Samstag, 22. Dezember 2012

Standpunkt 490 - Nachrichten-Ticker, 21.12.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir versuchen, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: Exportüberschussweltmeister Deutschland – Kauflaune mauWirtschaftswachstum 2013 – EU-Bankenhilfe 1,6 Billionen – Mariano Rajoy – Portugal – Dekadente Welt    


"Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon einige Wochen her, daß wir ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben diesen Beitrag wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Der Exportüberschussweltmeister 
(heise/telepolis.de) Das exportfixierte deutsche Wirtschaftsmodell kann nicht ohne die Verschuldungsprozesse im Ausland funktionieren, die in der deutschen Öffentlichkeit so vehement kritisiert werden. Mit ihrer immer weiter forcierten extremen Abhängigkeit vom Außenhandel nimmt die Bundesrepublik inzwischen eine Ausnahmestellung innerhalb der großen Industrieländer ein. Diese Dominanz des Exportsektors kommt auch in der extensiven Berichterstattung über die Entwicklung der Ausfuhren zum Ausdruck, bei der inzwischen im Monatsrhythmus über die neuesten Erfolge oder Rückschläge der "Deutschland AG" auf dem Weltmarkt Bericht erstattet wird. Von Tomasz Konicz. Mehr... 

Kommentar: Der Autor erklärt gut verständlich den Holzweg, auf dem sich Deutschland immer noch befindet. Vor allen Dingen aber auch die Logik, daß hinter den deutschen Überschüssen die Schulden der Handelspartner stehen. Bitte unbedingt auch den Links folgen, es lohnt sich. Das Fazit am Ende des Beitrags sollten sich Politiker, Stammtischführer und alle verbohrten Experten hinter die Ohren schreiben: Diese Absurdität der deutschen Krisenideologie hat keinen rationellen Kern, sie kann wohl nur aus einer ideologiekritischen Position heraus erhellt werden: So wie die deutsche Industrie die Widersprüche der gegenwärtigen kapitalistischen Systemkrise exportiert, werden in der korrespondierenden Ideologie die Ursachen der Krise ins Ausland exportiert. So erscheinen in der veröffentlichten Meinung gerade diejenigen Schuldenstaaten als die für die Krise anscheinend verantwortlichen Sündenböcke, die mit ihrer Defizitbildung die deutschen Exportüberschüsse erst ermöglichen. Leicht zu verstehen, oder? 


Quelle: wirtschaftlichefreiheit.de


Schuldenkrise verdirbt Deutschen die Kauflaune 
(handelsblatt.com) Die Konjunkturskepsis der Verbraucher wächst, bei Großeinkäufen halten sie sich zurück. Das GfK-Barometer fällt auf tiefsten Stand seit Dezember 2011. Problem: Der private Konsum gilt bisher als Bollwerk gegen die Krise. Mehr...

Kommentar/Erklärung: Aha, "die wirtschaftliche Abschwächung lässt auch die deutschen Konsumenten etwas vorsichtiger werden." Also doch, die BILD ist mit ihrer Schlagzeile über das Ziel hinausgeschossen: "Deutsche im Weihnachts-Shopping-Wahn": Deutschland im Weihnachts-Shopping-Wahn. Eine Woche vor dem Fest scheinen noch Millionen von Menschen auf der Jagd nach den letzten Geschenken zu sein. Mehr hier. Kaum zu glauben, wo doch bereits die ersten günstigen Prognosen für 2013 auf den Weg gebracht werden. Das Handelsblatt schreibt "Startklar für den Aufschwung" und faßt zusammen: Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist mies. Bestenfalls stagnieren soll sie im Winter, sagen Ökonomen. Dabei sind die Voraussetzungen für höheres Wachstum gar nicht schlecht. Warum der Pessimismus übertrieben ist. Mehr hier. Sehr charmant sind die teilweise überzogenen Prognosen der Institute und der Bundesregierung für 2013. Nicht besonders zuversichtlich ist die Bundesbank: "Trübe Aussichten für die Konjunktur – vorerst" schreibt das Handelsblatt: Im Winterhalbjahr deute sich ein Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität an, prognostiziert die Deutsche Bundesbank. Der Grund: die schwächelnde Industrie. Doch diese Phase wird wohl nicht mehr lange anhalten. Mehr hier. Zur Pressemitteilung der GfK geht es hier


Vor einem Boom – ausser in Europa
(fuw.ch) Das globale Wachstum wird 2013 Schwung aufnehmen. Nicht jedoch in Europa. Die Schweizer Wirtschaft muss sich vermehrt auf Märkte in Asien und Amerika ausrichten. Ein Kommentar von Thomas Straubhaar. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Der Schweizer Straubhaar will seinen Landsleuten ein bisschen Mut machen. Straubhaar war vor der Finanzkrise 2008 ein strammer Vertreter der neoliberalen Wirtschaftslehre. Seit dem ist er von dieser Grundhaltung deutlich abgerückt. Sicherlich ein interessanter Beitrag, dem wir in den Grundzügen nicht folgen. Wir überlassen es unseren LeserInnen, sich eine eigene Meinung zu bilden. Straubhaar glaubt, "die übrige Welt hat die Rezession überwunden. Sie wird im kommenden Jahr ökonomisch Schwung aufnehmen. Mit einer amerikanischen Wachstumslokomotive an der Spitze und Lateinamerika im Schlepptau." Die Amerikaner sind noch längst nicht soweit, die Lokomotive für die Weltwirtschaft abzugeben. Der Energieboom alleine reicht dazu kaum. Millionen Jobs fehlen. Anders als die Europäer, glauben die Amerikaner nicht an eine schnelle Korrektur jahrelanger Fehler:  "Why The Manufacturing Jobs Are Not Coming Back" heißt es aus gutem Grund bei zerohedge.com (hier). Die Grafik aus dem Beitrag zeigt das Dilemma: 




Straubhaar hält Europa für rückwärtsgewendet und macht diese These an der Geburtenentwicklung fest: "In keiner anderen Weltregion werden so wenige Kinder geboren wie in Europa." Diese Probleme haben andere Regionen auch, inklusive der USA. Er vergißt völlig, daß hinter der europäischen Krise immer noch die in 2008 begonnene Finanzkrise weiter ihr Unwesen treibt. Dazu gehören immense Probleme in China, Australien und Kanada, die nicht zu lösen sind und früher oder später in einem großen Knall münden. Richtig, in Europa ist kein Boom zu erwarten, dem steht die Sparpolitik entgegen. Wir haben aber noch die klitzekleine Hoffnung, daß sich die europäische Krisenpolitik unter dem Eindruck der Wirklichkeit irgendwann ändert. 


EU: Banken beanspruchten 1,6 Billionen Euro Staatshilfe
(diepresse.com) Die EU-Kommission genehmigte zwischen 2008 und 2011 Staatshilfen im Umfang von 5 Billionen Euro für die Finanzbranche. 13 Prozent der Wirtschaftsleistung der EU wurden beansprucht. Mehr...

Kommentar: Interessant, wie sich die Hilfen verteilen. Mehr als die Hälfte des gesamten Banken-Beihilfenvolumens entfielen auf drei Länder: Großbritannien (19 Prozent), Irland (16 Prozent) und Deutschland (16 Prozent).  Für das vergangene Jahr wurden 714,7 Mrd. Euro Hilfen gewährt. Läppisch dagegen die Summe für die Realwirtschaft im gleichen Zeitraum: Verschwindend geringe 4,8 Mrd. Euro waren es. Von den Bankenhilfen ist nichts in der realen Wirtschaft angekommen, trotz gegenteiliger Pläne der EZB. Alles in allem bleibt es nur ein Tropfen auf den heißen Stein, bei 18,2 Billionen Müll in den Bilanzen der europäischen Banken (hier).


Vom angefeindeten Sparpolitiker zum starken Mann 
(sueddeutsche.de) Sein Start als spanischer Ministerpräsident war schlecht: Die Wirtschaft schrumpfte, Hunderttausende zogen gegen die Sparpolitik seiner Regierung auf die Straße. Doch nach zwölf Monaten im Amt steht der Konservative Mariano Rajoy in Madrid unangefochten da - und das nicht nur wegen der Schwäche seiner Gegner. Mehr...

Kommentar: Rajoy geht es wie hierzulande Angela Merkel: Es gibt keinen ernsthaften politischen Gegner, der das Amt streitig machen könnte. Ende. Die Qualität der Politik ist äußerst bescheiden, ebenfalls hier wie dort. Selbst wenn die "schweigende Mehrheit" diese Tatsache nicht wahrhaben will. Der Analyse fehlt Sachlichkeit. Tatsächlich hat Rajoy nichts im Griff, er erfüllt lediglich die Forderungen Europas. Eines der Ergebnisse seiner Politik zeigt die Grafik über die Jugendarbeitslosigkeit in Spanien für Oktober 2012




Ausverkauf in Portugal 
(heise/telepolis.de) Bei der Privatisierung der Fluggesellschaft TAP ist die Regierung zunächst zurückgerudert. Mehr... 

Kommentar: Privatisierung auf portugiesisch. Es geht um den Verkauf des Tafelsilbers, den die Troika dem Land im Rahmen der Nothilfe mit 78 Milliarden Euro aufgezwungen habe, wie Kritiker meinen. Über die Höhe der der erwarteten Erlöse ist noch nichts bekannt. Nur, daß die EU Druck macht, dem sich Portugal beugen muß. 


"Dekadent geht die Welt zu Grunde" 
(format.at) Die Star-Autoren Marc Friedrich und Matthias Weik sprechen über finanzielle Repression, die in Europa schon längst Realität ist und über Korruption als Zeichen für ein spätdekadentes Finanzsystem, das im Endspiel ist. Für Marc Friedrich und Matthias Weik, den Autoren von "Der größte Raubzug der Geschichte", ist eines ganz klar: Der Euro zerstört Europa. Dem FORMAT verrieten sie, warum es zu einer Umverteilung von Fleißig zu Reich kommt und empfehlen Gold, Wald, Wiese oder schottischen Whiskey zur Absicherung gegen das Unvermeidliche. Mehr... 

Kommentar: Bei einer Sache sind wir keinesfalls einig mit den Autoren: Nicht der Euro zerstört Europa, sondern der verzweifelte, nutzlose Versuch, die dahinterstehende Bankenkrise mit allen Mitteln lösen zu wollen. Wofür die Menschen in eine jahrelange Schuldenknechtschaft genommen werden. Ansonsten bieten die Herren Friedrich und Weik viel Interessantes, Lehrreiches, Unterhaltsames. Da läßt sich der eine oder andere "Überzieher" leicht verschmerzen.  


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier