Montag, 29. Oktober 2012

Standpunkt 433 - Nachrichten-Ticker, 28.10.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


Themen: Deutschland Korruption „Made in Germany“ – Gold – Altersarmut & Pflege – Lehrmeister Norwegen – Griechenland – EZB – Kapitalismuskritik – Pfandbriefe – Milliarden-Dementi – US-Wirtschaft - US-Wahlkampf


In eigener Sache I:
Ein Update 2.0 zum Thema „Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht“ steht hier für unsere LeserInnen bereit. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik immer dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Außerdem möchten wir uns auf diesem Weg für das riesige Interesse an diesem Beitrag bedanken. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn weiter zu machen wie bisher. 


September: Arbeitslosigkeit in Deutschland bei 11,9 Prozent 
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die offizielle Zahl von 2,7 Millionen Arbeitslosen in Deutschland ist nur ein Teil der Realität: Tatsächlich erhalten insgesamt 5 Millionen Deutsche Arbeitslosengeld I oder II. Die Zahl der Arbeitslosen verharrt daher in Deutschland im Jahresvergleich auf einem unverändert hohen Niveau. Lesen…

Kommentar: Also doch, auch die offizielle deutsche Arbeitslosenquote wird schöngerechnet. Sicherlich hat die Bundesregierung dafür ihre Gründe, so wie das ifo-Institut für seinen überaus positiven Geschäftsklima-Index, oder der Konsumklima-Index der GfK in Nürnberg. Es gibt gute Gründe, auch der offiziellen Inflationsrate zu misstrauen. Zeit, sich an den Ausspruch von Benjamin Disraeli zu erinnern: „Es gibt drei Arten von Lügen: Lügen, verdammte Lügen und Statistiken.“    


Axa vergibt Rabatt an CDU-Mitglieder und Familien  
(spiegel.de) Für Millionen Deutsche steigen die Beiträge zur privaten Krankenversicherung - die 500.000 Parteimitglieder der CDU und deren Familien bekommen nach SPIEGEL-Informationen aber einen Rabatt, wenn sie sich bei der Axa absichern. Ist das verdecktes Sponsoring? Die Partei streitet das ab. Lesen...

Kommentar: Nein, das ist nach unserer Auffassung Korruption. Nach deutschem Recht bezeichnet Korruption Bestechung und Bestechlichkeit, Vorteilsannahme und Vorteilsgewährung. In Deutschland sind dies Straftatbestände. Betroffen sind sicherlich mehr als über 1 Million Menschen, die sich so einen Vorteil verschaffen, für den sich der französische Versicherungskonzern Axa Vorteile verspricht. Offensichtlich hat die CDU nichts gelernt aus ihren diversen Affären (hier). Wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs. Ist es vorstellbar, dass es nur diese Partei betrifft? 


Deutschland holt sein Gold zurück – Fed hilft bei der Probe 
(format.at) Deutsche Bundesbank will in den kommenden drei Jahren jeweils 50 Tonnen Gold von New York nach Frankfurt transferieren. Die deutsche Bundesbank hält Goldreserven von 3.396 Tonnen. 45,2 Prozent im Gegenwert von 60,1 Milliarden € davon sind bei der New York Fed eingelagert, 30,5% liegen in Frankfurt. Nach Kritik des Rechnungshofes solle jetzt eine Inventur der Goldreserven erfolgen. Bei der Überprüfung von Echtheit und Gewicht soll jetzt die Fed helfen. Lesen…

Kommentar: Eine beruhigende Entwicklung: Das Federal Reserve (FED) hat seine Bereitschaft bekundet, mit der Bundesbank zusammenzuarbeiten, um nach Möglichkeiten zu suchen, den Forderungen der Rechnungsprüfer nachzukommen und gleichzeitig die Vereinbarkeit mit den eigenen Sicherheits- und Kontrollverfahren sowie logistischen Beschränkungen zu wahren. Bei dieser Gelegenheit kommt heraus, dass die ausländischen Goldvorräte „noch nie von der Bundesbank selbst oder durch andere unabhängige Prüfer körperlich aufgenommen und auf Echtheit und Gewicht geprüft worden“ sind, bemängelt der Rechnungshof. Kein Wunder, dass sich um den deutschen Gold-Schatz so viele Verschwörungstheorien ranken. Wir sind gespannt, wie dieses Schauspiel weitergeht.


Pflege ist in Deutschland nicht mehr bezahlbar
(welt.de) Die Zahl der Menschen, die sich Pflege nicht mehr leisten können, ist laut neuen Zahlen dramatisch gestiegen. Um der Altersarmut zu entgehen, sind Tausende Senioren ins günstigere Ausland geflohen. Lesen…

Kommentar/Ergänzung: Das ist auch eine Art von Armut, sich im Alter die Pflege nicht leisten zu können. Altersheime in Osteuropa sollen dieses Problem lösen. Es ist doch ein Segen, dass solche Niedrigstlohnländer zur EU gehören und der Euro dort höchst willkommen ist. Nicht zu vergessen die südeuropäischen Länder, deren Löhne gerade heruntergespart werden und die sicherlich bald dafür zu begeistern sind, deutsche Rentner zu pflegen. Da kann sich Deutschland äußerst günstig eines ernsthaften sozialen Problems entledigen. Alte: „Flucht ins Ausland? ...oder billige Pflegekräfte importieren? Alten-und Pflegeheime in Deutschland werden für die meisten unbezahlbar“, überschreibt heise/telepolis.de eine lesenswerte Zusammenfassung (hier).  


Was Deutschland von den Norwegern lernen kann 
(welt.de) Norwegens Außenminister Espen Barth Eide erklärt, weshalb sein Land nicht Mitglied der Europäischen Union ist, sich trotzdem aktiv in der Euro-Krise engagiert und was man von Norwegen lernen kann. Lesen…

Kommentar: Bisher waren es Island oder Lettland, die als Vorbilder gelten, um Europa zu retten. Jetzt auch noch Norwegen. Macht natürlich auch mehr Eindruck. Schließlich gilt Norwegen in allen Bereichen als vorbildlich, sogar bei der Vermögensverwaltung durch einen eigenen Staatsfonds. In diesem Interview erklärt der norwegische Außenminister, was Deutschland besser machen kann: „Es sind mehrere Punkte, die für ganz Skandinavien gelten: Zunächst eine aktive Beschäftigungspolitik, die Frauen im Arbeitsmarkt hält, auch wenn sie Kinder haben. Dazu gehören gute Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Daher haben wir auch so hohe Geburtenraten. Das wurde zwar aus Gründen der Gleichstellung eingeführt, hat jetzt aber einen positiven makroökonomischen Effekt. Starke Gewerkschaften spielen eine Rolle, ein relativ nivelliertes Lohnniveau. Und ein hoher Grad an Vertrauen zwischen Regierenden und Regierten. Als Sozialdemokrat glaube ich, dass es keinen Sinn macht einen Arbeitsplatz zu erhalten, der ohnehin wegfallen wird. Wir sollten den Leuten helfen, sich für den nächsten Job zu qualifizieren. Wir haben einen starken Staat, der aber die Wirtschaft unterstützt.“ Irgendwie werden wir das Gefühl nicht los, dass wieder einmal Äpfel mit Birnen verglichen werden. Norwegen hat knapp 5 Millionen Einwohner, Deutschland 82 Millionen. Norwegens Wohlstand basiert auf großen Erdölvorkommen in der Nordsee, nennenswerte andere Industrie gibt es nicht. Die meisten Arbeitsplätze sind vom Öl abhängig. Dadurch sind die Norweger reich geworden. Dieser Reichtum ist endlich. Augenblicklich hat Norwegen den höchsten Lebensstandard der Welt. 2007 und 2008 belegte diesen Platz Island, nur ein Jahr später war es pleite. Offensichtlich verhindert der hohe Lebensstandard die Schaffung von Privatvermögen. Die folgende Grafik zeigt, nach dem Pro-Kopf-Vermögen kommen die Norweger nicht unter die ersten 20 in der Welt. Die Deutschen liegen immerhin auf Platz 16. 


Die nächste Grafik bestätigt diese Aussage: 

Quelle: Stefan L. Eichner

Deutschland hatte nach dem 2. Weltkrieg seinen Weg gefunden. Nannte sich Soziale Marktwirtschaft, vielleicht erinnert sich noch jemand daran. Die Agenda 2010 hat diese Errungenschaft endgültig zerstört. Übrigens, Deutschlands Spitzen-Ökonom Hans-Werner Sinn hat dabei tatkräftig mitgeholfen. 


Deutschland fürchtet griechischen Schuldenschnitt
(spiegel.de) Für die Bundesregierung ist es eine Horrorvorstellung: Nach Plänen der Troika sollen die internationalen Geldgeber Griechenland einen Teil seiner Schulden erlassen. Die deutschen Steuerzahler würde das mehrere Milliarden Euro kosten - doch es gibt kaum ernstzunehmende Alternativen. Lesen…

Kommentar/Ergänzung: Noch ein Schuldenschnitt, der wieder das Problem nicht löst, aber natürlich „alternativlos“. Die pure Ratlosigkeit. Die Reaktion kommt postwendend: „Versicherung warnt vor neuem Schuldenschnitt in Griechenland“ heißt es bei der F.A.S. (hier): „Schuldenschnitt für Griechenland? Bitte nicht, findet der Chef des Rückversicherungs-Konzerns Munich Re, Nikolaus von Bomhard. „Einen neuen Haircut darf es in dieser Lage nicht geben, sonst geht das Vertrauen restlos verloren“, sagt er der F.A.S.“ Selbst die Bundesregierung ist beunruhigt: „Schuldenschnitt für Griechenland? Schäuble hat eine andere Idee“ schreibt die F.A.Z. (hier): „Die Troika schlägt offenbar einen zweiten Schuldenschnitt für Griechenland vor. Der Finanzminister lehnt das ab. Er hat eine andere Idee: Ein Programm zum Schuldenrückkauf.“ So die Zeitung weiter. Die ZEIT schreibt „Schäuble gegen neuen Schuldenerlass für Griechenland“ (hier). Vor einigen Wochen gab es bereits Fürsprecher eines Schuldenschnitts: „Warum ein Schuldenschnitt die bessere Lösung ist“ (hier), nicht nur für Griechenland: „Die Eurozone steht vor der Wahl: Entschuldung durch Inflation oder Schuldenschnitt für einzelne Krisenländer. Inflation ähnelt einem Flächenbombardement, das jeden trifft. Gezielter wirkt ein Schuldenerlass, allerdings nur, wenn er noch rechtzeitig kommt. Die EZB hat es in der Hand.“ Es sind Vorschläge Ahnungsloser, die sich über die sicheren Folgen ihrer Ideen keine Gedanken machen. Jeder Schuldenschnitt bedeutet allerhöchste Gefahr für den Derivatehandel (hier). Seit dem ersten Schuldenschnitt für Griechenland brennt die Lunte. Nur mit knapper Not konnte damals der Zusammenbruch verhindert werden. Die kleinste Unvorsichtigkeit bei den Bemühungen, die Krise einzudämmen, kann zur Explosion führen. In dem Fall kollabiert schlagartig das gesamte Finanzsystem – weltweit, ohne Rücksicht auf Verluste und mit unabsehbaren Folgen. Die Ereignisse in 2008 sind dagegen ein laues Lüftchen. Das ist sicher.


Griechischer Ex-Minister: Schützt die Griechen vor sich selbst
(faz.net) Das Geld, das Griechenland bekommt, soll auf ein Sperrkonto eingezahlt werden - das befürwortet der ehemalige griechische Wirtschaftsminister Stefanos Manos. Der Grund: So kommt der Staatsapparat nicht dran. Lesen…

Kommentar: Was ist das denn für ein Schlaumeier? Werfen wir gemeinsam einen Blick in die folgende Aufstellung über die Verteilung der neuen Hilfe von 31,5 Milliarden Euro „an Griechenland“: 



Wer da eine Position entdeckt, die der griechischen Regierung zur Verfügung steht, bitten wir um einen Hinweis. Wir finden nämlich keine, es ist alles für die Banken, wie schon beim letzten Mal (hier). 


Griechenland: "Arbeitslosigkeit bedeutet den Tod" 
(heise/telepolis.de) Aufgrund des Spardiktats der Troika fallen immer mehr Menschen aus der Krankenversicherung heraus. Bürgerinitiativen versuchen, das Schlimmste zu vermeiden.
Die Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds hat sich wieder einmal durchgesetzt. Griechenland soll , um die nächste Tranche des bereits zugesagten Kredits zu erhalten, bis zum Jahresende 15.000 öffentliche Angestellte entlassen, die Arbeitswoche von fünf auf sechs Tage verlängern, die Kündigungsfristen verkürzen, die Abfindungen bei Entlassungen halbieren, und das auch rückwirkend, und automatische dreijährliche Gehaltserhöhungen abschaffen. Der Troika-Kredit, die sogenannte Griechenlandhilfe, die in Wirklichkeit verzinst wird und keineswegs ein wohltätiger Zuschuss zum Staatshaushalt ist, dient übrigens, das sollte man sich immer wieder vergegenwärtigen, ganz überwiegend dazu, Griechenlands Gläubiger auszuzahlen. Inzwischen addieren sich all die Einschnitte, Gehaltskürzungen und neuen Steuern zu einem Verelendungsprogramm. 78 Prozent der befragten Griechen gaben in einer kürzlich durchgeführten Meinungsumfrage an, von Armut bedroht zu sein. Lesen…

Kommentar: Eine unglaublich traurige Entwicklung: Europas Süden auf dem Weg in eine dauerhafte Armut. Die europäischen Krisenmanager leisten ganze Arbeit. Schon im Februar haben wir geschrieben „Europa zertrümmert Griechenland“ (hier). Das bleibt nicht ohne Folgen für den Rest. Diese Entwicklung tötet Menschen. Warum werden die Verursacher nicht zur Verantwortung gezogen? Laienhaft ausgedrückt: Handelt es sich nicht um Mord, wenn die staatlichen Zwangsmaßnahmen im Rahmen der Spardiktate den Tod von unschuldigen Menschen nach sich ziehen? Menschen, die diese Krise nicht verursacht haben, sie aber ausbaden müssen. Scheinbar ist diese Entwicklung nicht auf Griechenland begrenzt, in Portugal und Italien sind die Selbstmordraten sprunghaft angestiegen. Fazit: Die Bankenrettung kostet Menschenleben. In Europa, quasi direkt vor unserer Haustür. Im 21. Jahrhundert. Verantwortet von Christen. Straffrei.  


Reiche Griechen "geoutet" 
(handelsblatt.com) Ein griechisches Magazin hat eine Schweizer-Konten-Liste mit über 2000 wohlhabenden Personen und Firmen veröffentlicht, die Steuern hinterzogen oder Geld gewaschen haben. Der Chefredakteur wird mit Haftbefehl gesucht. Lesen…
 
Kommentar: Ein mutiger Schritt, den der Mann sicherlich teuer bezahlen wird. Die Justiz schaut zu, wenn Menschen sterben, die sich ihre Medikamente nicht mehr leisten können, aber jagt mit allen Mitteln einen Mann, der offensichtliche Missstände anprangert, gegen die Regierung und Troika(!) nur sehr zögerlich vorgehen. Mittlerweile soll er in U-Haft sitzen. 


Vorteile der EZB-Käufe größer als Nebenwirkungen 
(wirtschaftsblatt.at) In der ORF-Sendung „Pressestunde" unterstützt OeNB-Gouverneur Ewald Nowotny die EZB-Anleihekäufe. Die EZB ist immer Herr ihrer eigenen Entscheidungen. Die Regeln für den Kauf von Staatsanleihen der Schuldnerländer sind laut Nowotny an sehr strenge Regeln gebunden. „Meine Sorge ist eher, ob der ESM rechtzeitig aktiviert und eingesetzt werden kann." Die Refinanzierungskosten für Italien und Spanien sinken unter der Annahme, dass der ESM rechtzeitig einsatzbereit ist. Die Nagelprobe dafür steht laut Nowotny noch aus. Die Kanone wird schon rechtzeitig geladen, aber die Entscheidungsfindung könnte zu kompliziert werden." Ein Antrag auf Hilfe könnte eine zu lange Entscheidungsfindung bedeuten, so die Befürchtung Nowotnys. Lesen…

Kommentar: Es gibt immer noch viel Streit um das Vorhaben der EZB „unbegrenzter“ Anleihenkäufe. Jetzt meldet sich auch der österreichische Notenbank-Chef Nowotny wieder einmal zu Wort. Wir teilen seine Bedenken. Andererseits sind wir aber auch der Auffassung, dass die von der EZB durch diese Maßnahme gewonnene Zeit von den europäischen Krisenpolitikern sowieso nicht genutzt wird. Nach wie vor haben die Bremser und Blockierer die Oberhand, nicht nur in Deutschland und versuchen mit juristischen Finessen ESM und Anleihenkäufe zu verhindern. 


Interview mit Stéphane Hessel: Vater der Kapitalismuskritik 
(ftd.de) Mit seinem Pamphlet "Empört euch!" trat der ehemalige Widerstandskämpfer Stéphane Hessel die Occupy-Bewegung los. Auch nach deren Scheitern will der 95-Jährige vor allem eins: Den Kapitalismus an die Kette legen. Lesen…

Kommentar: In unseren Augen ein gelungenes Interview, in dem sich einer zu Wort meldet, der sich der europäischen Sache verpflichtet fühlt und keine Rücksicht nehmen muss auf irgendwelche Befindlichkeiten. Amüsant wie Hessel es schafft, den Deutschen ihre Verantwortung für Europa vor das Gesicht zu halten, statt ihnen deutlich die Leviten zu lesen. Ein Diplomat. Und Optimist, wie der Schluss des Interviews zeigt. Ein empfehlenswerter Beitrag.


Pfandbriefe - viel Sicherheit, solide Renditen
(ftd.de) Pfandbriefe stehen in der Investorengunst derzeit weit unten. Dabei sind die Papiere extrem sicher - und profitabler als manche Staatsanleihe. Auf welche Bonds Anleger setzen sollten. Lesen…

Kommentar: Es ist schon erstaunlich, was in den vergangenen Wochen so alles als Kapitalanlage empfohlen wurde. Jetzt sind auch noch die Pfandbriefe an der Reihe. Gegen diese Empfehlung hilft ein Blick zurück. Mitte 2010 beispielsweise titelte die Süddeutsche „Ein Langweiler als Brandstifter“ (hier) und schreibt: „Pfandbriefe gelten als die sicherste aller Finanzierungsquellen - dennoch brachten sie den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate an den Rand des Ruins.“ Die Banken brauchen dringend Geld, da ist ihnen jede Versprechung recht. Noch deutlicher formuliert es duckhome.de bereits im August 2008 unter der Überschrift „Die Pfandbriefkrise“ (hier). Wer diesen Beitrag aufmerksam liest, der sollte vom Pfandbrief die Finger lassen, wenn er sich die nicht verbrennen will. Zu der dort geschilderten Problematik kommt noch ein entscheidendes Argument hinzu: Die Sicherheit geht in diesen Zeiten gegen Null, oder glaubt irgendjemand ernsthaft, der Staat wird am Ende für ein Volumen von 1.000 Milliarden Euro einstehen? Einlagensicherung oder die Erneuerung der Merkel’schen Garantieerklärung für die Spargroschen aus dem Oktober 2008 sind völlig wertlos, weil nicht verpflichtend. Schon vergessen?


Chinas Premier dementiert heimlichen Reichtum
(handelsblatt.com) Der chinesische Premierminister Wen Jiabao widerspricht Zeitungsberichten über ein angeblich riesiges Vermögen seiner Familie. „Die im Bericht der "New York Times" genannten "verborgenen Reichtümer" existieren nicht.“ Lesen…

Kommentar: Alles nur Teil des finalen US-Wahlkampfes? Wir wissen es natürlich nicht. Wundern uns nur über die konsequenten Maßnahmen der Chinesen, den Zugang zu diesen Berichten im Internet zu sperren.


US-GDP - The Warning Signs From Exports
(zerohedge.com) Over the past several months we have been discussing that this is no longer your "father's economy." What we have meant by this is the economic environment today is vastly different than that which most of our parents grew up in. We recently discussed in "Debt: Driving Our Economy Since 1980" that: "From the 1950’s through the late 1970’s... the U.S. was the manufacturing and production powerhouse of the entire global economy post the wide spread devastation of Europe, Germany and Japan during WWII. The rebuilding of Europe and Japan, combined with the years of pent up demand for goods domestically, led to a strongly growing economy and increased personal savings. However, beginning in 1980 the world changed. The development of communications shrank the global marketplace while the rise of technology allowed the U.S. to embark upon a massive shift to export manufacturing to the lowest cost provider in order to import cheaper goods." The  importance of this  shift  in the U.S. from away from being the epicenter of global production and   manufacturing to a service and finance based economy should not be overlooked. This transition is responsible for the issues that are impeding economic growth in the U.S. today from structural unemployment, declining wage growth and lower economic prosperity. The four-panel chart below gives you a visualization of this transition showing the year-over-year change in the data, with the exception of the personal savings rate which is linear, prior and post-1980. Read more…  

Kommentar: Ein absolute lesenswerter Beitrag, leider nur in Englisch. Liegt nicht auf der Linie des Mainstreams und bietet deshalb eine Fülle von Informationen über die US-Wirtschaft. Die folgende Grafik zeigt die Situation auf einen Blick: 

Quelle: zerohedge.com, 2012


Amerika, wie geht es dir?
(focus.de) Zufallsstichprobe im Wahlvolk: Fotograf Piero Ribelli reiste in alle 50 Staaten der USA und porträtierte Menschen, die unter der Nummer 50 Main Street leben oder arbeiten. Ein FOCUS-Reporter wollte wissen: Wie sehen Amerikas Hauptstraßenbewohner die Lage ihrer Nation? Lesen…

Kommentar: Möglicherweise eine Erklärung dafür, dass Romney am Ende die Nasenspitze vorn hat. Oder vielleicht doch wieder Obama? Wie es Amerika geht, zeigen wohl eher die Zahlen der Food-Stamps-Bezieher (46 Mio.), der Erwerbsfähigen außerhalb der Statistik (88 Mio), der Amerikaner, die unterhalb der Armutsgrenze leben (46 Mio.) und die tatsächliche Arbeitslosenquote (22%).


Stellen wir uns auf Romney ein
(zeit.de) Am 6. November entscheidet sich, wer Präsident der USA wird: Die Amerikaner wollen mehrheitlich weder Barack Obama noch Mitt Romney. Doch Romney könnte am Ende gewinnen. Lesen…

Kommentar: Huffington Post sieht klar Obama vorne (hier). Hoffnung oder Gewissheit? Bald wissen wir es. Jedenfalls sind die Amerikaner am 6. November nicht zu beneiden. Beide Kandidaten können nicht überzeugen. Rettet Obama der Amtsbonus?


"New York Times" ruft zur Wahl von Obama auf
(zeit.de) "Barack Obama for president" fordert Amerikas wichtigste Zeitung. Sein Erfolg sei beeindruckend und der Gegenkandidat rückwärtsgewandt, meint die "New York Times". Lesen…

Kommentar: Die New York Times hat sich entschieden – für den Amtsinhaber. Die attestierten beeindruckenden Erfolge klingen irgendwie sehr nach Verzweiflung. Da ist einfach zu wenig. Selbst mit der so wichtigen Finanzmarktreform ist Obama gescheitert, die er erst kürzlich als besondere Leistung herausgestellt hat (hier).


In eigener Sache II:
Die täglichen Nachrichten zur politischen Großwetterlage geben regelmäßig die Begleitmusik für ein unabwendbares Ereignis wieder: Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich ein Finanzkollaps. Die Welt befindet sich in einem Teufelskreis, dem die Regierungen hilflos gegenüberstehen. Europa ist mittendrin. Die Banken betrügen hemmungslos weiter und die Politiker helfen ihnen dabei tatkräftig (hier).

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Das bleibt nicht so. Wacht endlich auf, der Traum geht zu Ende! Längst bereitet die Bundesregierung heimlich, still und leise die Enteignung ihrer Bürger vor (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang.  Außerdem haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen krisenfest zu machen. Jeder besitzt etwas, das er vor staatlichem Zugriff schützen muss. Sprechen Sie dafür mit den richtigen Leuten: uns. Wir wissen worauf es ankommt und können Ihnen helfen. Für unsere Beratung berechnen wir lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.