Dienstag, 25. Dezember 2012

Standpunkt 493 - Nachrichten-Ticker, 24.12.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir versuchen, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: Niedriglohn-Europameister Deutschland – Lohnerhöhungen 2013 – Nein zur Bankenrettung durch den StaatEuropa – Griechenland – Europäische Solidarität 


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon einige Wochen her, daß wir ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben diesen Beitrag wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Studie: Deutschland hat die meisten Niedriglöhner in Europa
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Kein anderes westeuropäisches Land hat einen derart großen Niedriglohnsektor wie Deutschland. Betroffen sind vor allem Frauen und Arbeitnehmer mit niedrigem Bildungsstand. Auch befristete Jobs werden häufig nur mit geringen Löhnen vergütet. Mehr... 

Kommentar: Was die Regierung in Berlin regelmäßig unterschlägt, ist durch diesen Bericht der europäischen Statistikbehörde Eurostat für 2010 jetzt offiziell geworden: Das reiche Deutschland beutet weite Teile seiner Arbeitnehmer aus. Direkt zu den Originaldaten geht es hier


Experten werben für Lohnerhöhungen im kommenden Jahr
(handelsblatt.com) Sowohl der DIW-Chef Gert Wagner als auch der Wirtschaftsweise Wolfgang Franz empfehlen Lohnerhöhungen im kommenden Jahr. Diese seien sinnvoll, um die Binnennachfrage anzukurbeln und die Exportabhängigkeit zu mindern. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Im Grundsatz ein löblicher Vorschlag. Offensichtlich gehen aber die Vorschläge über den Umfang der Lohnerhöhungen weit auseinander. Wagner hält vier und mehr Prozent für nötig, Franz bleibt nur bei sehr bescheidenen zwei Prozent, was kaum die voraussichtliche Inflationsrate im kommenden Jahr ausgleichen wird. Was er sonst noch vorschlägt, deckt sich weitgehend mit den drastischen Sparmaßnahmen, die lt. Spiegel-Bericht im Bundesfinanzministerium für die Zeit nach der Bundestagswahl vorbereitet werden (hier und hier). Die Lohnerhöhungen sollen die Binnennachfrage ankurbeln? Wie soll das funktionieren? Die Deutschen waren noch zu keiner Zeit konsumfreudig, immer nur sparfreudig. Für die Binnennachfrage kann deshalb nur der Staat sorgen. Übrigens keine schlechte Idee, wenn man daran denkt, wie viele Milliarden Investitionsrückstau alleine im Bereich der Kommunen besteht:



Quelle: wirtschaftundgesellschaft.de

Alles äußerst nützliche Ausgaben, die Arbeitsplätze sichern, der Wirtschaftsleistung dienen und den Aufgaben der öffentlichen Hand gerecht werden. Erst vor wenigen Tagen hat die Welt an einem konkreten Beispiel die Folgen der Zurückhaltung publik gemacht: "Hunderte Brücken müssen neu gebaut werden" (hier). Heiner Flassbeck, Chef-Volkswirt der UNCTAD, hat die Gründe für einen dringenden Strategiewechsel in Deutschland zuletzt im November für die Financial Times Deutschland in einem Gastkommentar auseinandergelegt: "Statt Droge Exportüberschuss: Deutschland braucht höhere Löhne" und faßte seinerzeit zusammen: Verbessern die kriselnden Euro-Länder wie erhofft ihre Wettbewerbsfähigkeit, wird der deutsche Export einbrechen. Nur die Inlandsnachfrage kann dann noch helfen. Erstaunlich, dass der Sachverständigenrat dieses Thema links liegen lässt. Mehr hier. Ein bemerkenswerter Beitrag. 


"Kein Staatsgeld mehr für Banken"
(wirtschaftsblatt.at) Allianz-Finanzvorstand Maximilian Zimmerer hat die Politik aufgefordert, nicht länger Banken auf Kosten der Steuerzahler zu retten. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Diese Aussage beweist, was die Politik krampfhaft zu verschleiern sucht: Die Hilfen an die PIIGS-Staaten sind nichts anderes als verkappte Bankenrettungspakete. Sehr gut nachzuvollziehen bei den Maßnahmen für Griechenland ("Fata Morgana Griechenland-Rettung", hier) und augenfällig gemacht durch diese Karikatur: 

Quelle: crisiscartoon.blogspot.com


Der Krake Europa
(handelsblatt.com)  Abfedern und Auffangen statt Liberalisierung: Die EU wandelt sich  immer mehr zur Wohlfühlunion. Um das zu erreichen, greift Europa immer weiter um sich – zum Nachteil der EU-Bürger. Mehr... 

Kommentar: Ein Beitrag, der an Dummheit kaum zu überbieten ist. Die Autorin ignoriert standhaft alle längst bewiesenen Fehlentwicklungen jahrelanger Liberalisierungen. Was abfällig als angebliche Geschenke beschrieben wird, sind elementare Aufgaben jeden Staates. Wer das nicht will, der kann gleich die Staaten abschaffen. Vielleicht das Ziel neokonservativer Politik? Ein typischer Liberalen-Beitrag: Haufenweise Kritik, aber keine einzige nützliche Alternative, die über hinlänglich bekannte liberale Allgemeinplätze hinausgeht. 


BDI fordert europäische Aufsicht für Griechenland
(handelsblatt.com) BDI-Präsident Hans-Peter Keitel will die Reformen in Griechenland unter europäische Aufsicht stellen. Nur so könne die Rettung gelingen. Die Hürde für Hilfsanträge anderer Krisenländer müsse dabei hoch angesetzt werden. Mehr... 

Kommentar: Oberlehrerhaftes, dummes, impertinentes, regierungstreues Getue. Nicht Griechenland gehört unter Aufsicht, sondern alle Banken, die dieses Elend verursacht haben. Schnell und kompromißlos. Die vorgesehene europäische Bankenaufsicht ist dazu nicht geeignet, sie zementiert lediglich den bisherigen "Status quo" dauernder Bankenhilfen, was genau so gewollt ist. Wir sind schon auf die Reaktionen gespannt, wenn offensichtlich wird, was bisher gut verborgen bleibt: Dass der heimische Primus, die Deutsche Bank, faktisch pleite ist und nicht gerettet werden kann ("Desaster Derivatehandel", hier). Und wenn klar wird, wie tief Politik, Aufsichtsbehörde und Bundesbank in dieser Sache mit "drinhängen". Ein bisschen Schadenfreude werden wir uns, wenn es soweit ist, auf jeden Fall leisten.


Schuldenerlaß Griechenland: Selig sind die Barmherzigen
(fr-online.de) Zu Weihnachten 2012 ist ein Viertel aller Griechen arbeitslos, bei den jungen Menschen sind es mehr als 50 Prozent. In vier Jahren Krise hat die deutsche Wirtschaft mächtig profitiert - von den Schulden der armen Krisenländer. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Ein Beitrag, der die Tatsachen benennt und an Deutlichkeit keine Wünsche offen läßt. Pflichtlektüre für aufgeklärte LeserInnen. Ergänzend dazu außerdem ein früherer Beitrag in der gleichen Zeitung zum Thema: "Die falsche Freundin aus Deutschland". Der Autor schreibt: Die Schulden des Südens sind zum Teil unser Reichtum. Bundeskanzlerin Merkel verschweigt, dass Spardiktate allein die Probleme nicht lösen, sondern verschärfen. Eine andere Europa-Politik ist längst überfällig. Mehr hier

Quelle: thecomicnews.com

Rette sich, wer kann
(sueddeutsche.de) So viel Rettung wie im Jahr 2012 war nie: der Euro, Griechenland, Europa, die Banken, das System und seine Glaubwürdigkeit - alle brauchten Hilfe. Doch die Menschen, sie hatten davon bisher wenig. Vielleicht sieht man nun an Weihnachten, wie es mit dem Kontinent weitergeht: Denn Europa braucht menschliche Solidarität, um gerettet zu werden. Mehr...

Kommentar: Ein sicherlich ehrenwerter Versuch, den Heribert Prantl in diesem Beitrag unternimmt. Nur einer, der in Deutschland auf taube Ohren stößt. Bei der Regierung, dem Volk, sogar der Kirche. Letztere hat sich bisher zur Krise ausgeschwiegen und versucht erst jetzt, Weihnachten 2012, den Gedanken "christlicher Nächstenliebe" gegenüber den Menschen in den betroffenen Ländern ins Spiel zu bringen. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier