Mittwoch, 28. November 2012

Standpunkt 465 - Nachrichten-Ticker, 27.11.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...       


Tagesthemen: ESM-Klage – Leiharbeiter Rentenerhöhung – Griechenland – Rezession  – EZB – „Fiscal Cliff“ – China – USA versus Schweiz 


"Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Seit einigen Wochen steht ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik immer dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Außerdem möchten wir uns auf diesem Weg für das riesige Interesse an diesem Beitrag bedanken. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Klage gegen ESM unbegründet 
(handelsblatt.com) Der Vertrag zum Euro-Rettungsfonds ist rechtmäßig zustande gekommen, urteilt der Europäische Gerichtshof (EuGH). Damit verstößt der Rettungsschirm nicht gegen Grundlagenverträge der Europäischen Union. Mehr...

Kommentar: Luxemburg hat entschieden und der geplagten Eurozone bei ihren Rettungsbemühungen den Rücken gestärkt. Natürlich wird in den deutschen Diskussionszirkeln das Gezerre über die Rechtmäßigkeit der ESM trotzdem nicht aufhören. Und die Experten werden, gemeinsam mit den deutschen Leitmedien, hier und da durch ihre Anmerkungen die Sache weiter am Köcheln halten. Wer gesteht sich schon gerne die endgültige Niederlage ein? Deutschland jedenfalls nicht. 


Leiharbeiter um gerechten Lohn gebracht 
(fr-online.de) Mit neuen Branchenzuschlägen sollte die Kluft zwischen Leiharbeiter und Festangestellten in der Metallindustrie eigentlich verringert werden. Nun wirft die IG Metall Firmen vor, Beschäftigte unter Druck zu setzen, um genau das zu verhindern und Lohnkosten zu sparen. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Eine Ergänzung zu dem gestrigen Nachrichten-Ticker und der behaupteten "astronomischen Lohnerhöhungen in Griechenland" im Beitrag "CDU-Experte warnt vor Euro-Untergang" (hier). Als weiteren Beweis für unseren Einwand "es ist unstreitig: Deutschland hat sich mit Dumpinglöhnen einen enormen Wettbewerbsvorteil verschafft" gibt es diesen aktuellen Beitrag zur Leiharbeit. Zur Unterstützung unserer Auffassung noch diese Grafik: 




Die Frankfurter Rundschau reicht gleich noch eine eindeutige Aufforderung hinterher: "Dumpinglöhne abschaffen!". Die Autorin faßt zusammen: Mit neuen Tarifverträgen haben die Zeitarbeitsfirmen die Chance, ihrer Branche zu mehr Akzeptanz zu verhelfen. Doch weil einige trickreich versuchen, die neuen Regelungen zu umgehen, muss endlich die Politik eingreifen und eine Regelung ohne Schlupflöcher schaffen. Mehr hier. Leider wird die gewünschte Reaktion der Politik  nicht stattfinden, knapp 1 Million Leiharbeiter fallen wahltaktisch nicht sonderlich ins Gewicht. Und nur darum geht es in den kommenden Monaten. Anders verhält es sich mit der riesigen Gruppe der Rentner, alles potentielle CDU/CSU-Wähler:


Renten steigen kräftig an 
(fr-online.de) Über 20 Millionen Rentner gibt es in Deutschland, das sind gewaltig viele Wähler. Da dürfte es der Bundesregierung gut gefallen, dass die Renten in den nächsten Jahre deutlich steigen sollen. Das lässt ihr eigener Rentenversicherungsbericht erwarten. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Eine wunderbare Schätzung, die von der Bundesregierung gerade präsentiert wird. Mitten hinein in die Schwierigkeiten um die nächste Griechenland-Rettung und die abklingende Diskussion um die Altersarmut. Für glaubhaft halten wir sie nicht, sie ist so zuverläßig wie jede Schätzung der Bundesregierung seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Deshalb auch dazu eine aktuelle Grafik: 



Wir haben zu einem ähnlichen Beitrag der Frankfurter Rundschau eine Lesermeinung bei nachdenkseiten.de gefunden, die mit ihren kritischen Anmerkungen auf den Punkt kommt und die wir unseren LeserInnen im Original zur Verfügung stellen: 

"Die Rentenentwicklung hängt – neben den in die Rentenformel eingebauten Kürzungsfaktoren zur Reduzierung des Rentenniveaus in Prozent vom durchschnittlichen Lebens-Nettoeinkommen eines Versicherten von heute 51 Prozent auf 43 Prozent im Jahre 2030 – maßgeblich von der Entwicklung der Nettolöhne und -gehälter ab. Woher will die Bundesregierung wissen, wie sich angesichts der sehr hohen Unsicherheiten, die aus der der Finanz- und Eurokrise erwachsen, die Löhne und Gehälter in den kommenden Jahren entwickeln werden? Sollte beispielsweise die Eurozone angesichts der gewaltigen ökonomischen Schieflagen auseinanderbrechen, dann würde eine wieder eingeführte DM massiv aufwerten, wodurch die hiesigen Exporte und die Beschäftigung drastisch einbrechen würden.
Nicht nur bezüglich der kritischen Prüfung des von der Bundesregierung behaupteten nominalen (d.h. nicht inflationsbereinigten) Rentenanstiegs sind kritische Fragen zu den Regierungszahlen angebracht. Auch hinsichtlich der in den kommenden Jahren zu erwartenden Inflationsrate und der sich in Verbindung mit dem nominalen Rentenanstieg ergebenden realen (d.h. inflationsbereinigten) Rentenanpassung sind erhebliche Zweifel angebracht, die sich auch nicht durch die m.E. recht oberflächliche Erklärung des DIW aus der Welt schaffen lassen: 

1.  Für das kommende Jahr prognostiziert der Sachverständigenrat (die sog. “Fünf Weisen”) eine Verbraucherpreisinflation in Höhe von 1.8 Prozent. In den alten Bundesländern würden sich die realen Renten im Jahre 2013 somit abermals um 0,8 Prozent reduzieren. Lediglich in den neuen Bundesländern ergäbe sich ein realer Anstieg. Das DIW rechtfertigt die Rentenprognose der Bundesregierung u.a. mit dem Absenken des Rentenversicherungsbeitrags, verschweigt jedoch, daß die drastische Verteuerung des Stroms um durchschnittlich 12 Prozent den durchschnittlichen Haushalt um 120 Euro pro Jahr belasten wird. Es besteht mithin die Gefahr, daß insbesondere für Rentnerhaushalte mit kleinen Renten die Inflationsrate oberhalb der vom Sachverständigenrat prognostizierten 1,8 Prozent liegen wird. 

2.  Eine kritische Kommentierung des Bildzeitungsberichtes hätte zu hinterfragen, welche konkreten Inflationsraten die Bundesregierung bei ihren Rentenanstiegs-Prognosen hinterlegt hat. Denn es gibt zwei Sachverhalte, die zumindest in den Jahren 2014, 2015 und 2016 die Bundesregierung veranlaßt haben könnten, von einem im Vergleich zu den vergangenen Jahren stärkeren Anstieg der Verbraucherpreisinflation auszugehen. 

Der erste Sachverhalt: Ein ökonomisches Überleben des Euro als Währung erfordert zwecks Angleichung der preislichen Wettbewerbsfähigkeiten innerhalb der Eurozone in den kommenden Jahren in den europäischen Krisenstaaten unterdurchschnittliche und in Deutschland überdurchschnittliche Anpassungen der Löhne und Gehälter. Steigen in Deutschland in den Jahren 2013, 2014, 2015 und 2016 beispielsweise die Löhne und Gehälter um durchschnittlich 1,5 Prozent pro Jahr stärker als in den vergangenen 15 Lohndumping-Jahren, dann würde dies in Deutschland im Vergleich zu den vergangenen Jahren zu einer höheren Inflationsrate führen. Prämisse: Ein gegenüber den vergangenen Jahren um 1,5 Prozent stärkerer Lohnanstieg erhöht die Inflationsrate um 0,7 Prozent (d.h. der Reallohneffekt betrüge dann lediglich 0,8 Prozent). Basierend auf der vom Sachverständigenrat für 2013 prognostizierten Inflationsrate in Höhe von 1,8 Prozent ergäbe sich somit ein Anstieg der Inflationsrate auf 2,5 Prozent (= 1,8% + 0,7%). Bei Zugrundelegung dieser Prämisse egäbe sich im Westen lediglich im Jahre 2015 eine ganz minimale reale Rentenerhöhung um 0,05 Prozent. Im Osten würden die Renten lediglich in den Jahren 2013 und 2015 real ansteigen. In allen anderen Jahren würde das reale Rentenniveau in West- und Ostdeutschland weiter absinken. 

Der zweite Sachverhalt, welcher die Bundesregierung dazu veranlaßt haben könnte, von einer höheren Inflationsrate in den kommenden Jahren auszugehen: Die von zahlreichen Ökonomen aufgestellte Behauptung, die Finanz- und Eurokrise würde wegen der Ausweitung der Geldmenge in den kommenden Jahren die Inflationsrate nach oben treiben. Auch dieser Aspekt könnte die Bundesregierung dazu veranaßt haben, von einem nominal stärkeren Anstieg der Löhne und Gehälter auszugehen, da die Gewerkschaften versuchen würden, zumindest einen Teil dieses Inflationsanstieges über ein stärkeres Nominallohnwachstum auszugleichen. Auch dieser Sachverhalt würde die auf dem Papier ausgewiesenen nominalen Rentenanstiege in realer (d.h. inflationsbereinigter) Betrachtung nach unten drücken. 

FAZIT: Die der Bildzeitung zugespielten Daten der schwarz-gelben Bundesregierung sind mit großer Skepsis zu bewerten und dienen angesichts des zu erwartenden Anstiegs der Altersarmut sowohl dem Verteilen von Placebos an die Bevölkerung als auch dem Vorwahlkampf der schwarz-gelben Bundesregierung. Es ist wieder einmal zu beobachten, daß sich nahezu alle deutschen Medien vergnüglich vor den schwarz-gelben Wahlkampfkarren spannen lassen." Quelle, hier



Griechenland bekommt neue Milliardenhilfen 
(manager-magazin.de) Aufatmen in Athen: Die internationalen Geldgeber haben sich auf die Auszahlung von knapp 44 Milliarden Euro geeinigt. Mithilfe verschiedener Maßnahmen soll zudem die Schuldenlast gesenkt werden. Der von Berlin strikt abgelehnte Schuldenschnitt wurde nicht beschlossen. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Es scheint vollbracht und Griechenland erst einmal wieder gerettet. Was eigentlich so nicht stimmt: es sind die Banken, denen mit diesem Geld der Hintern gerettet wird (hier und hier). Ihre Komplizen, die Schattenbanken, verdienen daran kräftig mit: "Hellas-Hilfe beschert Hedgefonds fette Beute". Die Sache ist klar: Nicht nur die Griechen freuen sich über das neue Rettungspaket von Euro-Zone und IWF. Auch Spekulanten reiben sich die Hände. Der geplante Rückkauf von Hellas-Bonds lässt ihre Kassen klingeln - sie nennen den Deal "idiotensicher" oder "Geschenk vom Steuerzahler". Mehr hier. Nur die Spekulanten freuen sich, die Menschen in Griechenland haben keinen Grund dazu, sie haben nichts davon, dürfen nur den Gürtel noch viel enger schnallen. Nur verhalten formuliert es das österreichische Wirtschaftsblatt: "Griechenland-Poker nach 12 Stunden gut ausgegangen" und findet nur, "das von der Pleite bedrohte Griechenland kann auf die Auszahlung weiterer Milliardenkredite im Dezember hoffen. Die internationalen Gläubiger einigten sich in der Nacht zum Dienstag in Brüssel grundsätzlich auf die Hilfen und wollen die Schulden des Landes längerfristig mit einem Maßnahmenpaket um 40 Milliarden Euro senken." Weiter heißt es in dem Beitrag: "Griechenland bekommt von seinen internationalen Geldgebern bei Erfüllung von Spar- und Reformvorgaben schrittweise bis zu 43,7 Milliarden Euro ausgezahlt. Im Dezember sind 34,4 Milliarden Euro fällig. Davon sind 23,8 Milliarden Euro zur Stützung der angeschlagenen Bankenbranche und 10,6 Milliarden für den Staatshaushalt vorgesehen. Ohne die Hilfen kann die Regierung in Athen bald keine Rechnungen, Löhne und Renten mehr bezahlen. Weitere 9,3 Milliarden Euro werden Anfang 2013 in mehreren Zahlungen fällig, wenn das Land die Bedingungen erfüllt." Mehr hier. Offensichtlich sind diese Hilfen nach wie vor an strenge Vorausetzungen gebunden, die erst noch erfüllt sein müssen. Alles nur Show, die Rettung Griechenlands. 


Griechen-Problem dauert bis 2040 
(ftd.de) Die Regierung in Athen kann aufatmen: Euro-Zone und IWF haben sich auf ein höchst kompliziertes Paket geeinigt, um die Finanzierung Griechenlands weiter sicherzustellen. Die Kredite sollen jetzt bis 2040 laufen. Von einem Schuldenschnitt sei nicht die Rede gewesen, sagte Bundesfinanzminister Schäuble stolz - das ist aber Auslegungssache. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Es gibt reichlich Fußangeln bei dieser Einigung. So macht der IWF weitere Hilfszahlungen davon abhängig, daß die Rückkäufe von griechischen Staatsanleihen am Sekundärmarkt tatsächlich mit Erfolg abgeschlossen sind. Auffällig ist außerdem, daß wieder unrealistische Ziele verabredet worden sind, die von Griechenland definitiv nicht eingehalten werden können. Eine Soll-Bruchstelle. Zum Thema "Schuldenschnitt" schreibt die Schweizer Finanz und Wirtschaft erstaunliches: "Der versteckte Deal Deutschlands mit dem IWF" und formuliert es so: Die neusten Massnahmen für Griechenlands Schuldenprobleme helfen, lösen allerdings den Konflikt um einen Schuldenschnitt nicht. “Gut möglich, dass Deutschland in vertraulichen Gesprächen mit dem IWF bereits einen Schuldenschnitt beschlossen hat.” Fakten dazu bleibt der Redakteur aber schuldig. Mehr hier. Erste Erklärungsversuche, wie die Sache funktionieren soll, tauchen auf. Der Focus schreibt: "So funktioniert der neue Rettungsplan für Griechenland" und bleibt zurückhaltend: Mit einem Mix unterschiedlicher Maßnahmen wollen die Euro-Finanzminister Griechenland aus der Krise führen. Allerdings bleiben die Zweifel bestehen, ob die Vereinbarung tatsächlich ausreicht. Die einzelnen Punkte im Überblick. Mehr hier. Sehr kritisch die SZ: "Griechenlands Helfer drücken sich vor wichtigen Antworten" heißt es dort: Und noch eine Zwischenlösung: Die internationalen Geldgeber werden fast 44 Milliarden Euro nach Griechenland überweisen. Damit ist der Staat vor dem finanziellen Kollaps gerettet. Vorerst. Doch EU, EZB und IWF verraten nicht, wie sie Spekulanten entgegentreten - geschweige denn den Schuldenstand ohne neuen Schuldenschnitt drücken wollen. Hier stellt einer die richtigen Fragen. Das Handelsblatt kommentiert: "Eine Notlösung für Griechenland" und faßt zusammen: Griechenlands Geldgeber haben sich mit Mühe und Not zusammengerauft. Doch die politische Kraft reichte nicht aus, um eine dauerhaft tragfähige Lösung für den Pleitestaat zu finden. Mehr hier. Die Welt meint lakonisch: "Griechen-Einigung kann jeder als Erfolg verbuchen" (hier).

Quelle: derstandard.at
  

Absurde Zahlenspiele 
(heise/telepolis.de) Die Griechenland-Retter wollen die Schuldenlast bis 2020 auf 124 Prozent drücken - mit einem bunten Patchwork aus Einzelmaßnahmen. Griechenland ist nicht zu retten. Jedenfalls nicht mit dem bisher verfolgten neoliberalen Politikmix aus Budgetkürzungen und Strukturreformen. Das wissen die Finanzminister der Eurogruppe spätestens seit Mitte Oktober, als IWF-Chefin Christine Lagarde einen Aufschub der Sparpläne um zwei Jahre und einen zweiten Schuldenschnitt forderte. Sie wissen auch, dass diese Notoperationen Geld kosten, viel Geld. Mehr... 

Kommentar: Eine kritische Bewertung dieses Rettungsversuchs. Beschreibt anschaulich, unter welchen schwierigen Verhandlungen dieses Lösungsspektakel zustande gekommen ist. Einmal mehr ein Beweis dafür, daß die Fähigkeiten zur Lösung der Krise in Europa bei den Europäern kaum vorhanden sind. Unbedingt lesen. 


The same procedure as every year – Europa lügt sich selbst in die Tasche 
(nachdenkseiten.de) Frei nach Sepp Herberger müsste das Fazit des heute Nacht beschlossenen Griechenland-Hilfspaktes „Nach dem Rettungsgipfel ist vor dem Rettungsgipfel“ lauten. Auch wenn sich die Troika bereits ein kleines Stück in die richtige Richtung bewegte, hat sich letzten Endes einmal mehr die deutsche Regierung durchgesetzt. Die ausweglose Situation Griechenlands hat sich damit um kein Jota geändert. Nach wie vor basiert das Entschuldungskonzept auf komplett realitätsfernen Annahmen; nach wie vor sind die Ziele viel zu ehrgeizig; nach wie vor lässt man Griechen keine Luft zum Atmen. Man muss kein Prophet sein, um vorherzusagen, dass wir bereits in wenigen Monaten den nächsten Gipfel erleben werden und die griechischen Probleme bis dahin nicht kleiner, sondern größer werden. Von Jens Berger. Mehr... 

Kommentar: Noch eine klare Analyse zu den "Vorkommnissen" rund um die neuen Hilfen für Athen. Sehr gut gefallen, hat uns die verständliche Beschreibung der Zusammenhänge zwischen Staatsschulden und Wirtschaftsleistung (BIP), die gleichzeitig die vorgesehene Reduktion der Schuldenlast auf 124% bis 2020 als reine Fiktion entlarvt. Lesenswert. 


Athen rüstet selbst in der Krise auf 
(neues-deutschland.de) Trotz der Finanzkrise, des strikten Sparkurses und der von der Troika auferlegten Maßnahmen setzt Griechenland seine umstrittenen Rüstungsprogramme fort. Auch deutsche Firmen verdienen an den Waffengeschäften. Mehr...

Kommentar: Wir haben nur noch den Kopf geschüttelt. Seit 1974 hat Griechenland die irrwitzige Summe von 218 Milliarden Dollar für Rüstungsgüter ausgegeben. Von Sparmaßnahmen ist das griechische Militär bis heute nicht betroffen. Auf Druck der Länder, deren Unternehmen die Waffen geliefert haben. 


Rezession droht: Deutsche Schwäche wird zum Problem für Osteuropa 
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Tschechien, die Slowakei und Polen sind exportabhängige Volkswirtschaften. Alle drei sind massiv auf die Nachfrage aus Deutschland angewiesen. Vor allem die Automobilindustrie leidet unter der wirtschaftlichen Abschwächung in Deutschland. Mehr... 

Kommentar: Die Folgen wird auch Österreich zu spüren bekommen. Der Standard titelt: "Krise trifft Osteuropa hart" und schreibt: Die Konjunktur in Osteuropa trübt sich ein, Österreichs Nachbarn Ungarn, Slowenien und Tschechien stecken in der Rezession. Der Artikel gibt einen guten Überblick über die Situation in den einzelnen Ländern. Die folgende Grafik daraus zeigt die Prognosen des WIIW



EZB-Bazooka wird die Welt erneut erschüttern 
(welt.de) Der Chefvolkswirt der Weltbank sieht 2014 und 2015 schlimme Zeiten auf Europa zukommen. Die dann fällige Rückzahlung der EZB-Billionen-Bazooka sei eine "Schuldenwand, die auf uns zukommt". Mehr... 

Kommentar: Wieder wird ein bisschen Druck auf Europa ausgeübt. Leider nicht auf den ersten Blick erkennbar. 


"Die Krise im Euroraum ist immer noch die größte Bedrohung für die Weltwirtschaft" 
(format.at) Die OECD sorgt sich um den Fortbestand der Euro-Zone. "Die Währungsunion ist einem starken Zerfalldruck ausgesetzt und könnte in Gefahr sein", erklärte OECD-Chefvolkswirt Pier Carlo Padoan. "Sie bleibt in einem fragilen Zustand." Das belastet nach Prognose der OECD die gesamte Weltwirtschaft noch für längere Zeit. Mehr... 

Kommentar: Keine Neuigkeiten von der OECD, aber gut geeignet, um die Weltbank bei ihrem Europa-Bashing zu unterstützen. Der Zeitpunkt ist jedenfalls gut gewählt. Die Prognose der Wirtschaftsleistung für die kommenden zwei Jahre soll das stützen: USA hui, Europa pfui. 


Quelle: derstandard.at



"Russisches Roulette mit der US-Wirtschaft" 
(manager-magazin.de) Die Sparverhandlungen in Washington gehen diese Woche in die zweite Runde. Jetzt geht es ans Eingemachte. Doch während die Wall Street ihre Furcht vor dem "fiscal cliff" bereits abstreift, wird deutlich, dass die US-Wirtschaft längst Blessuren abbekommen hat. Dem Einzelhandel läuft die Zeit davon. Mehr... 

Kommentar: Bemerkenswerte Analyse. Die USA und ihr Präsident stecken nach wie vor in größten Schwierigkeiten und die Republikaner sind über ihr Vorgehen bei den Verhandlungen zum "fiscal cliff" heillos zerstritten. Da helfen neue Mahnungen an die Adresse Europas als Ablenkung. 


Continued Collapse In Capital Goods New Orders Confirms US Is In Recession 
(zerohedge.com) While the just released Durable Goods orders report for October came in modestly better than expected (which many thought would be a decline due to Hurricane Sandy), the primary driver of this continues to be record durable good inventory accumulation. Excluding the noise, and focusing only on real, non-noisy economic strength metrics such as New Capital Goods Orders (technically defined as the year over year change in Non-Defense Capital Goods Excluding Aircraft), a very different and far uglier picture emerges. In fact, the October Y/Y Plunge of -8.1% in this major indicator was the biggest drop since 2009. Read more... 

Kommentar: Das zum Thema Wirtschaftsaufschwung in den USA, wie er in den deutschsprachigen Medien so gerne kommuniziert wird. Die folgende Grafik stammt aus dem Beitrag und bildet die Wirklichkeit ab: 






Shanghai Composite Drops To Four Year Low As China Says Over 1 Million Jobs Per Month Created
(zerohedge.com) Lately it seems that the entire world has become a complete basket case of economic data and market manipulation. On one hand, as we reminded yesterday, the disconnect between US economic fundamentals and the market has hit levels that imply the S&P is rich by 200 points. On the other, this morning the Chinese stock index, the Shanghai Composite, closed at a level of 1991: this was the first sub-2000 close since 2009 so early one can make it 2008.
Why is this happening? One simple reason: for all its talk, the PBOC has refused to intervene in the market by cutting wholesale rates, and while Overnight Reverse Repos are enough to fool the naive Americans that the Chinese economy is better (it isn't), the locals know better. The locals also know that without any major monetary injection from within, stocks just won't go up (confirming that in the New Normal one can throw away all fundamental data once and for all and focus simply on where easy money is coming from).
Yet the punchline in today's data is the report from the People's Daily, that in the first ten months of the year, a total of 11.2 million urban jobs have been created, or about 1.1 million per month on average (in context, the US has a problem with creating 150K jobs/month). Ignoring for a fact that this data is total manipulated garbage, is it now safe to say that no news has any impact whatsoever on the global monetary policy playing field once known as stock markets? Read... 


Kommentar: So viel zum chinesischen Wirtschaftswunder. Es ist sachlich kaum nachvollziehbar, warum China regelmäßig in den deutschsprachigen Medien so hochgejubelt wird. Offensichtlich soll damit die Rezession in Europa kompensiert werden: Seht her, was wir in Europa nicht mehr absetzen können, nimmt uns gerne der starke - schön frisierte - chinesische Markt ab. Die Grafik aus dem Beitrag spricht eine ganz andere Sprache: 




Nun auch Pictet im Fokus der US-Behörden 
(fuw.ch) Die Genfer Privatbank bestätigt Gerüchte, wonach die US-Behörden ihr Amerikageschäft untersuchen. Das könnte teuer werden. Mehr... 

Kommentar: Konsequent arbeiten die Amerikaner die Schweizer Banken ab. Da wird keine vergessen. Dafür müßen die US-Behörden noch nicht einmal millionenteuere Daten-CD's kaufen, es genügt ein einfaches Gesetz zu Hause. Es ist der Weg des geringsten Widerstandes: die Banken geben reihenweise klein bei, öffnen die Konten ihrer US-Kundschaft und liefern die Daten ihrer betroffenen Mitarbeiter gleich dazu. Deutschland macht auf dicke Hose, wo es sich doch eher als Wehner'scher Papiertiger präsentiert.  


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Besser kann man nicht beschreiben, was wir bei unseren Beratungen immer und immer wieder erleben. Es ist offensichtlich brutal schwer, sich von den liebgewonnenen, teilweise sogar ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, sich und seine Ersparnisse auf das Unabwendbare vorzubereiten. 

Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich ein Finanzkollaps. Die Regierungen schauen diesem Treiben vollkommen hilflos zu. Schlimmer: Die Banken betrügen hemmungslos weiter und die Politiker helfen ihnen dabei tatkräftig (hier).  

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Das bleibt nicht so. Dieser Traum geht zu Ende! Längst bereitet die Bundesregierung heimlich, still und leise die Enteignung ihrer Bürger vor (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang.  Außerdem haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.    

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff so weit wie möglich in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen dabei helfen. Für unsere Beratung berechnen wir lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.