Mittwoch, 12. Dezember 2012

Standpunkt 480 - Nachrichten-Ticker, 11.12.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...       


Tagesthemen: EU-Sparpolitik – EuroRezession – Bankenunion – USA und Weltwirtschaft – US-Armut – China – Schwellenländer – Agrar-Spekulation    


"Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Seit einigen Wochen steht ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik immer dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Außerdem möchten wir uns auf diesem Weg für das riesige Interesse an diesem Beitrag bedanken. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher.   


Zwangsdiät der Euro-Retter beruht auf Fehldiagnose 
(handelsblatt.com) Die Troika der Euro-Retter verlangt den Krisenländern extreme Einsparungen ab. Doch die Rezepte basieren auf falschen Diagnosen: die Experten verrechnen sich systematisch mit fatalen Folgen für die Wirtschaft der Länder. Mehr... 

Kommentar: Was in diesem Beitrag angesprochen wird, ist hinlänglich bekannt und bedarf auch keiner akademischen Vorbildung. Es genügt, ein wenig nachzudenken. Dazu ist jeder Laie fähig, der über ein klein wenig kaufmännisches Grundwissen verfügt, oder hin und wieder den Wirtschaftsteil der Tageszeitung liest. Die Technokraten der Troika und ihre Ratgeber haben einen Auftrag, der nichts damit zu tun hat, dem jeweiligen Land und seinen Menschen zu helfen. Vielmehr geht es darum, die Pfründe der Banken zu retten, die über Jahre hinweg gute kriminelle Geschäfte in diesen Ländern gemacht haben, 2008/09, nach der Lehman-Pleite, von den Staaten gerettet wurden und ständig weiter neues Geld brauchen, um nicht endgültig in die Pleite zu schlittern. Die Situation wird dadurch verschärft, daß von der Wall Street massiv gegen den Euro spekuliert wird, um die USA und den US-Dollar so lange wie möglich zu entlasten. Gerne wird vergessen: Die Finanzkrise ist noch nicht zu Ende und deren Wurzeln liegen in den USA. Die Krise in Europa ist lediglich ein Nebenkriegsschauplatz. Sie hört erst auf, wenn die Ersparnisse und Vermögen der Menschen umverteilt worden sind. Wer nur wenig hat, wie die Menschen in den PIGS-Staaten Portugal, Irland, Griechenland und Spanien, der wird in die Schuldenkechtschaft genommen. Damit verbunden sind Not und Elend: Arbeitslosigkeit, Einkommensverlust, Armut, Tod. Außerdem der Verlust staatlicher Souveränität und demokratischer Rechte. 


Der Euro und die verlorene Dekade 
(handelsblatt.com)  Immer mehr Menschen in der Eurozone verlieren ihre Jobs. Nach Frankreich droht nun auch Deutschland der wirtschaftliche Stillstand. Auf die hiesige Industrie kommen hohe Zusatzkosten zu - mit bösen Folgen für den Export. Mehr... 

Kommentar: Natürlich, für Hans-Olaf Henkel (HOH) ist der Euro an dieser Entwicklung schuld. Das ist hanebüchen. Stützt aber voll und ganz die Meinung an den geBILDeten Stammtischen der Republik. HOH ist u. a. für die Bank of America tätig, für eine sachliche, objektive Bewertung wird er kaum bezahlt. 


Wirtschaftsinstitute rechnen nicht mit Rezession 
(manager-magazin.de) Die großen deutschen Wirtschaftsinstitute rechnen mit einer Besserung der Wirtschaftsentwicklung in Deutschland. Nur im Osten sieht es mau aus. Und auch die Arbeitslosigkeit dürfte nach Einschätzung der Ökonomen steigen. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Da haben sich Henkel und die Experten der deutschen Wirtschaftsinstitute aber schlecht abgestimmt. Pünktlich zu Weihnachten kommt die frohe Botschaft: Deutschland ist doch eine Insel der Glückseligkeit. Während rundherum sich die Krise durch Europa frißt, geben die Experten Entwarnung. Wachstum von 0,3 bis 0,7 Prozent sei 2013 möglich. Gemessen an den Schätzungen für andere europäische Länder natürlich Traumwerte. Das Handelsblatt ergänzt und meldet: "Finanzexperten nähren Hoffnung auf Trendwende". Hier wird der ZEW-Index zitiert: Für die deutsche Wirtschaft gibt es zunehmend positive Signale. Der ZEW-Index über die Aussichten der Finanzexperten legt im Dezember deutlich zu. Nach einem schwachen Winter könnte das Wachstum bald anziehen. Na also, da liegt doch alles im grünen Bereich. Das ideale Konsumklima für das Weihnachtsgeschäft, auf das der Einzelhandel dringend angewiesen ist. Im neuen Jahr werden die Prognosen einfach wieder Richtung Wahrheit korrigiert.


Studie: EU-Bankenunion könnte Deutschland in den Abgrund reißen 
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Der Think Tank Open Europe hält eine europäische Bankenunion für nicht durchführbar: Allein die Assets im britischen Finanzsektor sind viermal größer als die gesamte deutsche Volkswirtschaft. Die Komplexität einer solchen Union wäre ein gefundenes Fressen für Hasardeure aus Politik und Geldwirtschaft. Mehr... 

Kommentar: In dieser Studie wird ein Szenario untersucht, was so nicht stattfinden wird, trotz der dauernden Bemühungen einiger Leute bei der EU, so schnell wie möglich eine Bankenunion zu installieren. Das hat einen einfachen Grund: Die Banken der betroffenen Länder müssen für diesen Fall die Hosen runter lassen, d. h. ihre Bilanzen konsolidieren und den Müll ausweisen, den sie bisher noch erfolgreich versteckt halten. Nach wie vor steht die Zahl von rund 18 Billionen Euro im Raum (hier), die als Gilftmüll in den Bankbilanzen lagern und dort ihr Unwesen treiben. Dazu kämen wahrscheinlich erhebliche Verpflichtungen aus dem Betrieb von Schattenbanken, bzw. Zweckgesellschaften, in denen versteckte, unkalkulierbare, unkontrollierte Risiken stecken. Kommen diese Zahlen alle an das Licht der Öffentlichkeit, dann wird der ganze Beschiß hinter den Rettungsanstrengungen offensichtlich. Sehr wahrscheinlich, daß die weitgehend friedlichen Demonstrationen in Südeuropa dann in massive Unruhen, mit möglicherweise bürgerkriegsähnlichen Zuständen, ausarten.


Warum die gesamte Weltwirtschaft nach den USA tickt
(focus.de) Rating-Agenturen, Leitwährung, Wirtschaftsmacht. Trotz aller Probleme werden die USA noch auf Jahrzehnte die ökonomische Weltordnung diktieren und der Dollar ihre Leitwährung bleiben. Dafür gibt es fünf Gründe. Mehr...

Kommentar: Ein Beitrag für alle die glauben, sie werden "gerade Zeuge einer Agonie der aktuellen Großmacht der letzten 100 Jahre" (Danke, Herr Falk!), den USA. Allen anderen LeserInnen empfehlen wir diese treffende Analyse als wichtige Hintergrundinformation. Die folgende Grafik aus dem Artikel macht augenfällig, daß sich die Macht der USA nicht nur auf seine militärische Stärke stützt:




Diese Grafik zeigt aber auch, daß der Euro längst seinen Platz in der Weltwirtschaft gefunden hat und zu Recht den Ruf einer Weltreservewährung genießt. 


Foodstamps Soar By Most In 16 Months: Over 1 Million Americans Enter Poverty In Last Two Months 
(zerohedge.com)  And we thought last month's delayed foodstamp data was bad. The just reported foodstamp number for September was a doozy, with 607,544 new Americans becoming eligible for foodstamps, as a record 47.7 million Americans are now living in poverty at least according to the USDA. The monthly increase was the highest since May 2011, and with August's 421K new impoverished America, over 1 million Americans made the EBT card their new best friend. It is unclear just which atmospheric phenomenon will get the blame for this unprecedented surge in poverty, which comes at a time when the pre-election economic data euphoria was adamant that the US economy was on an escape velocity to utopia. Read more... 

Kommentar: Da gibt es nichts zu kommentieren, die Zahlen sprechen für sich. 1 Million mehr Amerikaner in Armut innerhalb von nur zwei Monaten sind dramatisch. Die folgende Grafik stammt aus dem Beitrag:




Gerne wird diese Entwicklung, gemeinsam mit dem regelmäßigen Anstieg der Bezieher von Lebensmittelmarken, der millionenfachen Zwangsversteigerung von Häusern, dem ungebremsten Anstieg der Staatsschulden, oder dem riesigen Leistungsbilanzdefizit, als Zeichen der oben angesprochenen Agonie angesehen. Ein Irrtum. Vielmehr ist diese Situation lediglich das Ergebnis verfehlter Politik und durch geeignete Maßnahmen, vergleichbar denen des New Deal von Franklin D. Roosevelt, zu korrigieren. 


Das total verflixte China-Geschäft 
(manager-magazin.de) Westliche Autobauer und Luxusartikler verdienen in China Milliarden - Handelsketten beißen sich in Fernost dagegen die Zähne aus. Nun entscheidet Metro, ob die Tochter Media Markt dort weitermachen darf. Ihr setzt besonders zu, dass sich die Chinesen als unerwartet geizig erweisen. Mehr... 

Kommentar: Die Chinesen sind leidenschaftliche Sparer, die Sparquote liegt bei über 50%. Dagegen nehmen sich die anderen Sparmeister, die Deutschen, mit um die 11% geradezu bescheiden aus. Japan, früher Spitzenreiter der Industrienationen, ist mittlerweile auf unter 10% Sparquote gefallen. Da können auch die in China vertretenen westlichen Handelsriesen nur verlieren. 


Chinas Export schwächelt – die Ökonomen zittern  
(focus.de) Für November ist ein Wachstum der chinesischen Exporte von neun Prozent erwartet worden, am Schluss waren es nur knapp drei. Die Zweifel an der Erholung Chinas wachsen – und damit die Sorgen um die Weltkonjunktur. Mehr...

Kommentar: Die Ökonomen würden sich sehr viel leichter tun, wenn sie sich von der festbetonierten Meinung verabschieden, daß China die Weltwirtschaft antreibt. 200 Millionen gut verdienende Chinesen können das kaum schaffen. China braucht dringend die Nachfrage aus den USA und Europa, um sein Wirtschaftsmodell fortsetzen zu können. 


Die "Neureichen der Weltwirtschaft"   
(derstandard.at) Das Blatt hat sich gewendet: Europa und die USA versinken in einer Schuldenkrise, viele Schwellenländer dagegen boomen. Mehr... 

Kommentar: Wir können es einfach nicht glauben, daß die Schwellenländer den Westen schon abhängen. Statt dessen glauben wir an die Wiederholung des alten kapitalistischen Fehlers, nach dem jeder Aufschwung zuallererst kreditfinanziert ist. Folgt die Nachfrage nicht, ist die Sache schnell wieder vorbei. Europa kann das ganz gut demnächst in der Türkei beobachten. Der Beitrag überzeichnet die Situation in diesen Ländern. 


Spekulation erhöht die Agrarpreise nicht 
(faz.net)  Spekulationen um Getreide oder Reis sind laut einer aktuellen Studie kaum schuld an steigenden Lebensmittelpreisen. Frühere Veröffentlichungen sahen einen Zusammenhang. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Dieser und der Beitrag des Spiegel in der gleichen Sache, "Studie verteidigt Agrar-Zocker" (hier) zeigt, wie sehr die Journalisten völlig unkritisch Meinung machen. Im Spiegel heißt es: "Sie verdienen an knappen Nahrungsmitteln, während Millionen Menschen hungern. Agrarspekulanten gelten als das personifizierte Böse. Doch jetzt konstatiert eine Studie: Die Zocker haben kaum Einfluss auf die Lebensmittelpreise - und helfen sogar Bauern, sich gegen Schwankungen abzusichern." Was so großspurig als Studie bezeichnet wird, sind die "Ergebnisse eines Literaturüberblicks über empirische Forschungsarbeiten zur Finanzspekulation mit Agrarrohstoffen", mehr nicht. Direkt zu dieser "Studie" geht es hier. Vollkommen unkritisch haben die Medien diesen Überblick übernommen. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Besser kann man nicht beschreiben, was wir bei unseren Beratungen immer und immer wieder erleben. Es ist offensichtlich brutal schwer, sich von den liebgewonnenen, teilweise sogar ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, sich und seine Ersparnisse auf das Unabwendbare vorzubereiten. 

Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich ein Finanzkollaps. Die Regierungen schauen diesem Treiben vollkommen hilflos zu. Schlimmer: Die Banken betrügen hemmungslos weiter und die Politiker helfen ihnen dabei tatkräftig (hier).  

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Das bleibt nicht so. Dieser Traum geht zu Ende! Längst bereitet die Bundesregierung heimlich, still und leise die Enteignung ihrer Bürger vor (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang.  Außerdem haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.    

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff so weit wie möglich in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen dabei helfen. Für unsere Beratung berechnen wir lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.