Freitag, 2. November 2012

Standpunkt 438 - Nachrichten-Ticker, 01.11.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir kurz kommentieren oder ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


Themen: Altersvorsorge Krieg & Militarismus heute – Wirtschaftswachstum – US-Wahlkampf – US-Arbeitslosenquote – Deutschland – Altenpflege – Lagarde-Liste – Irland – Großbritannien – Bankenunion – China   


In eigener Sache I:
Es bleibt brandaktuell, unser Update 2.0 zum Thema „Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht“ und steht hier für unsere LeserInnen bereit. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik immer dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Außerdem möchten wir uns auf diesem Weg für das riesige Interesse an diesem Beitrag bedanken. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn weiter zu machen wie bisher. 


Die optimale Mischung für die Rente
(handelsblatt.com) Die gesetzliche Rente reicht nicht. Aber die richtige Strategie hilft gegen die Rentenlücke. Wie sich Anleger Stück für Stück ein breit gestreutes und krisenfestes Depot für den Ruhestand aufbauen. Mehr…

Kommentar: Es geht wirklich reihum, mit den Anlageempfehlungen. Brauchbares ist nicht dabei. Was angeboten wird, ist der übliche Einheitsbrei. Auch für diesen Plan gilt deshalb: Wer sich danach richtet, erhöht die Risiken für eine spätere Enteignung kolossal. Unseren LeserInnen empfehlen wir: Finger weg. Wer in diesen Empfehlungen seine eigene Strategie wiedererkennt, der sollte unbedingt gegensteuern.  


"Krieg und Militarismus sind der Krebs auf unserem Planeten"
(format.at) Die Friedensaktivistin Rae Abileah ist enttäuscht, dass in Zeiten ökonomischer Probleme in den USA auf Kosten der Steuerzahler weiter eine Politik der Aggression betrieben wird. Im Nahen Osten befürchtet sie eine Eskalation, egal, wie die Wahl ausgeht.
"Ich verlasse einen Raum normalerweise, indem mich ein Sicherheitsdienst hinausträgt", sagt Rae Abileah schmunzelnd. Die jüdisch-amerikanische Friedensaktivistin israelischer Abstammung ist als Co-Leiterin der Initiative Codepink eine profilierte Stimme gegen Waffenlobby, US-Kriegsteilnahme und vor allem gegen die Israel-Politik ihres Landes.
Sie reist den Machthabern zu Reden und Versammlungen hinterher - und unterbricht sie mit ihren Friedensforderungen. Im Gespräch mit der APA berichtet Abileah vom Konflikt der Aktivisten im Angesicht der Präsidentschaftswahl: Von Obama ist man bitter enttäuscht - aber Alternativen fehlen. Mehr…

Kommentar: Dieser Beitrag muss sein. Wem das nicht handfest genug ist, einfach als Stärkung der politischen Bildung ansehen. Deshalb absolut lesenswert.  


"Wachstumsfetischismus ist und macht krank"  
(derstandard.at) Ein "Weiter wie bisher" kann es nicht geben, meint Ökonomin Angelika Zahrnt. Sie will die Arbeitszeiten verkürzen. Immer mehr, immer höher: Die Wachstumsraten von einst sind Vergangenheit, sie kehren auch nicht mehr zurück, meinen Experten. Die Folge davon ist, dass die Zahl der Arbeitslosen hoch bleibt - außer die Arbeit wird neu verteilt, findet Zahrnt. Mehr…

Kommentar: Wir überlassen diesen Beitrag unseren LeserInnen ausnahmsweise ohne jeden Kommentar, aber mit den besten Empfehlungen.  

Our American endorsement: Which one? 
(economist.com) America could do better than Barack Obama; sadly, Mitt Romney does not fit the bill. 
Economist endorsed Barack Obama for the White House with enthusiasm. So did millions of voters. Next week Americans will trudge to the polls far less hopefully. So (in spirit at least) will this London-based newspaper. Having endured a miserably negative campaign, the world’s most powerful country now has a much more difficult decision to make than it faced four years ago.  
That is in large part because of the woeful nature of Mr Obama’s campaign. A man who once personified hope and centrism set a new low by unleashing attacks on Mitt Romney even before the first Republican primary. Yet elections are about choosing somebody to run a country. And this choice turns on two questions: how good a president has Mr Obama been, especially on the main issues of the economy and foreign policy? And can America really trust the ever-changing Mitt Romney to do a better job? On that basis, the Democrat narrowly deserves to be re-elected. Read more…

Kommentar: Amerikas Präsidentenwahlkampf kommt in die heißeste Phase. Jetzt greifen auch die wichtigsten Leitmedien ein. Dieser Beitrag gibt ein gutes Beispiel dafür.  


"Die Parteien in den USA sind Bankkonten für Investoren"
(heise/telepolis.de) Der Politologe Thomas Ferguson über den Einfluss der großen Spender und warum auch Obama kein Kandidat der Mittelschicht und Arbeiter ist.
Der US-Wahlkampf um den Posten im Weißen Haus ist auch ein Kampf ums große Geld. Mehr als zwei Milliarden Dollar werden Amtsinhaber Barack Obama und sein Herausforderer Mitt Romney bis zum Wahltag am 6. November ausgegeben haben, so viel wie nie zuvor. Während die Parteien in Deutschland ihren Wahlkampf mit Staatsgeld finanzieren, bekommen die Kandidaten in den USA ihr Geld allein von Privatspendern. In der jüngeren Vergangenheit hat in den USA fast immer der Kandidat gewonnen, der am großzügigsten beschenkt wurde. Ausnahmen waren Bill Clinton 1996 und Ronald Reagan 1980. Kritiker wie Thomas Ferguson, Politikprofessor an der Universität Massachussetts in Boston und Senior Fellow am RooseveltInstitute, sehen darin die Gefahr massiver Einflussnahme. Mehr…

Kommentar/Ergänzung: In den USA ist sie offensichtlich, die massive Einflussnahme des Kapitals. So kennt man das in Europa nicht, dort passiert alles subtiler, sehr viel mehr im Verborgenen. Gewöhnen wir uns daran, dass sich diese versteckte Einflussnahme in eine offensichtliche wandelt. Alles nur noch eine Frage der Zeit. Wer jetzt schon wissen will wie das dann aussieht, der ist bei diesem Beitrag richtig. Zum besseren Verständnis zeigt die folgende Grafik die Kosten ausgewählter US-Wahlkämpfe: 

Quelle: worldpress.com
  

Gross: "Fehlgeleitete" Geld- und Fiskalpolitik führt zu Störungen
(format.at) Nach Einschätzung von Bill Gross, gibt es keine Anzeichen, dass die quantitative geldpolitische Lockerung durch die US-Notenbank die Investitionen anregt.
“Das ganze Geld, das geschaffen und freigesetzt wird, treibt die Preise für Vermögenswerte an. Aber diese Preise veranlassen die Unternehmen nicht zu Investitionen in die künftige Produktion”, schrieb Gross, Fondsmanager des weltgrößten Anleihefonds bei PIMCO in seinem monatlichen Investment-Ausblick. Niedrigere Zinsen werden genutzt “zum Konsumieren im Gegensatz zum Investieren”, schrieb Gross. Investoren sollten erkennen, dass die Preise für Vermögenswerte und Währungen letztendlich auf der Fähigkeit der Volkswirtschaft zu Wachstum beruhten. Mehr…

Kommentar: Recht hat er, der Boss von PIMCO, der relativ erfolgreichen Allianz-Tochter im Anleihen-Markt. Leider kommt diese Gewissheit einfach nicht an, weder in der Wall Street, noch in Berlin, Brüssel, Paris, London oder Frankfurt. Noch lassen sich durch die grenzenlose Zockerei vermeintlich höhere Gewinne erzielen, die anschließend – logisch - zu höheren Boni führen. Wer sich dafür interessiert, den Ausblick von Bill Gross gibt es hier.    


Bill Gross: "Ours Is A Country Of The SuperPAC, By The SuperPAC, And For The SuperPAC"
(zerohedge.com) Curious why we dedicate precious virtual real estate to periodically bring to you the "billionaires behind the best presidents money can buy?" Bill Gross explains why? Read more…

Kommentar: Noch einmal Bill Gross. Ebenfalls aus seinem Investment-Ausblick (hier). Seine Analyse zu „Financial Repression“ ist zukunftsweisend, auch für Europa. Der Rest ist ebenfalls sehr lesenswert. Sorry, leider nur in Englisch verfügbar. Trotzdem, es lohnt sich.  


USA mit größtem Stellenzuwachs seit acht Monaten
(wirtschaftsblatt.at) Noch nie ist ein Präsident wieder gewählt worden, wenn die Arbeitslosenquote über acht Prozent lag - im Oktober waren es 7,9 Prozent. Ihre Zahl legte um 158.000 zu, teilte die private Arbeitsvermittlung ADP am Donnerstag mit. Das war der stärkste Zuwachs seit Februar. Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von 135.000 Stellen gerechnet. Im September wurden korrigierten Angaben zufolge 88.200 neue Stellen geschaffen, nachdem zunächst von einem Plus von 162.000 die Rede gewesen war. Mehr…

Kommentar/Ergänzung: Ein sehr wichtiger Teil des Präsidentenwahlkampfes in den USA, die „passenden“ Statistiken. Die Arbeitslosenquote ist so eine. Und die deutschsprachigen Medien stimmen unisono in dieses Wunschkonzert ein. Scheinbar hat das österreichische Wirtschaftsblatt kein reines Gewissen dabei und gibt einen entscheidenden Hinweis auf die Machenschaften der Statistiker durch die Zahlen für September, die mittlerweile von 162.000 auf 88.200 herunter korrigiert wurden. Genauso wird es mit den Oktober-Zahlen passieren. Zu den Zahlen der privaten Arbeitsvermittlung ADP bitte hier nachlesen, stand gestern in unserem Nachrichten-Ticker. Reine Gefälligkeit, die ADP betreibt.

Nicht so kritisch berichtet das Handelsblatt. Dort heißt es: Neue Jobs in den USA“ (hier). Zur Stützung der Jobzahlen wird gleich auch noch behauptet, „auch der Konsum läuft kräftig“. Nur ein neuer Gimmick. „Größter Stellenzuwachs in USA seit acht Monaten“ heißt es auch bei manager-magazin.de (hier). Weiter schreibt die Online-Ausgabe des manger-magazins: „Gute Nachricht für Amtsinhaber Barack Obama wenige Tage vor der Wahl: Die US-Wirtschaft hat im Oktober so viele Jobs geschaffen wie seit acht Monaten nicht mehr.“ Der Spiegel macht daraus gleich einen „Schwung für Amerika“ (hier) und schreibt: „Es sind positive Nachrichten für Präsident Obama: Arbeitsmarkt, Industrie, Baubranche und Konsum in den USA haben sich zuletzt erfreulich entwickelt.“ Sogar der Schweizer Tages-Anzeiger reiht sich ein und meldet enthusiastisch: „Der US-Jobmotor läuft wieder“ (hier). Einleitend schreibt das Blatt: „Die US-Wirtschaft hat im Oktober 158'000 Jobs geschaffen – so viele wie seit acht Monaten nicht mehr, und deutlich mehr als von Experten erwartet.“ Erst später biegen die Schweizer auf die österreichische Linie des Wirtschaftsblatts ein und melden die korrigierten September-Zahlen. Außerdem erwartet die Zeitung einen Anstieg der Arbeitslosenquote bei den neuen Zahlen des BLS.  


GM Channel Stuffing Soars To Record
(zerohedge.com) For a few months there, we were worried that GM may have actually found a (government-funded) natural subprime buyer of its vehicles after the company managed to keep its channel stuffing in check for several months. Those fears ended today with the company's October car sales report  [4] , according to which GM sold 4.7% more cars, or 42,759 in absolute terms (from 153,005 to 195,764) in October than September, below expectations of a 7.8% increase. So far so good. What however will hardly get any mention from Government Motors cheerleaders is that GM auto inventory at dealers as of October 31 was a record 739,034 (a massive 98 days of supply), an increase of 49,700 from October's 689,334. In other words, the entire incremental rise in sales, and then some, was due to the firm stuffing dealers with even more inventory than they can possibly handle! Read more…

Kommentar/Ergänzung: Der Spiegel schreibt in dem Artikel „Schwung für Amerika“ (hier) u. a.: „Die US-amerikanische Automobilindustrie meldete für den Monat Oktober Zuwächse.“ Wie die Wirklichkeit aussieht beschreibt treffend dieser Beitrag aus den USA. Alleine bei den General-Motors-Händlern stehen rund 739.000 Autos auf dem Hof. Wir haben über diese Spezialität schon einmal berichtet. Die Entwicklung seit 2009 zeigt die folgende Grafik von zerohedge.com ohne Worte: 



Deutsche Kommunen versinken in Schulden 
(handelsblatt.com) Das Haushaltsdefizit vieler deutscher Kommunen gerät immer mehr aus dem Ruder. Trotz der guten Wirtschaftslage versinken mehr Städte und Gemeinden in den roten Zahlen. "Dass sie überhaupt aus eigener Kraft ihre Schulden jemals werden tilgen können, erwarten nur noch zwei von drei Kommunen", erläuterte Ernst & Young-Partner Hans-Peter Busson. Die Experten sehen daher nur noch einen Ausweg. Um der Finanzmisere Herr zu werden, setzen Städte und Gemeinden weiter den Rotstift an. 41 Prozent planen, Leistungen zu reduzieren oder abzuschaffen - etwa bei der Straßenbeleuchtung oder bei der Kinderbetreuung. 81 Prozent der Kommunen wollen 2012/13 zudem Steuern und Gebühren erhöhen.  Jede dritte Gemeinde will die Grundsteuer für Immobilienbesitzer erhöhen. Mehr…




Kommentar/Ergänzung: Die Bundesregierung meldet tolle Zahlen bei den Steuereinnahmen, während die Kommunen den „Bach runter gehen“. Noch einmal die folgende Grafik über die Investitionsrückstände der Kommunen (© wirtschaftundgesellschaft.de): 



Der folgende Vergleich zeigt die dramatische Entwicklung für die Kommunen:


Quelle: deutsche-wirtschafts-nachrichten.de

Die Folgen beschreibt welt.de so: „Städte und Gemeinden wollen stärker abkassieren“ (hier) und meldet „jetzt sollen die Bürger tiefer in die Tasche greifen.“ Das ist Teil der „sanften“ Enteignung, die wir u. a. in unserem 2. Update zum Beitrag „Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung – eine Übersicht“ beschrieben haben (hier). Bei vielen Betroffenen werden bald im wahrsten Sinne des Wortes die Tränen fließen.   

 
Oma wohnt jetzt in der Slowakei
(welt.de) Die Zahl der Alten steigt, doch es mangelt an Fachkräften, und Heime sind teuer. So wird für Angehörige die Betreuung im Ausland zur Alternative. Mehr…

Kommentar: Was für Aussichten. Wer will so was? Viele Hundert Kilometer von zu Hause den Lebensabend verbringen? Die Politik lässt die zukünftigen Rentner im Stich, so viel steht heute fest. Allen gegenteiligen Beteuerungen zum Trotz. Die dienen nur dem Stimmenfang für die nächste Wahl. Deshalb ist es wichtig, sich frühzeitig um eine Lösung zu kümmern. Liebe LeserInnen lassen Sie sich beraten – am besten gleich von uns!


Warum ich die Lagarde-Liste veröffentlicht habe
(presseurop.eu) 2010 wurde die sogenannte Lagarde-Liste mit den Namen von über 2.000 griechischen Steuerflüchtlingen den Athener Behörden übergeben. Nichts geschah. Kostas Vaxevanis, Chef der Wochenzeitung Hot Doc, veröffentlichte schließlich die Liste — und wurde verhaftet. Für ihn ist seine Festnahme ein weiteres Symptom der griechischen Korruption. Mehr…

Kommentar: Lesen und wirken lassen, mehr ist nicht zu tun. Doch halt, es gibt eine Fortsetzung: Vaxevanis wird deswegen der Prozess gemacht, der mit einem Freispruch endete (hier).


Musterschüler Irland braucht Europas Stütze
(welt.de) Irlands Premier Kenny wird Merkel bei seinem Besuch um Hilfe bitten. Und er hat gute Karten: Denn die Euro-Zone benötigt einen Erfolg. Deshalb soll die Rettung der Iren um jeden Preis gelingen. Mehr…

Kommentar/Ergänzung: Was auffällt: Die Autoren schreiben, „Irland gilt als Primus unter den Krisenländern“. Wir fragen uns, warum? Das Land hält ebenso wenig die Vorgaben ein wie Griechenland oder Portugal. Ständig müssen Anpassungen bei den Sparzielen vorgenommen werden, mehrere Zehntausend Iren haben ihr Land bereits verlassen, sind ausgewandert, weil es auf absehbare Zeit keine Chance auf Arbeit gibt. Die Wirtschaft liegt am Boden, Armut greift um sich, die Arbeitslosigkeit ist hoch. Wo also sehen Europas Krisenversteher Zeichen eines Musterschülers? Der keltische Tiger ist schon vor Jahren gestorben, Ende, aus, vorbei. Die, die ihn getötet haben, halten den Kadaver gut versteckt, so daß jeder glaubt, er lebt noch, es geht ihm nur schlecht. Irland ist dahin zurückgekehrt, wo es vor der Einführung des Euro war, in die Gesellschaft von Europas Kellerkindern. „Irland fordert Europas Stütze“ formuliert es das Handelsblatt (hier) und fasst die Situation so zusammen: „Irland hofft weiter auf Zugeständnisse bei der Sanierung seiner Banken. Doch aus den anderen EU-Ländern erfährt das Land bisher wenig Unterstützung. Für „Altfälle“ wird Dublin den Rettungsfonds wohl nicht anzapfen.“ So schnell hat sich die Hoffnung verflüchtigt, die kürzlich dem irischen Premier Enda Kenny von der deutschen Kanzlerin gemacht wurde. „Irlands Banken dürfen auf ESM-Geld hoffen“ titelte erst vor wenigen Tagen der österreichische Standard (hier). Wieder nur ein Placebo.  


EU bald ohne Großbritannien?
(format.at) Nach der Abstimmungsniederlage der Regierung im Parlament haben die britischen Liberalen ihren konservativen Koalitionspartner vor einem Konfrontationskurs gegen die EU gewarnt. Das könne die Mitgliedschaft des Königreichs in der Europäischen Union gefährden, sagte der stellvertretende Premierminister Nick Clegg am Donnerstag in London. "Sie werden niemals etwas erreichen, wenn Sie mit den Füßen stampfen und sagen, 'wir wollen Mitglied in diesem Club sein, aber einseitig die Spielregeln ändern und allein darüber entscheiden, was wir unterschreiben'", fügte der Chef der europafreundlichen Liberal-Demokraten hinzu. Eine solche Haltung könnte die EU in ihrem Haushaltsstreit in die Krise stürzen und Großbritannien an den Rand oder aus der Union drängen. Mehr…

Kommentar/Ergänzung: Gerne, in unseren Augen ein lohnenswerter Versuch. Würde Europa handlungsfähiger und möglicherweise sogar entscheidungsfreudiger machen. Konsequenterweise stellt das Handelsblatt die Frage „Scheitert Cameron an der Europafrage?“ (hier). Soll er. Leider weiß auch Cameron, das gäbe Großbritannien den Rest. Der Austritt aus der EU? Das ist der Knochen, mit dem der englische Hund spielt. Er kaut daran herum, vergräbt ihn, vergisst ihn, gräbt ihn wieder aus, kaut daran herum, usw., usw. The same procedure…    


London Frets Future as Financial Hub Outside Bank Union
(bloomberg.com) London’s attempt to maintain its financial muscle while boycotting Europe’s move toward a banking union risks isolating the city from its major trading partners and undermining its status as the world’s top money center.
The European Central Bank (ECB) will become the main regulator for the biggest banks in the 17-nation euro region as early as Jan. 1, the first step toward a banking union, European Union leaders agreed last month. Britain has said it won’t take part and is negotiating to retain London’s influence within the single financial market. Last night, U.K. Prime Minister David Cameron lost a vote in the House of Commons on the nation’s contribution to the EU budget, highlighting the division within Britain over its European partnership.
The danger of a banking union that doesn’t include the U.K. is that Britain’s voice in setting the rule-making agenda will be weakened as the ECB gains new powers, bankers said. Trading in euros, now centered in London, could shift to Frankfurt or Paris in Europe’s core and be regulated by the ECB, said Thomas Huertas, a former U.K. representative on the European Banking Authority, which drafts financial rules for the 27-nation EU.
“If there is a European banking union and a notable missing member of that is the U.K., then that will likely hurt London as a major financial market,” said Jay Ralph, the management board member responsible for asset management at Munich-based Allianz SE (ALV), Europe’s largest insurer with 1.75 trillion euros ($2.27 trillion) under management. “A strong pan-European banking union ex the U.K. will have negative implications for Europe and the U.K.” Read more…

Kommentar: Amerikas Kettenhund in Europa stiftet Unruhe. Großbritannien wird sich weiter isolieren. Und das ist gut so. Wir sind ausdrücklich kein Anhänger der Bankenunion, Europa wird damit gegen die Krise keinen Punkt machen. Nur, darum geht es der britischen Regierung nicht. Ihr geht es einzig und allein darum, die Interessen des Finanzplatzes London zu verteidigen. Schließlich ist der, neben dem Öl, die wichtigste Einnahmequelle.


China pumpt 60 Milliarden US-Dollar in den Markt
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die chinesische Zentralbank hat zusätzliche 60 Milliarden Dollar in den Markt gepumpt, um die nationalen Banken zu unterstützen. Damit nähert sich Chinas Geldpolitik weiter dem eingeschlagenen Pfad der Fed und der EZB an, die schon länger den Banken unter die Arme greifen und versuchen, das Wachstum auf Kurs zu halten. Mehr…

Kommentar: Es sind halt doch immer wieder die gleichen Rezepte, mit denen hüben wie drüben versucht wird, die Probleme zu lösen. China kann sich auch nur am Westen ein Beispiel nehmen, ein anderes gibt es nicht, nachdem der hauseigene Kommunismus kläglich gescheitert ist.


In eigener Sache II:
Die täglichen Nachrichten zur politischen Großwetterlage geben regelmäßig die Begleitmusik für ein unabwendbares Ereignis wieder: Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich ein Finanzkollaps. Die Welt befindet sich in einem Teufelskreis, dem die Regierungen hilflos gegenüberstehen. Europa ist mittendrin. Die Banken betrügen hemmungslos weiter und die Politiker helfen ihnen dabei tatkräftig (hier).

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Das bleibt nicht so. Wacht endlich auf, der Traum geht zu Ende! Längst bereitet die Bundesregierung heimlich, still und leise die Enteignung ihrer Bürger vor (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang.  Außerdem haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen krisenfest zu machen. Jeder besitzt etwas, das er vor staatlichem Zugriff schützen muss. Sprechen Sie dafür mit den richtigen Leuten: uns. Wir wissen worauf es ankommt und können Ihnen helfen. Für unsere Beratung berechnen wir lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.