Dienstag, 4. Dezember 2012

Standpunkt 472 - Nachrichten-Ticker, 03.12.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...  

 
Tagesthemen: Lebensversicherungen – Immobilienblase französische Banken – Europas Mitte – Armut in Europa – Separatismus – Finanzzentrum London – US-Fiskalklippe – US-Industrie – Fed-Stresstest – China     


"Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Seit einigen Wochen steht ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik immer dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Außerdem möchten wir uns auf diesem Weg für das riesige Interesse an diesem Beitrag bedanken. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Die klassische Lebensversicherung hat ausgedient 
(handelsblatt.com) Schärfere Regulierung und Minizinsen: Die Lebensversicherer stehen kräftig unter Druck. Für die Sparer hat das gravierende Folgen. Möglicherweise muss das Produkt Lebensversicherung revolutioniert werden. Mehr... 

Kommentar: Es ist immer wieder das gleiche Dilemma: Da schreibt eines der deutschen Leitmedien zum Thema Lebensversicherung, über die Vor- und Nachteile, über die Notwendigkeit zu Veränderungen, darüber, "was Lebensversicherte wissen sollten" und es fehlt der Hinweis auf § 89 Versicherungsaufsichtsgesetz (hier). Der Grund dafür ist einfach: Niemand will schlafende Hunde wecken und über diese Vorschrift und ihre gravierenden Folgen informieren. Diese Desinformation funktioniert bisher hervorragend. Aus vielen Gesprächen mit Betroffenen wissen wir: Die wenigsten kennen diese Vorschrift und die anderen ignorieren ihre Folgen, halten sich krampfhaft an der Vorstellung fest, daß sie nie zur Anwendung kommen wird. Ein Trugschluß: Diese Vorschrift wurde im vergangenen Jahr vom Gesetzgeber neu gefaßt, um sich so unauffällig den Zugriff auf eine der wichtigsten deutschen Kapitalanlagen zu sichern. Schließlich geht es um viele Milliarden Euro, die der Staat irgendwann gut gebrauchen kann.

Die Gesellschaften und Versicherungsvertreter drehen den Spieß kurzerhand um und behaupten, diese Vorschrift schütze die Kunden davor, daß sich die Gesellschaften selbst an dem Geld der Kunden  vergreifen, wenn sie in Schwierigkeiten geraten. Das ist Nonsens. Genauso wie die immer wieder gehörte Behauptung, der Sicherungsfonds der Lebensversicherer könne den Zusammenbruch von bis zu zwei Gesellschaften problemlos verkraften. Mittlerweile haben alle kleinen Gesellschaften ihr Lebensversicherungsgeschäft an die großen Konzerne verkauft. Von denen paßt keine einzige mehr in den Rettungsfonds. Warum unter diesen Umständen immer noch neue Verträge  geschlossen und die alten mit Laufzeiten von mehr als 2 - 3 Jahren nicht gekündigt werden, entzieht sich jeder Vernunft. Das hat wohl eher mit geerbten Anlagegewohnheiten zu tun und damit, sich der Wirklichkeit zu verweigern

 
Die Angst vor der Immo-Blase geht um 
(derstandard.at) Blase oder nicht? Ganz geklärt ist die Frage nicht. Wer sich schnellen Reichtum durch Immobilien erwartet, der wird enttäuscht. Mehr... 

Kommentar: Ein Blick auf die Verhältnisse in Österreich, wo es offenbar längst Befürchtungen um eine Immobilienblase gibt. Die Experten im Nachbarland sehen keine Gefahr einer Immobilienblase.  "Das Interesse an Immobilien sei auf Wertkonservativismus und Alternativenlosigkeit, und nicht auf Angst zurückzuführen", zitiert der Beitrag den Geschäftsführer von ImmobilienScout24 in Österreich. Obwohl die Immobilienpreise "angstgetrieben" seien,  da die Menschen angesichts der wirtschaftlichen Krisenstimmung die Inflation fürchten.  Noch einmal der Geschäftsführer von ImmobilienScout24: "Egal wie die Preisentwicklung ist: Solange Nachfrage vorhanden ist, ist von Blase keine Spur." Scheinbar kaufen die Österreicher Immobilien ohne nennenswertes Fremdkapital und hauptsächlich, um selbst darin zu wohnen, nicht als Investment. Das wäre ein deutlicher Unterschied zum deutschen Markt. Was bei den Experten offensichtlich keine Rolle spielt, ist die Gefahr, die von einer weiteren Verschärfung der Krise in Europa oder der Finanzkrise ausgeht. Besonders gefährlich für Österreich: Die rapide Zunahme der Schwierigkeiten in Osteuropa, die sich bald auch in den Bilanzen österreichischer Banken bemerkbar machen und in neuen Staatshilfen münden wird. Obacht, liebe Österreicher.


"Sie sind in der staatlichen europäischen Schuldenkrise gefangen" 
(format.at) Das Schicksal der französischen Banken ist untrennbar mit der Lage von Staat und Wirtschaft verbunden. Und vom Zustand der Euro-Peripherie. Frankreichs Banken haben ihre Bestände an Staatsanleihen aus Staaten der Euro-Peripherie um mehr als 35 Prozent seit Beginn der Euro-Schuldenkrise reduziert. Gleichwohl kämpfen sie weiter damit, ihr Image als Stellvertreter für die Turbulenzen an der Peripherie abzuschütteln. Mehr... 

Kommentar: Gerade ist es modern, sich mit den französischen Verhältnissen zu beschäftigen. Was in diesem Beitrag über die Banken des Landes geschrieben wird, trifft so auf die Verhältnisse in anderen Ländern, beispielsweise Spanien, Italien, Großbritannien, Holland, Dänemark oder Schweden zu. Spanien und Italien stecken bereits in erheblichen Schwierigkeiten, jetzt wird Frankreich von den Spekulanten im Sturm erobert, danach rücken die anderen Länder in den Fokus dieser Leute. Für Deutschland gilt: Die Einschläge kommen näher. Es wird Zeit, dieser Tatsache ins Auge zu sehen. 


Europa fault auch in der Mitte 
(handelsblatt.com)  In der Griechenland-Debatte wird gerne übersehen, dass nicht nur die Südstaaten ein Risiko für den Euro darstellen. Das Krisenvirus bedroht auch die vermeintlich stabilen Länder des Währungsraums – vor allem Frankreich. Mehr... 

Kommentar: Der Beitrag untersucht, neben Frankreich, auch Länder wie Finnland, die Niederlande, Belgien und Deutschland. Bis auf Deutschland werden alle als gefährdet eingestuft. 


3.4 million Greeks near poverty line in 2011, Eurostat reports 
(ekathimerini.com)  Thirty-one percent of Greece's population was living near the poverty line in 2011 and 15.2 percent was just scraping by on a small income, the European Statistical Agency, Eurostat, said in a report released on Monday. Read more... 

Kommentar: Griechenland hat 9,9 Millionen Einwohner, wenn 2011 davon 3,4 Millionen, also 31%, nahe der Armutsgrenze leben, ist das besorgniserregend. Die Ursache ist klar: Die Spardiktate. Übertroffen wird das Land nur von Bulgarien, Rumänien, Lettland und Litauen. In der EU insgesamt sieht es etwas besser aus. 119,6 Millionen, 24,2%, haben 2011 an der Armutsgrenze gelebt. Die niedrigsten Werte gibt es in Tschechien, Luxemburg, Österreich, den Niederlanden und Schweden. Deutschland gehört nicht dazu. 


Separatismus: Europa zurück im Mittelalter 
(presseurop.eu) Ob Katalanen, Schotten oder Flamen: Europas neue Nationalisten schreiben ihre Identität groß auf die Fahnen ihrer Unabhängigkeitsbestrebungen. In Wahrheit verteidigen sie aber gleich Feudalherren ihren relativen Wohlstand, so der bulgarische Essayist Ivaylo Ditchev. Mehr... 

Kommentar: Ein beachtlicher Standpunkt zu den unterschiedlichen Unabhängigkeitsbestrebungen in Europa. Der Autor kommt zu dem Schluß: "Während Europa zum Feudalismus zurückkehrt, sind die großen Imperien auf Erfolgskurs. Das war schon so mit der Goldenen Pforte und ist auch heute noch so in China und in den USA.


Entmachtung des Euro-Handelszentrums London? 
(diepresse.com) Der Hauptteil der weltweiten Eurogeschäfte wird in London abgewickelt. Das einflussreiche französische EZB-Mitglied Noyer will nun dagegen ankämpfen. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Noyer ist Chef der französischen Nationalbank und er nutzt die britische EU-Müdigkeit, um den Finanzplatz London in Frage zu stellen. Format, ebenfalls in Österreich, macht daraus  "EZB: Frontalangriff auf London" (hier) und faßt zusammen: Frankreichs Zentralbankchef und Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) Christian Noyer hat den Finanzplatz London scharf angegriffen. Mit der EZB hat das wenig zu tun. 


Gebremst ins Weihnachtsgeschäft
(fr-online.de) Echte Erfolgsmeldungen hören sich anders an: Lediglich „zufrieden“ zeigt sich der Handelsverband Deutschland (HDE) mit dem Weihnachtsgeschäft am ersten Adventswochenende. Mehr...

Kommentar: Gestern hieß es noch, der "Einzelhandel startet schwungvoll ins Weihnachtsgeschäft". Bereits einen Tag später ist man schon zurückhaltend. Liegt jedenfalls näher an der Wahrheit. 


Die Welt zittert vor der US-Fiskalklippe – worum es geht 
(fuw.ch) Der weltgrößten Wirtschaft droht Ende des Jahres der Sturz ins Elend. Doch worum geht es bei der Fiscal Cliff eigentlich? FuW hat die Antworten auf die wichtigsten Fragen. Mehr... 

Kommentar: Eine sehr gute Einführung in dieses Thema. Macht fit. 


US-Industrie schrumpft im November überraschend wieder 
(diepresse.com) Der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager fiel auf 49,5 von 51,7 Punkten im Oktober. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Logisch, die Wahl ist vorbei, da können die Statistiker wieder zu den Tatsachen zurückkehren. Und die ist nun einmal (noch) nicht rosig. Wie frisiert wird, zeigt beispielhaft die folgende Grafik über die aktuellen Neuwagen-Lagerbestände bei den GM-Händlern: 

Quelle: zerohedge.com

GM selbst meldet natürlich sehr gute Verkaufszahlen. Gezählt wird, was das Fabrikgelände verläßt.  


Fed plant Stresstest für US-Großbanken 
(derstandard.at) EU-Binnenmarktkommissar Barnier lehnt Ausnahmen bei der geplanten europäischen Bankenaufsicht ab. Mehr... 

Kommentar: Wird zum Muster ohne Wert. Diese Veranstaltungen haben alle ein Manko: Sie bilden nicht die Wirklichkeit ab. Augenwischerei. Schattenbanken und Zweckgesellschaften bleiben unberücksichtigt. Die sind es aber, die mittlerweile maximales Risikopotential besitzen. Deren Geschäftsvolumen übersteigt längst das der klassischen Banken. Zur Veranschaulichung noch einmal diese Grafik: 


  

China: Analysten geschockt über Absatzeinbruch im Einzelhandel 
(wirtschaftsfacts.de) Während sich zuletzt aus China gemeldete Konjunkturdaten leicht verbesserten, zeichnen die Umsätze und Verkäufe von großen Einzelhändlern und Schnellrestaurants ein gänzlich anderes Bild. Selbst McDonalds, Taco Bell und Kentucky Fried Chicken litten in China auch im vierten Quartal unter teils deutlich einbrechenden Absätzen, weshalb Gewinnwarnungen an der Tagesordnung sind. Die im Frühjahr ausgebrochenen Rabattschlachten verhageln den Einzelhändlern ihre Margen und Analysten zeigen sich besorgt über einen sich weiter verdüsternden Ausblick: Die zu optimistischen Prognosen der Analysten werden jetzt durch die Realität eingeholt. Mehr... 

Kommentar: Die Chinesen halt ihr Geld zusammen und richten sich nicht nach den Meinungen der Analysten. Nur die deutschen Manager glauben unverbrüchlich daran, daß die Geschäfte mit China die Verluste in Europa wettmachen werden. Ein kapitaler Irrtum. 


"China exportiert Entwaldung rund um den Erdball"  
(diepresse.com) Das Geschäft mit illegal geschlagenem Holz blüht: Fast jeder dritte Baum wird unerlaubt gefällt. China entwickelt sich immer mehr zur Drehscheibe. Mehr... 

Kommentar: Brisant. Bitte unbedingt lesen, auch den Links folgen. Es lohnt sich. Dieser Beitrag zeigt viel über Chinas Geschäftmacherei. Eine Riesensauerei, was da abläuft. Verursacht irreparabele Schäden.  
 

"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Besser kann man nicht beschreiben, was wir bei unseren Beratungen immer und immer wieder erleben. Es ist offensichtlich brutal schwer, sich von den liebgewonnenen, teilweise sogar ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, sich und seine Ersparnisse auf das Unabwendbare vorzubereiten. 

Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich ein Finanzkollaps. Die Regierungen schauen diesem Treiben vollkommen hilflos zu. Schlimmer: Die Banken betrügen hemmungslos weiter und die Politiker helfen ihnen dabei tatkräftig (hier).  

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Das bleibt nicht so. Dieser Traum geht zu Ende! Längst bereitet die Bundesregierung heimlich, still und leise die Enteignung ihrer Bürger vor (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang.  Außerdem haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.    

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff so weit wie möglich in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen dabei helfen. Für unsere Beratung berechnen wir lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.