Freitag, 9. November 2012

Standpunkt 446 - Nachrichten-Ticker, 08.11.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...


Themen: Europas Krise - Griechenland Arbeitslosigkeit in der EU – Deutschland – Euro-Rettung – EU-Haushaltsrecht – Portugal – Autoindustrie – China versus Europa – Altersarmut – USA nach der Wahl – Immobilienmarkt Deutschland


In eigener Sache:
Ein Update 2.0 zum Thema „Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht“ steht hier für unsere LeserInnen bereit. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik immer dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Außerdem möchten wir uns auf diesem Weg für das riesige Interesse an diesem Beitrag bedanken. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


"Dass wir aus dieser Krise heil herauskommen, kann Ihnen nur ein Scharlatan verkaufen"
(format.at) FORMAT-Interview. Der deutsche Vermögensverwaltungsexperte Martin Mack spricht über die Systemkrise, Alternativen zum "Rettungs-Sozialismus" und warum uns Schlimmeres als Lehman droht. Mehr…

Kommentar: Was Mack beschreibt, muß jedem den Angstschweiß auf die Stirn treiben, der über nennenswerte Ersparnisse verfügt, Haus oder Wohnung abbezahlt und sich für seine Altersversorgung auf eine Lebensversicherung verlässt. Es ist dramatisch und kaum noch abzuwenden. Politiker, ihre Ratgeber und alle anderen Experten versagen, lassen die Menschen einfach im Stich. Was wir in Südeuropa gerade erleben ist nicht das behauptete Versagen staatlicher Haushaltspolitik, es ist vielmehr die Unfähigkeit die Krise mit einfachen, aber nützlichen und bereits lange bekannten Mitteln zu bekämpfen. Maßnahmen ähnlich denen, die bereits Roosevelt in den 1930er Jahren gegen größte Widerstände durchgesetzt hat und als New Deal bekannt wurden. Im Unterschied zu damals müssen heute vorher erst die Banken separiert, besser noch zerschlagen werden, schnell und ohne Rücksicht auf angebliche Systemrelevanz. Viel Zeit bleibt nicht mehr. Die Krise beginnt sich selbst zu erfüllen. Es dauert nicht mehr lange und der „Point Of No Return“ ist erreicht. Danach gibt es kein Zurück mehr, nur noch Versuche, die Krise zu verlangsamen, um die Folgen abzuschwächen. Wir haben schon vor rund eineinhalb Jahren das Szenario eines Finanzkollaps’ beschrieben (hier und hier zuerst, später noch an vielen anderen Stellen im Blog) und dafür Häme und Spott geerntet. Von Verschwörungstheorie war die Rede. Alles Nonsens, wie sich heute bereits deutlich abzeichnet. Wir werden Recht behalten, soviel ist sicher. Daran wird weder die Wiederwahl von Barack Obama, die sich angeblich 91% der Deutschen so sehnlich gewünscht haben, etwas ändern, noch die völlig verfehlten Krisenmaßnahmen in Europa. Die beschleunigen nur den Niedergang. Obama bleibt schwach, die Bundesregierung stur und unbelehrbar, genauso ihre 82 Millionen Staatsbürger, die für diese Entwicklung den Euro verantwortlich machen. Die Kommentare in den einschlägigen Printmedien sind haarsträubend falsch. Die „German Angst“ (hier) vor der Inflation hat in den vergangenen drei Jahren die Krise in Europa massiv verschärft. Das Ergebnis läßt sich gerade in den PIIGS-Staaten „bewundern“ und greift gerade auf Frankreich über. Wir müssen es so klar formulieren: Nur Trottel glauben noch an ein Wunder. Leider gibt es nach unserer Beobachtung davon immer noch genug.

Übrigens, trotz der wunderbaren Vorhersagen für die Wertentwicklung von Gold bleiben wir dabei: Finger weg von größeren Beständen. So rigoros, wie beispielsweise die Enteignung der Ansprüche aus den Lebensversicherungen durch die neue Vorschrift des § 89 VAG geregelt ist, wird auch die Wegnahme von Gold organisiert. Wir haben es hier beschrieben. Gold zu besitzen ist dann nur etwas für starke Nerven und Leute mit einer Portion krimineller Energie.


"Wir stehen vielleicht vor einer Revolution in Europa" 
(welt.de) Helmut Schmidt sieht die Zukunft von Europa skeptisch: Der frühere Bundeskanzler spürt, dass das Vertrauen in europäische Institutionen abgenommen habe. Aber es gibt auch eine zuversichtliche Sicht. Mehr…

Kommentar: Wir stehen ganz sicher vor einer Revolution in Europa, nur wird sie nicht gewaltlos verlaufen. In den südeuropäischen Krisenstaaten wird gerade die Schmerzgrenze der Menschen überschritten, die absehbaren Folgen werden von den Politikern und den Technokraten noch leichtfertig abgetan oder, wie in Italien und Spanien, mit Beschlüssen über den Einsatz des Militärs gegen Demonstranten vorgesorgt. Irrtümlich werden sie als beherrschbar eingestuft. Das wird nicht funktionieren, davon sind wir felsenfest überzeugt. Zuversicht? Warum?  


Athen und das Gespenst vom Volksaufstand
(derstandard.at) Im Schnellverfahren kam das Sparpaket ins Parlament. Zehntausende protestierten, manche halten eine Revolte für denkbar. Mehr…

Kommentar: Noch ist es nur ein Gespenst. Dabei wird es nicht bleiben. Und es wird, wie die Krise selbst, durch Europa wandern. Es ist längst angerichtet…    


58 Prozent der jungen Griechen sind arbeitslos
(welt.de) In Griechenland ist die Zahl der Arbeitslosen erneut gestiegen. Mehr als 1,2 Millionen Menschen sind arbeitslos und dank der jüngsten Beschlüsse wird sich die Lage zunächst noch verschlechtern. Mehr…

Kommentar/Ergänzung: Die Financial Times Deutschland (FTD) schreibt zum gleichen Thema: „Volksaufstand in Aussicht“ (hier). Die Zeitung schreibt weiter: „Die Stimmung ist gereizt, jedes Sparpaket treibt die Griechen tiefer in die Verzweiflung. Noch spielen sich die wüsten Szenen im Parlament ab. Doch spätestens Anfang nächsten Jahres, wenn die neuen Gehalts- und Rentenkürzungen voll wirken, sehen auch unabhängige Beobachter die Gefahr einer Revolution.“ Wir appellieren nicht länger an die Vernunft der Politiker, die haben keine. Unsere Appelle richten wir nur noch an unsere LeserInnen, endlich aufzuwachen und sich gegen die Folgen der Krise mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln abzusichern.       


EU befürchtet 19 Millionen Arbeitslose in Euro-Zone
(welt.de) Die Arbeitslosigkeit in der EU-Staaten könnte 2013 auf zwölf Prozent steigen – ein historischer Höchstwert. Noch mehr Sorgen bereitet EU-Kommissar Rehn die immense Verschuldung mancher Staaten. Mehr…

Kommentar: Natürlich, immer noch gilt Deutschland als „Musterschüler der EU“. Die Welt muß das so schreiben. Tatsächlich ist diese Annahme völlig abwegig und längst von der jüngsten Entwicklung widerlegt.


Juncker: "Unsere griechischen Freunde haben keine andere Wahl"
(format.at) Während die EU-Kommission weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der Schuldenlast Griechenlands erwartet, wird die Lage für die Menschen immer unerträglicher.
In der Bar von Andreas im Zentrum Athens läuft im Fernsehen die turbulente Parlamentsdebatte über das Sparprogramm. "Stell das Ding ab. Ich kann das nicht mehr hören mit all diesen Politikern, die uns in die Katastrophe geführt haben", sagt Nikos, ein 34-jähriger Rechtsanwalt. Kurz vor der entscheidenden Abstimmung über das Milliarden-Sparpaket kam es zu Ausschreitungen bei Demos von Zehntausenden Griechen. Mehr…

Kommentar: Jetzt werden die Griechen auch noch verhöhnt. Im Zusammenhang mit dem neuen Spardiktat für Athen von Freundschaft zu sprechen ist infam. Offensichtlich begreifen die europäischen Krisenmanager ganz allmählich, mit welchem Teufelszeug sie versuchen, die Krise erfolglos zu bekämpfen. Und reagieren ungehalten, suchen die Schuld bei anderen. Sie sind aber nach wie vor handlungsunfähig (hier), um das Ruder herumzureißen und noch zu retten, was zu retten ist. Insofern wird der Zeitgewinn, den die EZB mit ihrer jüngsten Maßnahme (hier) herausgeschlagen hat, ungenutzt verstreichen.


Griechenland – Wenn marktkonformer Zynismus ein Land vor die Hunde gehen lässt
(nachdenkseiten.de) Die griechische Finanztragödie geht in die nächste Runde. Wieder einmal verlangt die Troika eine härtere Austeritätspolitik als Vorleistung für neue Kredite, wieder einmal muss die griechische Regierung neue Schreckenszahlen vermelden und wieder einmal ersticken Angela Merkel und Wolfgang Schäuble durch ihre Blockadehaltung jeden noch so kleinen Hoffnungsfunken im Keim.
Europa lässt Griechenland am ausgestreckten Arm verhungern und eine Wende zum Besseren ist weit und breit nicht in Sicht. Statt ökonomischer Vernunft bestimmt blanker Zynismus die Debatte. Von Jens Berger. Mehr…

Kommentar: Bitte aufmerksam lesen. Hilft später, die weitere Entwicklung der Krise in Europa zu verstehen. Bereits jetzt könnte es dabei nützlich sein, die Zeichen der Zeit zu erkennen und eigene Maßnahmen zur Sicherung der persönlichen Lebensumstände zu ergreifen.


Deutschland exportiert immer weniger nach Europa
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die Exporte Deutschlands in die Eurozone sind stärker gefallen als befürchtet. Noch können die Rückgänge durch gute Geschäfte mit Asien und den USA kompensiert werden. Mehr…

Kommentar: Was für ein Humbug. Die Trickser und Täuscher sind am Werk. Schreiben, was die Bundesregierung als öffentliche Meinung für richtig hält.   


Thomas Fricke: Deutschlands schräger Aufschwung
(ftd.de) Von wegen Boom der Binnennachfrage. Die hiesige Wirtschaft hängt schon wieder gefährlich einseitig am Export. Stoff für neuen Ärger mit Barack Obama.
Zwei Jahre ist es her, dass US-Finanzminister Timothy Geithner für Wirbel sorgte, als er vorschlug, Limits für Überschüsse im Außenhandel festzulegen. Was auf Deutschland und die hiesigen Exportüberschüsse zielte. Seitdem scheint es ruhig geworden, ist von Kritik nichts mehr zu hören, was eine Zeit lang auch daran zu liegen schien, dass in Deutschland endlich auch die Binnenkonjunktur besser lief, es zumindest danach aussah.
Womöglich ein Trugschluss. Seit ein paar Monaten passiert klammheimlich das Gegenteil, scheint die Konjunktur hierzulande wieder gefährlich einseitig vom Export getragen. Was bedeutet, dass die Wirtschaft mangels Binnenkonjunktur viel näher an einer Rezession steht als allgemein prophezeit. Und dass es schon bald vom neuen alten US-Präsidenten und seinem Finanzminister wieder Protest geben könnte, diesmal unangenehmer als vor zwei Jahren. Immerhin wären die Deutschen dann die Einzigen, die so gut wie nichts zum Abbau der globalen Ungleichgewichte beigetragen haben. Von wegen boomende Binnenkonjunktur. Mehr…

Kommentar/Ergänzung: Früher oder später, wahrscheinlich früher, wird diese Exportabhängigkeit Deutschland das Genick brechen. Warnungen gab es in den letzten Jahren genug. Hören wollte hierzulande niemand. Die Opfer dieser sturen deutschen Wirtschaftspolitik zeigt die folgende Grafik aus der Kolumne von Thomas Fricke: 

Quelle: wirtschaftswunder.ftd.de

Wann begreift Deutschland endlich, was es damit anrichtet? Wir befürchten, nicht mehr in dieser Krise, vielleicht in der nächsten.


Europas Plan A
(project-syndicate.org) Europas Politiker sind heute verzweifelt auf der Suche nach jemandem, den sie die Schuld an der Eurokrise zuschieben können. Deutschland macht Frankreich verantwortlich und umgekehrt. Sogar Anwälte werden schon bemüht, um herauszufinden, wer die rechtliche Verantwortung für die Konstruktionsfehler der Währungsunion trägt.  
Im Zuge der Verschärfung der Krise hat sich unterdessen ein neuer Konsens hinsichtlich der europäischen Währungsunion herausgebildet. Dieser Auffassung zufolge wurde der Euro in einem Anflug von Euphorie und unverantwortlichem Optimismus  - oder, alternativ, der Panik  angesichts der möglichen deutschen Hegemonie über Europa – im Gefolge des Falles der Berliner Mauer konzipiert.  
Nichts könnte der Wahrheit ferner liegen. Der Bericht über die Wirtschafts- und Währungsunion in der Europäischen Gemeinschaft , in dem das Grundkonzept des Euro dargelegt ist, wurde im April 1989 präsentiert – zu einer Zeit, als niemand (außer vielleicht ein paar Kreml-Strategen) über eine deutscheWiedervereinigung nachdachte. Von Harold James. Mehr…

Kommentar: Was der britische Historiker James beschreibt, ist eher europäische Planlosigkeit. Wenigstens räumt er mit dem Mythos auf, die Einführung des Euro sei der Preis für die deutsche Wiedervereinigung gewesen. Will natürlich in Deutschland niemand hören/lesen, deshalb wird fleißig weiter an dieser Lüge festgehalten. Sie gehört mittlerweile zum deutschen Selbstverständnis gegenüber Europa. Und verursacht irreparable Schäden.


Merkel für Eingriffsrecht der EU in nationale Budgets
(derstandard.at) Die deutsche Kanzlerin fordert die Stärkung der europäischen Institutionen und plädiert für starkes Großbritannien in der EU Mehr…

Kommentar: Die Kanzlerin ist eine Närrin, anders kann man es nicht ausdrücken. Nie und nimmer läßt sich diese Politik in Europa durchsetzen. Nicht jetzt. Natürlich kann man die Lösungsversuche auch als vorbereitende Maßnahmen für die flächendeckende Einführung „marktkonformer Demokratie“ werten, quasi als Teil eines großen Plans. Nur hat man die Rechnung ohne die betroffenen Menschen gemacht. Die beginnen sich zu wehren, bisher nur zaghaft, aber teilweise schon mit einem Hang zur Gewalt, weil die Not einfach zu groß geworden ist. Die Frage ist, wer zurückrudert: Politik oder Menschen. Vorläufig niemand, was die Sache eskalieren läßt, bis hin zu schweren Unruhen, wie sie im vergangenen Jahr in London zu beobachten waren. Die Auseinandersetzungen in Athen sind nur zaghafte Versuche. Vorläufig werden alle Unruhen durch den Einsatz von Polizei niedergeschlagen. Wir fragen uns aber bereits, wie lange die Polizei noch ohne zu murren dieses Spiel mitmacht. In Portugal haben gerade 5.000 Polizisten gegen die Regierung in Lissabon demonstriert und ihren Rücktritt gefordert (hier). Grund waren die Sparprogramme. Die Regierung wurde als „Diebe“ bezeichnet.


Merkel in Portugal "unerwünschte Person"
(ftd.de) 100 Künstler und Intellektuelle haben Bundeskanzlerin Merkel in einem offenen Brief mitgeteilt, dass sie in Portugal nicht willkommen sei. Sie sehen in der deutschen Regierungschefin die "Hauptförderin der neoliberalen Doktrin, die Europa ruiniert". Mehr…

Kommentar/Ergänzung: Das sind keine Kleingeister, die sich zu Wort melden, sondern alles Leute, die es intellektuell problemlos mit Merkel aufnehmen können. Die Kanzlerin reist am Montag nach Portugal. "Aufgrund des Charakters Ihres angekündigten Besuches und vor dem Hintergrund der katastrophalen ökonomischen und sozialen Lage Portugals betonen wir, dass Sie hier nicht willkommen sind", heißt es in dem am Dienstag im Internet veröffentlichten offenen Brief an Merkel. Verständlich, schließlich treibt die von Deutschland verantwortete Sparpolitik in Südeuropa auch Portugal in den Ruin. Die Entwicklung der Staatsschulden seit 2008 zeigt den Mißerfolg dieser Politik und es ist noch nicht zu Ende: 



Für uns ist es nur noch eine Frage weniger Wochen, bis in Portugal die Regierung vor dem Aus stehen wird und die Menschen selbst vor einem autoritären Staat nach dem Vorbild des früheren Diktators Salazar (Estado Novo) oder gar gleich einer Militärdiktatur nicht mehr zurückschrecken. Längst wird in der Bevölkerung heftig darüber diskutiert.


Belgische Arbeiter stürmen Ford-Werk in Köln
(diepresse.com) 100 Vermummte zündeten Knallkörper und schlugen Fenster ein. Die Arbeiter protestieren gegen die Schließung des Ford-Werks im belgischen Genk. Mehr…

Kommentar/Ergänzung: Europas Automarkt steckt in einer tiefen Rezession, hauptsächlich hervorgerufen durch die Krise in den südeuropäischen Ländern. Wie schlecht es steht, zeigen die Pkw-Neuzulassungen im September 2012 für Europa: 



Der US-Konzern sieht sich, ähnlich wie Genereal Motors, besonders stark davon betroffen. Dabei stehen wir erst am Anfang. Die „Autokrise wird zum Flächenbrand“ titelt beispielsweise die Financial Times Deutschland (FTD) vor wenigen Tagen (hier) und schreibt weiter: »Die Autokrise frisst sich durch die Wirtschaft. Nicht nur die Zulieferer leiden - nun trifft es auch die Chemie-, Stahl- und die Zeitarbeitsbranche.« Das gibt den Chinesen wieder Gelegenheit, weiter günstig in Deutschland einzukaufen. „China schielt auf kriselnde Autozulieferer“ schreibt Format aus Österreich (hier) und findet, daß sich vor allem für kleinere und mittlere Unternehmen ein Überlebenskampf anbahnt: »Investoren aus China könnten laut Einschätzung von Experten bald im großen Stil nach finanziell angeschlagenen Autozulieferern aus Deutschland greifen. "Die Chinesen sind auf Investitionstour, ihre Kriegskasse ist voll und die Absatzkrise der Autohersteller wird hierzulande absehbar zahlreiche Zulieferer in Bedrängnis bringen", sagte der Branchenkenner und Sanierungsfachmann Detlef Specovius. Specovius ist Partner der Kanzlei Schultze & Braun und war unter anderem maßgeblich an der Sanierung des Autozulieferers Saargummi beteiligt, der vor gut einem Jahr an den chinesischen Staatskonzern CQLT ging.« Und Specovius bringt die Gründe für diese Entwicklung auf den Punkt: "In Europa finden Sie fast keinen strategischen Investor mehr. Da ist jeder froh über einen Wettbewerber, der vom Markt verschwindet. Außerdem würden sich die wenigsten zusätzliche Produktionsstandorte ans Bein binden." Die Chinesen hätten dagegen gleich mehrere Motive. "Es geht ihnen nicht nur um westliches Know-How für ihre Produkte, sondern auch um den Marktzutritt. Sie haben verstanden, dass für den Zugang zu den europäischen Autoherstellern die Präsenz vor Ort notwendig ist." Machen wir uns bitte nichts vor und glauben vor allen Dingen nicht den Politikern, die den Einstieg Chinas in Europa als gute Sache verkaufen, das ist es nicht. Es entsteht Druck auf Tausende von Arbeitsplätzen in Europa und damit erhebliches Unruhepotential, selbst wenn die Chinesen ihre guten Absichten beteuern. In absehbarer Zeit verschwinden Know-How und Arbeitsplätze Richtung Fernost, schließlich hat die neue chinesische Führung den großen Plan, das Einkommen der Chinesen zu verdoppeln (hier).




China wird zum heimlichen EU-Mitglied
(welt.de) Die Volksrepublik hat einen neuen Verbund mit osteuropäischen Staaten gegründet. Zweck: gemeinsame wirtschaftliche Projekte. Dabei sind auch zehn EU-Mitglieder. In Brüssel gibt man sich pikiert. Mehr…

Kommentar: Eine treffende Analyse, die uns Bauchschmerzen verursacht. Europa wird erpreßbar und wehrt sich nicht ernsthaft dagegen. Tatsächlich sind Brüssel und die Regierungen in den betroffenen Ländern eher froh über die chinesischen Pläne. In Wahrheit wird sich die Sache entwickeln wie in der Ballade vom Zauberlehrling: „Die ich rief, die Geister, / Werd’ ich nun nicht los.“ Nur gibt es dann keinen Meister, der sie wieder dahin zurückschickt, wo sie hergekommen sind: „In die Ecke, Besen! Besen! Seid’s gewesen. Denn als Geister ruft euch nur, zu seinem Zwecke, erst hervor der alte Meister.“ Angie I, Kaiserin von Europa, und ihr Hofstaat (hier) sind dann schon Geschichte und nicht mehr zur Verantwortung zu ziehen. Leben wahrscheinlich in einem osteuropäischen Altenheim. Weil sie unter der Altersarmut leiden, die sie in ihrer Regierungszeit tatkräftig gefördert haben.


Altersarmut in einem reichen Land
(nachdenkseiten.de) Die Logik eines scheinbaren Widerspruchs haben Gerd Bosbach und Jens Jürgen Korff analysiert. Altersarmut erscheint in der öffentlichen Diskussion oft als unausweichliche Folge der gesellschaftlichen Alterung. Ein Blick ins vergangene Jahrhundert zeigt allerdings, dass eine solche Entwicklung nicht zwangsläufig ist: Die Lebenserwartung stieg in Deutschland von 1900 bis 2000 um über 30 Jahre, der Anteil der Über-65-jährigen stieg von unter 5 auf über 17 Prozent und zugleich halbierte sich der Anteil der Jugendlichen. Gleichwohl nahm die Altersarmut in dieser Zeit nicht zu, sondern sank sogar rapide; auch wuchs der Wohlstand der Erwerbstätigen, und das trotz kürzerer Arbeitszeiten. Wer ohne Scheuklappen in die Zukunft schaut, wird erkennen: Altersarmut ist keine Folge der demografischen Entwicklung, sondern einer gesellschaftlichen Umverteilung von unten nach oben. Das belegen wir in diesem Aufsatz mit zwei einfachen, leicht nachvollziehbaren Überlegungen. Mehr…

Kommentar/Ergänzung: Einer von den Beiträgen zum Thema, der den LeserInnen die Augen öffnen sollte. Deshalb unbedingt lesen. Die folgende Übersicht bildet die aktuelle Situation ab: 




Da fragen wir uns schon, ob es später überhaupt noch für ein Pflegeheim in Osteuropa reicht. Wahrscheinlich entstehen bis dahin neue Pflegeheime, finanziert als Steuersparmodell mit dem Geld deutscher Durchschnittsverdiener, in den Steppen Asiens, direkt neben den Jurten der Einheimischen.



Im Westen nichts Neues
(fuw.ch) Barack Obama bleibt Präsident. Das ist besser so. Für Euphorie gibt es aber dennoch keinen Anlass. Der Hauptgrund, weshalb Obamas Wahl das bessere Resultat ist, liegt in der Nichtwahl von Mitt Romney und nicht in einer ausgeprägten Stärke Obamas. Romneys wirtschaftspolitisches Programm hätte die Lage der USA verschlechtert. Doch mit grosser Wahrscheinlichkeit werden die Republikaner ihre Fundamentalopposition wieder verschärfen und damit dem Land – und indirekt der Weltwirtschaft schaden. Mehr…

Kommentar: Unsere Schweizer Nachbarn bleiben nur verhalten positiv gestimmt. Zu Recht. Diese Analyse beschreibt warum.


Eine Fahrt ins Bodenlose
(tagesanzeiger.ch) Das Fiscal Cliff wird zur entscheidenden Weichenstellung für die zweite Amtszeit von Präsident Obama – und zu einer strategischen Herausforderung für die amerikanischen Polit-Generäle. Mehr…

Kommentar/Ergänzung: Der Präsident muß liefern, sonst geht der amerikanische Traum endgültig verloren. Die Voraussetzungen sind denkbar schlecht, jede vernünftige Maßnahme wird von der unnachgiebigen Haltung der Republikaner bedroht. Obama braucht das Entgegenkommen seiner politischen Gegner und er wird dafür einen hohen Preis zahlen. Politik ist ein schmutziges Geschäft, diese Tatsache wird sich wieder einmal bestätigen. Sicher, Obama wurde mit der US-Finanzkrise seit 2008 ein schweres Erbe hinterlassen. Aus unserer Sicht hat er während seiner ersten Amtszeit aber auch keine einzige Maßnahme ergriffen, die Amerika der Lösung seiner Probleme ein Stück näher gebracht hat. Schlimmer noch, das Gegenteil ist der Fall. So wundert es auch nicht, daß Obamas Schuldenquote weit vor denen anderer US-Präsidenten liegt:   
 
Quelle: zerohedge.com

Wo die Immobilienpreise explodieren
(handelsblatt.com) Die Deutschen reißen sich geradezu um Immobilien. Doch eine aktuelle Studie des DIW sollte Investoren und Häuslebauer misstrauisch stimmen. Denn in Großstädten gibt es erste Anzeichen für eine Preisblase. Mehr…

Kommentar: Jetzt entwickeln sich im deutschen Immobilienmarkt vor unseren Augen alle Zutaten für ein späteres Blutbad, ein Desaster für die Käufer, die blind und den Aussagen der Makler, Banken und Leitmedien vertrauend, sich in diesen Zeiten Häuser oder Wohnungen gekauft haben. Deutschland wird in den Strudel der europäischen Krise geraten, mit üblen Folgen, eben auch bei den Immobilien. Wer will, kann sich einen Vorgeschmack holen und die Märkte in Dänemark, Holland und demnächst Frankreich und der Schweiz (hier), beobachten. Lehrbuchmäßig. 

Quelle: focus.de


Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen.“
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Besser kann man nicht beschreiben, was wir bei unseren Beratungen immer wieder erleben.  

Die täglichen Nachrichten zur politischen Großwetterlage geben regelmäßig die Begleitmusik für ein unabwendbares Ereignis wieder: Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich ein Finanzkollaps. Die Welt befindet sich in einem Teufelskreis, dem die Regierungen hilflos gegenüberstehen. Europa ist mittendrin. Die Banken betrügen hemmungslos weiter und die Politiker helfen ihnen dabei tatkräftig (hier).

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Das bleibt nicht so. Wacht endlich auf, der Traum geht zu Ende! Längst bereitet die Bundesregierung heimlich, still und leise die Enteignung ihrer Bürger vor (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war erst der Anfang.  Außerdem haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen krisenfest zu machen. Jeder besitzt etwas, das er vor staatlichem Zugriff schützen muss. Sprechen Sie dafür mit den richtigen Leuten: uns. Wir wissen worauf es ankommt und können Ihnen helfen. Für unsere Beratung berechnen wir lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.