Donnerstag, 15. November 2012

Standpunkt 452 - Nachrichten-Ticker, 14.11.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...  


Themen: Bundesbank fürchtet Immobilienblase – Lebensversicherungen Demonstrationen in Europa – Krise in Europa – Griechenland – Euro – Inflation – China   


In eigener Sache: 
Ein Update 2.0 zum Thema „Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht“ steht hier für unsere LeserInnen bereit. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik immer dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Außerdem möchten wir uns auf diesem Weg für das riesige Interesse an diesem Beitrag bedanken. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Bundesbank warnt vor Immo-Blase in Deutschland 
(ftd.de) Die Immobilienblasen in Großbritannien, Irland, Spanien und den USA hatten verheerende Folgen. Der Preisanstieg in sieben deutschen Großstädten könnte laut Bundesbank zu einer Verschuldungsspirale führen. Mehr...  

Kommentar/Ergänzung: Danke Bundesbank, für die Bestätigung dessen, was wir bereits prognostiziert haben. Deshalb haben wir dem Beitrag nichts hinzuzufügen. Nur noch den Hinweis auf den zitierten Finanzmarktstabilitätsbericht 2012, den gibt es hier


"Dann sind Insolvenzen unumgänglich" 
(manager-magazin.de) Niedrigzinsen setzen Lebensversicherern zu - viele Deutsche wenden sich von ihrem einstigen Lieblingsprodukt ab. Die Assekuranz muss Vertrauen zurückgewinnen, sagt Versicherungsexperte Hermann Weinmann: Sie muss Abschlusskosten deckeln, schlecht wirtschaftende Anbieter bloßstellen - und sich auf keinen Fall in spekulative Investments treiben lassen. Mehr... 

Kommentar: Auch dieser Beitrag zeigt, eines der liebsten Anlagen der Deutschen gerät immer mehr in die Defensive. Aus gutem Grund. Sicher ist nach unserer Einschätzung, daß die ersten pleitebedingten Übernahmen nicht mehr weit weg sind. Das wird ein Paukenschlag und hoffentlich vielen Anlegern die Augen öffnen. Bisher wechselten schon komplette Lebensversicherungssparten den Eigentümer, ohne daß die Öffentlichkeit davon wirklich Kenntnis genommen hat


Die große Lebensverunsicherung 
(manager-magazin.de) Die Lebensversicherung steht im Feuer wie schon lange nicht mehr. Die Zweifel der Versicherten wachsen, das Geschäftsmodell wankt. Der Lobbyverband GDV steuert wortreich dagegen. Die Zahlen aber überzeugen nicht. Mehr... 

Kommentar: Nachdem alle wichtigen Leitmedien Deutschlands sich mit diesem Thema beschäftigt haben, meldet sich auch das Manager Magazin noch zu Wort. Leider versäumt es auch dieser Autor, sich mit dem Enteignungspotential dieser Anlageklasse auseinanderzusetzen. Was wir in diesem Zusammenhang erleben, formulierte Kurt Tucholsky zu seiner Zeit schon treffend so: "Der geschickte Journalist hat eine Waffe: das Totschweigen - und von dieser Waffe macht er oft genug Gebrauch." 


Europa meutert gegen Sparpolitik 
(ftd.de) In vielen EU-Krisenländern fahren die Regierungen einen scharfen Sparkurs. Die Arbeitslosigkeit steigt, viele Bürger fühlen sich betrogen. Nun ruft auch der Europäische Gewerkschaftsbund zum Widerstand auf. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Es wird nicht dabei bleiben. Das war ein Anfang. Noch etwas zögerlich. Schon das nächste Mal wird mehr Eindruck machen, weil die Demonstrationen größer ausfallen und die Gewalt zunimmt, weil die Staatsgewalt überreagiert. Demnächst sollen die Spardiktate den Menschen regelrecht reingeprügelt werden. Die aktuellen Fernsehbilder zu den Demonstrationen bieten einen Vorgeschmack. Beispielhaft dazu der Spiegel: "Anti-Spar-Proteste eskalieren in Gewalt" (hier) und faßt die Ereignisse so zusammen: "Es sollte ein friedlicher Protesttag gegen die Sparpolitik in Europa werden - doch vor allem in Spanien und Italien kam es zu schweren Ausschreitungen. In Madrid feuerte die Polizei Gummigeschosse gegen Demonstranten ab. In Turin wurde ein Polizist mit Baseballschlägern schwer verletzt."


Goldman Sachs: Griechenland braucht Schuldenschnitt von 80 Milliarden Euro 
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Griechenlands Schulden in Höhe von 320 Milliarden Euro können nur mit einem weiteren Schuldenschnitt nachhaltig abgebaut werden, so Goldman Sachs. Damit erhöht die Investmentbank den Druck auf die EZB und die europäischen Steuerzahler. Mehr... 

Kommentar: Goldman Sachs, nach unserer Ansicht der große Strippenzieher hinter der Krise in Europa, meldet sich zu Wort und stärkt denen den Rücken, die sich für einen neuen Schuldenschnitt stark machen. Die Begründung ist hölzern, oder es ist beabsichtigt, die Saat für weitere Schuldenschnitte in Europa zu legen, an denen die Finanzindustrie auf beiden Seiten klotzig verdienen wird.


Mit Vollgas ins Euro-Desaster 
(spiegel.de) Gibt es für Griechenland noch ein Ende ohne Schrecken? Eigentlich undenkbar. Schuld daran ist die grassierende Euro-Skepsis und die Unehrlichkeit der deutschen Politik. Der Tag der Wahrheit droht 2013 - vor der Bundestagswahl. Kolumne von Wolfgang Münchau. Mehr...

Kommentar: Münchau schwächelt. Alles doch schon hinreichend bekannt, was er in seinem neuen Beitrag zum Besten gibt. Nicht verstanden haben wir, warum er Merkel für die "vielleicht letzte Verteidigerin des Euro" hält. Dazu gibt es überhaupt keinen Anlaß. Eher vermittelt die deutsche Kanzlerin den Eindruck, mit Leib und Seele die Interessen der Finanzindustrie zu verteidigen. Die Haltung der Bundesbank ist nach unserer Ansicht nicht so eindeutig, wie Münchau es beschreibt. Historisch betrachtet ist die Deutsche Bundesbank nicht nur der Geldwertstabilität verpflichtet, sondern auch eine Interessenwahrerin der Banken in Deutschland. Der österreichische Ökonom Stephan Schulmeister hält sie primär für eine Hüterin des Finanzkapitals. Seine Untersuchung dazu, die er im Dezember 1997 veröffentlicht hat, überschreibt er so: “Die Bundesbank: Hüter der Stabilität oder des Finanzkapitals?” Wir haben dieser Untersuchung vor einiger Zeit in unserer Reihe "Europas Krise: Titel, Thesen, Lösungen!" einen eigenen Beitrag gewidmet (hier). Die aktuelle Rolle der Bundesbank in der europäischen Krise bleibt im Dunkeln, da kann ein bisschen kritische Auseinandersetzung nicht schaden, statt ihren Mythos immer weiter zu pflegen: "Nicht alle Deutschen glauben an Gott, aber alle glauben an die Bundesbank", erkannte bereits 1987 Jaques Delors


Füllhorn: Schäuble will Griechenland drei Tranchen auf einmal auszahlen 
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Griechenland soll nach dem Willen von Bundesfinanzminister Schäuble 44 Milliarden Euro auf einmal ausbezahlt bekommen. Das Geld ist vor allem für den Schuldendienst gedacht. Mehr... 

Kommentar: Es ist doch wirklich ein Trauerspiel, was gerade rund um Griechenland abgezogen wird. Lügen, Tricksen und Täuschen sind die Mittel, mit denen Europas Politiker versuchen, die Krise in Schach zu halten. Der Zweck heiligt die Mittel, die alte Volksweisheit, greift aber leider nicht: die Krise frißt sich weiter durch Europa. 


Der Euro geht sicher unter - Interview mit Eichelburg 
(preussische-allgemeine.de) Geht es um Themen wie die Vorsorge in Zeiten der weltweiten Finanzkrise oder Inflation, dann gilt Walter Eichelburg als einer der gefragtesten Experten im deutschprachigen Raum. Der Österreicher betreibt nicht nur das vielbeachtete Informationsportal „www.hartgeld.com“, sondern er berät seit Jahren in seinen Seminaren auch Anleger zu Fragen des Investment in Edelmetallen. Mehr... 

Kommentar: Leider ist Eichelburg einer, der schon seit Jahren regelmäßig für nahezu jedes verlängerte Wochenende eine Währungsreform vorhersagt. Bisher ohne Erfolg. Das Interview geht in diese Richtung. "Deutsche Privatanleger besitzen 7.000 Tonnen Gold" behauptet er und versichert, "wer nach dem Euro-Untergang das Gold hat, wird die Regeln machen." Eichelburg setzt darauf, daß die neue Währung goldgestützt ist, was wir sehr stark anzweifeln. Eine Währung an Gold zu binden kann nur im Rahmen einer internationalen Verabredung funktionieren. Das wird scheitern: an den USA und an China, in Europa beispielsweise an Großbritannien und Frankreich. Ein deutscher Alleingang? Unmöglich. Wir wollen, im Gegensatz zu Eichelburg, nicht spekulieren, können uns aber im internationalen Kontext eine Bindung an Silber vorstellen. China verfügt über erhebliche Silbervorräte, aber vergleichsweise nur geringe Goldbestände.  Die angeblichen 7.000 Tonnen Gold deutscher Privatanleger wird einem Goldbesitzverbot nach US-Vorbild (hier) zum Opfer fallen.  


„Unmittelbar besteht kein Anlass zur Sorge vor einer höheren Inflation” 
(bundesbank.de) Interview mit Dr. Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank, in der Rheinischen Post vom 10.11.2012. Mehr...  

Kommentar: Wer hat denn nun recht? Die Möchtegern-Experten, die ständig die Inflation herbeireden, oder der oberste deutsche Währungshüter? Dieses Interview verschafft darüber keine Klarheit, bietet aber eine Menge an Informationen über die augenblickliche Haltung zur Krise in Europa.  


Die Lüge vom chinesischen Traum 
(zeit.de) Chinas Mittelschicht wächst, die Führung des Landes verspricht steigende Einkommen. Doch die Jugend des Landes verharrt in Angst. Mehr...  

Kommentar: Eine äußerst aufschlußreiche Sicht auf die chinesischen Verhältnisse. Unbedingt lesen. Hat nichts zu tun mit den üblichen Lobhudeleien über das Reich der Mitte. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen.“ 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Besser kann man nicht beschreiben, was wir bei unseren Beratungen immer wieder erleben. 

Die täglichen Nachrichten zur politischen Großwetterlage geben regelmäßig die Begleitmusik für ein unabwendbares Ereignis wieder: Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich ein Finanzkollaps. Die Welt befindet sich in einem Teufelskreis, dem die Regierungen hilflos gegenüberstehen. Europa ist mittendrin. Die Banken betrügen hemmungslos weiter und die Politiker helfen ihnen dabei tatkräftig (hier). 

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Das bleibt nicht so. Wacht endlich auf, der Traum geht zu Ende! Längst bereitet die Bundesregierung heimlich, still und leise die Enteignung ihrer Bürger vor (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang.  Außerdem haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.  
 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen krisenfest zu machen. Jeder besitzt etwas, das er vor staatlichem Zugriff schützen muss. Sprechen Sie dafür mit den richtigen Leuten: uns. Wir wissen worauf es ankommt und können Ihnen helfen. Für unsere Beratung berechnen wir lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.