof will die deutschen Goldreserven zählen lassen. Er leistet damit einer uralten deutschen Paranoia Vorschub: Alle Welt will uns betrügen, und das moderne Finanzsystem ist ohnehin Teufelszeug. Dabei sind die Goldbarren der Bundesbank heute vor allem eines - irrelevant. Kolumne von Wolfgang Münchau. Lesen…

Kommentar: So kann man der wieder aufgeflammten Diskussion um den Verbleib des Bundesbank-Goldes auch begegnen: es einfach für unwichtig erklären. Die Münchau’sche Kolumne liest sich wie eine „Auftragsarbeit“ für die Geheimnistuer in der Bundesbank. Möglich, dass er mit seiner Behauptung Recht behalten wird, dass es zukünftig keinen Goldstandard mehr gibt. Entschieden ist es noch nicht. China richtet sich vorläufig auf beide Möglichkeiten ein, einen Gold- oder Silberstandard. Richtig, der Wert des kompletten Goldbestandes, gemessen beispielsweise am aktuellen deutschen Bankenrettungsfonds SoFFin oder den Kosten bei der Übernahme der Hypo Real Estate (HRE), ist nicht bedeutend. Trotzdem würden die 3400 Tonnen Gold einen beachtlichen Vermögenswert darstellen, wenn die Bundesbank vollständigen Zugriff hätte. Der Goldpreis wird noch erheblich an Wert zulegen, unabhängig von der Entscheidung, Goldstandard Ja oder Nein. Übrigens halten wir, nachdem es zu dem von uns prognostizierten Finanzkollaps gekommen ist, währungstechnisch alles für möglich, auch einen Goldstandard. Schließlich geht es dann wieder bei Null los, da hat sogar Vollgeld eine Chance.


Europa hat in Amerika ausgedient
(zeit.de) Obama und Romney sind sich einig: Der alte Kontinent ist mit Selbstfindung beschäftigt und spielt außenpolitisch keine Rolle. Christoph von Marschall kommentiert. Lesen…

Kommentar: Wie oft gab es das schon? Zuletzt war es George W. Bush und sein Vize, Dick Cheney, weitläufig verwandt mit Barack Obama (hier), die Europa für wertlos erklärten. Damals ging es um die fehlende Unterstützung bei den Kriegstreibereien gegen den Irak in Europa. Was daraus geworden ist, lässt sich heute immer noch im Irak besichtigen. Es ist Wahlkampf in Amerika, da ist jedes Thema recht und ist es noch so abgedroschen. Warum sich also nicht auch an Europa reiben? Tut niemand weh und macht vielleicht sogar ein bisschen Eindruck. Davon unbeeindruckt muss Europa weiter seine bedächtige, abwägende Rolle in der Außen- und Sicherheitspolitik beibehalten. Das deckt sich keinesfalls immer mit US-amerikanischen Interessen. Nach wie vor gelten die USA scheinbar als Weltwirtschaftsmacht No. 1. Völlig zu Unrecht, wie wir meinen. Europa hat 740 Millionen Einwohner (hier), 500 Millionen alleine in der Europäischen Union (hier). Die Wirtschaftskraft ist deutlich höher wie die der USA: 18 Billionen der EU (hier) stehen 15 Billionen USD der USA (hier) gegenüber. Die Schätzungen des IWF verlaufen ähnlich (hier). Da muss sich Europa noch keine Sorgen machen. Trotzdem, die Zeichen für die nächste Zukunft stehen schlecht. Europa hat sich von den USA als Folge der Finanzkrise2007//2008 leider in eine Auseinandersetzung um die Spitzenposition als Welt-Wirtschaftsmacht drängen lassen. Ausgetragen wird dieser Streit über den Euro, der sich – dabei bleiben wir trotz jüngster Kritik an dieser Haltung (hier) – in einem Währungskrieg befindet. Gegner ist der US-Dollar. In den nächsten Tagen werden wir unsere Haltung dazu noch einmal präzisieren.


Überraschung: Umfrage sagt Erdrutsch-Sieg für Obama voraus
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Knapp zwei Wochen vor der US-Präsidentschaftswahl sieht eine renommierte Umfrage einen überraschenden Erdrutsch-Sieg für Präsident Barack Obama. Der Grund könnte die komplizierte Wahlarithmetik in den USA sein. Lesen… 

Kommentar: Alles graue Theorie. Zum Schluss bleibt es auch in dieser Meldung dabei: 47% für Obama, 46% für Romney versprechen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Was nicht „eingepreist“ ist: Die Manipulationsversuche der Republikaner in den von ihnen regierten Bundesstaaten.


In eigener Sache II:
Die täglichen Nachrichten zur politischen Großwetterlage geben regelmäßig die Begleitmusik für ein unabwendbares Ereignis wieder: Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich ein Finanzkollaps. Die Welt befindet sich in einem Teufelskreis, dem die Regierungen hilflos gegenüberstehen. Europa ist mittendrin. Die Banken betrügen hemmungslos weiter und die Politiker helfen ihnen dabei tatkräftig (hier).

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Das bleibt nicht so. Wacht endlich auf, der Traum geht zu Ende! Längst bereitet die Bundesregierung heimlich, still und leise die Enteignung ihrer Bürger vor (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war erst der Anfang. Außerdem haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen krisenfest zu machen. Jeder besitzt etwas, das er vor staatlichem Zugriff schützen muss. Sprechen Sie dafür mit den richtigen Leuten: uns. Wir wissen worauf es ankommt und können Ihnen helfen. Für unsere Beratung berechnen wir lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de