Donnerstag, 13. Dezember 2012

Standpunkt 481 - Nachrichten-Ticker, 12.12.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...       


Tagesthemen: Zukunft Wirtschaftswachstum – Katastrophe ArbeitslosigkeitEurozone – Bankenaufsicht – MIT Economists – Fed-Notenpresse – Griechenland – Berlusconi – Spanien – Niederlande – Amerika – Baltic Dry Index      


"Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Seit einigen Wochen steht ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik immer dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Außerdem möchten wir uns auf diesem Weg für das riesige Interesse an diesem Beitrag bedanken. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Das drohende Ende eines Zeitalters 
(fuw.ch) Ist es aus mit dem Wirtschaftswachstum der letzten Jahrhunderte? Das ist eine der Fundamentaldebatten, zu der die Finanzkrise geführt hat. Mehr... 

Kommentar: Hin und wieder ist es nützlich, sich über einige grundlegende Dinge Gedanken zu machen, beispielsweise über die Zukunft des Wirtschaftswachstums. Ein informativer Beitrag unserer Schweizer Nachbarn und verständlich geschrieben. Es gibt keinen Grund für unsere LeserInnen, sich davor zu drücken. 


Die wahre Katastrophe 
(fuw.ch)  Ob die Krise vorbei ist oder nicht, ob vielerorts bereits wieder eine Rezession herrscht – die Fragen sind müssig. Die grössten Volkswirtschaften der Welt haben sich seit dem Einbruch von 2008 gar nie erholt und jetzt droht alles noch schlimmer zu werden. Nein, das Drama der anhaltenden Krise zeigt sich nicht an Börsenkursen, die vor allem Erwartungen und Enttäuschungen spiegeln. Es zeigt sich auch nicht daran, ob wir uns technisch gesehen in einer Rezession befinden. Es zeigt sich an der Arbeitslosigkeit. Mehr... 

Kommentar: Von uns entdeckt im Zusammenhang mit dem vorherigen Beitrag. Schon ein bisschen älter, aber höchst aktuell, wie die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Europa zeigt. Nicht ganz so leicht, diese Kost, aber sehr lehrreich. Was da steht, würde auch den Leit-Medien gut zu Gesicht stehen. Das Fazit zum Schluß ist für alle LeserInnen leicht verständlich: "Die Arbeitslosigkeit ist vor allem konjunkturell bedingt. Dass die Politik hier zu wenig tut, kommt einem Verbrechen an einer ganzen Generation gleich." Warum das so ist, zeigt die folgende Grafik der Arbeitslosenquote für die unter 25jährigen in wichtigen europäischen Staaten: 


Quelle: rwer-worldpress.com

Sehr schön auch zu sehen, wie günstig sich diese Arbeitslosenquote zwischen Euro-Einführung und Lehman-Pleite entwickelte. 


EU plant die neue Eurozone 
(wirtschaftsblatt.at)  In drei Stufen soll die Eurozone viel stärker integriert werden, am Ende könnte ein Eurobudget und -finanzministerium stehen. Doch zuerst soll der Finanzsektor saniert werden. Die Basis dafür bildet ein Grundlagenpapier von EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy, das am Donnerstag veröffentlicht wurde. Zentrale Punkte davon sollen in die Gipfelbeschlüsse einfließen. Mehr... 

Kommentar: Ein kleiner Blick auf Europas Zukunft - geht es nach den Technokraten in Brüssel. Der Belgier Van Rompuy gibt den Vorturner. Wie erfolgreich, wird sich noch zeigen. Die Sanierung des Finanzsektor soll mittels einer Bankenunion herbeigezaubert werden. Glücklicherweise funktioniert das nicht. Nicht nur Großbritannien, auch die Schweden stellen sich quer und werden kaum alleine bleiben. Größter und mächtigster Gegner der Bankenunion ist aber die Finanzindustrie, die längst ihre Lobbyisten in Stellung gebracht hat. Die wollen nämlich nicht die Hosen runterlassen. Das Erpressungspotential von EU, EZB und Berlin ist in diesem Fall äußerst begrenzt. Die Banken wehren sich mit billionenschweren Müllhalden in ihren Bilanzen. Denen wäre nur mit brachialen Maßnahmen beizukommen. Davor schreckt die Politik immer noch zurück. Aus gutem Grund: Ihr sitzt die Angst vor der Größenordnung im Nacken. Eine Regierung, die diese Wahrheiten ihren Wählern auf den Tisch legt, setzt schlagartig ihre Wiederwahl aufs Spiel. Also wird alles einfach in die Zukunft verschoben. Uralter Politiker-Trick. 


Grünes Licht für Euro-Bankenaufsicht aus Berlin, Paris
(wirtschaftsblatt.at) Laut Medienberichten soll demnach die EZB systemrelevante Banken und staatlich gestützte direkt überwachen, bis zu 150 Banken betroffen. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Das wird so nichts. Wie üblich in der EU mit der heißen Nadel gestrickt. Soll die Integration voranbringen. Dankbar klärt die F.A.Z. uns auf: "Worum es im Streit um die Bankenaufsicht geht" und faßt zusammen: Faktisch haben sich die europäischen Regierungen schon auf mehr Integration geeinigt. Ein Baustein dabei soll eine gemeinsame Bankenaufsicht sein. Eine knifflige Sache, in der - wie immer - nicht alle einer Meinung sind. Mehr hier. Wir finden: Bestens geeignet zum Einstieg ins Thema. 


"Den Steuerzahler würde das keinen Cent kosten" 
(wirtschaftsblatt.at)  Um sich von der Macht der US-Ratingagenturen zu befreien, wird über eine europäische Alternative nachgedacht. Zum Beispiel in Gestalt des Europäischen Rechnungshofs. Mehr... 

Kommentar: Schon vergessen, den Plan für eine eigene Ratingagentur für Europa? Noch so eine Baustelle, an der nicht wirklich ernsthaft gearbeitet wird. Der Österreicher Harald Wögerbauer ist Mitglied des Europäischen Rechnungshofes und bringt in diesem Interview seine Behörde für diese Aufgabe in Stellung. Warum nicht, belebt die Diskussion. 


How A Handful Of Unsupervised MIT Economists Run The World
(zerohedge.com) Ever get the feeling that the entire global economy is one big experiment conducted by several former Keynesian economists from MIT with a bent for central planning, who sit down in conspiratorial dark rooms in tiny Swiss cities and bet it all on green until they double down so much nobody even pays attention to the game? No? You should. Jon Hilsenrath, of all people, explains why. Read more... 

Kommentar: Just for Info. Zur Einstimmung die Grafik aus dem Beitrag schon bei uns: 


    

MIT = Massachusetts Institute of Technology (hier).


Fed wirft Notenpresse an 
(wirtschaftsblatt.at) Die Nullzins-Politik bleibt. Aber es wird zum Jahreswechsel die Notenpresse angeworfen. Die Leitzins-Erhöhung erfolgt erst, bei einer Arbeitslosigkeit unter 6,5 Prozent und Inflation bei maximal 2,5 Prozent. Mehr... 

Kommentar: Aktionismus pur. Eine Maßnahme, die wieder nicht ihren Zweck erfüllt: Die Fed kann die Überschussreserven im Bankensystem zwar ausweiten, Banken jedoch nicht dazu zwingen die Gelder auch zu verleihen findet "Allan Meltzer: Fed kann Banken nicht zu Kreditvergabe zwingen": Die US-Notenbank Federal Reserve sei nicht dazu in der Lage, die Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten zu senken, wie Universitätsprofessor und Fed-Experte Allan Meltzer mitteilte. Darüber hinaus seien die Maßnahmen der finanziellen Lockerung (QE) an ihre Grenzen gestoßen. Denn Banken in den USA verfügten bereits über mehr als genügend Liquiditätsreserven, zeigten sich jedoch nicht dazu bereit, ihre Kreditvergabe wieder anzukurbeln. Mehr hier




Griechenland-Schuldenrückkauf erfolgreich – für Hedgefonds 
(heise/telepolis.de) Hedgefonds haben ihre Wette gewonnen, die erwarteten Ziele zur Schuldenreduzierung wurden verfehlt. Mehr... 

Kommentar: Eine Analyse die zeigt, wie getrickst und getäuscht wird und was schiefgeht in Europa. Wir sind davon überzeugt: Niemand stoppt diesen Wahnsinn. 


"Griechenland wird die Eurozone verlassen
(fuw.ch) Willem Buiter, der Chefökonom von Citigroup, erklärt, der Aufbau der Bankenunion werde von Berlin sabotiert. Die Schweizerische Nationalbank agiere vernünftig. Mehr... 

Kommentar: Buiter gehört zu den wenigen Ökonomen, dessen Meinung sich lohnt. Der Zusammenhänge verständlich erklärt und selten daneben liegt. Dieses Interview beschäftigt sich mit der augenblicklichen Dimension der europäischen Krise und versucht einen Ausblick darauf, was damit demnächst passiert. Eine Frage und die Antwort halten wir für besonders bemerkenswert: "Welche Schritte wären notwendig, um Europas Krise in den Griff zu bekommen? Ein separater ESM-Rettungsschirm für die Länder – ohne Banken – mit 1,5 Bio. € und strengen Bedingungen. Dazu kommt ein Umschuldungsmechanismus." Buiter will die Banken nicht retten - und damit hat er absolut recht. Nur so geht es. Was uns stört: Die von Buiter bevorzugte Bankenunion ohne vorherige Restrukturierung des Finanzsystems. Erst müssen die Zombies weg. Trotzdem, ein höchst lesenswerter Beitrag. 


Willkommen zurück, Cavaliere! 
(spiegel.de) Sollte Silvio Berlusconi wieder italienischer Regierungschef werden? Natürlich nicht! Aber seine Kandidatur ist eine gute Nachricht: Endlich wird in einem Wahlkampf der verhängnisvolle Sparkonsens zum Thema, der Europa schon viel zu lange beherrscht. Mehr... 

Kommentar: Wolfgang Münchau begrüßt in seiner Kolumne Berlusconi als Auslöser für einen dringend notwendigen Wechsel der europäischen Krisenpolitik. Er glaubt daran, daß sich die deutsche Haltung jetzt ändern muß, um einer Wahl Berlusconis nicht Vorschub zu leisten. Wir zweifeln daran. Aber lesen Sie selbst. 


Spanien: Die Wahrheit über den Immobilienmarkt 
(format.at) Die Preise von spanischen Immobilien, die von Banken übernommen und abgestoßen wurden, sind in diesem Jahr um 65 Prozent gefallen. Zudem steht eine Million neuer Immobilien zum Verkauf und Käufer haben Schwierigkeiten, Hypothekenkredite zu erhalten. Das geht aus einer Studie von Fitch Ratings hervor. Mehr... 

Kommentar: So unterschiedlich ist die Wahrnehmung: Nach offiziellen staatlichen Angaben sind die spanischen Immobilienpreise seit dem Hoch im Jahr 2008 um 25,5 Prozent eingebrochen. Ein gewaltiger Unterschied zu dem Ergebnis von Fitch und Grundlage für die Berechnung der spanischen Bankenhilfen. Eine Studie des CEPS ist vor einigen Monaten zu dem Ergebnis gekommen, daß über 300 Milliarden Euro bei den spanischen Banken wertberichtigt werden müssen. 


Niederlande bringen Haushalts-Defizit nicht unter Kontrolle 
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die niederländische Zentralbank hat die Aussichten für das Wirtschaftswachstum des Landes deutlich nach unten korrigiert. Statt einem Wachstum von 0,6 Prozent im kommenden Jahr werde die Wirschaft um 0,6 Prozent schrumpfen. Damit kann frühestens 2015 das Defizitziel erreicht werden. Mehr... 

Kommentar: Holland weiter in Not. Ein weiteres Kernland der Eurozone gerät nun endgültig in Bedrängnis. Wir sind davon überzeugt, die Schätzung ist noch zu optimistisch und muß bald schon korrigiert werden. 


Amerika: Hoffnung wider alle Hoffnung  
(project-syndicate.org)  Nach einem schwer umkämpften Wahlkampf, der deutlich über zwei Milliarden Dollar kostete, sieht es für viele Beobachter aus, als hätte sich in der amerikanischen Politik nicht viel geändert: Barack Obama ist weiter Präsident, die Republikaner kontrollieren nach wie vor das Repräsentantenhaus, und die Demokraten haben noch immer die Mehrheit im Senat. Könnte es angesichts der „Fiskalklippe“, auf die Amerika zusteuert – Steuererhöhungen und Ausgabesenkungen, die, sofern keine parteiübergreifende Einigung über einen alternativen Fiskalpfad erreicht wird, 2013 automatisch in Kraft treten und die Wirtschaft in die Rezession treiben dürften –, etwas Schlimmeres geben als dieses anhaltende politische Patt? Von Joseph E. Stiglitz. Mehr... 

Kommentar: Stiglitz versucht, Hoffnung zu verbreiten. Wir halten Obama leider nach wie vor für einen schwachen Präsidenten, der auch in den kommenden zwei Jahren keine positiven Impulse in der US-amerikanischen Krise hinterläßt. Stiglitz' Fazit scheint uns Recht zu geben: "Angesichts der Tatsache, dass die Eurokrise unvermindert anhalten dürfte, lassen Amerikas anhaltende Probleme für das Weltwirtschaftswachstum nichts Gutes erwarten. Schlimmer noch: Angesichts des Mangels an einer starken amerikanischen Führung werden die altbekannten Probleme – vom Klimawandel bis hin zur dringend erforderlichen Reform des internationalen Währungssystems – weiter schwären. Trotzdem sollten wir dankbar sein: Stillstand ist besser als eine Bewegung in die falsche Richtung." 


Baltic Dry Plunges By Over 8% Overnight, Most Since 2008 
(zerohedge.com) It has been a while since we looked at the Baltic Dry Index, which when normalizing for the excess glut in dry container ship supply (such as right now - 5 years after all the excess supply in the industry - has long been normalized), continues to be one of the best concurrent indicators of global shipping and trade. We look at it today, moments ago it just posted an epic 8.2% plunge, crashing from 900 to 826, or the biggest drop since 2008! Read more... 

Kommentar: Der Baltic Dry Index (BDI) gilt als Frühindikator für den Welthandel. Die Grafik aus dem Beitrag zeigt die dramatische Entwicklung und verbietet die Hoffnung auf eine anstehende Erholung der Weltwirtschaft:  


  


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Besser kann man nicht beschreiben, was wir bei unseren Beratungen immer und immer wieder erleben. Es ist offensichtlich brutal schwer, sich von den liebgewonnenen, teilweise sogar ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, sich und seine Ersparnisse auf das Unabwendbare vorzubereiten. 

Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich ein Finanzkollaps. Die Regierungen schauen diesem Treiben vollkommen hilflos zu. Schlimmer: Die Banken betrügen hemmungslos weiter und die Politiker helfen ihnen dabei tatkräftig (hier).  

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Das bleibt nicht so. Dieser Traum geht zu Ende! Längst bereitet die Bundesregierung heimlich, still und leise die Enteignung ihrer Bürger vor (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang.  Außerdem haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.    

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff so weit wie möglich in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen dabei helfen. Für unsere Beratung berechnen wir lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.