Samstag, 17. November 2012

Standpunkt 454 - Nachrichten-Ticker, 16.11.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...    


Themen: Gustl Mollath – Lebensversicherungen Immobilienblase – Italien – Griechenland – Frankreich – Autoindustrie – Sonderwirtschaftszonen – Deutschland - Bankenhaftung – Großbritannien  


Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht“
Seit einigen Wochen steht ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik immer dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Außerdem möchten wir uns auf diesem Weg für das riesige Interesse an diesem Beitrag bedanken. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Der irre Fall des Querulanten Gustl Mollath 

(diepresse.com) Ein Mann entdeckt ein Geldwäschernetzwerk in einer HVB-Filiale, deckt es auf – und wird in einer geschlossenen Anstalt weggesperrt: Bayern hat einen veritablen Justizskandal. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Die Badische Zeitung titelt dazu "Ein Irrer, der im Recht ist?" (hier). Diese Posse zeigt, wie korrupt die Politik geworden ist. Selbst die Justiz ist nicht frei von Schuld. Die zuständige Justizministerin, Beate Merk von der CDU, nimmt es offensichtlich mit der Wirklichkeit, oder  besser - mit der Wahrheit, nicht so genau, wie ein Interview eindrucksvoll zeigt, das mit ihr von Report Mainz geführt wurde (hier). Die Verwunderung darüber hält nicht lange an. Schon seit 30 Jahren deckt die Justiz die alljährlich stattfindenden Betrügereien mit Steuerspar-Immobilien. Klagen Betroffener werden regelmäßig abgeschmettert und auf diese Weise den Banken ein lukratives Geschäft erhalten, das in hoffnungslosen Fällen als einzigen Ausweg in den Selbstmord geführt hat. Wer sich für die Hintergründe des Falles Gustl Mollath interessiert, der wird hier fündig. 


„1,5 Prozent Zins reicht zum Überleben aus“ 
(handelsblatt.com) Maximilian Zimmerer ist ob der niedrigen Zinsen weit entfernt von Panik. Ganz ruhig schlafen kann aber auch der Finanzvorstand der Allianz nicht. Was ihn nervös macht und wie die Lebensversicherung durch die Krise kommt. Mehr...

Kommentar:  Der Mann muß ein Rechenkünstler sein, wenn er behauptet, 1,5% reichen zum Überleben aus. Letztlich spielt es aber keine große Rolle, wieviel Zins die Gesellschaften in Zukunft erwirtschaften. In den deutschen Lebensversicherungen stecken Ansprüche von rund 2,5 Billionen Euro, an denen sich der Staat irgendwann schadlos halten wird. Schlimmer noch, er wird sogar auf der Weiterzahlung der Beiträge bestehen, ohne daß den Betroffenen der Anspruch auf die Versicherungsleistung erhalten bleibt. Dafür wurde 2011 extra § 89 VAG (Versicherungsaufsichtsgesetz) neu gefaßt (hier). Wer von den LeserInnen ernsthaft glaubt, der Staat wird von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch machen, der sollte sich unbedingt damit beschäftigen, wie skrupellos frühere Regierungen in Deutschland sich an den Ersparnissen der Bürger vergriffen haben. 


Deutsche Bank sieht keine Immobilienblase 
(handelsblatt.com) Die Deutsche Bank kann auf dem heimischen Immobilienmarkt noch keine Blase erkennen. Zwar sei die Nachfrage nach Wohneigentum groß, sagte ein Top-Manager der Bank. Man sehe aber noch keine Überhitzung. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Natürlich sieht die Deutsche Bank keine Immobilienblase. Schließlich geht es ihr um die Sicherung des Jahresendgeschäftes, zu dem Hypotheken einen wichtigen Beitrag leisten. Gleichzeitig läuft eine Werbekampagne im Internet zur Förderung des Hypothekengeschäfts der Bank. Die Bundesbank mit ihren Bedenken einer Immobilienblase (hier) stört da nur. Wir empfehlen noch einmal einen Blick über die Grenze ins nahe Ausland: selbst die Schweiz, Holland oder Dänemark kämpfen bereits mit einer Immobilienblase. Frankreich und Österreich sind in den Startlöchern. Von den PIIGS-Staaten reden wir schon nicht mehr, da stehen die Immobilienmärkte längst völlig unter Wasser. "Hauspreise fallen in den meisten Ländern der Währungsunion" beschreibt die F.A.Z. die rauhe Wirklichkeit (hier).


Italien hat genug von Monti 
(format.at) Knapp zwei Drittel der Italiener lehnen einer Umfrage zufolge eine zweite Amtszeit von Ministerpräsident Mario Monti ab. Mehr... 

Kommentar: Die österreichische Presse lobte gestern noch Monti für seine Radikalkur in Italien und behauptet, Monti "punktet bei den Italienern" (hier). Tatsächlich sprachen sich in der Umfrage satte 62% gegen Monti aus. Seine persönliche Zustimmung hat sich auf 36% halbiert. Die Presse hat versucht, Monti schönzuschrieben.  


Samaras verdient Unterstützung 
(faz.net) Die griechische Regierung erwartet für ihre Sparbemühungen die Belohnung in Form der nächsten Kredittranche. Die Partner in der EU tun sich und Griechenland keinen Gefallen, wenn sie mit der Auszahlung lange zögern. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Die Überschrift gab uns für einen kleinen Moment Anlaß zur Hoffnung, bis wir den Artikel gelesen haben und zu der Stelle gekommen sind, an der vom Autor auch wieder nur die alte, falsche Behauptung wieder hervorgeholt wurde, nach der Griechenland "zu lange und zu verschwenderisch von Krediten gelebt" habe. Kurz danach gab es gleich die nächste Falschmeldung: "Die neuen Kredite könnten Griechenland wieder etwas Schwung bringen, vor allem, wenn sie bald ausbezahlt werden. Womöglich gibt es sogar Aufholeffekte in der Konjunktur." Der so beschriebene Effekt würde voraussetzen, daß von den Milliarden-Hilfen irgendetwas in der griechischen Wirtschaft oder bei den Menschen ankommt. Das ist nicht der Fall, wie schon die letzte Rettungsaktion gezeigt hat. Einen Beitrag zu diesem Thema haben wir mit "Fata Morgana Griechenland-Rettung" überschrieben (hier). Für Samaras Unterstützung einzufordern, erscheint uns unter diesen Umständen sehr scheinheilig. 


Die französische Wirtschaft wird zur Zeitbombe 
(welt.de) Das Wachstum im Nachbarland dümpelt an der Null-Linie entlang. Und Besserung ist kaum in Sicht. Präsident François Hollande will zwar Reformen anpacken. Entschlossenes Handeln aber sieht anders aus. Mehr... 


Quelle: economist.com


Kommentar/Ergänzung: Ursache ist die Krise in Südeuropa, kaum die Probleme zu Hause. Anders als in Deutschland war in den vergangenen Jahren die Binnennachfrage in Ordnung, wichtige Industriezweige wie Auto und Rüstung funktionierten. 




Die brutalen Umsatzrückgänge der Autoindustrie durch die massive Kaufzurückhandlung in Spanien, Italien, Portugal und Griechenland, hinterlassen tiefe Spuren in Frankreich. 


Quelle: wirtschaftsfacts.de

 Ein Ausgleich durch höhere Verkäufe in die Schwellenländer findet nicht statt. Die Folge sind steigende Arbeitslosenzahlen, verschärfend wirken außerdem Probleme der Banken und die absehbaren Schwierigkeiten im heimischen Immobilienmarkt. Die ZEIT behauptet, Schuld an der Entwicklung in Frankreich sei ein "unglaublicher Reformstau" (Quelle: "Bon courage!", hier). Jetzt soll es das deutsche Vorbild richten. Damit würde Frankreich seine Krise und die Krise in Europa nur noch zusätzlich verschärfen. Längst ist es doch ausgemachte Sache, daß Deutschlands Modell der Verbindung von Agenda 2010 und Leistungsbilanzüberschuß, erhebliche Schuld an der Schwäche Europas trägt.

Quelle: zeit.de


Autobranche in der Krise: Das große Darben 
(fr-online.de) Absatzeinbrüche, Überkapazitäten und Werksschließungen: In Europa werden immer weniger Neuwagen gekauft. Alleine in Spanien hat sich der Automarkt binnen fünf Jahren halbiert. Eine Wende ist vorläufig nicht zu erwarten. Mehr... 

Kommentar: Am Beispiel Spaniens werden die Folgen beschrieben. Es war absehbar. Wer das für eine Überraschung hält, der verschließt krampfhaft die Augen vor der Wirklichkeit





Sonderwirtschaftszonen sollen Euro-Krisenländer retten 
(handelsblatt.com) Griechenland ist quasi pleite und auch andere Südländer liegen wirtschaftlich am Boden. Händeringend gesucht wird ein Wachstumsbringer. Welche Möglichkeit die internationalen Geldgeber haben, skizziert das DIW. Mehr... 

Kommentar: Nur Flickwerk ist es, was den Experten einfällt, sonst nichts. Sonderwirtschaftszonen waren bisher in der EU verboten. Aus gutem Grund. Sonderwirtschafszonen funktionieren nur mit erheblichen Steuervorteilen und  massiven Subventionen. Ein doppelter Nutzen für ausländische Investoren: Steueroase verbindet sich mit nahezu unbegrenzter Liquidität zu günstigsten Konditionen. Außerdem ergänzt um ein Tarif- und Arbeitsrecht, das diesen Namen eigentlich nicht führen darf. Von Recht nämlich weit und breit keine Spur. Das Ergebnis: keine nennenswerten Steuereinnahmen, kaum Konsum, weiterhin eine zu hohe Staatsschuldenquote. Ein Teufelskreis. 


Das große Aber 
(zeit.de) Deutschland kommt unbeschadet durch die Krise – aber nur, wenn Amerika und China weiterhin viel kaufen. Mehr... 

Kommentar: Jetzt fängt auch noch Mark Schieritz an, die absehbare Entwicklung in Deutschland schönzuschreiben. Schade. Offensichtlich ermüden auch die letzten Realisten. 


Kolumne: Thomas Fricke - Angie, hilf! 
(ftd.de) Die deutsche Wirtschaft ist weit näher an einer Rezession, als es Bundesregierung und Daueroptimisten behaupten. Höchste Zeit, einen Rettungsplan für 2013 vorzubereiten. Noch ist der Konjunktursturz nur in manchen Branchen zu spüren. Die Autobranche fährt wieder Kurzarbeit. In Bankhäusern laufen beschleunigt die Entlassungswellen. Und es soll hochwertige Qualitätszeitungen geben, denen es vorübergehend nicht so gut geht. Alles in allem wächst die Wirtschaft ja trotzdem noch, wie am Donnerstag gemeldet wurde. Entsprechend gelassen scheinen Prognostiker, Wirtschaftsminister und Bundeskanzlerin zu reagieren. Von Auszeit am Arbeitsmarkt ist die Rede. Vom Wiederaufleben der Konjunktur ab 2013. Und von der deutschen Stärke, frei nach Philipp Rösler. Da soll die Rezession es mal
wagen. Was ein bisschen skeptisch macht, ist, dass solche Sprüche fast immer zu hören sind, bevor die Wirtschaft in Rezessionen stürzt. Das Risiko könnte bei beschleunigt abstürzenden Frühindikatoren und auslaufender Schonfrist für die deutsche Wirtschaft bereits zunehmen. Es wäre nicht das erste Mal, dass Auguren dies unterschätzen. Und auch nicht das erste Mal, dass die Kanzlerin erst spät reagiert. Dabei lässt sich der Sturz jetzt noch abwenden. Mehr... 


Kommentar: Der Ruf wird ungehört verhallen. Schließlich hat Angie alle Hände voll damit zu tun, die Krise in Europa zu lösen. Deren Ursache wird in Südeuropa verortet, statt in den Bilanzen der Banken oder dem Ungleichgewicht in den Leistungsbilanzen. Das ist die Crux. Konjunkturprogramme alleine helfen da wenig. 


Ökonom: "Brauchen haftendes Bankkapital" 
(derstandard.at) Forscher Jan Pieter Krahnen will "neuartige" Schulden, damit Banken nicht mehr mit Steuergeld gerettet werden müssen. Mehr... 

Kommentar: Krahnen hat im Auftrag der EU-Kommission am Liikanen-Report zur Bankenreform mitgearbeitet, den er in diesem Interview näher erläutert. Was auch bei Krahnen fehlt ist eine Lösung für die rund 18 Billionen Euro Müll in den Bilanzen der Banken (hier). Nach wie vor gilt: Ohne Zerstörung der Zocker-Banken keine Krisenlösung. Der Mann sollte das wissen. 


Großbritannien driftet in den EU-Austritt 
(diepresse.com) Premierminister Cameron attackiert und blockiert derzeit die EU nach Lust und Laune. Daheim steht er aber mit dem Rücken zur Wand. Denn er hat eine innenpolitische Lawine losgetreten, die kaum noch zu bremsen ist. Mehr... 

Kommentar: Großbritannien wird aus der EU austreten - wenn Amerika es erlaubt. Das sehen wir noch nicht, was wir sehr bedauern. Gerne würden wir es endlich erleben, daß Großbritannien und EU getrennte Wege gehen.  Der Nutzen für Kontinental-Europa wäre immens, davon sind wir überzeugt. Für Großbritannien schätzen wir die Folgen nicht so günstig ein. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Besser kann man nicht beschreiben, was wir bei unseren Beratungen immer und immer wieder erleben. Es ist offensichtlich brutal schwer, sich von den liebgewonenen, teilweise sogar ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, sich und seine Ersparnisse auf das Unabwendbare vorzubereiten.

Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich ein Finanzkollaps. Die Regierungen schauen diesem Treiben vollkommen hilflos zu. Schlimmer: Die Banken betrügen hemmungslos weiter und die Politiker helfen ihnen dabei tatkräftig (hier). 

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Das bleibt nicht so. Dieser Traum geht zu Ende! Längst bereitet die Bundesregierung heimlich, still und leise die Enteignung ihrer Bürger vor (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang.  Außerdem haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.  
 


Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff so weit wie möglich in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen dabei helfen. Für unsere Beratung berechnen wir lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.