Montag, 3. Dezember 2012

Standpunkt 471 - Nachrichten-Ticker, 02.12.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...   

   
Tagesthemen: Banker in den Knast! – Anzeichen Börsencrash Deutschland rettet Hedgefonds – Massen-Steuerhinterziehung – Frankreich – Lateinamerika – Separatismus – Jungendarbeitslosigkeit – USA   


"Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Seit einigen Wochen steht ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik immer dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Außerdem möchten wir uns auf diesem Weg für das riesige Interesse an diesem Beitrag bedanken. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Mehr Banker in den Knast! 
(handelsblatt.com) Die Schuldigen der Finanzkrise gehören hinter Schloss und Riegel. Doch was passiert? Manchmal werden die Banker sogar als Experten zu Rate gezogen. Anderswo greift man rigoros durch. Mehr... 

Kommentar: Natürlich ist diese Forderung berechtigt. Wir selbst fordern schon länger, in Anlehnung an das Den Haager UN-Kriegsverbrechertribunal, ein internationales "Finanzverbrechertribunal", um endlich diejenigen zu bestrafen, die mit krimineller Energie ihre Geschäfte betreiben. Nur, warum dient schon wieder Island als Beispiel? Dafür gibt es keinen Grund. Die Insel im Nordatlantik, winzig klein und politisch oder wirtschaftlich ohne jede Bedeutung für die Welt, hat die Verantwortung dafür, daß Tausende Briten und Holländer ihre Ersparnisse verloren haben. 300.000 Isländer sahen die große Chance, mit drei Banken die Welt zu erobern (Quelle: "Einfallsinsel Island" hier). Nachdem Island vor vier Jahren pleite war, stellten auf die Schnelle der IWF und die skandinavischen Staaten Milliarden-Darlehen bereit. Im Gegenzug verpflichtete sich die isländische Regierung gegenüber Großbritannien und den Niederlanden dazu, von denen die Auszahlung dieser Hilfen blockiert wurde (hier), diesen Menschen den Schaden wenigstens teilweise zu ersetzen. Daraufhin gaben beide Staaten ihre Blockade auf und die Milliarden wurden an Island ausgezahlt. Die Geschädigten in Großbritannien und Holland warten jedoch bis heute auf ein Angebot aus Island. Dort wurde ganz einfach in zwei Volksabstimmungen entschieden, für diese Schulden nicht aufzukommen. Island hat sich, anders kann man diese Sache nicht bewerten, die Hilfen des IWF und Skandinaviens erschlichen. Eine Riesensauerei, für die das Land sich bis heute nicht verantworten muß. IWF und die skandinavischen Staaten drücken einfach beide Augen zu. Selbst dafür, d. h. für die Entscheidung in den beiden Volksabstimmungen, internationale Vereinbarungen nicht einzuhalten, wurde Island in den deutschen Leitmedien schon mehrheitlich gelobt. Natürlich halten sich die Isländer selbst für die größten (hier).

Die Strafverfolgung der Verantwortlichen in Island diente aus unserer Sicht nur einem Zweck: Der isländischen Öffentlichkeit einige Bauernopfer zu bieten, an denen sie ihren Unmut abreagieren kann. Die Welt hat dieses Ereignis wohlwollend zur Kenntnis genommen. Tatsächlich hätten wahrscheinlich 90% der Bankmitarbeiter aller betroffenen isländischen Banken wegen ihrer Mittäterschaft mehr oder weniger hart bestraft werden müssen. Außerdem die Eigner, die, wie im Fall Kaupthing bestens dokumentiert, die Banken geplündert hatten (Quelle: "Eigner plünderten Kaupthing", hier). Zur Erinnerung: Während der Hoch-Zeiten dieser Banken wurde im Verhältnis zur Zahl der Einwohner die höchste Zulassungsquote für Porsche-Neuwagen im Vergleich zum Rest der Welt gemessen. Schon wieder taugt Island nicht als Vorbild für die Welt. Es sei denn, man blendet die Fakten aus. Oder übersieht geflissentlich, daß die Krise in Island noch gar nicht vorbei ist (hier). Die folgende Grafik macht deutlich, was für ein unglaublich großes Rad die Isländer mit ihren Banken gedreht haben: 


Die 10 größten Pleiten: USA und Island. Quelle: zerohedge.com

Sich dafür nicht verantworten zu müssen, ist für die Isländer der größte Glücksfall der Geschichte.


Anzeichen für den nächsten Börsencrash 
(heise/telepolis.de) Jaime Caruana, General Manager der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, sieht steigenden Risikoappetit und neue Ungleichgewichte die weltweit bereits wieder zu Übertreibungen führen und typischerweise übel enden. Mehr... 

Kommentar: Trotz des "fach-chinesisch" auf jeden Fall für diejenigen LeserInnen eine dicke Empfehlung, die sich immer noch nicht dazu entschließen können, ihre Ersparnisse bzw. Vermögen gegen die Verschärfung der Krise abzusichern. Der Schluß des Beitrages ist eindeutig: Laut Caruana deuten die jüngsten Entwicklungen an den Kredit- und Immobilienmärkten nun jedenfalls darauf hin, dass der asiatische "Kreditzyklus" dabei sei zu drehen. Historisch sei dies in der Regel jedoch mit hohem "finanziellen Stress" verbunden, so dass - obwohl sich die Geschichte nie exakt wiederhole - "in den nächsten paar Jahren ein nicht vernachlässigbares Risiko von finanziellem Stress besteht". Das aktuell eher gutartige Klima an den Finanzmärkten sollte folglich stärker dazu genutzt werden, Maßnahmen zu treffen, um der kommenden Krise besser begegnen zu können. 






Deutschland rettet in der Euro-Krise die Hedgefonds 
(welt.de) Die Regierung will ihren Bürgern nicht eingestehen, dass die Rettung Athens Steuergeld kostet. Deshalb wählt man komplizierte Konstruktionen – über die sich vor allem Spekulanten freuen. Mehr... 

Kommentar: Pflichtlektüre. Nur ein weiterer Beweis dafür, wie stark Politik und Finanzindustrie in der Krise miteinander verbandelt sind. Es ist hoffnungslos darauf zu warten, daß diese Zockerbande endlich zerschlagen wird. Die sichern ihre Pfründe für die nächste Zukunft noch weiter ab, wie die Neubesetzung des Chef-Postens bei der Bank of England zeigt, oder die Idee, den Chef von JP Morgan, James Dimon, zum neuen US-Finanzminister zu machen. JP Morgan gehört zu den Banken, die in nahezu jede Schweinerei verwickelt ist, die aufgedeckt wird.


Massen-Steuerhinterziehung? Fiskus nimmt Deutsche Bank und Commerzbank ins Visier 
(format.at) Deutsche Finanzbehörden prüfen neben den Ermittlungen gegen die HypoVereinsbank (HVB) auch komplizierte Aktiengeschäfte bei anderen Großbanken.
Medienberichten zufolge untersucht der Fiskus auch bei Deutscher Bank und Commerzbank, ob bei solchen Geschäften Geld an der Steuer vorbei geflossen ist, oder ob Kunden Steuergutschriften bekamen, die zuvor gar keine Steuer gezahlt hatten.
Mehr... 

Kommentar: Scheinbar ein gutes Geschäft für die beteiligten Banken, über viele Jahre hinweg. Selbst staatsanwaltschaftliche Ermittlungen werden daran nichts ändern. Nur die Tricks der Banken werden besser. Bei der Deutschen Bank ist das keine Überraschung, aber selbst die quasi in Staatseigentum befindliche Commerzbank kann es nicht lassen und mischt  bei den Betrügereien weiter munter mit.

  
"Der französische Staat ist zu groß, zu mächtig" 
(heise/telepolis.de) Die Herabstufung des EMS ist der Höhepunkt einer Kampagne gegen die Politik der französischen Regierung. Mehr... 

Kommentar: Ein höchst interessanter Beitrag, der sich nur auf den ersten Blick wie eine Verschwörungstheorie liest. Die weitere Entwicklung der europäischen Krise wird die Aussagen bestätigen. Da sind wir uns sicher. 


Europa braucht Lateinamerika  
(wirtschaftsblatt.at) Wenn Präsident Heinz Fischer am Montag nach Südamerika reist, hat das auch wirtschaftliche Gründe; denn die Wachstumsregion könnte vor allem Spanien und Portugal helfen. Doch nicht alles ist rosig. Mehr... 

Kommentar: Für unsere deutschen LeserInnen: Es handelt sich um den österreichischen Präsidenten. Sicher, Spanien und Portugal versuchen ihr Glück in Südamerika, Portugal sogar im afrikanischen Angola, der früheren Kolonie, weil die europäischen Nachbarn sie im Stich lassen. Wirklich helfen wird das nicht. Lateinamerika ist vielmehr immer noch auf den Handel mit Europa und den USA angewiesen, nicht umgekehrt. China, mittlerweile ebenfalls ein wichtiger Partner für die südamerikanischen Schwellenländer, reicht nicht aus, um die erheblichen Ausfälle im Handel mit Europa und den USA zu kompensieren. Wieder einmal ist der Wunsch der Vater des Gedanken.. 


Separatismus: Am prächtigsten allein 
(zeit.de) Reiche EU-Regionen wollen raus aus ihren Staaten. Mehr... 

Kommentar: Der Artikel hebt sich wohltuend von dem populistischen Geseire eines Hans-Olaf Henkel ab, für den an allem immer nur der Euro schuld ist (hier). Die Autoren liefern eine lesenswerte Analyse ab, die sich um viel Sachlichkeit bemüht und die unterschiedlichen Beweggründe und Ziele hinter den Bestrebungen herausarbeitet. Deshalb absolut lesenswert. 


EU will Staaten zu Jugend-Jobgarantie verpflichten 
(welt.de) Spätestens vier Monate nach Ende der Ausbildung sollen Jugendliche eine Stelle oder aber einen Praktikumsplatz haben. Dazu will die EU die Mitgliedstaaten verpflichten. Sanktionen sind nicht geplant. Mehr... 

Kommentar: Die armselige Antwort der EU auf die unerträglich hohe Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa. Einfach nur lächerlich. 


Einzelhandel startet schwungvoll ins Weihnachtsgeschäft 
(ftd.de) Den Deutschen geht es gut, sie werden dieses Jahr durchschnittlich neun Prozent mehr für Geschenke ausgeben als im Vorjahr. Eine fast schon erstaunliche Koinzidenz: Der Anteil des Online-Umsatzes am Weihnachtsgeschäft beträgt auch gerade einmal neun Prozent. Mehr...

Kommentar: Jedes Jahr in der Vorweihnachtszeit das gleiche Spiel: Tolle Verkaufszahlen während der Adventszeit, die dann im darauffolgenden Jahr gleich wieder korrigiert werden. Warum sollte es dieses Mal anders sein? Die Deutschen sind keine Konsumjunkies.


Goldman Sachs prophezeit Ende der US-Wirtschaftskrise im Jahr 2013
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Goldman prophezeit das Ende der Wirtschaftskrise in den USA: Ab 2013 werde es wieder deutliches Wachstum geben, denn das private Sparen werde ein Ende haben. Durch eine verstärkte Konsumtätigkeit der Haushalte würden die immensen Schulden der USA nicht mehr ins Gewicht fallen. Mehr... 

Kommentar: Eine Narretei, diese Einschätzung. Ein Angriff auf die Intelligenz. Bitte hier noch einmal nachlesen: "Continued Collapse In Capital Goods New Orders Confirms US Is In Recession".  


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Besser kann man nicht beschreiben, was wir bei unseren Beratungen immer und immer wieder erleben. Es ist offensichtlich brutal schwer, sich von den liebgewonnenen, teilweise sogar ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, sich und seine Ersparnisse auf das Unabwendbare vorzubereiten. 

Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich ein Finanzkollaps. Die Regierungen schauen diesem Treiben vollkommen hilflos zu. Schlimmer: Die Banken betrügen hemmungslos weiter und die Politiker helfen ihnen dabei tatkräftig (hier).  

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Das bleibt nicht so. Dieser Traum geht zu Ende! Längst bereitet die Bundesregierung heimlich, still und leise die Enteignung ihrer Bürger vor (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang.  Außerdem haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.    

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff so weit wie möglich in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen dabei helfen. Für unsere Beratung berechnen wir lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.