Mittwoch, 26. Dezember 2012

Standpunkt 494 - Nachrichten-Ticker, 25.12.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir versuchen, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...


Tagesthemen: Eurokrise – Zukunft der Weltwirtschaft – Europas RettungDeutsche Industrie versus Steuererhöhungen – Konjunktur – Deutscher Konsum – Fiscal Cliff


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon einige Wochen her, daß wir ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben diesen Beitrag wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Mit offenen Augen in die Eurokrise
(fuw.ch) Seit drei Jahren dominiert die Eurokrise die Schlagzeilen. Die Probleme, die eine Währungsunion verursachen kann, waren vor der Einführung des Euros bekannt. Doch politische Ziele waren wichtiger. Mehr... 

Kommentar: Es existieren viele Geschichten und Mythen über das Zustandekommen der Europäischen Währungsunion (EWU). Gut möglich, daß dieser Beitrag unserer Schweizer Nachbarn die wahre Geschichte hinter der Gemeinschaftswährung beschreibt. Deshalb wollen wir unsere LeserInnen ausdrücklich darauf hinweisen. Es kann nichts schaden, sich noch einmal die Anfänge des Euro zu vergegenwärtigen.  
An dem Geburtsfehler der fehlenden Wirtschaftsunion die heutige Krise in Europa festzumachen, erscheint uns überhaupt nicht schlüssig. Krisenursache sind einzig und allein die Rettungsversuche für die pleitebedrohten Banken seit der Pleite von Lehman Brothers im Oktober 2008. Allenfalls wird diese Krise verschärft durch die Maastricht-Kriterien, den Murks, den die Deutsche Bundesbank in den Vertrag hinein diktiert hat. Der war damals schon nicht zeitgemäß, wie sich dann sehr schnell an den Versßen durch Deutschland(!) ab 2001 und Frankreich ab 2002 (vgl. Grafik) gegen diese Kriterien gezeigt hat. Die ursprünglich für Verstöße vertraglich vorgesehenen Sanktionen wurden von Deutschland und Frankreich mit dem "Recht des Stärkeren" einfach verhindert. Es ist geradezu einfältig anzunehmen, daß der Euro mit einem solchen straffen Korsett als Weltreservewährung, was von seinen Gründern von Anfang an geplant war, funktionieren kann.  


Quelle: tagesanzeiger.ch

Eine andere Begebenheit, die in diesem Beitrag überhaupt keine Rolle spielt, ist der Einfluß, den die USA mittels Großbritannien bei der Gründung der EWU hatte. Dieser Einfluß ist nach unserer eigenen Recherche in erheblichem Maße dafür verantwortlich, daß es zu keiner Wirtschaftsunion gekommen ist. Großbritannien hat sich jeder noch so kleinen Integrationsidee verweigert. Nur zur Erinnerung: Ursprünglich war von den europäischen Gründungsvätern eine Europäische Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) geplant. 


Die zukünftige Weltwirtschaft
(wirtschaftsblatt.at) Wir müssen das System, das die Krise verursacht hat, hinter uns lassen - einen Finanzsektor, in dem manche, wie die alten Griechen sagen würden, mit Hybris und ungezähmter Nemesis agiert haben. Von Christine Lagarde. Mehr... 

Kommentar: Mme. Lagarde unternimmt den Versuch, uns noch einmal als neu zu verkaufen, was die G20-Staaten bereits seit Ende 2008 der Welt versprechen: ein neues, globales Finanzsystem. Ihre Beschreibung des aktuellen Zustands ist treffend: Das System ist immer noch zu komplex,  die Aktivitäten sind immer noch in zu großen Institutionen konzentriert, und das Schreckgespenst des "too big to fail" lebt weiter. Anhand fortwährender Exzesse und wiederholter Skandale wird sichtbar, dass sich die Finanzkultur nicht wirklich verändert hat. Stimmt alles. Aber auch Madame Lagarde findet danach nur noch gut ausformulierte Worthülsen, um die Schritte zu beschreiben, mit denen endlich das marode Finanzsystem auf Vordermann gebracht werden muß. Erinnert doch alles sehr an den Duktus einer Weihnachtsansprache der Kanzlerin Angela Merkel. 


Es gibt nur noch eine Rettungsoption für Europa
(welt.de) Die Architektur der Eurozone, wo Geldpolitik zentralisiert, aber Haushalts- und Wirtschaftspolitik in der Verantwortung der einzelnen Regierungen liegen, ist auf lange Sicht nicht lebensfähig. Mehr... 

Kommentar: Es ist schon erstaunlich, wie sehr eine stärkere Integration der EU geradezu als Wundermittel gegen die Krise in Europa angesehen wird. Diese Annahme ist aus unserer Sicht grundfalsch. Deshalb unterstellen wir den strammen Befürwortern dieser Pläne unlautere Absichten. Denen geht es vor allen Dingen um das Schleifen nationaler Souveränität, um europäische Gleichmacherei, um die Zementierung der völlig nutzlosen Rettungspolitik für die Banken als Dauerzustand, um die Rücknahme jedweder staatlicher Sozialleistungen/Absicherungen, um die vollständige Schuldenknechtschaft der EU-Bürger, um die "grenzenlose" Einführung der "marktkonformen Demokratie", d. h. die Staaten unterlassen alles, was den Kapitalismus stört, insbesondere jede Kontrolle und ein Steuerrecht, durch das sich die Staaten so viele Einnahmen sichern können, daß sie ihre grundsätzlichen Aufgaben auch wahrnehmen können, statt sie immer weiter zu reduzieren und so an die wegbrechenden Steuereinnahmen anzupaßen. Die Aufzählung ist sicherlich noch nicht vollständig, aber die wichtigsten Ziele des neuen Europas sind erfaßt. Die folgende Grafik zeigt, wie weit Deutschland mit der Anpaßung des Steuerrechts schon gekommen ist:





Industrie sieht Hunderttausende Jobs wegen Steuererhöhungen in Gefahr
(focus.de) Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag und Arbeitgeberpräsident Hundt warnen vor Steuererhöhungen im Fall eines Wahlsieges von SPD und Grünen: Bei einer Verschärfung der Erbschaftssteuer sieht der Verband 100 000 Jobs in Gefahr – Jahr für Jahr. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Klar, der deutsche Mittelstand will unbedingt, daß der einmal eingeschlagene Weg weitreichender Steuererleichterungen auf keinen Fall wieder korrigiert wird. Soll der Staat doch einfach seine Ausgaben weiter reduzieren, oder auch die letzten Aufgaben privatisieren. Demnächst diskutieren wir die Privatisierung der Gefängnisse, von Militäreinsätzen, von Polizeiaufgaben, von Kitas, usw., auch in Deutschland. Vorsorglich wird schon frühzeitig in den Bundestagswahlkampf eingegriffen und vor einer Abwahl der aktuellen Regierung gewarnt. Die arbeitet nämlich längst an neuen schmerzhaften Sparmaßnahmen gegenüber den Bürgern, um sie nach der Wahl in Kraft zu setzen. 
Bitte in diesem Zusammenhang unseren Beitrag "Reichtum durch Arbeit ist etwas für Anfänger" lesen (hier). Öffnet Horizonte.


"Befinden uns auf erfreulich hohem Niveau"
(wirtschaftsblatt.at) Deutschland steht nach Einschätzung von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt nicht vor der nächsten Wirtschaftskrise. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Dieter Hundt begibt sich, den Witterungsverhältnissen entsprechend, auf äußerst dünnes Eis. Er weiß genau, daß seine Aussage schon nach kurzer Zeit nicht mehr im Gedächtnis der Menschen haftet. Nur deshalb kann er die wirklichkeitsferne Behauptung aufstellen, daß  "wir in Deutschland keine Rezession erleben" werden. Es gibt aber auch fundierte Gegenstimmen, weitere werden dazukommen: "Wirtschaftsweiser Schmidt erwartet 2013 magere Konjunktur" betitelt der Spiegel einen Beitrag. Führende Wirtschaftsinstitute blicken mit Sorge auf das kommende Jahr. Christoph Schmidt, Wirtschaftsweiser und Chef des RWI, mahnt: Die Euro-Krise sei längst nicht gelöst. Für 2013 erwartet das RWI "konjunkturell magere Zeiten" - ein Wirtschaftswachstum von 0,3 Prozent.  Die Bundesregierung rechnet mit einem Plus von 0,8 Prozent, die Bundesbank mit 0,4 Prozent. Mehr hier


Eigenheime werden bis 2015 teurer 
(manager-magazin.de) Die Preise für Wohnimmobilien sind 2012 im zweiten Jahr infolge gestiegen. Dass Eigenheime auch 2013 und danach nicht güngstiger werden, ist laut einer Feri-Studie wahrscheinlich. In Deutschlands Metropolen rechnen die Experten in den kommenden drei Jahren mit Preissteigerungen von 8 bis 16 Prozent. Mehr...

Kommentar: Wie schön, daß es für die Immobilien-Kaufwut der Deutschen auch gleich eine Studie gibt, die für die kommenden Jahre eine günstige Entwicklung vorhersagt. Weshalb ignoriert man die Entwicklung in der Schweiz oder Österreich, warum soll es Deutschen nicht so gehen wie den Niederländern, Dänen, Schweden, Franzosen? Denen fliegen, nach jahrelangen Preisteigerungen versteht sich, gerade die Preise um die Ohren. Sicherlich, Euphorie und Inflationsangst tragen noch die nächsten Monate in Deutschland den Trend, in Wahrheit verschärft sich auf diese Weise nur das Gefahrenpotential für einen scharfen Einbruch. 


Versöhnliche Töne im Handel
(fr-online.de) Endspurt: Das Weihnachtsgeschäft sorgt rechtzeitig vor Heiligabend für gute Laune. In der letzten Woche vor den Feiertagen hat das Geschäft noch mal an Schwung gewonnen. Die Woche vor Heiligabend war die umsatzstärkste im diesjährigen Weihnachtsgeschäft. Zu diesem Ergebnis gelangt der Handelsverband Deutschland (HDE) nach einer bundesweiten Umfrage. "Das Geschäft hat deutlich an Schwung gewonnen", berichtete der HDE am Sonntag. Besonders groß sei die Resonanz in den Innenstädten und Stadtteilzentren gewesen. Erstmals in diesem Jahr sprach die Lobbyorganisation gestern offen von "besucherschwachen Vorwochen". Zuletzt hatte es lediglich geheißen, es bestehe "noch Luft nach oben". Für HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth haben die Umsatzschwankungen vor allem einen Grund: "Weihnachtsgeschenke werden immer häufiger erst kurz vor dem Fest gekauft." Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Es ist das Ergebnis einer Umfrage, eine Prognose, mehr nicht. So berichtet der Spiegel, die "Händler klagen über schlappes Weihnachtsgeschäft" und berichtet: Enttäuschung bei den Einzelhändlern: In Deutschland ist das Weihnachtsgeschäft bislang hinter den Erwartungen zurückgeblieben - die Ladenbetreiber hoffen nun auf Last-Minute-Käufer. Der Verkauf von Geschenken über das Internet verzeichnet dagegen einen satten Anstieg. Die Deutschen zeigten sich bislang offenbar weniger in Konsumstimmung als sonst. Euro-Schuldenkrise und der Arbeitsmarkt bereiteten den Verbrauchern zum Jahresende Sorgen, beobachteten die GfK-Konsumforscher. Mehr hier. Der Focus stößt in das gleiche Horn: "Weihnachtsgeschäft bislang eher enttäuschend" schreibt die Zeitung. In den letzten Wochen vor Weihnachten waren die Geschäfte voll. Dennoch lief das Weihnachtsgeschäft für den Einzelhandel bisher eher enttäuschend. Schuld waren Wetter und Internetkonkurrenz. Nun hoffen die Händler noch auf Heiligabend. Mehr hier. Das sind alles keine guten Nachrichten für den Konsum in Deutschland, der schon seit Monaten  in den Medien schöngeredet/-geschrieben wird. Wir bleiben dabei, der Handel wird seine Umsatzziele für 2012 deutlich verfehlen. 

Quelle: allvoices.com

 Schachern am Abgrund
(manager-magazin.de) Vor dem großen Finale im US-Haushaltsstreit schwanken Beobachter zwischen Optimismus und Agonie. Wie die Verhandlungsschlacht zwischen Präsident Obama und den Republikanern ausgeht, bleibt offen - sechs Szenarien scheinen möglich. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Eine informative Analyse. Sie zeigt, was geht und was nicht. Deshalb lesenswert. Das Handelsblatt hört schon mal die amerikanischen Flöhe husten und meldet: "Sturz von Fiskalklippe immer wahrscheinlicher". Die Zeitung schreibt: Die Weihnachtstage bringen dem US-Haushaltsstreit keine Beruhigung – im Gegenteil. Demokraten und Republikaner verabschiedeten sich mit Schuldzuweisungen in Verhandlungspause. Viel Zeit zum Handeln bleibt nicht mehr. Mehr hier. "Kein Weihnachtswunder im US-Budgetstreit" heißt es beim österreichischen Format. Das Blatt faßt zusammen: Kurz vor Weihnachten gibt es bei einigen US-Abgeordneten nur noch wenig Hoffnung auf eine schnelle Lösung des erbitterten Budgetstreites. Mehr hier. Worum es wirklich geht, zeigt die folgende Karikatur treffend: Das Geld der Steuerzahler. 

Quelle: zerohedge.com

Cliff Would Strike Low Incomes Hard 
(online.wsj.com)  If the U.S. goes over the "fiscal cliff," some Americans may fall harder than others. Read more...

Kommentar: Deshalb werden sich die Beteiligten am Riemen reißen und zu einer Lösung kommen. Wie die ausfällt steht allerdings noch in den Sternen.  


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier