Donnerstag, 27. Dezember 2012

Standpunkt 495 - Nachrichten-Ticker, 26.12.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir versuchen, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: Konjunkturerwartungen – Gold – EinzelhandelEuropa – Gerhard Schröder versus Frankreich – Ökonomie in der Krise – Griechenland – US-Staatsschulden 


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon einige Wochen her, daß wir ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben diesen Beitrag wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Euro-Krise vermiest Unternehmen die Laune
(handelsblatt.com) Deutschlands Unternehmen gehen skeptisch ins neue Jahr. Die anhaltende Euro-Krise hat vielen offenbar die Laune verdorben, zeigt eine aktuelle Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft. Ein überraschendes Ergebnis. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Das ist doch ein erstaunliches Ergebnis, verglichen mit der Äußerung des Arbeitgeberpräsidenten Dieter Hundt, der weit und breit für Deutschland keine Rezession erkennen kann: "Deutschland bleibt rezessionsresistent". Hundt sagte der Nachrichtenagentur dpa in Berlin: "Ich bin überzeugt, dass wir in Deutschland keine Rezession erleben und auch 2013 ein Wirtschaftswachstum in etwa der diesjährigen Größenordnung erreichen werden."  Mehr hier. Das ist eine glasklare Aussage. Die Unternehmen folgen dem offensichtlich nicht, wie die Umfrage des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt. Die F.A.Z. versucht, wenigstens ein bisschen dagegenzuhalten und meldet: "Institut: Stimmung in Firmen ist schlechter als die Lage". Das Ergebnis der IW-Umfrage liest sich bei ihr so: Die Firmen sorgen sich um die Konjunktur im nächsten Jahr, auch viele Wirtschaftsforscher sind pessimistisch. Optimistischer sind dagegen die Gewerkschaften und das arbeitgebernahe Institut IW. Mehr hier. Die Gewerkschaften, mittlerweile in der europäischen Krise zu bedingungslosen Regierungsunterstützern verkommen, ignorieren natürlich die Gefahren aus einer Verschärfung der Krise, die in den Nachbarländern bereits begonnen hat. Die Zeit interpretiert die Umfrage so: "Deutsche Wirtschaft geht skeptisch ins neue Jahr" und faßt zusammen: Die Stimmung in deutschen Firmen ist so schlecht wie seit Beginn der Finanzkrise nicht mehr. Für 2013 rechnen viele Branchen mit schlechteren Geschäften und weniger Jobs. Mehr hier. Dazu paßt eine Nachricht, die beunruhigt: "Deutscher Auto-Markt rutscht ab" meldet Format in Österreich. Der deutsche Pkw-Markt wird im weltweiten Vergleich einer Untersuchung zufolge in den kommenden Jahren an Boden verlieren. Bis 2015 werde er vom derzeit fünften auf den siebten Rang abrutschen, prognostiziert der Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research (CAR) der Uni Duisburg-Essen. Mehr hier


"Von Woche zu Woche nimmt die Nachfrage nach Gold zu" 
(format.at) Die Finanzkrise hat Anleger in einen Goldrausch versetzt. Getrieben von der Nachfrage aus aller Welt, steigt der Preis des gelben Edelmetalls stetig. Gerade die deutschen Sparer, die großen Verlierer der Währungsreformen nach den beiden Weltkriegen, decken sich mit Gold ein. Groß ist bei Vielen die Angst vor Inflation und einem Zusammenbruch des Euro. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: 5% der weltweiten Goldmenge sollen es sein, die sich in deutschem Besitz befinden sollen. Wir warnen immer wieder davor, sich auf Gold als Krisenschutz zu verlassen. Der Goldbesitz wird, wie frühere Krisen zeigen, verboten und unter Strafe gestellt, also kriminalisiert (hier). Dieses Mal wird das Verbot flächendeckend sein und durch geeignete weitere Maßnahmen, wie beispielsweise eine Kapitalverkehrskontrolle, unterstützt. Die Löcher werden gestopft, durch die das deutsche Gold verschwinden und anderswo zum Einsatz kommen könnte. Dieses Verbot wird auch von der Schweiz, Liechtenstein oder Luxemburg unterstützt, d. h. Europa wird zum Gefängnis für alle Goldbesitzer. Wer trotzdem nicht davon lassen will, der muß kleinste Stückelungen wählen, kaufen ohne erfaßt zu werden, Bankschließfächer als Lagerort unbedingt meiden und sich auf eine lange Zeit einstellen, in der Goldbesitz ohne Nutzen ist. 
Viele kaufen auch deshalb Gold, weil sie den Versprechungen glauben, die für das gelbe Metall hohe Kursziele für die kommenden Jahre versprechen. Möglicherweise ein trügerischer Irrtum. "Gold in 2013 bei 10.000 USD?" Diese Frage untersucht Robert Schröder von Elliott-Waves.com und kommt zu folgender Antwort: "Fantasiekursziele von 5.000 oder gar 10.000 USD sehe ich nicht auf uns zukommen. Weder in 2013, noch sonst irgendwann. Sollte das Jahr 2013 tatsächlich erneut positiv werden, wäre das das dreizehnte Bullenjahr für Gold in Folge. Ab dann wird es meiner Meinung nach eine größere mehrjährige Korrektur geben, die den langfristigen Anstieg ab dem Jahre 2000 auffangen wird. Diese Gegenbewegung wird dann zeitlich und vor allem preislich sogar deutlich größer ausfallen, als das was wir seit September 2011 gesehen haben. Mehr hier
Wer Edelmetall braucht, um sich vor der Krise sicher zu fühlen, der sollte sich eher mit Silber beschäftigen. Silberbesitz ist nicht von einem Verbot bedroht, Münzen sind leicht zu kriegen, in ausreichender Zahl vorhanden und günstig zu erwerben. 


Noch ist das Weihnachtsgeschäft nicht vorbei
(handelsblatt.com) Nach dem Weihnachtsfest erwarten die Einzelhändler den nächsten Kunden-Ansturm. Jetzt werden Gutscheine eingelöst oder Geschenke umgetauscht. „Schwächer die Kassen kaum klingeln“ lautet dagegen das Motto in den USA. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Der Handel in Deutschland greift nach jedem Strohhalm. In den USA sind die Erwartungen bereits auf dem Boden der Tatsachen angekommen. In Österreich läuft es auch nicht besonders: "Weihnachtsgeschäft läuft nicht so gut". Die Kaufleute sprechen von einer "durchwachsenen" Bilanz. Nur die großen Einkaufsstraßen und Einkaufszentren profitieren. In Salzburg sinken die Umsätze. Mehr hier. Wir bleiben dabei: Das Weihnachtsgeschäft wird auch in Deutschland nicht die Erwartungen erfüllen. 


"In der Außenpolitik ist Europa eine Null" 
(welt.de) Eine der schillerndsten Figuren der Pariser Politik im Interview: Ex-Ministerin Rachida Dati über das deutsch-französische Verhältnis, Schwächen der EU-Politik und die Steuerflucht Gérard Depardieus. Mehr... 

Kommentar: Die ehemalige französische Justizministerin läßt es in dem Interview richtig krachen. Dati erklärt das heutige Frankreich, beschreibt die aktuell wieder einmal schwierigen Beziehungen zwischen ihrem Land und Deutschland, die französische Sicht auf den starken Nachbarn, begründet ihre Aussage, usw., usw. Ein bisschen Abrechnung ist natürlich auch dabei. Alles sehr üppig. Ein Schnellkurs durch die französische Gemütslage. Nicht ohne Interesse wenn man bedenkt, wie schwierig sich die Krise in Europa noch entwickeln wird. Es ist eine Menge Lesestoff und nicht alles daran ist spannend. Trotzdem absolut empfehlenswert. 


Altkanzler Schröder fordert Umdenken von Frankreich
(zeit.de) Der frühere Bundeskanzler findet harte Worte für Frankreichs Wirtschaftspolitik. Von Deutschland verlangt er mehr Ehrlichkeit über anstehende Haushaltsbelastungen. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Gute Ratschläge vom Oberlehrer Gerhard Schröder. Natürlich reitet er auf seiner Agenda 2010 rum und empfiehlt gleichzeitig eine neue. Schröder ist einer der Totengräber der deutschen Sozialdemokratie, gleichzeitg auch der Sozialen Marktwirtschaft. Die gleichen Rezepte soll nun Frankreich anwenden. Schröder ist zeitlebens Büttel des Kapitals und Nutznießer der korrumpierenden Nähe von Politik und Kapital. Heute ist er Lobbyist auf höchster Ebene. Sein Interesse gilt ausschließlich den Zielen seiner Auftraggeber. Immer wieder zu beobachten bei seinen regelmäßigen Lobpreisungen auf den russischen Präsidenten Putin, wenn der wieder einmal im Westen in der Kritik steht. In diesem Zusammenhang verweisen wir zur Ergänzung noch auf einen Artikel in der Zeit: "Die Euro-Krise aus Sicht der Mitverursacher" über die Debatte ehemaliger Regierungschefs zur Krise in Europa (hier).


"Streit hat dem Ansehen sehr geschadet"
(derstandard.at) Die deutschen Ökonomen sind bei wichtigen Fragen unterschiedlicher Meinung. Peter Bofinger über den Wert von Expertenmeinungen in der Krise. Mehr...

Kommentar: Ein äußerst aufschlußreiches Interview mit dem Wirtschaftsweisen Bofinger. Wer aufmerksam liest, der wird einige wichtige Aussagen finden, die die Krise erklären und, im Streit, von anderen Ökonomen bewußt ignoriert werden. Nur Mut. 


Die Wiederentdeckung der Solidarität(heise/telepolis.de) Griechenland: "Schlimmste Weihnachtszeit seit dem Zweiten Weltkrieg": Vor der Krise waren die Weihnachtsfeiertage Griechenlands ein Fest für die Familie. Im engsten Kreis wurde gefeiert. Vor 2009 warben Banken im TV für "Festtagskredite". Suggeriert wurde, dass nur teure Geschenke etwas wert sind. Festtage der Vorkrisenzeit zeichneten sich dadurch aus, dass unter den Griechen ein Wettbewerbsdruck um das teuerste und eindrucksvollste Geschenk herrschte. Der Konsumirrsinn ist spätestens seit der Krise als Irrweg bekannt. Doch wie läuft die laut Presseberichten "schlimmste Weihnachtszeit seit dem Zweiten Weltkrieg" ab? Mehr... 

Kommentar: Lesenswert. 


Athen nimmt sich "Schweizer Liste" vor
(derstandard.at) Griechische Staatsanwälte wollen mit der Überprüfung einer umstrittenen Liste beginnen. Die Liste enthält mehr als 2.000 Namen von mutmaßlichen griechischen Steuerflüchtlingen, die in der Schweiz über ein Konto bei der HSBC-Bank verfügen. Dies teilte am Samstag der öffentliche griechische Fernsehsender Net. mit. Am Freitagabend hatte der griechische Finanzminister Yannis Stournaras bekannt gegeben, dass Frankreich diese Liste Griechenland zugestellt habe. Die griechischen Behörden hatten angegeben, die Liste verloren zu haben. Die umstrittene Liste war in den vergangenen Monaten in Griechenland Gegenstand hitziger Debatten. Ursprünglich hatte die französische Justiz diese Liste im Januar 2009 im französischen Domizil eines ehemaligen Mitarbeiters der Schweizer HSBC-Filiale beschlagnahmt. Danach gab sie 2010 die aktuelle IWF-Präsidentin und damalige Finanzministerin Frankreichs, Christine Lagarde, an Griechenland weiter. Mehr...

Kommentar: Es ist soweit, die griechische Regierung folgt den Spuren der Vermögen, die außer Landes geschafft wurden. Sicherlich nicht ganz freiwillig, sondern auf Druck der eigenen Bevölkerung. Ein gutes Zeichen.  


US Debt Crisis
(zealllc.com) With the rancorous fiscal-cliff negotiations dominating newsflow, the markets are rightfully on edge.  Will a deal be reached as time relentlessly dwindles, or not?  How the fiscal cliff is resolved has massive implications for the US economy and markets in 2013 and beyond.  But provocatively, the fiscal cliff is a minor sideshow in the real crisis.  The United States of America is drowning under federal debt. Read more...

Kommentar: Es gibt eine deutsche Übersetzung dieses Beitrags, hier. Wir zitieren: "Angesichts der erbitterten Verhandlungen über die Fiskalklippe (engl. fiscal cliff), die zur Zeit die Nachrichten dominieren, ist die Lage an den Märkten berechtigterweise angespannt. Die Zeit läuft langsam aber sicher davon. Wird man rechtzeitig einen Kompromiss finden oder nicht? Je nachdem, wie dieses Problem gelöst wird, wird es massive Auswirkungen auf die Wirtschaft der USA im Jahr 2013 und darüber hinaus haben. Die Fiskalklippe ist jedoch nur ein Nebenschauplatz der eigentlichen Krise. Die Vereinigten Staaten von Amerika drohen unter der Last der Staatsschulden zu ersticken." Die folgende Grafik aus dem Beitrag zeigt das Problem: 


Der Autor kommt zu dem Ergebnis: "Alles in allem ist die Fiskalklippe nur ein Nebenschauplatz. Das eigentliche Problem sind die erschreckend hohen Staatsschulden, die unter Obama von den gigantischen Haushaltsdefiziten weiter aufgebläht wurden. Wenn diese Schulden weiter wachsen und die Zinssätze beginnen, wieder zu steigen und sich dem Mittelwert anzunähern, werden die staatlichen Zinsaufwendungen ebenfalls ansteigen und schließlich das gesamte Kapital auffressen. Eine reine Verringerung der Defizite ist nicht einmal der Beginn einer Lösung für dieses Problem. Stattdessen werden dringend Überschüsse benötigt, um die Schulden abzubauen.

Vieles in diesem Beitrag ist extrem diskussionswürdig, vieles stimmt. Fakt ist: Amerikas Politiker müßen sich endlich zusammenraufen und Maßnahmen auf den Weg bringen, die sich an Roosevelts "New Deal" (hier) orientieren. Andernfalls geht das Land immer weiter vor die Hunde.

Quelle: toonpool.com

"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.