Sonntag, 16. Dezember 2012

Standpunkt 484 - Nachrichten-Ticker, 15.12.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell über das Wichtigste informieren wollen. Keinesfalls geht es darum, nur das zu veröffentlichen, was uns in den Kram passt. Gegensätzliche Meinungen bekommen ihre Chance ... 


Tagesthemen: Wissenstransfer – Euro-KriseGriechenland – Regulierung Derivatehandel – „Too Big to Jail“      


"Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Seit einigen Wochen steht ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik immer dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Außerdem möchten wir uns auf diesem Weg für das riesige Interesse an diesem Beitrag bedanken. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


"Natürlich schicken wir Know-how nach China" 
(welt.de) Die deutsche Traditionsfirma Putzmeister wurde von Chinesen gekauft. Der Chef erzählt, wie es sich mit den neuen Eignern lebt und warum Chinesen deutsche Manager anstrengend finden. Mehr...

Kommentar: Der ehemalige Weltmarktführer in chinesischer Hand. Nur auf den ersten Blick eine gute Sache. Das Ziel ist klar: Einkauf deutscher Ingenieursleistung, um mit Siebenmeilenstiefeln im eigenen Land Vergleichbares aufzubauen. Am Ende stehen Lohn und Brot für chinesische Arbeitnehmer und der Verlust von Arbeitsplätzen in Deutschland. Wir überlassen es den LeserInnen, sich eine eigene Meinung zu bilden. Mit der in diesem Interview geäußerten durchwegs positiven Einschätzung tun wir uns schwer. Wir verstehen dagegen die Ängste vor dem Abbau von Arbeitsplätzen. Sicherlich nicht kurzfristig eine Gefahr, mittel- und langfristig jedoch ein Thema. 


Im Süden was Neues 
(zeit.de) Die Krise spitzt sich weiter zu? Von wegen: Die guten Nachrichten in Europa mehren sich. Mehr... 

Kommentar: Jetzt geht auch noch Mark Schieritz unter die Schönschreiber. Es ist Wahlkampf und man fühlt sich an Heinrich von Kleist erinnert: "Journalistik ist die Kunst, das Volk glauben zu machen, was die Regierung für gut findet." 


Euro-Krise könnte in drei Jahren vorbei sein 
(handelsblatt.com) Klaus Regling glaubt an ein absehbares Ende der Schuldenkrise. Nach Meinung des EMS-Chefs dauert es nur noch zwei oder drei Jahre, bis alle Euro-Länder ihre Haushaltsdefizite unter drei Prozent des BIP gedrückt haben. Mehr...

Kommentar: Das einzige bemerkenswerte an diesem Artikel ist die Übersicht, wer die Risiken bei der Euro-Rettung trägt. Deutschland kommt erst auf Platz 5, davor liegen Österreich, die Niederlande, Irland (!) und Luxemburg. Was der Monetarist Regling sonst noch zum Besten gibt, ist lediglich das mittlerweile übliche Beschwichtigungsgeschwätz. 


Griechenlands trügerischer Schuldendeal  
(project-syndicate.org)  Der Prozess des öffentlichen Schuldenerlasses für Griechenland hat begonnen. Das als OSI (official sector involvement – Beteiligung des öffentlichen Sektors) bezeichnete Verfahren beinhaltet mehrere Initiativen, die darauf abzielen, Griechenlands Schuldenquote von heute etwa 200 % auf 124 % im Jahr 2020 zu senken. Doch noch während der Deal angekündigt wurde, legten Zeitungsberichte nahe, dass sogar die Funktionäre erkannt hätten, dass die Maßnahmen nicht ausreichen würden, um das Ziel zu erreichen; weitere Verhandlungen zu zusätzlichen Schritten wären zu einem politisch günstigeren Zeitpunkt notwendig.
Der Wirtschaftswissenschaftler Larry Summers hat eine Analogie zum Vietnamkrieg gezogen, um den europäischen Entscheidungsfindungsprozess zu beschreiben: "An jeder Weggabelung gingen sie das Minimum der notwendigen Verpflichtungen ein, um die drohende Katastrophe zu verhindern – sie boten optimistische Reden an, leiteten aber nie die Schritte ein, von denen auch sie selbst glaubten, dass sie die Aussicht auf einen endgültigen Sieg bieten könnten." Read more... 


Kommentar: Der Ökonom Ashoka Mody findet wenig Nützliches am vorgesehenen Schuldenerlaß für Griechenland. Seine Argumente sind vollkommen nachvollziehbar. Besonders vor dem Hintergrund der peinlichen bisherigen Prognosen der Politiker zur Wirtschaftsleistung Griechenlands während der Krise, wie er schreibt: Im Mai 2010 schätzte der Internationale Währungsfonds, vermutlich unter Mitwirkung seiner europäischen Partner, dass Griechenlands jährliches BIP-Wachstum 2012 über 1% liegen würde. Stattdessen wird die griechische Wirtschaft um 6 % schrumpfen. Die Arbeitslosigkeit, von der erwartet wurde, dass sie dieses Jahr ein Maximum von 15% erreicht, liegt jetzt bei über 25% – und steigt weiter. Die Schuldenquote sollte einen Höchstwert von 150% erreichen; ohne die umfangreiche Abschreibung von Schulden privater Gläubiger, die für unnötig gehalten wurde, hätte die Quote fast 250% erreicht. Es sind immer noch 190% geworden. So unwahrscheinlich hält Mody auch die Vorgaben für 2020:  Relativ betrachtet, ist das Jahr 2020 eine Ewigkeit entfernt. Selbst wenn man von besseren Prognosen ausgeht, könnten die berechneten 124% eine grobe Unterschätzung darstellen. Die Präzision der Zahlen, auf denen der Deal beruht, ist eine Fassade, wenn nicht gar der Widerschein einer anderen Wirklichkeit. Was Ashoka Mody beschreibt, ist das Wesen europäischer Krisenpolitik: Tricksen und Täuschen. 

 
Einführung neuer Regeln für Derivatehandel verzögert sich 
(format.at) Die Einführung neuer Regeln für den Derivatehandel in Europa verzögert sich. Die Pflicht zur Abwicklung von außerbörslich gehandelten Derivaten auf regulierten Plattformen werde voraussichtlich erst Ende 2013 gelten, sagte der Chef der EU-Finanzaufsicht ESMA, Steven Maijoor. Mehr... 

Kommentar: Vor zwei Tagen haben wir davon berichtet, die OTC-Derivate sollen strenger reguliert werden (hier). Geplant war das Ganze bereits ab 1. Januar 2013. Erwartungsgemäß funktioniert das nicht. Die betroffenen Banken setzen sich zur Wehr. Die heiklen Geschäfte gehen währenddessen unvermindert weiter.  


Milliardenstrafe ohne abschreckenden Wert  
(zeit.de) Die HSBC zahlt viel Geld, um sich außergerichtlich mit den Behörden zu einigen. Weil solche Vergleiche zunehmen, wird Geldwäsche zum Bagatelldelikt. Mehr...

Kommentar: "Too Big to Jail" beschreibt es die New York Times (hier) und meint damit genau Banken wie die HSBC. Dieser Artikel setzt sich ebenfalls mit dem Thema auseinander. Wer sich mit dem englischen Text schwertut, der hat jetzt die Gelegenheit sich zu informieren. Aufschlußreich. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Besser kann man nicht beschreiben, was wir bei unseren Beratungen immer und immer wieder erleben. Es ist offensichtlich brutal schwer, sich von den liebgewonnenen, teilweise sogar ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, sich und seine Ersparnisse auf das Unabwendbare vorzubereiten. 

Aus der ursprünglich beherrschbaren Finanz-/Euro-/Banken-Krise entwickelt sich unerbittlich ein Finanzkollaps. Die Regierungen schauen diesem Treiben vollkommen hilflos zu. Schlimmer: Die Banken betrügen hemmungslos weiter und die Politiker helfen ihnen dabei tatkräftig (hier).  

Deutschland ist bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Das bleibt nicht so. Dieser Traum geht zu Ende! Längst bereitet die Bundesregierung heimlich, still und leise die Enteignung ihrer Bürger vor (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang.  Außerdem haben wir hier und hier unsere wichtigsten Blog-Beiträge zusammengestellt. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.    

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff so weit wie möglich in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen dabei helfen. Für unsere Beratung berechnen wir lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de.