Mittwoch, 5. Dezember 2012

Standpunkt 473 - Nachrichten-Ticker, 04.12.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...   


Tagesthemen: Downgrade Deutschland – Merkel Lebensversicherung – Euro versus Grundgesetz – Währungsunion – Europa – Weltwirtschaft – Eurokrise – Argentinien 


"Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Seit einigen Wochen steht ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik immer dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Außerdem möchten wir uns auf diesem Weg für das riesige Interesse an diesem Beitrag bedanken. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


City in London nervös: Spekulationen über Downgrade für Deutschland 
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Auch die Niederlande und Luxemburg sollen kurz vor einer Herabstufung stehen. Das gefährdet nicht nur die niedrigen Refinanzierungskosten des Landes, sondern auch die Bonität des ESM. Mehr... 

Kommentar: Bisher nur ein Gerücht. Aber die logische Folge der Entwicklung in Europa und der Pläne der Spekulanten. Unerheblich wann es passiert. Wir haben bereits vor einem Jahr darüber geschrieben. 


Merkel in Bismarcks Spuren 
(heise/telepolis.de) Merkel zeichnet auf dem Unionsparteitag das Bild von einem Deutschland als Fels in der Krise. Mehr... 

Kommentar: "Deutschland ist stärker aus der Krise herausgekommen als es hineingegangen ist", findet die Kanzlerin. Glaubt Angela Merkel wirklich an den Quatsch, den sie in aller Öffentlichkeit verbreitet? Sie verhöhnt die Deutschen, sie hat nur das verdammte Glück, daß die es nicht merken. 


Der nächste Schlag für die Lebensversicherung 
(handelsblatt.com)  Einer der größten Versicherer, die Ergo, zahlt Millionen Kunden deutlich weniger für Lebensversicherungen. Die laufende Verzinsung fällt auf bis zu drei Prozent. Was das erneute Alarmsignal aus der Branche bedeutet. Mehr... 

Kommentar: Das ist erst der Anfang. Die Gesellschaften werden bald nichts mehr verdienen, da gibt es dann auch nichts mehr auszuschütten. Die Deutschen werden trotzdem unverdrossen weiter neue Verträge abschließen. Wetten? 


Der Euro ist nicht verhandelbar, das Grundgesetz sehr wohl 
(wiwo.de) Die fehlgeleitete Euro-Rettung gefährdet den inneren Frieden Europas. Falsche Prognosen führen nachhaltig zu falschem Handeln. Fehleinschätzungen säen Misstrauen und Hass. Alle verlieren. Mehr... 

Kommentar: Oh, was für ein neoliberaler Schwachsinn. Uns fehlen jetzt schon die Beiträge der Financial Times Deutschland (FTD), die in wenigen Tagen zu Grabe getragen wird. Griechenland zurück zur Drachme, der Euro gefährdet den Frieden in Europa, sind die Schmalspurargumente der Neoliberalen. In Deutschland wird auch gleich das Grundgesetz für gefährdet erklärt. Rein vorsorglich, versteht sich. Die wirklichen Gründe für die Rettungsmilliarden, die Krise hinter der Staatsschuldenkrise, spielen keine Rolle, sie stören nur die Sterbegesänge für den Euro. Die werden wieder lauter, nachdem jetzt auch Frankreich in den Fokus der Spekulanten geraten ist. Und zu einem wahren Wehklagen, wenn es Deutschland an den Kragen geht. 


"Ich befürchte, dass die Währungsunion auseinanderfliegt" 
(format.at) Auch mit dem Anlaufen des griechischen Schuldenrückkaufs ist dem Kieler IfW-Institut zufolge kein Ende der Euro-Krise in Sicht. "Ich glaube nicht, dass wir das Problem annähernd gelöst haben", sagte Konjunkturchef Joachim Scheide vom Institut für Weltwirtschaft am Montag zu Reuters. "Weil die Politik die Lösung weiter verschiebt, wird das vielleicht in einem großen Knall enden", ergänzte er. Mehr... 

Kommentar: Es gibt für die Politik immer "gute Gründe", die Lösung der Krise so weit wie möglich in die Zukunft zu verschieben. Jetzt und in den kommenden Monaten ist es die Bundestagswahl 2013. Zuletzt, als frühzeitig richtige Maßnahmen ergriffen werden konnten, stand die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen an. Merkel versucht es mit ihrer bewährten Methode des "Aussitzens" auch bei der europäischen Krise. Es wird nicht funktionieren. Macht Merkel so weiter, wird sich Scheide's Befürchtung bewahrheiten. Leider stellt die SPD mit ihrem vorläufigen Kanzlerkandidaten Steinbrück keine wirkliche Alternative dar, wie der Wahlkampf in den kommenden Monaten sehr schmerzhaft zeigen wird. 


"Politische Union nicht zu Euro-Schicksalsfrage machen" 
(diepresse.com) Notenbankchef Ewald Nowotny zeigt sich gleichzeitig über den fehlenden Gleichklang zwischen Deutschland und Frankreich beunruhigt. Mehr... 

Kommentar: Alles richtig, was der Chef der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) in seinem Vortrag zum Besten gibt. Nowotny hat einen einigermaßen klaren Blick auf die europäischen Dinge. Vielleicht verschafft er sich damit endlich mehr Gehör in Europa. 


"Die geldpolitischen Maßnahmen haben die Bremsen der Weltwirtschaft gelöst" 
(format.at) Konjunkturprogramme der Notenbanken schüren den Optimismus, dass die größten Volkswirtschaften der Welt stärker wachsen werden. Mehr... 

Kommentar: Eine Scheinwelt, die in diesem Artikel beschrieben wird, mit der Wirklichkeit hat das wenig zu tun. Bloomberg-Umfragen ersetzen die Fakten. Einen guten Effekt hat die Sache: Gute Nachrichten beruhigen, passend zu Weihnachten, die Nerven. 


Eine sehr gute Erklärung der Eurokrise von Heiner Flassbeck und ein Plädoyer für eine große politische Kraftanstrengung der Schuldnerstaaten 
(nachdenkseiten.de) Heiner Flassbeck erklärt unter dem Eindruck von Gesprächen in Griechenland und im Blick auf das Einknicken Frankreichs im folgenden Text für die NDS, warum die Diskussion um die Fehler der Schuldnerstaaten in die Irre führt, und dass die Neigung vieler Menschen, den sprichwörtlichen Elefanten im Porzellanladen systematisch zu übersehen und sich lieber dem Flicken der zerbrochenen Tassen hinzugeben, abwegig und nicht zielführend ist. Mehr... 

Kommentar: Heiner Flassbeck, tätig für die UN-Organisation UNCTAD in Genf, fällt immer wieder durch fundierte Beiträge zur Krise in Europa auf, selbst wenn wir nicht jeder seiner Thesen beipflichten können. Was Flassbeck in diesem Beitrag schreibt, ist idealer Lesestoff für alle, die sich ernsthaft mit dieser Krise und den fehlerhaften Lösungsversuchen auseinandersetzen wollen. Für Laien nicht einfach zu verstehen ist es lohnend, sich durchzubeißen. Eine kurze Leseprobe:  Wenn das größte Land in der Eurozone gegen die zentrale gemeinsam vereinbarte Regel zur Inflationskonvergenz verstößt und auf diese Weise die anderen Länder wirtschaftlich an die Wand drängt, kann auch die effizienteste Volkswirtschaft nicht ohne gewaltigen Schaden davonkommen. Das beste Beispiel ist Frankreich. Frankreich hat sich als so ziemlich einziges Land der entscheidenden Regel der Währungsunion entsprechend verhalten und befindet sich jetzt doch in der gleichen Zwickmühle wie alle anderen Schuldner, weil auch dort die Politiker nicht verstehen oder wahrhaben wollen, dass ein Land wie Deutschland, das in einer Währungsunion mit Gewalt seine Wettbewerbsfähigkeit verbessert, der eigentlich Schuldige ist. 


Jagd auf argentinische Konten 
(ftd.de) Ein US-Gericht verpflichtet Argentinien zur Rückzahlung seiner Staatsanleihen. Das weckt auch bei deutschen Privatanlegern die Hoffnung, verlorene Millionen wiederzusehen. Doch auf Urteile allein verlassen sie sich nicht mehr. Jetzt soll ein Privatermittler argentinisches Vermögen sicherstellen. Mehr... 

Kommentar: Ähnlich wie im Streit mit der Schweiz wird Amerika mit Argentinien verfahren und "seine" Interessen, in diesem konkreten Fall als Stellvertreter für die Ziele der Wall Street, mit allen Mitteln durchsetzen. Weltweit. Vergleichbare Möglichkeiten haben Privatanleger nicht, selbst wenn es bisher schon zu filmreifen Aktionen gekommen ist. So wie weltweit Jagd auf argentinische Konten gemacht wird, wird demnächst nach den Vermögen der Südeuropäer gesucht. Nichts geht verloren, demnächst werden flächendeckende Kapitalverkehrskontrollen den großen und kleinen Vermögensverschiebungen einen Riegel vorschieben. Der IWF wird seinen Widerstand dagegen aufgeben (hier).  


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Besser kann man nicht beschreiben, was wir bei unseren Beratungen immer und immer wieder erleben. Es ist offensichtlich brutal schwer, sich von den liebgewonnenen, teilweise sogar ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, sich und seine Ersparnisse auf das Unabwendbare vorzubereiten. 

Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich ein Finanzkollaps. Die Regierungen schauen diesem Treiben vollkommen hilflos zu. Schlimmer: Die Banken betrügen hemmungslos weiter und die Politiker helfen ihnen dabei tatkräftig (hier).  

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Das bleibt nicht so. Dieser Traum geht zu Ende! Längst bereitet die Bundesregierung heimlich, still und leise die Enteignung ihrer Bürger vor (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang.  Außerdem haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.    

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff so weit wie möglich in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen dabei helfen. Für unsere Beratung berechnen wir lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.