Mittwoch, 19. Dezember 2012

Standpunkt 487 - Nachrichten-Ticker, 18.12.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir versuchen, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...  


Tagesthemen: Armut in Deutschland – Angela Merkel vs. WohlfahrtsstaatDeutschland vs. Deutsche Bank – Banken-Lebensversicherung – Spanien – Euro – Skandinavien-Krise – Schwarzgeld aus China – Griechenland  


"Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon einige Wochen her, daß wir ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben diesen Beitrag wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Gefangen in der Armutsspirale
(handelsblatt.com) Die Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander. Um die Altersarmut zu bekämpfen, fordert die Nationale Armutskonferenz flächendeckende Mindestlöhne - und mehr Ehrlichkeit von der Bundesregierung. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Der Bericht spricht für sich. Die ZEIT schreibt dazu: "Armut ist politisch gewollt". Die Aufstiegschancen für Arme sind gering, das Armutsrisiko höher, als die Regierung zugibt. So lautet die Kritik der Nationalen Armutskonferenz in ihrem Schattenbericht. Mehr hier


Angela Merkel ungeschminkt 
(nachdenkseiten.de)  Angela Merkel ist beim Volk beliebt. Die Medien haben ihr das realitätsferne Image der „Mutti“ verliehen, die sich treusorgend aber stets auch mit der gebotenen Strenge um ihre Familie kümmert. So etwas kommt bei den Wählern offensichtlich an und Merkel gibt sich auch redlich Mühe, dieses Image nicht dadurch zu zerstören, dass sie auch einmal sagt, was sie denkt. Ausnahmen von dieser Regel sind rar. Eine solche Ausnahme stellt das Interview dar, das Merkel zu Beginn der Woche der britischen Financial Times gegeben hat. Von Jens Berger. Mehr... 

Kommentar: Merkel geht es um das Ende des Wohlfahrtsstaates, zum Nutzen einer marktkonformen Demokratie. Dabei macht sie auch vor populistischen Argumenten nicht halt. 


Sparen oder Sterben – Merkel hat´s kapiert  
(focus.de) Endlich setzt sich die Kanzlerin die richtigen Ziele: Mehr Wachstum, weniger Wohlfahrt – sonst verschwindet Europa ökonomisch von der Weltkarte. Jetzt muss Merkel nur noch die Franzosen überzeugen...  Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Uli Dönch, das Magengeschwür unter den Wirtschaftsjournalisten, bedingungsloser Gefolgsmann der Kanzlerin, findet natürlich Gefallen an Merkels Idee von der Abschaffung des Wohlfahrtstaates. Mahnungen an Deutschland, Kritik an Frankreich, sind Dönchs Werkzeuge. Kein Wort dazu, alternativ die unzureichende Einnahmensituation des Staates zu ändern, um ihn zahlungsfähig zu halten. Die folgende Grafik zeigt augenfällig den deutlichen Rückgang der Steuersätze auf Unternehmensgewinne in Deutschland


  

Wie kräftig die Entlastung der Gewinne und Vermögen seit 1977 ausfällt, zeigt diese Grafik: 



Dönch hätte gute Gründe, sich für eine Veränderung einzusetzten, wäre da nicht seine durch und durch neoliberale Grundhaltung. 

Bei unseren Schweizer Nachbarn ist man schon weiter und thematisiert das Problem. "Schluss mit Steuertricks" titelt der Tages-Anzeiger und faßt zusammen: Weltweit tätige Konzerne sparen mit legalen Steuertricks Milliarden. Eine neue Art der Unternehmensbesteuerung soll dafür sorgen, dass die Konzerne da Steuern zahlen, wo sie ihr Geld verdienen. Mehr hier


"Wer Macht hat, steht nicht über dem Recht"
(handelsblatt.com) Die Welle der Empörung über Deutsche-Bank-Chef Fitschen ebbt nicht ab. Politiker fordern nach seinem Beschwerdeanruf bei Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier Konsequenzen. Mehr... 

Kommentar: Endlich können die Politiker die Muskeln spielen lassen - wenigstens ein bisschen. Fitschens Fauxpas liefert ihnen die Gelegenheit dazu. Möglich, daß Fitschen früher oder später zurücktreten muß und die Politik dieses Ereignis als großen Sieg von Recht und Ordnung feiern wird. Die Bank selbst bleibt unangetastet, daran ändert auch das Ermittlungsvefahren wegen Steuerhinterziehung nichts. Natürlich gehört die Bank auf eine griffige Größe heruntergebrochen. Ohne eine gemeinsame internationale Aktion der Industriestaaten gegen die Finanzindustrie gelingt das aber nicht. Das dürfte den deutschen Politikern bekannt sein, deshalb nutzen sie die aktuelle Schwäche der Bank-Spitzen Anshu Jain und Jürgen Fitschen, um böse zu gucken und diese Top-Banker zurechtzuweisen. Andererseits erlebten die deutschen Banken über Jahrzehnte hinweg einen besonderen Schutz durch die Justiz, wie Tausende Geschädigte im alljährlichen Geschäft mit Steuersparimmobilien beweisen, die immer wieder vergeblich versuchten, gegen die Banken gerichtlich vorzugehen. Regelmäßig wurden die Klagen von den Gerichten zu Gunsten des betroffenen Finanzinstituts abgeschmettert. Einige Betroffene zogen eine bedauerliche Konsequenz: sie begingen Selbstmord. 


36 deutsche Banken sind unsterblich 
(sueddeutsche.de) Wer als Bank auf dieser Liste steht, hat eine Lebensversicherung: Bundesfinanzminister Schäuble hat errechnet, welche Geldhäuser als "systemrelevant" gelten. Man könnte meinen, diese Banken würden von der Finanzaufsicht besonders genau kontrolliert. Doch Zahlen aus dem Finanzministerium wecken Zweifel. Mehr... 

Kommentar: Eine brauchbare Analyse, gut geeignet, um sich in das Thema einzulesen, was demnächst regelmäßig die Gemüter beschäftigen wird. Die hohe Zahl von systemrelevanten Banken in Deutschland ist lächerlich. Weltweit sind es dagegen nur 29 Institute, die als "unangreifbar" gelten. Deutschland schützt seine Banken primär unter Beachtung politischer Interessen, am Beispiel der Landesbanken ablesbar.  


Deutsche Bank beteiligt sich an spanischer Bad Bank 
(handelsblatt.com)  Neben der Deutschen Bank investieren auch ein weiteres europäisches Großinstitut und ein Versicherer in die spanische Bad Bank. Spaniens Banken haben sie so nötig wie nie, wie aktuelle Zahlen zeigen. Mehr... 

Kommentar: Klar, es gibt schließlich gutes Geld zu verdienen, auf das die Bank dringend angewiesen ist.


Die Ersten wenden sich vom Euro ab 
(wiwo.de)  Während in Berlin mit Scheuklappen um den Fortbestand des Euro gekämpft wird, beginnen andere EU-Länder, sich mehr oder weniger offen von der Gemeinschaftswährung abzuwenden. Mehr... 

Kommentar: So, so, die Schweden. Kaum zu glauben. Das Land steht vor schwierigen Zeiten. Schlüsselindustrien rutschen in die Rezession, der Immobilienmarkt kämpft mit zunehmenden Darlehensausfällen


Mortgage Risk Under Fire in Nordics as Bubbles Fought 
(bloomberg.com)  Sweden and Norway say their banks have underestimated the risk in their mortgage portfolios and will need to set aside more capital to guard against losses as the two nations move to stop debt bubbles forming. Read more... 

Kommentar: Ständig werden die skandinavischen Länder als Muster-Krisenbewältiger in Europa herumgereicht. Die Wirklichkeit ist anders, wie in diesem Beitrag nachzulesen ist. 


Spanien: Wieder neuer Rekord an faulen Krediten 
(format.at)  Spaniens Banken haben so viele faule Kredite in ihren Büchern wie noch nie. Mehr... 

Kommentar: Eine logische Entwicklung, die noch eine ganze Weile so weitergeht. 11,23% aller Kredite "stehen unter Wasser". 


Quelle: zerohedge.com

Damit nimmt auch der Bedarf an Rettungsmilliarden für die spanischen Banken weiter zu. Früher oder später wird Spanien ein Fall für den Rettungsschirm. 


2477 Milliarden Franken Schwarzgeld floss aus China ab – auch in die Schweiz 
(tagesanzeiger.ch)  Schwarzgeld im Umfang von sechs Billionen US-Dollar ist von 2001 bis 2010 aus Entwicklungsländern ausser Landes geschafft worden. Eine neue Studie zeigt auf, woher das Geld kommt und wohin es fliesst. Mehr... 

Kommentar: Ein aufschlußreicher Beitrag. Er zeigt, daß die Steuerhinterziehung keine südeuropäische Domäne ist. Die folgende Grafik stammt aus dem Artikel: 


Quelle: tagesanzeiger.ch

Direkt zur Studie "Illicit Financial Flows From Developing Countries: 2001-2010" des Institut Global Financial Integrity (GFI) geht es hier


S&P stuft Griechenland ordentlich herauf 
(wirtschaftsblatt.at) Statt des "teilweisen Kreditausfalls" gibt es nun ein B-/B. Grund ist das Bekenntnis der Union, Griechenland in der Eurozone zu halten. Mehr... 

Kommentar: Eine unglaubliche Farce, wie die gesamte Euro-Rettung. Vor zwei Wochen erst hat S&P die Kreditwürdigkeit Griechenlands wegen des laufenden Anleihenrückkaufs weiter herabgestuft. Die US-Ratingagentur wertete "damals" das laufende Angebot der Regierung in Athen, Staatsanleihen für zehn Mrd. Euro zurückzukaufen, als teilweisen Zahlungsausfall (Quelle: "Ratingriese S&P stuft Athen weiter herab", 06.12.2012, hier). Das (Lippen-)Bekenntnis, Griechenland in der Eurozone zu halten, ist nicht neu und als Begründung alles andere als überzeugend. Ganz im Gegenteil. Es mehren sich gerade wieder die Stimmen, die der Rettung Griechenlands ein großes Risikopotential bescheinigen. Dieses Rating ist gekauft, davon sind wir überzeugt. 


Struggling Greeks Face Harsh Winter 
(online.wsj.com) Maria Katri sent her son to live at a charitable home for poor boys after Greece's economy crashed. Now, as Greece slides deeper into depression, the widowed mother is so poor that her teenage daughter, who stills lives at home, is "jealous that her brother is having a better time than her in the institution," Ms. Katri says. The spread of economic hardship is fraying Greece's social fabric and straining its political cohesion as the country enters the harshest winter of its three-year-old debt crisis. Even the tightknit Greek family—an institution that has helped the population to absorb a collapse in employment—is under pressure as household incomes dwindle. Read more... 

Kommentar: Während S&P das Rating für Griechenland hochjubelt, zerfällt die griechische Gesellschaft völlig. In den deutschsprachigen Stimmungsmedien spielt diese Entwicklung natürlich keine Rolle. Denen geht höchstens der griechische Sparwille noch nicht weit genug, die zunehmende Korruption wird angeprangert (hier), oder es wird weiter über einen "Grexit" spekuliert (hier). In Wahrheit geht das Land völlig vor die Hunde. Längst ist von einer humanitären Katastrophe die Rede (hier). Die kommt mittlerweile auch in den Familien an. Hoffnungslos.  


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier