Dienstag, 18. Dezember 2012

Standpunkt 486 - Nachrichten-Ticker, 17.12.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir versuchen, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: Deutsche Bank – Europas PleitekandidatenÖsterreich – Griechenland – Irland – Mario Monti – Deutsche Gewerkschaften – Merkel vs. Wohlfahrtsstaat – Brasilien – China – Mittelschicht 


"Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon einige Wochen her, daß wir ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben diesen Beitrag wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


"Niemand steht über dem Rechtsstaat
(fr-online.de) Die Politik weist den Deutsche-Bank-Chef Fitschen zurecht. Die britische Steuerbehörde belastet den Branchenriesen unterdessen. Mehr... 

Kommentar: Der sogenannte Rechtsstaat kann jetzt ein bisschen die Muskeln spielen lassen. Mehr nicht. Persönlich hat Fitschen sich überschätzt, aber nicht die Macht, die von seiner Bank ausgeht. Es mag den LeserInnen merkwürdig erscheinen, aber Deutschland alleine würde bei einer Auseinandersetzung mit der Deutschen Bank den Kürzeren ziehen. Die Bank ist randvoll mit höchst gefährlichen Massenvernichtungswaffen. Die schlimmste davon: der Derivatehandel (hier). Die Sprüche der Politiker wirken vor diesem Hintergrund wie Theaterdonner. Die Grafik aus dem Beitrag macht die Gefahr deutlich: 




Die Größenverhältnisse sprechen für sich. Dieser Bank ist nur im Rahmen einer Neuordnung der weltweiten Finanzindustrie beizukommen.  Fitschen und Jain wissen das. 


Topmanager sollten persönlich haften müssen 
(tagesspiegel.de) Die Ermittlungen gegen die Deutsche Bank könnten auch deren Topmanager treffen. Das ist selten, denn eigentlich sind deutsche Staatsanwälte eher zurückhaltend, was Ermittlungen gegen Kreditinstitute angeht. Dabei wäre eine Abschaffung dieser Straflosigkeit dringend notwendig. Mehr... 

Kommentar: Die persönliche Haftung - eine Forderung, so alt wie die Finanzkrise. Es gibt keine Straflosigkeit, die abzuschaffen wäre. Das deutsche Strafgesetzbuch ist voll von Straftatbeständen, die längst gegenüber den Verantwortlichen in der Finanzindustrie durchgesetzt werden könnten. Beendet gehört die Tatenlosigkeit der Justiz, die seit Jahrzehnten gegenüber der Branche Nachsicht walten läßt. Leider ein weltweites Phänomen, trotz der Verfahren in den USA (hier) und möglichen, noch nicht sicheren, Verurteilungen in Großbritannien (hier). 


Wird die Deutsche Bank zerschlagen? 
(capital.de) Angesichts der Ermittlungen gegen die Deutsche Bank fordert der Sparkassenpräsident die Zerschlagung von Großbanken. Wir erläutern, welche Ideen für ein
Trennbankensystem kursieren und inwieweit das Institut davon betroffen ist.
Mehr...

Kommentar: Klar, daß Georg Fahrenschon diese günstige Gelegenheit nicht verstreichen läßt, um die Zerschlagung der Großbanken zu fordern. Populär, aber nicht durchführbar. So lange die G20-Staaten nicht zu einem gemeinsamen Handeln kommen, schützt die Großbanken ihre internationalen Verflechtungen und ihr billionenschwerer Bilanzmüll. Fahrenschon kennt die Spielregeln, versammelt aber mit seiner Forderung  die öffentliche Meinung hinter sich. Leicht verdiente Meriten. Ein informativer Beitrag über die Zusammenhänge rund um das angedachte Trennbankensystem. 


Zeugnistag für Europas Pleitekandidaten 
(wiwo.de) Fünf Länder sind bisher unter den Euro-Rettungsschirm geflüchtet – und haben Reformen und eisernes Sparen versprochen. Wer hat 2012 Wort gehalten? Wir haben den Check gemacht und verteilen Zeugnisse. Mehr... 

Kommentar: Wir empfehlen diesen Beitrag unseren LeserInnen vorbehaltlos - als Anschauungsmaterial für fünf Fehleinschätzungen. In den kommenden Wochen, spätestens Monaten, wird dieser Check von der Wirklichkeit in die Tonne getreten. Wetten? 


Österreicher mehrheitlich für "Grexit" 
(derstandard.at) 63 Prozent befürworten einen Austritt Griechenlands aus der EU, auch ein blockweiser Exit der "Problemstaaten" ist vorstellbar. Mehr... 

Kommentar: Jetzt auch noch die Österreicher. Scheinbar unterschätzen unsere freundlichen Nachbarn ihre eigenen Probleme oder ignorieren sie gleich ganz. Zugegeben, vieles ist noch nicht offensichtlich, sondern versteckt sich hinter gut gemachten Fassaden. Das wird sich ändern. Ein Trost für unsere österreichischen LeserInnen: Die Niederlande und Skandinavien, ausgenommen Norwegen, befinden sich längst auf dem Weg in eine Rezession. Deutschland wird folgen, nur eine Frage der Zeit. 


Eine Gesellschaft stürzt ins Bodenlose 
(faz.net)  Georg Pieper machte sich keine Illusion, als er nach Athen fuhr. Aber was der Traumatherapeut dort sah, hat die schlimmsten Befürchtungen übertroffen: Die griechische Gesellschaft explodiert unter dem Druck der Krise. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Wieder einmal ist es das Feuilleton, nicht der Wirtschaftsteil, mit dem die F.A.Z. ihren Ruf in der europäischen Krise rettet. Ein wichtiger Beitrag, der die volle Aufmerksamkeit unserer LeserInnen verdient. Bis zum Schluß. Der Autor kommt zu einem erschreckenden Fazit: Griechenland stehe kurz vor einem Bürgerkrieg. Es scheint lediglich noch eine Frage der Zeit zu sein, bis sich die kollektive Verzweiflung der Menschen in Gewalt entlädt und über das Land ausbreitet. Und davon sind wir alle betroffen. 
In diesem Zusammenhang ist ein Bericht sehenswert, den plusminus am vergangenen Mittwoch ausgestrahlt hat. Titel: "Land unter in Griechenland". Die Redaktion faßt zusammen: Griechenland hat jetzt zwei Jahre mehr Zeit für seine Sparprogramme. Trotzdem ist fraglich, ob Wirtschaft und Behörden wieder in Schwung kommen. Die Troika setzt auch auf die Zwangs-Privatisierung der öffentlichen Infrastruktur. Mehr hier. Dort gibt es auch den Link zum Film in der Mediathek. Dem haben wir nichts hinzuzufügen. 


Irland: klare realwirtschaftliche Schwäche  
(querschuesse.de) Wie das irische Central Statistics Office (CSO) berichtete, stieg das unbereinigte Exportvolumen von Waren und Gütern im Oktober 2012 zwar um schwache +1,49% zum Vorjahresmonat auf 7,4466 Mrd. Euro, nach 7,5156 Mrd. Euro im Vormonat und nach 7,3369 Mrd. Euro im Vorjahresmonat, allerdings ging es im Vormonat  September um -5,9% zum Vorjahresmonat abwärts. Schon wesentlich dramatischer sieht es bereits bei der Industrieproduktion aus, im Oktober 2012 ging es bei den unbereinigten Daten um -16,2% zum Vorjahresmonat abwärts, nach -12,6% im September. Gemessen an der aufgetürmten Staatsverschuldung in Folge der Bankenbailouts und den ausgeuferten Nettoauslandsschulden aller Sektoren der Volkswirtschaft ist die aktuelle realwirtschaftliche Entwicklung ein klarer Schritt zurück. Mehr... 

Kommentar: Schon seit Wochen wird Irland für seine Sparpolitik gelobt. Beispielsweise hier: "Der Mustertiger". Nichts als Lobhudelei. Steffen Bogs beschreibt statt dessen die Wirklichkeit. Nach wie vor steigen die Staatsschulden, wie die folgende Grafik zeigt: 


 


Monti will kandidieren, weiß aber noch nicht, für welche Partei 
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de)  Silvio Berlusconi hat dem italienischen Premier angeboten, mit seiner Partei zum Wahlkampf anzutreten. Er würde Monti auch als Kandidaten zulassen. Aber nicht alle in der Partei sind einverstanden. Doch Monti hat auch Angebote von anderen Parteien. Mehr... 

Kommentar: Wir sehen uns bestätigt. Monti hat sich geziert, um kräftig hofiert zu werden. Jetzt darf er sich aussuchen, für wen er sich zur Wahl stellt. Es wird ein unterhaltsamer Wahlkampf in Italien. 


Deutsche Gewerkschaften: Wenn unser starker Arm nicht will 
(woz.ch) Die Gewerkschaften hätten mehr Einfluss, wenn sie an einem Strang ziehen würden. Doch nicht mal in Deutschland praktizieren sie die Solidarität, die sie täglich proklamieren. Warum? Mehr... 

Kommentar: Dieser Artikel gefällt uns, schließlich haben wir selbst schon die mangelnde Solidarität der deutschen Gewerkschaften moniert. Sicher ist aber: irgendwann können die deutschen Gewerkschaften nicht länger abseits stehen. Dann nämlich, wenn die Krise in Deutschland angekommen ist. 


Merkel kündigt Ende des Wohlfahrts-Staats an 
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Bundeskanzlerin Angela Merkel glaubt nicht, dass die europäischen Wohlstands-Staaten auf Dauer zu finanzieren seien. Alle müssten aufhören, mehr auszugeben als sie einnehmen. Sonst gehe die globale Wettbewerbsfähigkeit verloren - wie man es in der DDR erlebt habe. Mehr... 

Kommentar: Eine Meldung, so ganz nach dem Geschmack der Bundesregierung und der Mehrheit der Deutschen. Die Rede ist von "europäischen Wohlfahrtsstaaten". Gemeint sind die Südeuropäer. Leider haben die keinen Wohlfahrtsstaat. Der Begriff "Wohlfahrtsstaaten" paßt in Europa nur noch auf die skandinavischen Staaten Norwegen, Schweden und Dänemark. Alles Staaten, die bisher noch für ihr Erfolgsmodell gelobt werden.  Die Welt blicke schon längst nicht mehr auf Europa als Vorbild, andere Modelle wie jene von China, Japan, Indien und Brasilien seien der Maßstab. Dort werde hart gearbeitet und Innovation vorangetrieben. Das behauptet die Kanzlerin. Das ist Bullshit, ein Angriff auf die Intelligenz. Wer regelmäßig unseren Blog liest weiß, wie es um die genannten Länder tatsächlich steht. Keines davon eignet sich als Vorbild für Europa (siehe hier, hier, hier). Merkel will eine deutsche Agenda 2010 für Europa. Nützlicher wäre es, die Einnahmen des Staates durch ein vernünftiges Unternehmenssteuerrecht zu steigern.


Nach der Party ist vor der Party 
(derstandard.at)  Von Brasiliens Wachstumsdynamik ist nicht mehr viel übrig. Investoren wie Fondsmanager hoffen auf die kommenden sportlichen Großereignisse. Mehr...

Kommentar: Brasiliens Wirtschaft steht auf tönernen Füßen. Erfolg sieht anders aus. Jetzt sollen es die Fußball-Weltmeisterschaft und die Olympischen Spiele richten. Was für ein kapital(istisch)er Trugschluß. 


Chinas Banken kämpfen mit ihren Schatten 
(derstandard.at) Der Bankensektor in China ist wenig reguliert und schwer zu durchschauen. Schattenbanken sind auf dem Vormarsch. Mehr... 

Kommentar: China steckt in Schwierigkeiten. Und von Woche zu Woche kommen neue dazu. So kann China nicht die Lokomotive für die Weltwirtschaft geben. Guter Artikel. 


Verdammte Mitte 
(uni-muenster.de) Die Mittelschicht soll aufhören, nach oben zu buckeln und nach unten zu treten. Nur so gibt es MEHR GERECHTIGKEIT, meint stern-Autor Arno Luik. Mehr... 

Kommentar: Ein verdammt guter Artikel. Unbedingt lesenswert. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.