Montag, 17. Dezember 2012

Standpunkt 485 - Nachrichten-Ticker, 16.12.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir versuchen, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...  


Tagesthemen: EU-Zwangsintegration – Banken-Crash in EuropaPortugal – US-Fiskalklippe  

"Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon einige Wochen her, daß wir ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben diesen Beitrag wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Umbau der EU: Zwangsintegration 
(faz.net)   Das Desaster der Währungsunion erzwingt keine politische Union. Ein so oktroyiertes Europa wäre ein wurzelloses Europa. Ein Gastbeitrag von Peter Graf Kielmansegg. Mehr... 

Kommentar:  Wir selbst sind absolute Gegner aller europäischen Pläne einer tiefgreifenden Integration vor dem Hintergrund der aktuellen Krise in Europa. Es ist schlicht ein politischer Trick zu behaupten, eine stärkere Integration helfe dabei, diese Krise zu bewältigen. Das Gegenteil ist der Fall. Jede Integration im augenblicklichen Stadium der Krise sorgt dafür, sie zu vertiefen und auf Jahre hinaus zu fixieren. Das völlig marode Finanzsystem würde in der Form Teil der Integration, die diese Krise überhaupt erst verursacht hat. Die gerade angestrebte europäische Integration soll die von Deutschland unter Angela Merkel und Alexander Dibelius (Kanzerin-Berater und Chef von Goldman Sachs Deutschland) favorisierte "marktkonforme" Demokratie europaweit implementieren. D. h. nichts anderes, als daß die Demokratie den Märkten, insbesondere den Finanzmärkten, dienen soll. Diese Entwicklung ist brandgefährlich und darf auf keinen Fall Wirklichkeit werden. Die westlichen Politiker sind bereits in einem hohen Maße Büttel vielfältiger wirtschaftlicher Interessen. Längst wird regelmäßig gegen Verfassungsrecht verstoßen, um diesen Interessen gefällig zu sein. Daß Gesetzesvorlagen gleich von den Anwaltskanzleien der Betroffenen geschrieben werden, ist nur ein irrwitziges Beispiel. Die Nutznießer bezahlen mehr oder weniger offen mit gut dotierten Jobs. Peter Graf Kielmansegg will mit seinem Beitrag zeigen, daß die politische Union nicht durch Mißbrauch der Währungsunion herbeigetrickst werden darf. 


US-Zentralbank fürchtet Banken-Crash in Europa 
(deutsche-wirtschafts-anchrichten.de) Während der Finanzkrise rettete die US-Zentralbank Europäische Banken mit Notkrediten in Höhe von 538 Milliarden Dollar. Dennoch unterliegen sie in den USA bisher nicht denselben strengen Auflagen wie US-Banken. Dies muss sich ändern, fordert Federal Reserve, weil sie offenbar Anzeichen für große Probleme bei einigen Instituten sieht. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Gut möglich, daß das Fed große Probleme bei europäischen Banken sieht, schließlich hat es zu Hause bestes Anschauungsmaterial. Wir sehen diesen Vorschlag aber eher als Teil der Kampagne gegen Basel III, dessen Einführung die USA torpedieren (hier und hier), auf der Europa jedoch weiter besteht und höchstens einen späteren Zeitpunkt akzeptiert. Nicht zu unterschätzen auch die Möglichkeit der Financial Repression durch den Zwang zum Ankauf von US-Staatsanleihen. Die im Beitrag angegebene Höhe der Notkredite von 538 Mrd. Dollar ist falsch. Es ist viel, viel mehr. Die folgende Grafik zeigt die größten Zahlungen an europäische Banken

Quelle: washingtonblog.com

Alleine die Royal Bank of Scotland (RBS) hat Hilfen in Höhe von 541 Mrd. Dollar erhalten. Die Deutsche Bank ist mit 354 Milliarden dabei, die schweizerische UBS mit 287 Milliarden $. Aberwitzige Summen, für die ausnahmslos US-amerikanische Steuerzahler haften, keine britischen, deutschen oder Schweizer. 


Portugal: nichts geht voran!  
(querschuesse.de) Für den Monat Oktober 2012 berichtete das portugiesische Statistikamt INE ein neues Allzeittief beim saisonbereinigten Produktionsindex des Baugewerbes. Der Bau und die Industrieproduktion, als zwei wichtige Geschäftsfelder einer Volkswirtschaft, liegen am Boden und von keimender Wettbewerbsfähigkeit, die ihren Ausdruck auch in Investitionen und Wertschöpfung finden müsste, kann keine Rede sein. Mehr... 

Kommentar: In der ZEIT hat Mark Schieritz Ende der Woche behauptet, "Im Süden was Neues" (hier) und findet, die guten Nachrichten mehren sich. Steffen Bogs zeigt am Beispiel Portugals das genaue Gegenteil. Sein Fazit ist klar und unmißverständlich: Ohne Investitionen kann Portugal auch in Punkto Wettbewerbsfähigkeit nicht gewinnen. Lohnsenkungen alleine befeuern nur ein rezessives Umfeld und soziale Verwerfungen, was auch wenig positive Ausstrahlung auf einen attraktiven Produktionsstandort ausübt. Letztlich, in einem Land wo nicht konsumiert wird, was nicht als Absatzmarkt und Wachstumsregion wahrgenommen wird, fließen keine Investitionen und damit entsteht auch keine wettbewerbsfähige Produktion von handelbaren Waren und Gütern, die Portugal in die Lage versetzen könnte seine enorm hohe Nettoauslandsverschuldung abzutragen. Zwei Grafiken aus dem Beitrag, die das Desaster zeigen: 








Fiskalklippe: Ausweichmanöver gestartet  
(derstandard.at) Die Republikaner scheinen sich nun auch Steuererhöhungen für Reiche vorstellen zu können, um automatische Budgeteinschnitte im kommenden Jahr zu verhindern. Von einem Kompromiss mit US-Präsident Obama ist man aber ein Stück entfernt. Mehr... 

Kommentar: Scheinbar bewegt sich etwas. Mehr aber nicht. Das Handelsblatt macht aus diesem Zucken gleich ein "Auch Republikaner wollen Topverdiener zur Kasse bitten" und zitiert das Wall Street Journal, das  die jüngste Entwicklung als Wendepunkt in den seit Monaten zähen Verhandlungen wertet. Mehr hier. Derweil läuft die Zeit unerbittlich ab. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.