Samstag, 1. Dezember 2012

Standpunkt 469 - Nachrichten-Ticker, 30.11.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...       


Tagesthemen: Opfer Financial Times Deutschland – Schäubles Blödsinn Rekord-Arbeitslosigkeit – Schuldenkrise – Deutschland – Griechenland – Ökonomie – USA  


"Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Seit einigen Wochen steht ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik immer dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Außerdem möchten wir uns auf diesem Weg für das riesige Interesse an diesem Beitrag bedanken. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Angies jüngstes Opfer 
(ftd.de) Drei Jahre hat die FTD der Kanzlerin sorgsam empfohlen, wie die Krise zu managen ist. Jetzt geht die Zeitung an den Folgen der unzureichenden Umsetzung zugrunde. Wie ungerecht. Mehr... 

Kommentar: In dieser Kolumne changiert Thomas Fricke zwischen Genie und Wahnsinn - und er hat recht damit, anders läßt sich nämlich die europäische (Rettungs-)Wirklichkeit nicht mehr ertragen. Lesen Sie, um zu wissen was wir meinen. Wir werden dieser Zeitung bittere Tränen nachweinen. Nicht zuletzt, weil sie sich nach unserem Empfinden, anders als die anderen, vehement für den Erhalt des Euros eingesetzt hat. Immer kritisch, aber immer das Ziel fest im Blick. Wir sehen keinen Ersatz. 





Schäuble: Kein Zusammenhang zwischen Sparpaket und Rezession in Griechenland 
(format.at) Der Umbauprozess der griechischen Wirtschaft ähnelt laut Wolfgang Schäuble dem der osteuropäischen Länder nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor 20 Jahren. Der Grund für die Rezession sei das "Wegbrechen eines Scheinwohlstandes". Mehr... 

Kommentar: Hoffentlich machen wir uns nicht der Beleidigung schuldig, aber es muß raus: Diese Aussage ist an Dummheit kaum zu überbieten. Schäuble alimentiert damit die Meinungen, die von Stammtisch zu Stammtisch durch Deutschland wandern und mit der Wahrheit rein gar nichts zu tun haben. Natürlich war Griechenland nie ein Musterknabe der Eurozone, was die folgende Grafik bestätigt:



 
Daran gestört hat sich bis 2008 niemand. Das Land wurde zugeschüttet mit Geld, um seine Streitkräfte nicht nur auf-, sondern gleich überzurüsten. Über die Jahre sind so Milliarden zusammengekommen, die sich hauptsächlich deutsche und französische Rüstungskonzerne abgeholt haben. Natürlich nur, um in ihren Unternehmen die Arbeitsplätze zu erhalten. Dafür wurden viele Hundert Millionen Bestechungsgelder bezahlt, übrigens auch für Aufträge außerhalb der Rüstungsbranche, wie das Beispiel Siemens zeigt. Heute gelten die Griechen als korrupt und bestechlich. Diejenigen, die bestochen haben, erhalten Absolution, schließlich wurden auf diese Weise Arbeitsplätze erhalten. Dafür ist, auch in Deutschland, jedes Mittel recht. Natürlich wurde das Land darin bestärkt, die Olympischen Spiele auszurichten. Die daraus folgenden Investitionen begünstigten wieder ausländische Konzerne, allen voran natürlich deutsche. Wahrscheinlich zahlen noch zwei Generationen die Schulden ab, die dafür bei - natürlich - französischen und deutschen Banken als Kredite aufgenommen wurden. Logisch auch, daß die Konsumneigung der Griechen nach dem Eintritt in die Eurozone massiv gefördert worden ist. Schließlich wollten auch deutsche Konsumgüterhersteller und französische Autobauer davon profitieren, außerdem die Discounter Lidl und Aldi. Das Geld dafür kam, wie kann es anders sein, von französischen und deutschen Banken. Die deutschen Leistungsbilanzüberschüsse im Handel mit Griechenland beweisen diese Tatsachen. Schäuble stellt sie schlicht auf den Kopf. Es ist eine Verhöhnung, in diesem Zusammenhang von Versäumnissen zu sprechen. Wie groß ist die intellektuelle Not, daß Schäuble zu solchen Mitteln greifen muß?  


Neue Rekord-Arbeitslosigkeit in der Eurozone 
(derstandard.at) Spanien verzeichnet einen neuen Höchststand, Österreich weist den niedrigsten Wert der Währungsunion auf. Mehr... 

Kommentar: Es nimmt kein Ende. Der Zenit ist längst noch nicht erreicht. Eines der Ergebnisse deutscher Spardiktate für Europa. 


Barnier: Höhepunkt der Schuldenkrise überwunden
(faz.net)  Nach Ansicht des EU-Binnenmarktkommissars haben Europa und die Euroländer den richtigen Weg eingeschlagen. Bis alle Probleme gelöst seien, dauere aber noch: „Wir sind erst am Anfang der zweiten Halbzeit.“ Mehr... 

Kommentar: Das Gegenteil von Ehrlichkeit. Weder ist es der  richtige Weg, noch der Höhepunkt der Krise überwunden. Spanien ist noch nicht gelöst, Italien steht noch an, gerade entwickelt sich Frankreich zu einem neuen Krisenherd, Osteuropa steht auf der Kippe, in der Folge dann auch Österreich. Die Europäer werden von ihren Politikern ohne jeden Skrupel für dumm verkauft. Die Technokraten in Brüssel gehören dabei zu den größten Übeltätern. 


Deutschland: sehr schwache reale Einzelhandelsumsätze 
(querschuesse.de) Das Statistische Bundesamt (Destatis) berichtete heute Morgen erneut von sehr schwachen deutschen Einzelhandelsumsätzen auch für den Monat Oktober 2012. Die nominalen Einzelhandelsumsätze bei den unbereinigten Originaldaten stiegen zwar um +1,6% zum Vorjahresmonat, aber bereits die unbereinigten realen Umsätze sanken um -0,8% zum Vorjahresmonat. Der Oktober 2012 hatte mit 26 Verkaufstagen, einen Verkaufstag mehr als noch der Oktober 2011. Berücksichtigt man die Saison- und Kalendereffekte (Census X-12-ARIMA Verfahren) ging es im Vergleich zum Vormonat kräftig abwärts, nominal um -2,5% und real um -2,8% zum Vormonat! Diese Daten dokumentieren weiterhin für Deutschland eine langanhaltende Konsumschwäche der privaten Haushalte, denn immer noch liegen die saisonbereinigten und realen Einzelhandelsumsätze um -4,98% unter dem Niveau von 2000 und um -5,16% unter dem Jahr 1994, dem Beginn der langen Datenreihe! Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Der GfK-Konsumklimaindex ist die graue Theorie, in diesem Beitrag gibt es die Wirklichkeit. Unterfüttert mit reichlich Grafiken. Bitte lesen/ansehen. Die folgende Grafik stammt aus dem Beitrag:
 



 
Andere nehmen auch kein Blatt vor den Mund: "Einzelhandel bricht ein wie seit vier Jahren nicht" meldet focus.de und versucht, trotzdem Zuversicht zu verbreiten: Die Deutschen hatten im Oktober erstaunlich wenig Lust, Klamotten und Lederwaren zu shoppen. Die Folge für den Einzelhandel: der stärkste Umsatzeinbruch seit Jahren. Jetzt soll es das Weihnachtsgeschäft mit einem Rekordumsatz herausreißen. Mehr hier. So liest sich das "Prinzip Hoffnung". Ernsthaft darf man daran nicht glauben. "Mieser Oktober für deutsche Einzelhändler" titelt manager-magazin.de zum gleichen Thema. Ein bisschen Zuversicht auch hier: Herber Dämpfer für viele Kaufleute in Deutschland: Im Oktober verkauften die Einzelhändler 2,5 Prozent weniger als im Vormonat. So einen herben Einbruch gab es zuletzt im Januar 2009 mitten in der Finanzkrise. Verglichen mit dem Vorjahr sieht es indes nicht so trübe aus. Die Grafik zeigt ein anderes Bild.


Droht eine humanitäre Katastrophe?(faz.net)  Ob Medikamente oder ärztliche Behandlung - in Griechenland werden kranke Menschen nur noch gegen Barzahlung versorgt: Das marode Gesundheitswesen braucht dringend einen Rettungsplan. Mehr... 

Kommentar: Daran ändert auch das neue Rettungspaket für Griechenland nichts. Das Geld bekommen die Banken. Also wird sich die Situation weiter verschärfen. 


Hilfspaket verschleiert die Insolvenz Griechenlands 
(handelsblatt.com)  Schon heute ist klar, dass die neuen Hilfen keine Lösung der griechischen Schuldenmisere bedeuten. Deshalb ist der eingeschlagene Weg falsch. Dabei gibt es Alternativen. Ein Plädoyer gegen neue Griechenland-Milliarden. Mehr... 

Kommentar: Dieser Beitrag ist an Scheinheiligkeit kaum noch zu überbieten! Die Hilfspakete für Griechenland sind Rettungsmaßnahmen für die Banken, vornehmlich deutsche und französische. Selbst das reiche Deutschland könnte sich nämlich einen Zusammenbruch der Deutschen Bank kaum leisten, da sind die Milliarden-Garantien für Griechenland schon wesentlich billiger. Zumal man im Gegenzug die Menschen dort in die Schuldenkechtschaft übernehmen kann. Grexit? Kokolores, wie die - bisher unwidersprochene - Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt. Sollen doch Sinn und Konsorten endlich eine Gegenrechnung aufmachen und - noch viel wichtiger - Lösungen aufzeigen, die DURCHFÜHRBAR sind, statt immer nur zu kritisieren. Gilt auch für den werten Herrn Schäffler, den Autor dieses Beitrags. 






Immer diese blöde Wirklichkeit
(ftd.de) Die Unfähigkeit vieler Ökonomen, etwas Sinnvolles zur Lösung der Finanzkrise beizutragen, hat einen Grund: Es ist ihr unerschütterlicher Glaube ans Gleichgewicht. Mehr...

Kommentar: Der Österreicher Georg Vobruba, Professor für Soziologie an der Universität Leipzig, erklärt die Funktionsweise von Hans-Werner Sinn und Kollegen. Unbedingt lesen, öffnet Horizonte. Und nimmt diesen Herren ihren akademischen Heiligenschein. 


The Wageless, Savingsless US Consumer 
(zerohedge.com) For a country in which the consumer is responsible for 70% of GDP, one wonders: without savings and without wages where will this "recovery" we hear so much propaganda about and which every investment bank this week went all in on (just like they did in the end of 2010 only to admit their error 4 months later) come from? Because every now and then it helps to step back from the trees and observe the forest. Behold: the forest. Read... 

Kommentar: Noch einmal ein Blick auf das US-Konsumwunder. Zuversicht sieht anders aus. 


US-Republikaner sehen Stillstand bei Haushaltsverhandlungen
(zeit.de) Vor einigen Tagen noch schienen sich die Parteien im Streit um Steuern und Haushalt anzunähern. Nun klagen die Republikaner über fehlende Vorschläge zur Ausgabensenkung. Mehr... 

Kommentar: Obama steckt in der Klemme. Die Republikaner verspüren noch wenig Lust, ihm über die "Fiskalklippe" zu helfen. Ein kleiner Vorteil: Bleibt es dabei, dann könnte dieses Gezerre in Washington Europa ein paar Wochen Luft in der internationalen Wahrnehmung verschaffen. Wochen, die Europas Krisenmanager vielleicht doch einmal für etwas Nützliches gebrauchen werden.



"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Besser kann man nicht beschreiben, was wir bei unseren Beratungen immer und immer wieder erleben. Es ist offensichtlich brutal schwer, sich von den liebgewonnenen, teilweise sogar ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, sich und seine Ersparnisse auf das Unabwendbare vorzubereiten. 

Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich ein Finanzkollaps. Die Regierungen schauen diesem Treiben vollkommen hilflos zu. Schlimmer: Die Banken betrügen hemmungslos weiter und die Politiker helfen ihnen dabei tatkräftig (hier).  

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Das bleibt nicht so. Dieser Traum geht zu Ende! Längst bereitet die Bundesregierung heimlich, still und leise die Enteignung ihrer Bürger vor (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang.  Außerdem haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.    

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff so weit wie möglich in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen dabei helfen. Für unsere Beratung berechnen wir lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.