Freitag, 23. November 2012

Standpunkt 460 - Nachrichten-Ticker, 22.11.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...          


Themen: Griechenland-Hilfe – Euro Katalonien – Zwangsräumungen in Spanien – Türkei   – EU-Austritt Großbritanniens – Automärkte – Hoffnung China   


"Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Seit einigen Wochen steht ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik immer dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Außerdem möchten wir uns auf diesem Weg für das riesige Interesse an diesem Beitrag bedanken. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher.  


Eine gefährliche Posse der Finanzminister  
(wirtschaftsblatt.at) Diesmal haben nicht die Griechen, sondern die Gläubiger gepatzt. Will man sich nach dem jüngsten Treffen der Eurofinanzminister auf die Suche nach einem Adjektiv begeben, das Vorgeschichte, Verlauf und Nachspiel der Gespräche beschreibt, muss man im Alphabet nicht lange suchen - spätestens bei "D" wie "dilettantisch" wird man fündig. Wer weniger hart urteilen will, kann die Suche bereits bei "A" wie "abenteuerlich" abbrechen - das sind dann aber nur mehr geschmackliche Nuancen. Mehr...  

Kommentar: Die Gläubiger, die gleichzeitig auch die Retter sind, verfolgen - jeder für sich - nur noch eigene Interessen. Deutschland allen voran. Wir glauben nicht, daß diese Rechnung am Ende aufgeht. Europas Krisenmanager zeigen sich als wortbrüchig, handlungsunfähig, machtversessen, egoistisch, korrumpiert (Aufzählung sicherlich nicht vollständig). Ausnahmslos sind es Diener des Finanzkapitals, erfüllen nicht ihre verfassungsmäßigen Aufgaben als Volksvertreter. Was wir meinen, hat Napoleon Bonaparte einst so beschreiben: "Wenn eine Regierung hinsichtlich des Geldes von den Banken abhängt, dann kontrollieren diese und nicht die Führer der Regierung die Situation, da die Hand, die gibt, immer über der Hand steht, die nimmt." 


IWF will Hilfe stoppen (Quelle: presseurop.eu)


Tricksen und Vertuschen bei der Griechenland-Rettung 
(handelsblatt.com) Was kostet die Griechen-Rettung? Die Bundesregierung hüllt sich in Schweigen. Der Grund liegt für den Grünen-Experten Schick auf der Hand: Der Steuerzahler soll nicht erfahren, dass er längst bluten musste. Mehr... 

Kommentar: Was in diesem Beitrag angeprangert wird, ist maßgeblicher Bestandteil jeder Politik und deshalb keine Überraschung. Die Rechnung der zitierten Experten geht aber ebenfalls nicht auf. Die ist nämlich nur aussagekräftig, wenn die Kosten der Nicht-Rettung gegenübergestellt werden. Leider gibt es dazu noch wenig Aussagefähiges, bisher hat sich nur Bertelsmann mit diesem Thema eingehend beschäftigt (hier). Bitte dort nachlesen. Da geht es - sogar bei günstigsten Annahmen - um Billionen-Schäden, zweistellige oder dreistellige Milliardenbeträge fallen dagegen nicht ins Gewicht. Schick und Schäffler betreiben schlicht öffentlichkeitswirksame Bauernfängerei. Vertuscht wird nämlich auch, daß die deutsche Austeritätspolitik direkte Auswirkungen auf den Umfang der Rettungshilfen für Griechenland hat. Die folgende Grafik macht die Situation augenfällig: 

Quelle: standard.at


EU: Griechenland-Schulden sollen mit neuen Schulden aus dem EFSF finanziert werden 
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Bei der EU herrschte am Mittwochabend eine gewisse Erleichterung: Offenbar hat man einen neuen Weg gefunden, den Griechen genügend Mittel zur Verfügung zu stellen, damit sie ihre laufenden Schulden bei der EZB und den europäischen Banken bedienen können. Die neuen Kredite sollen nun vom EFSF kommen. Mehr... 

Kommentar: Die Ideen zur Lösung der Zahlungskrise gegenüber Griechenland sprudeln gerade über. Wir glauben aber nicht daran, daß am kommenden Montag die Entscheidung zu Gunsten Griechenlands getroffen wird. Die griechische Regierung sollte ihre Mitarbeit erst einmal einstellen und die Eurogruppe ihrem Schicksal überlassen. Wir sind fest davon überzeugt: anschließend würde in Europa ein Wunder geschehen. Plötzlich werden dringend notwendige Entscheidungen getroffen, statt weiter zu taktieren. Der Versuch lohnt sich auf jeden Fall. 


Der Euro ist zu stark für Europa 
(format.at) Anders formuliert: Europa braucht einen schwächeren Euro. Der Wirtschaft, die aufgrund der drei Jahre andauernden Schuldenkrise und teils enormen Arbeitslosenraten schrumpft, würde es besser gehen.
Allen Unkenrufen zum Trotz ist der Euro immer noch eine starke Währung, sehr stark sogar. Eine Abwertung auf 1,15 Dollar wäre für niemanden ein Beinbruch, im Gegenteil. Die Euro-Peripherie braucht eine schwächere Währung. Experten fordern die EZB daher zum Handeln auf: Die Druckerpresse anwerfen – für die 1,15! 

Einmal mehr wird klar: Die Euro-Krise ist, wortwörtlich genommen, eigentlich keine Euro-Krise. Denn die Gemeinschaftswährung handelt trotz aller Probleme immer noch 5,5 Prozent höher als im Schnitt ihres Bestehens. Außerdem notiert der Euro laut Daten der OECD um immerhin 2,6 Prozent höher als er sollte, gemessen an der Kaufkraftparität. Mehr... 

Kommentar: Eine Idee, die den inflationsängstlichen Deutschen kaum schmecken wird. Den Amerikanern übrigens auch nicht - denen geht es um ihre Wettbewerbsfähigkeit. Europas Marktanteil in der Welt könnte zunehmen, zu Lasten Amerikas. Der Schwarze Peter würde endlich wieder dahin zurückkehren, wo er hergekommen ist. Was zwangsläufig dazu führen wird, daß die G20-Staaten ihr längst gegebenes Wort halten und geeignete Maßnahmen ergreifen, um der Krise zu begegnen. 


"Kataloniens Unabhängigkeit wäre finanzieller Suizid" 
(diepresse.com) Spaniens wirtschaftsstärkste Region ist eine der am höchsten verschuldeten. Ein Einbruch beim Handel mit Spanien hätte wohl fatale Folgen. Mehr... 

Kommentar: Schon wieder nimmt Europa unerträglich Einfluß auf politische Entscheidungen in einem Mitgliedsland. Jetzt geht es darum, die Unabhängigkeitsbestrebungen der Katalanen zu hintertreiben.  Die EU droht mit einem automatischen Ausschluß, Experten prophezeien Schwierigkeiten für die Banken in der Region und die Wirtschaft. Alles nur Mutmaßungen, die Wirklichkeit wird anders sein. Diese Drohungen und Warnungen werden von der Angst um das restliche Spanien genährt, dem es dann wirtschaftlich an den Kragen geht. Nicht Katalonien wäre der Verlierer, sondern der ganze Rest. 


Spanien relativiert Berichte über Zwangsräumungen 
(faz.net) Das ist die Geschichte einer Schreckenszahl: Angeblich gab es in den Krisenjahren 400.000 Zwangsräumungen in Spanien. Jetzt zeigt sich: Die Zahl war reichlich übertrieben. Mehr... 

Kommentar: Wir glauben weiter den bisherigen Zahlen, unsere eigenen Quellen vor Ort halten wir für glaubhaft. Aufgrund deren Angaben kommen wir auf mindestens 300.000 Zwangsräumungen seit 2008. Trotzdem weisen wir unsere LeserInnen auf die neuen Zahlen hin, so kann sich jeder seine eigene Meinung bilden. Erstaunlich, wie schnell sich die F.A.Z. auf diese offiziellen Angaben festlegt. Seriös ist das nicht. 


Türkische Wirtschaft wächst im Rekordtempo
(focus.de) An wenigen Finanzplätzen feiern die Bullen so ausgelassen wie an der Börse am Bosporus. Woran das liegt und wie Anleger davon profitieren können. Mehr...

Kommentar: Unbedingt beachten: Es ist nicht alles Gold, was glänzt. Wer sich nicht die Finger verbrennen will, der darf sich von der Türkei nicht blenden lassen. Wir haben schon bisher kritisch berichtet. Neue Informationen liegen uns nicht vor, unsere Meinung ändern wir nicht. Bitte Schönfärberei von den harten Fakten unterscheiden. Überholspur? Mitnichten. Die Entwicklung in der Türkei wird gespeist von den Milliarden aus der EU und dem bevorzugten Handel mit Europa. Rezession in Europa = Rezession in der Türkei. Wer belastbare Fakten hat, der kann uns gerne damit überzeugen. 


Britischer EU-Austritt kein Tabu mehr 
(derstandard.at) Während Premier Cameron in Brüssel um Budgetkürzungen feilscht, wird in London offen über einen EU-Austritt diskutiert. Mehr...

Kommentar: Hört endlich auf zu diskutieren, liebe Briten, macht endlich voran! Befreit Europa von euren Fesseln. Nur Mut. 


Wo die Auto-Boommärkte geblieben sind 
(manager-magazin.de) Der Autoabsatz in Westeuropa ist eingebrochen. Doch weltweit gesehen war der Oktober ein guter Monat für die Branche, die Hersteller steuern für 2012 sogar auf einen Zulassungsrekord zu. Nicht nur Asien und der US-Markt, auch Russland und Großbritannien geben Hoffnung. Mehr... 

Kommentar: Wir lassen diese Bewertung so stehen. Geben aber zu bedenken, daß die US-Neuwagen bei den Händlern rumstehen. Noch einmal diese Grafik zur Unterstützung dieser These: 


Quelle: zerohedge.com

 Ähnlich wird es sich auch mit den anderen offiziellen Angaben verhalten. Trickreich wird manipuliert.  


China lässt die Welt wieder hoffen 
(spiegel.de) In der Euro-Krise gibt es keine Fortschritte, in den USA schwelt ein Haushaltsstreit - doch China sendet Hoffnungszeichen. In der Volksrepublik kommt die Industrie wieder in Schwung, das könnte der Weltwirtschaft helfen. Der Dax steigt. Mehr... 

Kommentar: Die Hoffnung stirbt zuletzt, auch in China. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Besser kann man nicht beschreiben, was wir bei unseren Beratungen immer und immer wieder erleben. Es ist offensichtlich brutal schwer, sich von den liebgewonenen, teilweise sogar ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, sich und seine Ersparnisse auf das Unabwendbare vorzubereiten. 

Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich ein Finanzkollaps. Die Regierungen schauen diesem Treiben vollkommen hilflos zu. Schlimmer: Die Banken betrügen hemmungslos weiter und die Politiker helfen ihnen dabei tatkräftig (hier).  

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Das bleibt nicht so. Dieser Traum geht zu Ende! Längst bereitet die Bundesregierung heimlich, still und leise die Enteignung ihrer Bürger vor (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang.  Außerdem haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.    

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff so weit wie möglich in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen dabei helfen. Für unsere Beratung berechnen wir lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.