Montag, 31. Dezember 2012

Standpunkt 499 - Nachrichten-Ticker, 30.12.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir versuchen, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: US-Fiskalklippe – Rezession 2013EU-Banken mit Liquiditätsproblemen – Jens Weidmann – Sahra Wagenknecht – Bundesschatzbriefe am Ende - Derivate - Ministeriums-Leiharbeiter  


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon einige Wochen her, daß wir ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben diesen Beitrag wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher


Sollen wir über die Klippe springen? Na, gut!
(handelsblatt.com) Die Fiskalklippe wird überall als Vorbote zur Hölle dargestellt. Nichts Schlimmeres könnte passieren. Ist das so? Es klingt pervers, aber: Sowohl Demokraten als auch Republikaner wären mit einem Absturz gut bedient. Mehr... 

Kommentar: Seit 24 Stunden beherrschen die Verhandlungen in Washington hierzulande die Nachrichten, mit weiter steigender Tendenz. Alles andere tritt in den Hintergrund. Einig sind sich scheinbar alle darin, daß die USA, Europa und die Schwellenländer in eine Rezession rutschen, wenn sich die Streithähne nicht einigen können. Wir glauben nicht so recht an diese Entwicklung, zumal die Wirtschaft vieler Länder längst in einer Rezession steckt, unabhängig von den Verhandlungen in den USA. Der Autor dieses Beitrages läßt sich durch die Aussicht auf die Fiskalklippe nicht entmutigen und beschreibt den Nutzen für die beiden politischen Lager. Bedauerlich nur, daß er mit dem Nutzen für Amerika nicht umbedingt etwas zu tun hat. Einfach mal lesen. 


Amerika vor der Klippe
(faz.net)  In wenigen Stunden entscheidet sich, ob Amerika von der fiskalischen Klippe stürzt. Was bedeutet das? Und was wären die Folgen für unseren Wohlstand? Mehr... 

Kommentar: Dieser Artikel beantwortet wichtige Fragen rund um dieses Thema, dem gerade so viel Bedeutung beigemessen wird. Sachlich und ohne Pathos. Es wird klar: Die Welt geht nicht unter und das Leben weiter. Nur der US-Präsident bleibt beschädigt zurück und bestätigt ein weiteres Mal seinen Ruf als Schwächling. 

Quelle: allvoices.com

Investor Grundlach: 2013 beginnt eine weltweite Rezession
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de)  Der Investor Jeff Grundlach erwartet für 2013 den Beginn einer weltweiten Rezession, die bisher lediglich durch die massiven Eingriffe der Zentralbanken verschleiert worden ist. Eine Inflation werde es erst später geben - dann jedoch zwangsläufig und weltweit. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Bemerkenswert: Grundlach trifft diese Aussage unabhängig von dem Ausgang der Verhandlungen um den US-Haushalt. Die hält er übrigens für einen "großen Zirkus", bei dem es lediglich um kleinere Milliardenbeträge gehe, während das jährliche Defizit der USA 1,3 Billionen betrage. Das Land sei seit einigen Jahren in einer „fiskalischen Krise“. Entgegen landläufigen Meinungen sieht Grundlach 2012 noch keine Inflationsgefahr. Die Welt sieht das anders: "EZB-Geldschwemme schürt Inflationsängste" (hier).


Europäische Banken haben erhebliche Liquiditätsprobleme
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Am Freitag ist bei der EZB die Versteigerung von Termineinlagen misslungen, da sich nicht ausreichend Interessenten fanden. Grund für das fehlende Interesse sind offenkundig gravierende Liquiditätsprobleme auf Seiten der Banken. Mehr... 

Kommentar: Fast 1 Billion Euro Liquidität hat die EZB in zwei Tranchen den Banken zur Verfügung gestellt. Zuletzt im Frühjahr. Viele haben sich bedient (hier). Offensichtlich steckt diese Liquidität in lukrativen Spekulationen fest oder wurde schon wieder verzockt.   

 
 "Das ist ein Riesenpfusch"
(fuw.ch) Zahlreiche Kleinanleger haben im Börsengang der spanischen Fusionsbank Bankia ihr Geld verloren. Mehr... 

Kommentar: Es ist sicherlich nur eine Notiz am Rande der spanischen Bankenkrise. Aber sie wirft ein grelles Licht auf die kriminellen Methoden der Banken. Das wird nie aufhören. Zwanghaft greifen die Institute bei jeder Gelegenheit zu allen verfügbaren Mitteln, um maximale Gewinne zu erzielen und, noch wichtiger, von der eigenen bedrohlichen Situation abzulenken. Bankia bleibt in Spanien kein Einzelfall. 


"Die Ursachen der Krise sind noch lange nicht beseitigt" 
(faz.net) In Deutschland breite sich allenthalben Krisenmüdigkeit aus, stellt Bundesbankpräsident Weidmann im Interview fest. Die Politik dürfe nicht erwarten, dass die Notenbank "die Kastanien aus dem Feuer holt". Mehr... 

Kommentar: Recht hat er, der Herr Weidmann. Nur adressiert er die Ursachen falsch und läßt der Kritik keine Lösungsvorschläge folgen. Inakzeptabel. Sahra Wagenknecht hat es kürzlich so beschrieben: 


"Weidmanns Wahrheit greift zu kurz"
(handelsblatt.com) Bundesbankpräsident Jens Weidmann beklagt die Kreditvergabe an Krisenstaaten. Dabei müsste er dubiose Finanzderivate, virtuose Bilanzkosmetik und eine viel zu lasche Bankenregulierung kritisieren, sagt Sahra Wagenknecht. Mehr... 

Kommentar: Die linke Frontfrau bringt es auf den Punkt. Sehr zum Leidwesen der meisten Kommentatoren des Beitrages. Die Zentralbanken sehen sich nun einmal als Sachwalter der Interessen der Finanzindustrie, schon seit Jahrzehnten. Dazu gehört es eben nicht, deren Geschäfte zu kritisieren. Wer diese Tatsache für wenig glaubwürdig hält, der sollte sich dringend mit einer Untersuchung des österreichischen Ökonomen Stephan Schulmeister beschäftigen, der wir einen eigenen Beitrag gewidmet haben: "Die Bundesbank: Hüter der Stabilität oder des Finanzkapitals?" (hier). Die angesprochenen Finanzderivate sind Massenvernichtungswaffen (O-Ton Warren Buffett), die irgendwann ihr zerstörerisches Werk verrichten und reihenweise die Banken weiltweit in die Pleite treiben. Dann stehen sie da, die Zentralbanker, in kurzem Hemd und ohne Hose.


Ende einer Ära: Deutschland beerdigt Bundesschatzbriefe
(format.at) Nach mehr als vier Jahrzehnten verkauft Deutschland von 2013 an keine Bundesschatzbriefe mehr. Für Generationen von Sparern endet damit eine fast emotionale Beziehung zu den "Schätzchen" genannten Papieren. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Ein weiterer Beweis dafür, daß die Bundesbank hauptsächlich die Interessen der Banken, kaum die der Menschen in Deutschland im Auge hat. Hans-Ulrich Jörges hat recht, wenn er im stern diese Praxis moniert: "Deutschland (...) macht sich vollständig von den Kapitalmärkten abhängig. (...) In den 90er Jahren hatten auf diese Weise Kleinsparer bis zu 40% der Schuldenfinanzierung des Bundes getragen, mit bombensicheren und dennoch zinsstarken Papieren. Nun aber legt Finanzminister Wolfgang Schäuble keinen Wert mehr darauf, kann er doch Schuldtitel problemlos selbst mit Null-%-Coupon an Banken und Fonds losschlagen. Politisch indes ist die Einstellung der Bürgerschätze von herausragender Kurzsichtigkeit." Soweit Jörges (Quelle: stern, 52/2012, Seite 66, "Das Volk gegen die Banken"). Sehr aufschlußreich auch, wer sich jahrelang um die Abschaffung dieser Volksanlage verdient gemacht hat: Die Banken-Lobby, angeführt von den Sparkassen. Die Zeit berichtete darüber bereits im Sommer unter der Überschrift "Das Ende der Bundesschätzchen": Weiter heißt es dort: "Die Bankenlobby hat gewonnen, vermutlich wird der Bund sein Geschäft mit Privatkunden einstellen. Dann gibt es keine Bundesschatzbriefe mehr. Schlecht für die Anleger." Die Verbände der Banken und Sparkassen liefen Sturm gegen die Privatanleger-Pläne. 2008 wetterte ausgerechnet der damalige Bankenpräsident Klaus Peter Müller, dessen Commerzbank wenig später vom Staat gerettet werden musste, allen Ernstes gegen "beachtliches Fehlverhalten und einen Verstoß gegen die soziale Marktwirtschaft". Während zeitgleich die Finanzagentur  mit der behäbigen Schildkröte Günther Schild für die "entspannendste Geldanlage Deutschlands" warb. Mehr hier. Übrigens, nur um es zu erwähnen: Kein Sterbenswörtchen kam aus der Bundesbank zu dieser willfährigen Entscheidung der Politik. 

 
"Wie vor der Finanzkrise"
(spiegel.de) Die Massenvernichtungswaffen der Finanzindustrie werden wieder scharf gestellt. Mehrere große Banken planen Geschäfte, mit denen die neuen europäischen Regeln für Derivate umgangen werden können. Experten sehen die nächste Krise heraufziehen. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Die Gefährlichkeit der Derivate (Erklärungen hier) hat zu keiner Zeit seit der Finanzkrise nachgelassen. Wer das behauptet, der ignoriert die Wirklichkeit. Deshalb klappt es auch mit dem Fazit dieses Artikels nicht: "Als letzte Rettung bliebe nur noch die Zentralbank, die bei den üblichen Leihgeschäften mit Geschäftsbanken ihre Anforderungen an Sicherheiten herunterschrauben und unter Zeitdruck womöglich zweifelhafte Kredite in ihre Bücher nehmen müsste. Oder der Staat: Wieder müssten die systemrelevanten Großbanken mit Steuergeld gerettet werden." Pech nur, daß es dieses Mal nicht funktionieren wird. US-Analysten, z. B. Global Research, schätzen das Volumen des Derivatehandels auf mindestens 1.200 Billionen US-Dollar. Was von der BIZ erfaßt wird, immerhin knapp 700 Billionen US-Dollar, bildet nicht die Wirklichkeit ab. Die Weltjahreswirtschaftsleistung beträgt dagegen läppische 70 Billionen US-Dollar. Wer kann da ernsthaft glauben, Zentralbanken oder Steuerzahler können irgendetwas retten? Nur Ahnungslose. Oder Ignoranten. Selbst die OECD forderte 2011 wegen der Risiken des Derivatehandels "die Zerschlagung der Großbanken" (hier). Außerdem lesenswert: "A Cartel of Big Banks Is Hurting the World Economy By Manipulating Derivatives" (hier). Der Beitrag hat eine hohen Informationsgehalt. Leider aber nur in Englisch verfügbar.


Bundesfinanzministerium zahlte Anwaltskanzlei 1,8 Millionen
(spiegel.de) Das Finanzministerium hat laut "Bild"-Zeitung zwischen 2005 und 2009 mehr als 1,8 Millionen Euro Beraterhonorar an die Anwaltskanzlei Freshfields Bruckhaus Deringer gezahlt. Unter dem damaligen Finanzminister Steinbrück hatte die Wirtschaftskanzlei an Gesetzen zur Bankenrettung mitgewirkt. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Überraschend ist höchstens die Summe, kaum die Tatsache, daß Gesetzestexte von Anwaltskanzleien geschrieben wurden. Schon 2008 gab es beispielsweise Berichte über eine "Leihbeamten-Affäre": "Und keiner nennt es Korruption - Das große Schweigen um die "Leihbeamten"-Affäre". Seit zwei Jahren ist bekannt, dass in deutschen Bundesministerien sogenannte "externe Mitarbeiter" oder auch "Leihbeamte" (hier) tätig sind. Finanziert werden sie meist von großen Konzernen, und sie üben brisante Tätigkeiten aus, sind beteiligt an der öffentlichen Auftragsvergabe und am Entwerfen von Gesetzesvorlagen. Das Politmagazin Monitor berichtete vor kurzem, aber die Bundesregierung wies tags darauf die Kritik zurück: Man brauche die externe Kompetenz, da die Regierungsbehörden selber nicht darüber verfügen. Ende der Debatte. Mehr hier.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.


Sonntag, 30. Dezember 2012

Standpunkt 498 - Nachrichten-Ticker, 29.12.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir versuchen, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...  


Tagesthemen: Merkels Verdienst – Mittelschicht in DeutschlandLuxemburg – Mario Monti – Italien – Spanien – Fiscal Cliff 


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon einige Wochen her, daß wir ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben diesen Beitrag wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Deutsche Gelassenheit ist auch Merkels Verdienst
(welt.de) Die Bundeskanzlerin ist längst eine tragende Säule europäischer Politik. Mit Ihrer Beständigkeit beweist sie: Ein systematisches "Durchwursteln" ist oft effektiver als der große politische Coup. Mehr...

Kommentar: Ein Artikel, so richtig nach dem Geschmack der Kanzlerin, die wir schon einmal zu "Angie I. - Kaiserin von Europa" ausgerufen hatten (hier). Tatsächlich ist es nichts als heiße Luft, die von der Schreiberin verblasen wird. Schlichteste Propaganda. Solche Sätze muß man sich auf der Zunge zergehen lassen: Es geht der Bundesrepublik gut, mental, wirtschaftlich, und auch sozial. Ganz unaufgeregt. Nur Masochisten oder Defätisten wittern hierin Verfall und Dekadenz und blasen zum letzten Gefecht gegen "das System". Von dieser Qualität ist der gesamte Beitrag. Da legen wir uns eindeutig fest. Es wäre wünschenswert, solche Leute, die sich Journalisten nennen, für ihr Unwesen irgandwann zur Verantwortung ziehen zu können.

Quelle: scrkuppenheim.de
 
Die Mär vom Untergang der Mittelschicht
(sueddeutsche.de) Die Beschreibung der Gesellschaft als ein zwischen Arm und Reich zerrissenes Nicht-Gemeinwesen wird der Realität nicht gerecht. Sie ist angesichts der Vielfältigkeit des Lebens hierzulande sogar falsch. Denn es gibt vieles, was ein anderes Bild erkennen lässt. Mehr... 

Kommentar: Gestern hat die Zeit die Armut in Deutschland schöngeschrieben, da will die SZ nicht zurückstehen und legt heute nach. Rundherum in Europa erodiert die Mittelschicht, längst betrifft es nicht mehr nur die Menschen in den südeuropäischen Ländern, sondern diese Entwicklung ist auf dem Weg Richtung Norden - Frankreich, Benelux, Dänemark - und in die Mitte. Möglich, daß es uns nicht so extrem trifft wie die USA, ausgeschlossen ist es aber nicht. Deutschlands Leitmedien wollen diese Entwicklung nicht wahrhaben, sie wird schlicht ignoriert. Wir bewundern deshalb Leute wie Urban Priol, Erwin Pelzig und Georg Schramm, die sich an den unfähigen Politikern unter der Führung der Kanzlerin, an der willfährigen Journaille und den offensichtlichen Mißständen in Deutschland und Europa, abarbeiten. Leider erreichen sie nur eine kleine Minderheit. 


Luxuslohn und Rentenrausch – die Sozialsause in Luxemburg ist endgültig vorbei
(focus.de) Auf den ersten Blick scheinen die Zustände in Luxemburg paradiesisch zu sein. Doch die guten Zeiten im Schlaraffenland sind vorbei. Dunkle Wolken ziehen am Horizont auf. 
Das höchste Pro-Kopf-Einkommen in der OECD, die Staatsverschuldung mit 18 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gering und eine Arbeitslosenquote von sechs Prozent – in einer Welt voller Krisenstaaten scheint Luxemburg die Ausnahme zu sein. Das Land leistet sich einen Mindestlohn von über 1800 Euro, ein großzügiges Sozialsystem, in das fast ein Fünftel der Staatsausgaben fließen, und schickt Beschäftigte mit 71 Prozent ihres Durchschnittgehalts in den Ruhestand.
Doch die fetten Jahre für Luxemburg sind vorbei. Dem Land stehen harte Zeiten bevor. „Auf Luxemburg kommen gewaltige Herausforderungen in den nächsten Jahren zu“, schreibt die OECD in ihrem vor kurzem erschienen Bericht über das Großherzogtum. „Das Wachstum und der Sozialstaat sind bedroht.“ Insbesondere um vier große Probleme muss sich die Regierung kümmern. Mehr...


Kommentar/Ergänzung: Offensichtlich hat sich Jean-Claude Juncker zu sehr um Europa und zu wenig um das eigene Zuhause gekümmert. Das konnte nicht gutgehen. Lange Zeit haben wir geglaubt, Luxemburg ist krisenresistent. Einer unserer wenigen Irrtümer. Mittlerweile erwarten wir eine beschleunigte Verschlechterung der Zustände. Juncker könnte im eigenen Land sein Waterloo erleben. Für Europa haben sich die bisher guten Bedingungen in Luxemburg ausgezahlt: Pro Kopf tragen die Luxemburger den höchsten Beitrag an den Rettungsmaßnahmen gegen Europas Krise.  
Schon Anfang Dezember setzte sich der FOCUS im Zusammenhang mit dem Rücktritt von Juncker als Eurogruppen-Chef sehr kritisch mit Luxemburg auseinander: "Schlaraffenland ist abgebrannt – Luxemburg in der Megakrise" und faßte die Situation so zusammen: Als Eurogruppen-Chef tritt Jean-Claude Juncker bald ab. Als Premierminister Luxemburgs hat er zu Hause ohnehin genug zu tun: Seinem verwöhnten Land droht der wirtschaftliche und soziale Absturz. Mehr hier.
Im Land selbst regt sich Kritik. "Luxemburg verdrängt die Folgen der Krise" zitiert das Luxemburger Wort einen Ex-Direktor der Statistikbehörde STATEC. Luxemburg verschließt nach Ansicht des ehemaligen Statec-Direktor Georges Als die Augen vor der Wirtschaftskrise und ihren Folgen. "Weite Teile der Bevölkerung haben die Krise noch nicht zu spüren bekommen, weil Gehälter und Renten unangetastet geblieben sind", sagte Als dem "Luxemburger Wort". Er kritisierte, dass die Bevölkerung im Unklaren über die Folgen der Krise gelassen werde. Weder die Regierung noch die Gewerkschaften würden den Menschen reinen Wein einschenken. Stattdessen würden die Folgen der Krise herabgespielt. Mehr hier. Die Liste der südeuropäischen Leidensgenossen wird immer länger. 


Monti schlägt zurück 
(format.at) Die Pläne des zurückgetretenen italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti, der ein Parteienbündnis der Mitte in die bevorstehende Parlamentswahl führen will, sorgen für Wirbel im politischen Rom und setzen Silvio Berlusconi unter Druck. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Wir hatten es erwartet: Monti will weitermachen. Goldman Sachs (GS) läßt nicht locker in Südeuropa. Beide haben große Pläne für Europa: "Monti will in Europa Risiken vergemeinschaften" schreibt die F.A.Z.: Der scheidende italienische Ministerpräsident Monti sucht Anhänger für sein neues Programm. Darin verlangt er von der EU „finanzielle Solidarität durch gemeinschaftlich geteiltes Risiko“. Mehr hier.


Quelle: paolo-calleri.de

Marktberuhigung: Banken kaufen Italo-Bonds
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Fast sechs Milliarden Euro hat der italienische Staat durch den Verkauf fünf- und zehnjähriger Staatsanleihen einnehmen können. Durch die Auktion soll der Finanzmarkt beruhigt werden. Die europäischen Banken wurden zuvor von der EZB mit günstigen Krediten versorgt. Mehr...

Kommentar: Ein klassisches Schneeballsystem. Den Reibach machen nur die Banken: Mit dem billigen Geld von der EZB kaufen sie gut verzinste Staatsanleihen, die sie wieder gegen billiges Geld bei der EZB eintauschen, usw., usw., usw. Politisch gewollt, in Wahrheit ein Desaster. 


Spaniens Premier warnt: 2013 wird noch härter werden
(diepresse.com) Der konservative Premier Mariano Rajoy schloss für die Zukunft einen Hilfsantrag bei der EZB nicht aus. Spanien hat bereits bei der EU 39,5 Milliarden Euro für die Sanierung maroder Banken beantragt. Mehr... 

Kommentar: Rajoy legt es darauf an, aus dem Amt gejagt zu werden. Spanien steht vor enormen Spannungen. Kaum vorstellbar, daß die Regierung ohne Blessuren davonkommt. 


Die gespaltenen Staaten von Amerika
(wirtschaftsblatt.at)  Hinter dem Haushaltsstreit verbirgt sich eine richtungsweisende Entscheidung über die gesellschaftliche Entwicklung der USA. Das erschreckende am US-Haushaltsstreit sind nicht die wirtschaftlichen Folgen der sogenannten Fiskalklippe, sondern vielmehr die tiefgreifende politische Spaltung der Vereinigten Staaten. Die Kluft zwischen Demokraten und Republikanern ist in den vergangenen Jahren derart aufgegangen, weil für beide Seiten sehr viel auf dem Spiel steht. Viel mehr, als der Hauptstreitpunkt, Steuererhöhungen für Reiche, vermuten lässt. Mehr...

Kommentar: r uns das Ergebnis eines bislang schwachen Präsidenten Barack Obama, dem die nötige Härte fehlt, um sich gegen die von der extrem rechten Tea-Party-Bewegung stark beeinflußten Republikanischen Partei (GOP) durchzusetzen. Wir glauben nicht daran, daß Obama in seiner zweiten Amtszeit einen besseren Job macht.


Was Amerika jetzt tun muss
(capital.de) Die USA nähern sich der bedrohlichen Fiskalklippe. Hektische Verhandlungen sollen das Fiasko in letzter Minute vermeiden. Dabei hat das "Cliff" auch positive Seiten. Es käme nur zum falschen Zeitpunkt. Beachten die USA vier wichtige Punkte, können sie beruhigt in die Zukunft schauen. Mehr... 

Kommentar: Der Autor,  Bradford DeLong, US-Ökonom, gehört zu den profundesten Kennern der US-Politik. Seine Ideen verdienen Beachtung. 


Haushaltsstreit könnte USA für Jahre schwächen
(welt.de) Im US-Haushaltsstreit hat ein dramatischer Endspurt begonnen, um massive Steuererhöhungen und Kürzungen abzuwenden. Gelingt das bis Jahresende nicht, droht ein heftiger Abschwung – auch in Europa. Mehr... 

Kommentar: Die Diskussion erinnert sehr an das ähnliche Ereignis im Sommer des vergangenen Jahres, als es um die Erhöhung der Schuldengrenze ging, und den folgenden Verlust des Triple-A-Ratings. Schlimmste Prophezeiungen wurden für den Fall der Herabstufung geäußert. Tatsächlich blieb das Ereignis aber ohne ernsthafte Folgen. Gut möglich, daß der erwartete Sturz über die Fiskalklippe ähnlich unspektakulär endet.
 
Quelle: zerohedge.com


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.



Samstag, 29. Dezember 2012

Standpunkt 497 - Nachrichten-Ticker, 28.12.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir versuchen, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: Abschwung oder Absturz – Finanzsystem in Krisenzeiten2013 – Arm und Reich vs. Staat und Demokratie – Armut – Spanien – Frankreich – USA – China – Schneeballsystem Finanzwelt 


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon einige Wochen her, daß wir ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben diesen Beitrag wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Abschwung oder Absturz?
(heise/telepolis.de) Zum Jahresabschluss: eine Prise ökonomischer Kaffeesatzleserei für 2013: Alljährlich setzt gegen Jahresende das übliche Ratespiel der Wirtschaftsforschungsinstitute und mehr oder minder bekannter Experten ein, bei dem alle Beteiligten sich mühen, die Konjunkturaussichten für das kommende Jahr zu erhellen. Dabei haben die Vorhersagen unserer modernen Konjunkturauguren in etwa dieselbe Substanz wie die Prophezeiungen ihrer Vorgänger aus dem Altertum oder der Steinzeit, als Schamanen, Orakel und Druiden den Verlauf der Zukunft aus Tiereingeweiden oder dem Schwalbenflug abzulesen hofften: die bis auf die Nachkommastellen präzisierten Konjunkturzahlen, mit denen der positivistische Mythos wissenschaftlicher Exaktheit und Präzision beschworen wird, haben die Aussagekraft eines Zufallsgenerators. Kaum eine Prognose unserer "Wirtschaftsweisen" tritt tatsächlich ein, wobei selbst die wenigen Treffer statistisch betrachtet auch dem schlichten Rateglück geschuldet sein können. Mehr... 

Kommentar: Zur Einstimmung auf die alljährlichen Vorhersagen für das neue Jahr. Wir werden sicherlich heute und in den nächsten Tagen auf einiges hinweisen, was in den Leit- und Nebenmedien als gute Vorsätze für 2013 angeboten wird. Wir selbst ertappen uns regelmäßig dabei, die Zukunft der europäischen Krise und - noch wichtiger - der seit 2008 weltweit kursierenden Finanzkrise zu deuten. Bisher mit gutem Erfolg, wie unsere "uralten" Beiträge im Blog beweisen. Dabei versuchen wir zu beachten, was der US-Schriftsteller Mark Twain so beschrieben hat: "Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie in die Zukunft gehen." 
Der Autor des Beitrags, Tomasz Konicz, beschäftigt sich mit den wichtigsten Baustellen Europa, USA und China, außerdem mit Konjunktur und Wirtschaftswachstum. Alles Bereiche, die ihre Wirkung bis in die heimischen Ersparnisse, bzw. Vermögen, haben werden. Garantiert. Wir empfehlen diese Analyse ausdrücklich unseren LeserInnen und raten auch dazu, den angebotenen Links zu folgen. Da ist eine Menge Wissenswertes dabei.


Saxo Bank: "Welt-Finanzsystem befindet sich bereits im Zustand wie zu Kriegszeiten"
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die dänische Saxo-Bank rechnet mit einem Zunehmen der sozialen Spannungen im kommenden Jahr. Auch die wirtschaftliche Lage in Deutschland werde sich verschlechtern. Für den DAX erwarten die Dänen einen massiven Einbruch. Die Entwicklung könnte auch den im Moment sicher scheinenden Wahlsieg von Angela Merkel gefährden. Mehr... 

Kommentar: Die Vorhersagen der Saxo-Bank unterscheiden sich an wichtigen Stellen von den üblichen Schönfärbereien der Wirtschaftsforscher,  -verbände und Regierungen. Wir selbst treffen immer wieder auf Zwangs-Ignoranten, die kritische Bewertungen gerne als Verschwörungstheorien abtun. Denen würden wir diese Analyse gerne ans Herz legen, leider erreichen wir sie nicht. Allen anderen empfehlen wir, Saxo's "10 provokante Vorhersagen für 2013" zu lesen (hier). Leider nur auf Englisch verfügbar. Das Durchbeißen lohnt sich aber auf jeden Fall. 


2013 – Jahr der sozialen Tragödien und der Sachinflation
(format.at) Das neue Jahr wird in Europa zu einer enormen Zunahme von Ungleichgewichten führen. Ausschlaggebend dafür sind die als "Rettung für den Euro" verschrieenen Geldspritzen der EZB, gepaart mit den harten Sparpaketen in Südeuropa. Mehr... 

Kommentar: Eine Kurz-Prognose aus Österreich, die deutlich macht, daß die Krise sich weiter verschärft statt, wie anderswo behauptet, zu Ende geht (beispielsweise hier). Selbst für Unbelehrbare gilt: Die Chance auf die Fortsetzung der europäischen Krise liegt auf jeden Fall bei 50%. Genug, um sich darauf vorzubereiten. 


Arm und Reich gemeinsam gegen Staat und Demokratie
(heise/telepolis.de) Walter Wüllenweber zur Erosion der Gesellschaft durch die Ober- und Unterschicht:
Die Schere zwischen arm und reich geht in Deutschland immer weiter auseinander. Walter Wüllenweber, Autor des Buches Die Asozialen - Wie Ober- und Unterschicht unser Land ruinieren und wer davon profitiert erblickt einen wesentlichen Grund für diese Entwicklung darin, dass die Politik massiv dazu beigetragen hat, diese Verhältnisse zu schaffen und zu zementieren. Nach seinen Ausführungen sind damit am oberen wie am unteren Rand der Gesellschaft gewaltige Erosionskräfte entstanden, die ähnliche Mentalitätsmuster aufweisen und in einer Zangebewegung die Grundfeste der Gesellschaft –Mittelstand und Leistung – erschüttern. Mehr... 


Kommentar: Gehört für uns noch zu den Zukunftsprognosen. Wüllenweber haben wir schon einmal zu einem eigenen Beitrag verarbeitet: "Reichtum durch Arbeit ist etwas für Anfänger" (hier) und gehört in jedes "Meinungsbildungs-Archiv". Dieses Interview ist weit weg vom Mainstream und ein MUSS für jeden Bürger, der dem Wehklagen der Reichen, Armen und Politiker mit viel Skepsis begegnet und den einfachen Erklärungen keinen Glauben schenken will. Bei Wüllenweber findet er klare Worte und genügend Stoff zum Nachdenken


Armut
(zeit.de) Steigt der Anteil der Armen in Deutschland? Viele glauben das, und die SPD will im Wahlkampf damit punkten. Doch es stimmt nicht. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Ein Beitrag, dem wir sehr, sehr kritisch gegenüberstehen, den wir aber unseren LeserInnen gerade deshalb vorstellen wollen. Der Autor verfolgt scheinbar die Absicht, nachträglich die Manipulationen am Armutsbericht der Bundesregierung durch das Wirtschaftsministerium zu legitimieren. Alles halb so wild lautet seine Devise, schon seit Jahren ist die Armut in Deutschland kein Thema mehr, wie das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in einer Studie herausgefunden haben will. Sicher, wie immer läßt sich trefflich über die Methoden statistischer Erhebungen streiten. Aber es ist schon rotzfrech, folgendes zu behaupten: "Eindeutig ist aber die Entwicklung: Seit 2006 brauchen immer weniger Menschen Unterstützung. Vor allem die Zahl der Hartz-IV-Empfänger sank deutlich, um 16 Prozent oder rund eine Million. Und der Trend dürfte sich im zu Ende gehenden Jahr fortgesetzt haben. Dieses Barometer kann täuschen, wenn der Staat die Regeln für Sozialleistungen stark verändert. Aber für die vergangenen sieben Jahre lässt es den Schluss zu: Die Not wird nicht größer, sondern immer kleiner. Das ist die Bilanz der vergangenen Jahre." Andere kommen zu differenzierteren Ergebnissen. "Explodierender Reichtum, wachsende Armut" überschreibt der DGB in seiner Klartext-Ausgabe vom 16. März 2012 und bezieht sich auf den gerade veröffentlichten Allianz "Vermögensbericht 2011". Mehr hier. Noch einmal der DGB: "Arm trotz Arbeit: Einkommen immer öfter nicht ausreichend" ist das Ergebnis einer Studie, die wenige Monate später, am 25.06.2012, der Öffentlichkeit vorgestellt wird. In der Zusammenfaßung heißt es: "Trotz des Aufschwungs können immer weniger ArbeitnehmerInnen von ihrer Arbeit leben und benötigen deshalb einen Zuschuss vom Staat. Wie eine aktuelle DGB-Studie belegt, stieg die Zahl der Haushalte mit mindestens einem erwerbstätigen Hartz-IV-Bezieher von 2007 bis 2010 in den ostdeutschen Ländern um elf und in den westdeutschen Ländern um 14 Prozent." Mehr hier. Die Studie enthält viele aussagekräftige Charts. Die folgende Grafik zeigt, daß Deutschland bereits seit Mitte der 2000er Jahre die durchschnittliche Armutsrate der OECD-Länder übersteigt: 

Quelle: spiegel.de

Der Paritätische Wohlfahrtsverband hat kürzlich einen eigenen Armutsbericht 2012 vorgestellt (hier). Das Ergebnis faßt der Verband so zusammen: "Armut auf Rekordhoch, Tendenz steigend: Paritätischer fordert Sofortprogramm zur Armutsbekämpfung" (hier). Noch einmal diese Grafik aus dem Bericht



Die Hans-Böckler-Stiftung hat sich ebenfalls bereits in diesem Jahr mit der Armut in Deutschland beschäftigt und eine Verschärfung in den Großstädten festgestellt (hier)



Besonders erschreckend auch das Ergebnis einer Untersuchung der "Kinderarmut in Deutschland und den Bundesländern" vor wenigen Tagen: "Knapp 2,46 Millionen Kinder und Jugendliche leben in Deutschland unter der Armutsgrenze. Das entspricht einer Armutsquote von 18,9 Prozent bei Personen unter 18 Jahren - 3,8 Prozentpunkte mehr als im Durchschnitt der Gesamtbevölkerung. Unter den Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist sogar fast jeder Dritte (30,3 Prozent) von Armut betroffen. Von den Kleinkindern unter drei Jahren lebt jedes fünfte (20,5 Prozent) in einem Haushalt mit einem Einkommen unter der Armutsschwelle." Mehr hier. Direkt zur Studie der Hans-Böckler-Stiftung geht es hier.

In einer Sache stimmen wir dem Autor des Beitrages jedoch unumwunden zu: Als Wahlkampfthema hat es in den Händen der SPD nichts zu suchen


Spanien: reale Einzelhandelsumsätze mit -7,8%
(querschuesse.de) Heute berichtete das spanische Statistikamt INE die Daten zu den realen Einzelhandelsumsätzen für den Monat November 2012. Auch im dritten Monat nach der kräftigen Mehrwertsteuererhöhung von 18% auf 21% schrumpften die Einzelhandelsumsätze, wenn auch um eine etwas verminderte Rate zum Vorjahresmonat. Die realen Einzelhandelsumsätze brachen im November 2012 mit -7,8% zum Vorjahresmonat ein, nach -8,4% im Oktober und dem Rekordeinbruch von -12,7% im September. Mehr... 

Kommentar: Auf Wunsch gibt es doch noch einen Nachtrag zu unserem gestrigen Kommentar zu dem Beitrag "Lichtblicke in den Euro-Sorgenländern" (hier), wo wir ein bisschen flapsig Spanien übergangen haben (hier). Brandaktuell die Auswertung von Steffen Bogs. Wie immer mit vielen sehenswerten Charts. Sein Fazit: "Den potentiellen Output der Produktion von 2012 mit einem Konsum (Binnennachfrage) von Ende der 90er Jahre zu beantworten, wird immer auch zu einer Kontraktion der Produktion und auch der Investitionen führen und kann damit niemals zu einer Gesundung der Staatsfinanzen oder auch der Volkswirtschaft als Ganzes führen, wenn NICHT adäquat oder besser darüber hinaus die Nachfrage aus dem Ausland die entstandene Lücke füllt." Wir bleiben dabei, Spanien steht vor extrem schwierigen Jahren. Schönschreiben alleine hilft da nichts. Die Grafik zur aktuellen Entwicklung der realen Einzelhandelsumsätze: 


 


Frankreich fürchtet die Immobilienblase 
(zeit.de) Hohe Schulden und eine geringe Wettbewerbsfähigkeit belasten Frankreichs Wirtschaft. Eine Immobilienkrise könnte noch hinzukommen. Mehr... 

Kommentar: Andere Ursache (wie in den USA), gleiche Wirkung. Der erste Hypothekenfinanzierer mußte von der Regierung Hollande in einer "Nacht und Nebel"-Aktion verstaatlicht werden. Das ist erst der Anfang. Der Artikel endet mit einem gefährlichen Fazit: "In Frankreich werden Erinnerungen an die neunziger Jahre wach. Schon damals stiegen die Preise erst drastisch, dann stagnierten sie – und brachen schließlich um mehr als 60 Prozent ihres ursprünglichen Wertes ein." Übrigens, in Deutschland erleben wir gerade den Beginn einer ähnlichen Entwicklung: exorbitante Preissteigerungen. 


Kein Geld mehr: US-Suppenküchen müssen Bedürftige abweisen
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Hohe Arbeitslosigkeit, gekürzte Sozialleistungen und zu teurer Mietraum haben dazu geführt, dass einer von sieben US-Bürgern mittlerweile auf Lebensmittelspenden angewiesen ist, so eine Studie. Es wird damit gerechnet, dass sich die Lage im kommenden Jahr verschlechtern werde. Mehr...

Kommentar: Wir gehen von 60 Millionen bedürftigen Amerikanern aus, die Ansprüche auf das staatliche "Food-Stamps"-Programm hätten. Genutzt wird es bisher von 47 Millionen. Der Sturz über die Fiskalklippe würde die Situtation in den USA noch einmal verschärfen. Offensichtlich sind die Republikaner bereit, diesen Preis zu zahlen. Eine Entwicklung, die auch für Europa nicht mehr von der Hand zu weisen ist.


In China "geht jeder in Deckung"
(format.at) In China ist "Saure-Gurken-Zeit", klagt der langjährige Vertreter einer großen deutschen Firma in Peking. "Die Geschäfte laufen schlecht." Neue Projekte liegen auf Eis. Mehr... 

Kommentar: Es bleibt spannend, im Handel mit China. Besonders für Deutschland, wo sich die Unternehmen mit der großen Hoffnung schmücken, die Einbußen im europäischen Handel mit den Geschäften in China auszugleichen. Das wird unter den geschilderten Umständen ein hartes Stück Arbeit. 


Boston Consulting: Internationale Finanzwelt ist ein Schneeballsystem
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Um die globale Wirtschaft am Laufen zu halten, würden weltweit immer mehr Schulden aufgenommen. Dieses Vorgehen gleiche einem Schneeball-System, das plötzlich zusammenbrechen könne, meint Boston Consulting. Selbst wenn die Regierungen sich endlich der Realität stellen: Der Ausstieg aus dem aufgeblasenen System wird massive Verluste nach sich ziehen. Mehr... 

Kommentar: Was in diesem Artikel beschrieben wird, ist nicht wirklich neu. Geschätzte 1.200 Billionen $ Volumen (andere Schätzungen in den USA gehen gar von 1.400 Billionen aus) im Derivatehandel sind ein eindeutiger Beweis (hier). BCG verlangt, dass die Lösung der Probleme gerade von denjenigen gebracht wird, die für die aktuelle Situation verantwortlich sind. Das wäre die Finanzindustrie, die seit 2008 durch Staatshilfen und Rettungspakete am Leben erhalten wird. Leider ist die pleite und gehört abgewickelt. Das große Problem: Dazu gehören ausnahmslos alle systemrelevanten Banken. Und die Politiker haben nicht den Mut, offen diese Tatsache zuzugeben. Deshalb nimmt das Unglück weiter seinen Lauf. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.