Sonntag, 18. November 2012

Standpunkt 455 - Nachrichten-Ticker, 17.11.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...     


Themen: Schwarzgeld – Jean-Claude Juncker Mario Monti – EU-Reform – EU-Krise – Frankreich – Luxemburg – US-Konsum – JP Morgan, Credit Suisse - China  


Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht“
Seit einigen Wochen steht ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik immer dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Außerdem möchten wir uns auf diesem Weg für das riesige Interesse an diesem Beitrag bedanken. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Steuer und Kriminalität 
(wirtschaftsblatt.at) So lange Staaten mit Steuer- und Geldflucht prächtig verdienen, so lange bleibt die kriminelle Energie intakt. Mehr... 

Kommentar: Ein aufschlußreicher Artikel. 

 
Juncker will keine "Vereinigten Staaten von Europa"
(wort.lu)  Luxemburgs Ministerpräsident Jean-Claude Juncker hält nichts von einem Zusammenschluß der EU-Länder. Die Menschen wollten keine Vereinigten Staaten von Europa im Sinne der USA haben, sagte der Chef der Euro-Gruppe der „Neuen Westfälischen“. Die Menschen bräuchten ihren nationalen und regionalen Referenzrahmen; Gemütlichkeit, in der man sich wohlfühle. “Wir möchten Luxemburger, Deutsche und Westfalen bleiben“, sagte Juncker. Als junger Europapolitiker, der sich im “Sturm und Drang” befand, hätte er die Lage anders bewertet, doch heute sei Juncker der Meinung, “dass die Menschen keine Vereinigten Staaten von Europa im Sinne der USA haben wollen”. Mehr... 

Kommentar: Wir glauben Juncker kein Wort. Er weiß: Die USA sind voll von regionalen Eigenheiten und trotzdem funktioniert es. Seine Aussage dient als Placebo. Dieses Ziel wird bestenfalls auf Eis gelegt - bis nach der Bundestagswahl 2013. 


Monti feiert: "Haben Italien und die Eurozone gerettet" 
(format.at) Das Kabinett um den italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti feiert sein erstes Jahr im Amt und hat eine Bilanz seiner bisherigen Regierungstätigkeit veröffentlicht. "Ohne die Sparpolitik der Regierung würde es den Euroraum vielleicht heute nicht mehr geben", heißt es in einer am Samstag auf der Webseite der Regierung veröffentlichten Presseaussendung. Die Leistungen der Italiener zur Eindämmung der Schuldenkrise bezeichnete die Regierung als beispiellos in der republikanischen Geschichte des Landes. Dank der harten Arbeit habe Italien im abgelaufenen Jahr auf internationaler Ebene an Ansehen zurückgewonnen. Italien - Gründungsmitglied der EU - sei wieder ein aktiver Partner und ein Hauptakteur der strategischen Beschlüsse der EU, hieß es. Die Regierung hob die wichtigsten Reformen hervor, die verabschiedet worden seien. Prioritär seien vor allem die Reform des Pensionswesens und des Arbeitsmarkts. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Noch so eine Flitzpiepe, dieser Mario Monti. Hält sich doch tatsächlich für Super-Mario. Hoffentlich richten sich seine Ex-Kollegen bei Goldman Sachs auch nach seinen Angebereien. Sonst wird es noch enger für den italienischen Superman, der zwischendurch sein Kabinett damit beschäftigt hat, über den Einsatz der Streitkräfte im Innern zu entscheiden, weil er erhebliche Unruhen bei seinen Italienern fürchtet. Die sind nämlich mit seinen heroischen Leistungen ganz und gar nicht einverstanden. Wie "gut" es um Italien bestellt ist, zeigt die folgende Grafik sehr anschaulich:


 
Die Industrieproduktion befindet sich auf dem Niveau von 1988. Super-Leistung, Mario Monti. 

Giscard d'Estaings neues Europa 
(sueddeutsche.de) Weniger Macht für die Nationalstaaten, mehr Entscheidungsgewalt auf EU-Ebene. Der ehemalige französische Staatspräsident Valéry Giscard d'Estaing plädiert für eine Neuordnung der Eurozone und den Aufbau einer "Währungs-, Haushalts- und Steuergemeinschaft". Deutschland und Frankreich sieht er dabei in der Pflicht. Mehr...

Kommentar: Seine Ideen sind nicht gerade neu. Und vor allen Dingen momentan nicht durchsetzbar. Scheinbar sieht er das ähnlich. Immerhin läßt er dieser Entwicklung Zeit bis 2030. Besser hätte er daran getan, einen nützlichen Beitrag zur Lösung der europäischen Krise zu leisten. Dafür bleibt nicht mehr sehr viel Zeit. 


Die beste Krise der EU 
(fuw.ch) Alexander Stubb, der finnische Minister für europäische Angelegenheiten und Aussenhandel, erklärt im Interview mit «Finanz und Wirtschaft», warum die Eurokrise die EU weiterbringt. Mehr... 

Kommentar: Noch so einer der findet "die Integration wird sich verbessern und vertiefen" in Europa. Natürlich mißt er Finnland in dieser Entwicklung eine wichtige Rolle zu, nicht zuletzt wegen seiner Stabilität und des hervorragenden Rankings. Stubb übersieht dabei, daß beides von der Gunst der Spekulanten abhängt und diese sich schnell in das Gegenteil verkehren kann. Offensichtlich glauben die kleinen europäischen Staaten an ihre übergroßen Fähigkeiten und drängen sich deshalb zur Zeit gerne in den Vordergrund. Auffällig sind außerdem Lettland und Luxemburg. Sogar der Pleite-Staat Island meldet sich ungefragt zu Wort und generiert sich als Vorbild für den Umgang mit seiner Beinahme-Pleite. Erstaunlich: In vielen deutschsprachigen Medien und Foren wird Island tatsächlich dafür gefeiert, statt gefeuert. Zurück zu Alexander Stubb. Höchststände bei den Arbeitslosenquoten, Millionen Menschen in der Armut, steigende Selbstmordraten, Totesfälle wegen fehlender medizinischer Versorgung, Europa auf dem Weg in die Rezession, sind die Folge der besten Krise der EU. Der Mann ist ein eiskalter Politiker. Seine Weisheiten kann er verbreiten, weil die Regierungen der großen europäischen Staaten sich als handlungsunfähig erweisen (hier). 


Frankreich: Die Zeitbombe in den Vorstädten
(heise/telepolis.de) "Wir hier, ihr dort" - Frankreich: In den "sensiblen urbanen Zonen" steigt die Armut und die Arbeitslosigkeit weiter, die Politik hat bislang keine funktionierende Lösung dafür gefunden.
Mehr als 4 Millionen Bewohner leben in 751 sensiblen urbanen Zonen, wie die Vorstädte amtlich genannt werden - "zones urbaines sensibles" (ZUS). Die Banlieues beunruhigen. Seit 2005 in Clichy-sous-Bois Unruhen ausgebrochen sind, über die weltweit berichtet wurde (11. Nacht: 1408 verbrannte Autos), sind die Bilder von abgefackelten Autos, Jugendlichen mit hochgereckten Armen und martialischen Polizisten zu Ikonen sozialer Aufstände geworden. Sie dienten etwa als Hintergrund für eine Sendung des amerikanischen Fernsehkanals Fox, in der es um ein Buch ging, das Kommentator Glenn Beck als "möglicherweise das Böseste, das ich jemals gelesen habe" bezeichnete. Dämonisch und spektakulär muss es zugehen, wenn es sich um die Banlieues handelt, sonst schaut keiner hin. Mehr... 

Kommentar: Unbedingt lesen. Es lohnt sich jedenfalls für alle, die sich mit der kommenden Situation in Europa näher auseinandersetzen wollen, um sich frühzeitig darauf einstellen zu können. Kommt die Krise in Frankreich an, was für uns längst beschloßene Sache ist, dann muß sich Hollande warm anziehen und der Rest Europas begreifen, was seit drei Jahren alles versäumt wurde, um die schlimmsten Auswüchse zu verhindern. 


Luxemburger Unternehmer zunehmend pessimistisch 
(wort.lu) Im Oktober 2012 wurde die Befragung zum “Luxembourg Business Compass” zum achten Mal durchgeführt. Die Ergebnisse dieser von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG und dem “Luxemburger Wort” in Auftrag gegebenen Umfrage liegen jetzt vor und zeigen eine deutliche Verschlechterung bei den Erwartungen der Luxemburger Firmenchefs. Der schon in den beiden vorangegangenen Befragungswellen (Oktober 2011 und April 2012) feststellbare negative Trend in den Erwartungen der Luxemburger Wirtschaftsführer zur Entwicklung der Wirtschaft in den kommenden 12 Monaten hat sich auch aktuell fortgesetzt. Dabei erwarten die befragten Unternehmer sogar erstmals seit April 2009 im Durchschnitt wieder einen Rückgang der Wirtschaftsleistung, d.h. rechnen mit einer Rezession. Mehr... 

Kommentar: Luxemburg galt jahrzehntelang als Hort der Stabilität und wirtschaftlicher Prosperität. Damit scheint Schluß zu sein. Das winzige Land wird aufgerieben in der Fortsetzung der europäischen Krise. Kein Grund zur Freude für alle anderen, eher zu erhöhter Vorsicht. Luxemburg war bisher auch politisch ein Stabilitätsanker. Plötzlich wird offen darüber diskutiert, ob Jean-Claude Juncker überhaupt noch einmal gewählt wird. Eine kleine Revolution. 




Big Miss In Retail Sales Paints Grim Picture For Holiday Shopping 
(zerohedge.com) Here we go with the "but, but, Sandy" excuses. The just announced October retail sales tumbled, with their worst miss of expectations since May 2010, and the first sequential decline since June: printing at -0.3% for both the headline and the 'ex autos and gas', on expectations of a -0.2% and +0.4% rise. Ignoring for a second that the Commerce Department said that Hurricane Sandy had both positive (remember those massive lines in various stores ahead of Sandy) and negative impacts on retail sales, it would be truly inconceivable for the sellside Wall Street consensus of diploma'ed PhDs, which knew about Sandy's impact on retail sales well in advance, and thus could adjust its numbers, to actually, you know, adjust its numbers. Either way there is no way to spin the longer term major store sales trend (last chart), which shows that the US consumer, out of money, out of
credit, and out of savings is entering the holiday season with little to zero disposable spending power. Read more... 

Kommentar: Dieser Beitrag bestätigt eindeutig: Die Berichterstattung in den deutschsprachigen Medien über das Konsumverhalten der Amerikaner ist falsch. Der US-Konsument hat kein Geld und so verhält er sich auch. Selbst die angeblich guten Verkaufszahlen im Pkw-Geschäft, über die hierzulande gerne berichtet wird, stimmen nicht. Die US-Hersteller zählen als Verkäufe schon, was die Fabrik Richtung Händler verlassen hat. Deshalb sind auch die US-Verkaufszahlen der deutschen Hersteller mit höchster Vorsicht zu genießen.


Saftige Strafen für JPMorgan und Credit Suisse 
(wirtschaftsblatt.at) Falsche Beratung. Die beiden Großbanken einigten sich mit US-Börsenaufsicht SEC auf Strafzahlungen wegen Hypothekenkrise. Schuldeingeständnisse machten die Banker damit nicht. Mehr... 

Kommentar: Wenigstens unternehmen die USA den Versuch, die schlimmsten Verursacher der Hypothekenkrise zu bestrafen. Bringt wenigstens ein bisschen Geld in die Kasse und setzt so ein kleines Zeichen. In Europa ist man davon noch meilenweit entfernt, ignoriert regelrecht alle Straftatbestände. 


Chinas Wachstumsherausforderung 
(project-syndicate.org)  Der gerade beendete 18. Kongress der kommunistischen Partei Chinas wurde über die allgegenwärtigen Fernsehschirme in Zügen und U-Bahn-Stationen live übertragen. Die geschäftigen Einwohner von Peking schienen dem aber nicht viel Aufmerksamkeit zu schenken: Für sie war es der ganz normale Lauf der Dinge. 
Dass die chinesische Öffentlichkeit dem zeremoniellen Machtwechsel ihres Landes nur wenig Interesse entgegen bringt, überrascht kaum. Alle wichtigen Entscheidungen wurden bereits lange vor dem Kongress getroffen – hinter verschlossenen Türen und ohne viel Einfluss von außen. Allerdings wird erwartet, dass dieser scheinbar nahtlose Übergang ein komplexes und potenziell schwieriges Jahrzehnt für China einleitet – ebenso wie für den Rest der Welt. 
China befindet sich an einem Wendepunkt. Angesichts von immer noch über 100 Millionen Menschen unterhalb der Armutsgrenze und einem nominalen Pro-Kopf -Einkommen von nur etwas über 6.000 USD wird weiterhin ein deutliches Wachstum benötigt. Der scheidende Präsident Hu Jintao deutete an, dass das BIP und das Pro-Kopf-Einkommen sich bis 2020 verdoppeln sollten, was ein durchschnittliches jährliches Wachstum von 7,5% voraussetzen würde. Kann dies erreicht werden?
Die kürzlichen Verbesserungen der Daten für Industrieproduktion, Anlageinvestitionen und Einzelhandelsverkäufe legen nahe, dass sich die chinesische Wirtschaft nach ihrer Verlangsamung der letzten Quartale wieder auf dem Weg der Besserung befinden könnte. Aber angesichts dessen, dass die wirtschaftlichen Aussichten Chinas stark von externen Bedingungen abhängen, bleiben die Behörden vorsichtig. Immerhin erwarten die meisten unabhängigen Wirtschaftswissenschaftler für 2013 bis 2017 jährlich 7 - 7,5% BIP-Wachstum, und der Internationale Währungsfonds sogar 8,2 - 8,5%. Mehr... 

Kommentar: Wie gerne würden es die Europäer sehen, allen voran die Deutschen, wenn China als Lokomotive die Weltwirtschaft wieder in Fahrt bringt. In Wahrheit ist China in den nächsten Jahren viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt und damit, in der Welt einen der vorderen Plätze einzunehmen, das kostet viel Kraft. China sieht es auch nicht als seine Aufgabe, für die Industrienationen den Karren aus dem Dreck zu ziehen. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen."
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Besser kann man nicht beschreiben, was wir bei unseren Beratungen immer und immer wieder erleben. Es ist offensichtlich brutal schwer, sich von den liebgewonenen, teilweise sogar ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, sich und seine Ersparnisse auf das Unabwendbare vorzubereiten.

Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich ein Finanzkollaps. Die Regierungen schauen diesem Treiben vollkommen hilflos zu. Schlimmer: Die Banken betrügen hemmungslos weiter und die Politiker helfen ihnen dabei tatkräftig (hier). 

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Das bleibt nicht so. Dieser Traum geht zu Ende! Längst bereitet die Bundesregierung heimlich, still und leise die Enteignung ihrer Bürger vor (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang.  Außerdem haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.  
 


Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff so weit wie möglich in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen dabei helfen. Für unsere Beratung berechnen wir lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.