Freitag, 7. Dezember 2012

Standpunkt 475 - Nachrichten-Ticker, 06.12.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...     


Tagesthemen: Lebensversicherungen – Milliardenverluste Deutsche BankEuropa – Rezession – Schulden – EZB – Spanien – Kapitalismus - USA 


"Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Seit einigen Wochen steht ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik immer dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Außerdem möchten wir uns auf diesem Weg für das riesige Interesse an diesem Beitrag bedanken. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Lebensversicherung: „Ein Schlag ins Gesicht der Verbraucher“ 
(stuttgarter-zeitung.de) Die Rendite von Lebensversicherungspolicen schmilzt dahin wie Eis in der Sonne. Dafür ist nicht nur die Finanzkrise mit Dauerniedrigzinsen, sondern auch der Gesetzgeber verantwortlich. Mehr... 

Kommentar: Gehört zu der von uns als "sanfte Enteignung" beschriebenen Wegnahme der Ersparnisse, bzw. Vermögen der Bürger. Seit der Lehman-Pleite 2008 unternimmt der Staat alle Anstrengungen, seinen Bürgern tief in die Tasche zu greifen. Die Bundesregierung bereitet dazu, hinter dem Rücken der Öffentlichkeit, einen ganzen Maßnahmenkatalog vor. Dazu gehören Kapitalverkehrskontrollen, die "Entdeckung" der Bank-Schließfächer, weitgehende Einschränkungen für das Bezahlen mit Bargeld, um nur einige zu nennen. Europaweit, versteht sich. Bargeldbeschränkungen gibt es beispielsweise bereits in Griechenland, Portugal, Spanien, Italien. Die Regierung Monti geht bereits so weit, ab dem 1. Juli 2013 Barzahlungen ab 50 Euro zu verbieten. Da helfen auch keine Euros mehr, die in irgendwelchen Verstecken gebunkert liegen und auf ihren Einsatz warten. Fluchtpunkt Schweiz? Fehlanzeige. 


Deutsche Bank soll Milliardenverluste versteckt haben 
(ftd.de) Der Vorwurf wiegt schwer, die Deutsche Bank weist ihn auch umgehend zurück: Ehemalige Mitarbeiter behaupten, die Bank habe Verluste bei Derivaten in bis zu zweistelliger Milliardenhöhe nicht korrekt ausgewiesen. Der mögliche Grund: Einen Antrag auf Staatshilfe vermeiden. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Die Financial Times Deutschland (FTD) schreibt nur von "ehemaligen Mitarbeitern", nennt keine Namen. Die zitierte Financial Times (FT) geht in ihrem Artikel "Deutsche hid up to $12bn losses, say staff" (hier) weiter und nennt zwei der Informanten namentlich. Aus unserer Sicht spricht das doch sehr für einen hohen Wahrheitsgehalt des Vorwurfes. Der Artikel der FT ist nicht frei zugänglich. Glücklicherweise beschäftigt sich zerohedge.com ebenfalls mit dieser Nachricht und gibt in dem Beitrag  "Bombshell: Deutsche Bank Hid $12 Billion In Losses To Avoid A Government Bail-Out" die wichtigsten Passagen aus dem FT-Artikel wieder (hier). Die Schweizer Finanz und Wirtschaft hält den Ball flach: "Aufgewärmte Gerüchte um die Deutsche Bank" und stellt heraus, daß die Anschuldigungen schon im Juni 2011 öffentlich gemacht wurden (hier). 


Unter Steinbrück schrieben Banken selbst das Steuergesetz 
(zeit.de) Für eine Gesetzesänderung haben Mitarbeiter des Finanzministeriums Schriften des Verbandes deutscher Banken übernommen. Chef des Ministeriums war damals Peer Steinbrück. Mehr... 

Kommentar: Besser konnten es die Banken damals doch überhaupt nicht treffen. Dumm nur, daß diese Dinge heute, im Zusammenhang mit einem Ermittlungsverfahren gegen die HypoVereinsbank, ans Licht kommen. Gerade, als Steinbrück den Versuch unternimmt, für sich und die SPD nach dem höchsten Regierungsamt zu streben. Der politische Gegner wird in den kommenden Monaten so lange Steinbrücks Sünden an die Öffentlichkeit zerren, bis er, völlig kompromitiert, als Kanzlerkandidat nicht mehr zu halten ist. 


"Sollte Europa scheitern, dann an Frankreich" 
(welt.de)  Die Schweizer Bank Vontobel gibt dem französischen Präsidenten Hollande überraschend gute Noten. Europas größtes Problem ist ihrer Ansicht nach jedoch die Mentalität der Eliten des Landes. Mehr... 

Kommentar: Falsch, Europas größtes Problem ist die Unfähigkeit seiner führenden Politiker, mit den richtigen Maßnahmen die wirkliche Ursache der Krise zu bekämpfen. Wahrscheinlich gibt es niemand in den betroffenen Ministerien, der in der Lage ist, die notwendigen Gesetze zu formulieren. Die Anwaltskanzleien der Banken lassen sich dafür nicht gebrauchen.


S&P: "Die Politik lehnt sich etwas zurück"
(format.at) Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) wirft den europäischen Regierungen in der Schuldenkrise einen nachlassenden Reformeifer vor. Mehr... 

Kommentar: S&P treibt zur Eile, erwartungsgemäß aber in die falsche Richtung. Trotzdem hält die Euro-Zone und vergrößert sich sogar noch, glaubt die Ratingagentur. Fraglich nur, wo die Politiker herkommen, die stark genug sind, um die bisherige Krisenpolitik zu stoppen und die richtigen Maßnahmen auf den Weg zu bringen. 


Wer zahlt für die Krise? 
(faz.net)  Wie teuer es am Ende wirklich wird für Deutschland, ist zwar noch nicht auf Euro und Cent geklärt. Doch wer zahlt, das ist bekannt und erschreckend: Wir alle. Sparer, Steuerzahler und Banken kämpfen nur noch um die Aufteilung der Lasten. Mehr... 

Kommentar: Diese Analyse wollen wir unseren LeserInnen nicht vorenthalten. Der Autor des Artikels gibt die öffentliche Meinung wieder, betreibt viel Spekulation, belastbare Fakten gibt es leider nicht. 


Europa und der globale Imperialismus heute 
(isw-münchen.de) Referat beim 19. Friedenspolitischen Ratschlag in Kassel. 1. Der Westen hat seine Dominanz in der Weltpolitik verloren – vor allem Europa gerät ins Hintertreffen 2. Die Antworten Europas auf die schwindende wirtschaftliche Macht 3. Internationalisierung des Kapitals, Regionalisierung der Wirtschaftsräume – die Intensität der Globalisierung nimmt dennoch zu und eine neue Form von Kriegen entsteht. Von Conrad Schuhler. Mehr... 

Kommentar: Unsere Leseempfehlung. Achtung, der Beitrag ist für Laien keine leichte Kost. Trotzdem, Schuhler kommt auf den Punkt und deshalb lohnt sich das Durchbeißen für alle, die sich ihre eigene Meinung jenseits des Mainstream bilden wollen. 


"Die Dramatik der Rezession ist notwendig"   
(format.at)  Laut Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz, wird es keinen zweiten Schuldenschnitt für Griechenland geben und die Eurozone 2013 wieder wachsen. Er erklärt,  warum die oft kritisierte Sparpolitik und die Dramatik der Rezession eine Notwendigkeit ist, um aus dem Schlamassel herauszukommen und warum die Euro-Krise selbst eine wesentlich geringere Bedrohung für die Weltwirtschaft darstellt, als eine Eskalation im Iran oder Nahen Osten. Mehr...

Kommentar: Heise verteidigt, was gerade in Europa passiert. So etwas wie der Gegenentwurf zu dem vorangegangenen Beitrag. Gerade deshalb ebenfalls eine Leseempfehlung wert. Es lohnt sich, seine Vorhersagen mit der Wirklichkeit in den nächsten Monaten zu vergleichen. Vieles wird sich nicht bewahrheiten. Heise versäumt es nämlich, die europäische Krise als Teil der immer noch andauernden Finanzkrise seit 2008 zu sehen. Außerdem unterschätzt er den Zorn und die Streitbarkeit der von der Rezession betroffenen Menschen, die früher oder später der Bankenrettungspolitik ihrer Regierungen nicht länger zuschauen und es nicht mehr bei gewaltfreien Demonstrationen belassen. Kaum eine Regierung wird sich dauerhaft gegen diesen Bürgerzorn stemmen oder sogar die Streitkräfte im Innern einsetzen und einen Bürgerkrieg anzetteln. 


Das Dilemma der Schuldgefangenschaft 
(fuw.ch) Schulden steigen unaufhörlich, und es gibt keinen akzeptablen Weg, sie loszuwerden. Die «Bewältigung» etwa in der Eurokrise findet statt, indem gutes Geld schlechtem hinterhergeworfen wird. Ein Kommentar von Harold James. Mehr... 

Kommentar:  Der Wirtschaftshistoriker James hat einen ganz eigenen Blick auf das Schuldendilemma. Sein Beitrag rundet die beiden vorangegangenen ab. James' Fazit:  Ein völliger Neustart in der Kreditaufnahme ist auch unmöglich, desgleichen eine Bereinigung. Bleibt nur eines: Man häufe in einem Ausmass neue Forderungen an, dass sich die alten Schulden im Vergleich dazu läppisch ausnehmen. Wer die Vergangenheit nicht vergessen kann, ist dazu verdammt, sie zu inflationieren. 


EZB denkt über Strafzins für Banken nach
(ftd.de) Banken parken ihr Geld massenhaft bei der EZB, anstatt es an Unternehmen zu verleihen. Deshalb denkt die EZB unter ihrem Chef Mario Draghi über einen negativen Einlagezins nach. Der Leitzins bleibt auf Rekordtief, die Zentralbank diskutierte auf ihrer Sitzung am Donnerstag sogar eine Senkung. Mehr... 

Kommentar: Was machen die Unternehmen damit? Ihrerseits wieder anlegen? Europa steckt in einer ausgewachsenen Rezession, der ist nur mit einer ausreichenden Nachfrage beizukommen, d. h. sofortiger Stop der Sparpolitik und Maßnahmen, um die Nachfrage zu stimulieren. In Deutschland ein schwieriges Unterfangen. Ansonsten verpufft jeder Eingriff in die Kreditpolitik der Banken. 


Die Schwächsten bleiben auf der Strecke 
(neues-deutschland.de) In Spanien leiden Millionen unter sozialer Ausgrenzung und Armut. Es ist der eisige Wind der Austeritätspolitik, der jetzt Zehntausende Behinderte und Pflegebedürftige in Madrid auf die Straße trieb: Erstmals protestierten sie mit einer großen Demonstration gegen die Sparpolitik der konservativen Regierung. Mehr... 

Kommentar: Warum ist es soweit gekommen? Und dabei steht Spanien noch am Anfang der von EU/EZB/IWF aufoktroyierten Sparprogramme im Gegenzug für die Hilfsmilliarden. Die Situation wird sich für die Betroffenen weiter verschärfen.  


Von oben geplündert 
(freitag.de) Kapitalismus Euro-Krise? Hier geht es doch um viel mehr: Die Auszehrung von Staat und Gesellschaft muss gestoppt werden. Mehr... 

Kommentar: Ein äußerst aufschlußreicher Beitrag, den wir unseren LeserInnen nur dringend empfehlen können. Was der Autor beschreibt, ist das Ergebnis "marktkonformer Demokratie" Merkel'scher Dimension. Dem Fazit gibt es nichts hinzuzufügen: Deswegen sollte diskutiert werden, was die größere Gefahr ist: Nicht die „Überregulierung der (Finanz-)Wirtschaft“ – wie eine der wichtigsten sich selbst bestätigenden Tautologie-Formeln lautet –, sondern die Enteignung der Bevölkerung durch Inflation oder den Kollaps von Staaten. 


Geithner droht mit dem Sturz von der Klippe  
(ftd.de) Neben der Fiskalklippe droht den USA neues Ungemach: Das Land könnte in Kürze Probleme mit der Schuldendecke bekommen, warnt Präsident Obama. Der Kongress muss sich bis zur letzten Woche des Jahres auf deren Anhebung einigen. Die US-Regierung hält ein Scheitern der Etatverhandlungen für denkbar. Mehr... 

Kommentar: Von Tag zu Tag schwindet die Hoffnung auf eine zeitige Verabredung zwischen den Kontrahenten. Immer noch werden nur die Claims abgesteckt. Auch in den USA gilt: "Klappern gehört zum Handwerk". 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Besser kann man nicht beschreiben, was wir bei unseren Beratungen immer und immer wieder erleben. Es ist offensichtlich brutal schwer, sich von den liebgewonnenen, teilweise sogar ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, sich und seine Ersparnisse auf das Unabwendbare vorzubereiten. 

Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich ein Finanzkollaps. Die Regierungen schauen diesem Treiben vollkommen hilflos zu. Schlimmer: Die Banken betrügen hemmungslos weiter und die Politiker helfen ihnen dabei tatkräftig (hier).  

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Das bleibt nicht so. Dieser Traum geht zu Ende! Längst bereitet die Bundesregierung heimlich, still und leise die Enteignung ihrer Bürger vor (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang.  Außerdem haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.    

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff so weit wie möglich in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen dabei helfen. Für unsere Beratung berechnen wir lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.