Freitag, 14. Dezember 2012

Standpunkt 482 - Nachrichten-Ticker, 13.12.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ...       


Tagesthemen: Heiner Flassbeck erklärt die Krise – KonjunktureinbruchDeutsche Mittelschicht – Lebensversicherungen – Neues aus Österreich – EU-Bankenaufsicht – Regulierung OTC-Derivate – Big Banks: Too Big to Jail – EU-Gipfel – Berlusconi – US-Finanzklippen 


"Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht"
Seit einigen Wochen steht ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik immer dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Außerdem möchten wir uns auf diesem Weg für das riesige Interesse an diesem Beitrag bedanken. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


"Wir treiben Europas Wirtschaft in den Abgrund
(aachener-nachrichten.de) Ab Donnerstag diskutieren die europäischen Staats- und Regierungschefs in Brüssel wieder über die Rettung der Euro-Zone. Sind sie auf dem richtigen Weg, um die Währungsunion vor dem Zerfall zu bewahren? Ein Gespräch mit dem Wirtschaftswissenschaftler Heiner Flassbeck. Mehr... 

Kommentar: Ein sagenhaft offenes Interview, in dem Flassbeck immer auf den Punkt kommt und verständlich erklärt, warum die europäische Krise von einer Lösung meilenweit entfernt ist. Der Mann macht sich die Mühe, sehr genau die Ursachen der Krise zu erklären und Lösungswege aufzuzeigen, die tatsächlich erfolgreich sein können. Zukunftsweisend sein Fazit zu der Krisengefahr für Deutschland: "Die Krise ist bereits in Deutschland angekommen. Unsere Wirtschaft stagniert, weil einige Absatzmärkte in der Euro-Zone bereits wegbrechen. Wenn sich nun auch noch Italien und Frankreich unter deutschem Druck gezwungen sehen, ähnliche Anpassungen wie in Spanien, Portugal und Griechenland vorzunehmen, wird es in Deutschland einen dramatischen wirtschaftlichen Einbruch geben." Dieser Beitrag gehört gelesen, selbst von denjenigen der LeserInnen, die weiter den Kopf in den Sand stecken und bald mit den Zähnen knirschen. 


Achtung, Konjunktureinbruch voraus! 
(handelsblatt.com) Die Lage an den Finanzmärkten hat sich gerade stabilisiert, da droht der nächste Rückschlag. Experten von Pimco warnen vor einem spürbaren Konjunkturabschwung. Kritisch sei die Lage. Und das liege nicht (nur) an Europa. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Es ist klar, mit jeder öffentlichen Äußerung verfolgt PIMCO ein geschäftliches Ziel. Trotzdem geben diese Statements viele Hinweise auf die wahren Verhältnisse, die Politik und Journaille gerne verfälschen oder gleich ganz unterdrücken. In Deutschland setzen Politiker und Journalisten laufend Prognosen in die Welt, nach der die heimische Wirtschaft robust bleibt und sich dem allgemeinen Trend dauerhaft entzieht und als Fels in der Brandung vor jeder Rezession verschont bleiben wird. Nimmt das Wirtschaftswachstum in der Welt ab, entstehen tiefe, nachhaltige Bremsspuren in der deutschen Wirtschaft. Primär betrachtet PIMCO in diesem Beitrag die amerikanischen Verhältnisse unter dem Eindruck der jüngsten Entscheidung des Fed für ein neues Liquiditätsprogramm: "Die Zentralbanken haben damit Erfolg, die Preise von Vermögenswerten anzuheben, sie werden unserer Ansicht nach jedoch schrittweise immer weniger erfolgreich damit sein, der Realwirtschaft zu helfen." Das betrifft auch die EZB und die Situation in Europa, wo ebenfalls viel Liquidität bereitgestellt wurde, ohne damit der Realwirtschaft zu nutzen. Deshalb paßt auch die Wirklichkeit nicht zu den Sprüchen und Thesen aus Politik und Leitmedien. Klarheit verschafft dazu "Ein Blick auf Deutschlands schwere Investitionsrezession". Hier heißt es u. a. "akademisch": In den meisten realen Makrodaten hat sich der konjunkturelle Abschwung in Deutschland bislang ja nur unscharf gespiegelt. Das BIP legte selbst im Herbst leicht zu, gleiches gilt für Konsum und Exporte. Erst fürs Jahresende befürchten die meisten Auguren ein gesamtwirtschaftliches Minus. Dabei überdeckt die nackte BIP-Zahl den teils rasanten Absturz, der vor allem die deutschen Unternehmen in arge Nöte bringt: Seit Herbst vergangenen Jahres sind die Investitionen in neue Anlagen und Maschinen bis heute um satte 12 Prozent gesunken. Das geht aus Details der gestern vorgestellten Konjunkturprognose des Essener Forschungsinstituts RWI hervor. Ein solches Minus gab es bei den gerne mal schwankenden, weil konjunktursensiblen Ausrüstungsinvestitionen sonst nur in schweren Rezessionen. So etwa 2002/03, als der Rückgang ähnlich hoch ausfiel. Heftiger bergab ging es in den vergangenen 20 Jahren in Deutschland allerdings nur 2008/09: Die Investitionen in Ausrüstungen brachen doppelt so stark ein. Grafisch sieht das so aus (habe den letzten Wert, 4. Quartal 2012, auf Basis von RWI- und Bundesbank-Daten selbst kalkuliert, keine Gewähr für etwaige Unschärfefehler): 




Eine Erholung ist bei diesen Investitionen noch nicht in Sicht. Daran wird sich nichts ändern, so lange die weltweiten Konjunkturaussichten trübe bleiben. 


Deutsche Mittelschicht wird immer kleiner  
(wirtschaftsblatt.at) Immer weniger Deutschen gelingt der Aufstieg aus den unteren Einkommen in die Mittelschicht. Mehr... 

Kommentar: Das Ergebnis einer Studie der Bertelsmann Stiftung  und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Einzelheiten hier und hier. 


UBS: Schweizer Immobilienblase ist eine Gefahr für die Wirtschaft 
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Der Schweizer Boom beim Wohneigentum ist das größte Risiko für die Wirtschaft des Landes, sagt ein Ökonom der UBS. Bei anhaltender Entwicklung würden sich die Preise in acht Jahren verdoppeln. Mehr... 

Kommentar: Dieser Beitrag zeigt, wie gefährlich ein Boom regelmäßig ist. Die kürzliche Warnung der Bundesbank vor den Risiken einer Immobilienblase in Deutschland ist nur zu verständlich. 


Lebensversicherung gerät auch in Österreich unter Druck  
(wirtschaftsblatt.at) Das niedrige Zinsniveau macht zunehmend auch Österreichs Versicherungen zu schaffen. Die tatsächliche Rendite für neu abgeschlossene Lebensversicherungen liegt laut VKI bereits unter zwei Prozent. Damit kann die Inflation nicht abgefedert werden. Mehr...

Kommentar: Die Symptome der Krise sind überall die gleichen. Die Folgen auch. Dadurch wird alles vorhersehbar. 


Das fidele "Swappen" der Gebietskörperschaften und Verbände 
(format.at) Zentrale Aufzeichnungen über Swapgeschäfte von Gemeinden, Städten, Kommunen oder auch Kammern gibt es nicht. Gert Edlinger von der auf Beratung geschädigter Kommunen spezialisierten HLC Communications schätzt aber, dass Kommunen und kommunalnahe Verbände mit rund 8 Mrd. Euro an Swaps "in Schieflage" sind. Das seien nicht Verluste, sondern derzeit kritische Geschäfte, die sich sogar noch ins Positive wenden könnten, betont Edlinger, zeige aber die Dimension des Problems auf. Edlinger beruft sich für seine Schätzung vor allem auf deutsche Zahlen, wo laut einem Schreiben des Zentralen Kreditausschusses (ZKA) an den Finanzausschuss des deutschen Bundestags Ende 2010 Wetten zwischen Banken und Kommunen mit einem Gesamtwert von 63,7 Milliarden Euro bestanden. Das reale Risiko wurde auf einen "zweistelligen Milliardenbetrag" geschätzt. In Österreich sei das Instrument noch intensiver genutzt worden als in Deutschland, sagt Edlinger. Mehr... 

Kommentar: Die Risiken stecken nicht nur in den südeuropäischen Ländern, sondern schlummern längst schon in der Mitte Europas. Der Finanzskandal in Salzburg verschafft einen ersten Eindruck. 


Banken-Hilfe: Wie Österreich Milliarden in den Wind schießt... 
(format.at)  Die Bankenrettung wird für Österreich kein Geschäft. Im Gegenteil: Am Ende wird das den Steuerzahlern wohl mehrere Milliarden Euro Verlust einbringen. Mehr...


Kommentar: Gemeinsam mit den Verlusten aus den oben beschriebenen Swaps kommt für die Österreicher einiges zusammen. Gemessen an der Wirtschaftsleistung noch nicht besorgniserregend, aber sehr, sehr ärgerlich. 


Wunschtraum Bankenunion 
(presseurop-eu) Seit zehn Jahren wird die Bankenunion nun schon auf die lange Bank geschoben. Ob der bevorstehende EU-Gipfel am Donnerstag daran etwas ändern wird, ist ziemlich unwahrscheinlich. Eines aber steht fest: Auf dem Altar der nationalen Interessen einiger Mitgliedsstaaten wird viel zu oft das Allgemeinwohl geopfert, beklagt ein Polityka-Kolumnist. Mehr... 

Kommentar: Ein mutiger Beitrag wenn man bedenkt, daß gerade die EU-Bankenaufsicht vollmundig, aber halbherzig, auf den Weg gebracht wird. Der Autor beschreibt es als einen weiteren Gipfel der politischen Hilflosigkeit. Wir haben es an anderer Stelle als Handlungsunfähigkeit der Regierungen in der Krise beschrieben (hier). 


EU-Finanzminister einigen sich auf europäische Bankenaufsicht 
(derstandard.at) Regeln und Zeitplan stehen: Betroffen sind Großbanken, die Verantwortung liegt bei der ZentralbankDie Finanzminister der Europäischen Union haben sich auf Details für den Aufbau einer europäischen Bankenaufsicht geeinigt. Das erklärten der EU-Finanzkommissar Michel Barnier und ein Sprecher der zyprischen EU-Ratspräsidentschaft am frühen Donnerstagmorgen über Twitter. Barnier sprach nach den 14-stündigen Verhandlungen in Brüssel von einer "historischen Einigung". Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Die EU heuchelt Tatkraft, anders kann man diesen Beschluß nicht interpretieren. In der Sache kommt die Gemeinschaft keinen Schritt weiter, obwohl mit allen Mitteln, das zeigen die nächsten Meldungen, genau dieser Eindruck vermittelt werden soll. Zur Einstimmung hier zuerst noch die offizielle Erklärung der EU-Finanzminister.  
Das Handelsblatt meldet unter der Überschrift "Ziemlich beste Freunde", daß sich Deutschland durchgesetzt habe: Monatelang wurde verhandelt, heute Nacht dann der Durchbruch. Finanzminister Schäuble hat sich für die Ansicht von Sparkassenpräsident Fahrenschon stark gemacht - viele Sparkassen bleiben von der EU-Aufsicht ausgenommen. Mehr hier. Leider hat Deutschlands neoliberales Kampfblatt zu diesem Zeitpunkt offensichtlich die Verabredungen noch nicht genau gelesen. Andere sind da schon weiter.  
So heißt es beispielsweise richtigerweise beim österreichischen Wirtschaftsblatt "EU-Bankenaufsicht bringt EZB den totalen Durchblick". Das Blatt glaubt zwar auch: Der "erste grosse Schritt für eine Bankenunion" ist getan. Am 1. März 2014 startet die Bankenaufsicht in der Eurozone. Die EZB soll nur für Banken mit mehr als 30 Milliarden Euro Bilanzssumme direkt zuständig sein. Sie erhält jedoch das Recht, "notfalls bei jeder der 6000 Banken im gemeinsamen Währungsgebiet durchzugreifen" schreibt das Wirtschaftsblatt weiter. Mehr hier. Aus Sicht der deutschen Sparkassen ist das bestenfalls ein fauler Kompromiß. 
So klar formuliert es auch die Website deutsche-wirtschafts-nachrichten.de in einer Meldung mit der Überschrift "Kompetenz-Chaos: Europäische Bankenaufsicht ist ein Rohrkrepierer". Im Beitrag selbst heißt es dazu: "Außerdem wurde die deutsche Forderung, nicht alle 6.200 europäischen Banken unter die eine Aufsicht zu stellen, de facto nicht umgesetzt. (...)  Obwohl beispielsweise im Falle der deutschen Sparkassen bei der deutschen Aufsichtsbehörde die Überwachung liegen würde, kann die EZB eingreifen, wenn sie ein Problem feststellen sollte." Mehr hier.  
Aber auch die Schweizer sind nicht auf der Höhe. Finanz und Wirtschaft findet wegen dieser Einschränkung auf höchstens 200 Banken mit einer Bilanzsumme jenseits von 30 Milliarden Euro, die "Eurozone-Bankenaufsicht wird verwässert".  Sie faßt zusammen: Die Euro-Finanzminister haben einen Kompromiss ausgearbeitet, damit die Europäische Zentralbank (EZB) die Bankenaufsicht innerhalb der Eurozone übernehmen kann. Doch das war erst der Anfang der angestrebten Bankenunion. Mehr hier. 
Weiter ist man auch schon beim Manager Magazin. Das Blatt schreibt: "EZB wird ab 2014 zum mächtigen Bankenaufseher" und interpretiert die Regelungen so: Die Europäische Zentralbank wird von 2014 an zum mächtigen Aufseher über alle europäischen Großbanken. Die Finanzminister der EU einigten sich auf eine gemeinsame Bankenaufsicht für die rund 150 wichtigsten Banken in den 17 Euro-Ländern. Deutschland setzt sich mit einer wichtigen Forderung durch. Mehr hier. Erste Zweifel an der Praxistauglichkeit werden aber laut: Ob sich das in der Praxis bewährt, bezweifeln Experten. Viele rechtliche Fragen seien weiter ungeklärt. "Es fehlt eine klare Zuordnung, wer im Zweifel das Sagen hat", sagte Sparkassen-Präsident Fahrenschon. Wenn die EZB die Aufsicht über jedes Institut an sich ziehen könne, drohe Streit mit den nationalen Aufsehern. Scheinbar wurde das Ganze wieder einmal - EU-typisch - mit der heißen Nadel gestrickt. 
Lobende Wort findet noch schnell das Handelsblatt in einem Kommentar: "Gut für den Euro - und für Deutschland": Die EU-Finanzminister einigen sich auf eine zentrale Bankenaufsicht bei der EZB. Sie fällen damit eine wegweisende Entscheidung und machen den Euro krisenresistenter. Mehr hier. Bis die Dinge so laufen, wie es in diesem Artikel beschrieben wird, müssen innerhalb von EU und Eurozone noch viele Hürden genommen und Streitereien beigelegt werden. 


Strengere Regulierung von OTC-Derivaten 
(wirtschaftsblatt.at) Neue Clearing- und Registerpflichten sind ein großer Schritt in Richtung Regulierung außerbörslicher Derviate. Mehr... 

Kommentar: Noch so eine Sache von sehr viel "Schein" und wenig "Sein". Es liest sich wunderbar, was die EU als Regulierung auf den Weg bringen will. Das Fazit am Ende des Beitrags zeigt jedoch deutlich, die Pläne lassen jede Schärfe vermissen. Wir sind der festen Überzeugung, daß die EU um die eigentlichen Probleme nur herumregulieren will. Hier gibt es eine ausführliche Erläuterung der OTC-Derivate von Deutsche Bank Research.


Too Big to Jail: Big Banks Can Finance Terrorists and Walk Away Scot-Free 
(alternet.org) The New York Times reports this week that megabank HSBC has escaped criminal prosecution for money laundering that probably funded terrorists and narcotics traffickers. Why? Because regulators and prosecutors were petrified that an indictment would undermine the entire financial system. The Times quotes anonymous government sources who confessed fears about bringing formal charges because doing so would be a "death sentence" for the bank. So they let it off the hook. That’s right, HSBC is officially above the law. Too-big-to-fail has become too-big-to-prosecute. Read more... 

Kommentar: "Zu groß, um bestraft zu werden", diese Formulierung beschreibt punktgenau die Wirklichkeit. Statt endlich den verantwortlichen Bankern den Prozeß zu machen, erhalten die Banken Gelegenheit, sich mit ein paar Hundert Millionen, manchmal auch mit der einen oder anderen Milliarde freizukaufen. Das gilt für die USA und auch für Großbritannien. In der EU gibt es noch nicht einmal diese Maßnahmen. Da werden mögliche strafbare Handlungen eher totermittelt, als daß es zu Verfahren kommt, an deren Ende wenigstens eine saftige Geldstrafe steht. Die Razzia bei der Deutschen Bank werten wir nicht als Beginn einer neuen Zeitrechnung. Dabei geht es um läppische 240 bis 290 Millionen Steuerhinterziehung. Bei den richtig "dicken Dingern" geht es um Milliarden (Subprime-Krise, Derivatehandel) oder um die jahrzehntelange Beihilfe zur Steuerhinterziehung der betuchten Kundschaft, quer durch alle Banken. Selbst die kleine Dorfzweigstelle einer Sparkasse oder Genossenschaftsbank ist dabei gerne behilflich. Otto Normalverbraucher wird dafür empfindlich bestraft, die Vorstände dieser Banken werden hofiert, gönnerhaft bewirtet und gehören zum engsten Beraterkreis der Bundeskanzlerin, sind also immer herzlich willkommen. Eine unerträgliche Situation. Nachdrücklich fordern wir, in Anlehnung an die UN-Tribunale Den Haag, ein "UN-Finanzverbrechertribunal".


EU-Gipfel in Brüssel: Einig, dass wir uneinig sind 
(sueddeutsche.de) EU-Ratspräsident Van Rompuy provoziert, Frankreichs Präsident Hollande springt ihm bei, die Kanzlerin bremst beide aus: Vor dem EU-Gipfel in Brüssel herrscht Streit darüber, wie die Gemeinschaft künftigen Krisen begegnen soll. Worüber genau wird verhandelt? Welche Ergebnisse sind zu erwarten? Die wichtigsten Fragen und Antworten. Mehr... 

Kommentar: Dieser Beitrag läßt eigentlich nur den Schluß zu, daß auch dieser Gipfel wieder ohne greifbare Ergebnisse zu Ende geht. Außer Spesen nichts gewesen. Viel theaterreife Dramaturgie, seitenweise in Beschlüsse umgedeutete Absichtserklärungen, Durchhalteparolen und weitere Sparforderungen in Richtung Südeuropa. Außerdem Ermahnungen an das (noch) souveräne Italien, im Februrar 2013 richtig zu wählen, und Lobpreisungen der deutschen Gipfelteilnehmer auf sich selbst. Ein nützlicher Beitrag, wenigstens geeignet als Grundlage zum späteren Vergleich von Anspruch und Wirklichkeit. Soweit die Propagandamaschinerie nicht geschickt den Blick auf das Wesentliche verstellt. 


"Silvio Berlusconi wird nicht gewinnen!" 
(welt.de)  Pier Luigi Bersani, Spitzenkandidat des italienischen Mitte-Links-Lagers, über Berlusconis Comeback-Pläne, die Probleme der Monti-Regierung und den Grund für antideutsche Stimmung in Italien. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Lesenswert. Italien ist wirtschaftlich und politisch eine Großmacht in Europa, das sollte im allgemeinen Lösungs-Hickhack rund um die Krise in Europa nie in Vergessenheit geraten. Besonders, da sich Deutschland für das Maß der Dinge und gerade wieder für unersetzlich hält. Das Mitte-Links-Lager ist mit Abstand stärkste politische Kraft in Italien. Erneut fühlen wir uns in unserer Meinung bestätigt, daß es sich bei dem Theater um Berlusconi um eine abgekartete Sache handelt. Nicht zuletzt wegen dieser Meldung: "Italien außer Rand und Band: Berlusconi schlägt seinen Feind Monti vor". Auf der europäischen Bühne wird der Schauspieler Berlusconi unsterblich: Gerade hatte der frühere italienische Premier seine erneute Kandidatur bekannt gegeben. Doch nun hat er seinem Gegner Monti überraschend die Zusammenarbeit angeboten, will für ihn sogar seine eigene Kandidatur wieder zurückziehen. Mehr hier. Dieses Ereignis ist sogar Bloomberg ein Artikel wert: "Berlusconi Adds to Italy Turmoil With Signal He’d Step Aside". Die Aussagen sind eindeutig: Former Prime Minister Silvio Berlusconi threw his week-old political comeback into doubt, signaling he’d yield if Premier Mario Monti agrees to enter the election campaign as part of a coalition of "moderates". "If Monti decides to accept the request of the whole moderate bloc" and seek the premiership, "I would not have any problem in withdrawing my bid to be prime minister and could accept to be the coordinator of the coalition," he told reporters in Rome late yesterday. Read more. 


USA: High Noon an den Fiskalklippen 
(heise/telepolis.de) Die Demokraten und Republikaner müssen bis Jahresende eine Einigung bei ihrem Streit um die künftige Haushaltspolitik erzielen - ansonsten droht den USA und der Weltwirtschaft der konjunkturelle Absturz.
Vor wenigen Tagen haben sich einflussreiche US-Milliardäre persönlich in die verbissen geführten haushaltspolitischen Auseinandersetzungen zwischen den Demokraten und Republikanern eingeschaltet - dabei forderte diese Gruppe von Megareichen, ihnen endlich die Steuern zu erhöhen. Das Weiße Haus bemühte sich bisher in wochenlangen Verhandlungen vergeblich, die Republikaner dazu zu bewegen, Steuererhöhungen für Amerikas Geldadel zuzustimmen.
Von Tomasz Konisz. Mehr...

Kommentar: Eine bemerkenswerte Analyse. Typisch Konisz eben. Wer bisher um dieses Thema einen weiten Bogen gemacht hat, der sollte sich mit diesem Beitrag näher beschäftigen. Es lohnt sich. Viel Hintergrundwissen, gut verständlich geschrieben. Das paßt.


Quelle: usnews.com

"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Besser kann man nicht beschreiben, was wir bei unseren Beratungen immer und immer wieder erleben. Es ist offensichtlich brutal schwer, sich von den liebgewonnenen, teilweise sogar ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, sich und seine Ersparnisse auf das Unabwendbare vorzubereiten. 

Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich ein Finanzkollaps. Die Regierungen schauen diesem Treiben vollkommen hilflos zu. Schlimmer: Die Banken betrügen hemmungslos weiter und die Politiker helfen ihnen dabei tatkräftig (hier).  

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Das bleibt nicht so. Dieser Traum geht zu Ende! Längst bereitet die Bundesregierung heimlich, still und leise die Enteignung ihrer Bürger vor (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang.  Außerdem haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.    

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff so weit wie möglich in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen dabei helfen. Für unsere Beratung berechnen wir lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.