Sonntag, 30. Dezember 2012

Standpunkt 498 - Nachrichten-Ticker, 29.12.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir versuchen, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...  


Tagesthemen: Merkels Verdienst – Mittelschicht in DeutschlandLuxemburg – Mario Monti – Italien – Spanien – Fiscal Cliff 


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon einige Wochen her, daß wir ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben diesen Beitrag wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Deutsche Gelassenheit ist auch Merkels Verdienst
(welt.de) Die Bundeskanzlerin ist längst eine tragende Säule europäischer Politik. Mit Ihrer Beständigkeit beweist sie: Ein systematisches "Durchwursteln" ist oft effektiver als der große politische Coup. Mehr...

Kommentar: Ein Artikel, so richtig nach dem Geschmack der Kanzlerin, die wir schon einmal zu "Angie I. - Kaiserin von Europa" ausgerufen hatten (hier). Tatsächlich ist es nichts als heiße Luft, die von der Schreiberin verblasen wird. Schlichteste Propaganda. Solche Sätze muß man sich auf der Zunge zergehen lassen: Es geht der Bundesrepublik gut, mental, wirtschaftlich, und auch sozial. Ganz unaufgeregt. Nur Masochisten oder Defätisten wittern hierin Verfall und Dekadenz und blasen zum letzten Gefecht gegen "das System". Von dieser Qualität ist der gesamte Beitrag. Da legen wir uns eindeutig fest. Es wäre wünschenswert, solche Leute, die sich Journalisten nennen, für ihr Unwesen irgandwann zur Verantwortung ziehen zu können.

Quelle: scrkuppenheim.de
 
Die Mär vom Untergang der Mittelschicht
(sueddeutsche.de) Die Beschreibung der Gesellschaft als ein zwischen Arm und Reich zerrissenes Nicht-Gemeinwesen wird der Realität nicht gerecht. Sie ist angesichts der Vielfältigkeit des Lebens hierzulande sogar falsch. Denn es gibt vieles, was ein anderes Bild erkennen lässt. Mehr... 

Kommentar: Gestern hat die Zeit die Armut in Deutschland schöngeschrieben, da will die SZ nicht zurückstehen und legt heute nach. Rundherum in Europa erodiert die Mittelschicht, längst betrifft es nicht mehr nur die Menschen in den südeuropäischen Ländern, sondern diese Entwicklung ist auf dem Weg Richtung Norden - Frankreich, Benelux, Dänemark - und in die Mitte. Möglich, daß es uns nicht so extrem trifft wie die USA, ausgeschlossen ist es aber nicht. Deutschlands Leitmedien wollen diese Entwicklung nicht wahrhaben, sie wird schlicht ignoriert. Wir bewundern deshalb Leute wie Urban Priol, Erwin Pelzig und Georg Schramm, die sich an den unfähigen Politikern unter der Führung der Kanzlerin, an der willfährigen Journaille und den offensichtlichen Mißständen in Deutschland und Europa, abarbeiten. Leider erreichen sie nur eine kleine Minderheit. 


Luxuslohn und Rentenrausch – die Sozialsause in Luxemburg ist endgültig vorbei
(focus.de) Auf den ersten Blick scheinen die Zustände in Luxemburg paradiesisch zu sein. Doch die guten Zeiten im Schlaraffenland sind vorbei. Dunkle Wolken ziehen am Horizont auf. 
Das höchste Pro-Kopf-Einkommen in der OECD, die Staatsverschuldung mit 18 Prozent des Bruttoinlandsprodukts gering und eine Arbeitslosenquote von sechs Prozent – in einer Welt voller Krisenstaaten scheint Luxemburg die Ausnahme zu sein. Das Land leistet sich einen Mindestlohn von über 1800 Euro, ein großzügiges Sozialsystem, in das fast ein Fünftel der Staatsausgaben fließen, und schickt Beschäftigte mit 71 Prozent ihres Durchschnittgehalts in den Ruhestand.
Doch die fetten Jahre für Luxemburg sind vorbei. Dem Land stehen harte Zeiten bevor. „Auf Luxemburg kommen gewaltige Herausforderungen in den nächsten Jahren zu“, schreibt die OECD in ihrem vor kurzem erschienen Bericht über das Großherzogtum. „Das Wachstum und der Sozialstaat sind bedroht.“ Insbesondere um vier große Probleme muss sich die Regierung kümmern. Mehr...


Kommentar/Ergänzung: Offensichtlich hat sich Jean-Claude Juncker zu sehr um Europa und zu wenig um das eigene Zuhause gekümmert. Das konnte nicht gutgehen. Lange Zeit haben wir geglaubt, Luxemburg ist krisenresistent. Einer unserer wenigen Irrtümer. Mittlerweile erwarten wir eine beschleunigte Verschlechterung der Zustände. Juncker könnte im eigenen Land sein Waterloo erleben. Für Europa haben sich die bisher guten Bedingungen in Luxemburg ausgezahlt: Pro Kopf tragen die Luxemburger den höchsten Beitrag an den Rettungsmaßnahmen gegen Europas Krise.  
Schon Anfang Dezember setzte sich der FOCUS im Zusammenhang mit dem Rücktritt von Juncker als Eurogruppen-Chef sehr kritisch mit Luxemburg auseinander: "Schlaraffenland ist abgebrannt – Luxemburg in der Megakrise" und faßte die Situation so zusammen: Als Eurogruppen-Chef tritt Jean-Claude Juncker bald ab. Als Premierminister Luxemburgs hat er zu Hause ohnehin genug zu tun: Seinem verwöhnten Land droht der wirtschaftliche und soziale Absturz. Mehr hier.
Im Land selbst regt sich Kritik. "Luxemburg verdrängt die Folgen der Krise" zitiert das Luxemburger Wort einen Ex-Direktor der Statistikbehörde STATEC. Luxemburg verschließt nach Ansicht des ehemaligen Statec-Direktor Georges Als die Augen vor der Wirtschaftskrise und ihren Folgen. "Weite Teile der Bevölkerung haben die Krise noch nicht zu spüren bekommen, weil Gehälter und Renten unangetastet geblieben sind", sagte Als dem "Luxemburger Wort". Er kritisierte, dass die Bevölkerung im Unklaren über die Folgen der Krise gelassen werde. Weder die Regierung noch die Gewerkschaften würden den Menschen reinen Wein einschenken. Stattdessen würden die Folgen der Krise herabgespielt. Mehr hier. Die Liste der südeuropäischen Leidensgenossen wird immer länger. 


Monti schlägt zurück 
(format.at) Die Pläne des zurückgetretenen italienischen Ministerpräsidenten Mario Monti, der ein Parteienbündnis der Mitte in die bevorstehende Parlamentswahl führen will, sorgen für Wirbel im politischen Rom und setzen Silvio Berlusconi unter Druck. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Wir hatten es erwartet: Monti will weitermachen. Goldman Sachs (GS) läßt nicht locker in Südeuropa. Beide haben große Pläne für Europa: "Monti will in Europa Risiken vergemeinschaften" schreibt die F.A.Z.: Der scheidende italienische Ministerpräsident Monti sucht Anhänger für sein neues Programm. Darin verlangt er von der EU „finanzielle Solidarität durch gemeinschaftlich geteiltes Risiko“. Mehr hier.


Quelle: paolo-calleri.de

Marktberuhigung: Banken kaufen Italo-Bonds
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Fast sechs Milliarden Euro hat der italienische Staat durch den Verkauf fünf- und zehnjähriger Staatsanleihen einnehmen können. Durch die Auktion soll der Finanzmarkt beruhigt werden. Die europäischen Banken wurden zuvor von der EZB mit günstigen Krediten versorgt. Mehr...

Kommentar: Ein klassisches Schneeballsystem. Den Reibach machen nur die Banken: Mit dem billigen Geld von der EZB kaufen sie gut verzinste Staatsanleihen, die sie wieder gegen billiges Geld bei der EZB eintauschen, usw., usw., usw. Politisch gewollt, in Wahrheit ein Desaster. 


Spaniens Premier warnt: 2013 wird noch härter werden
(diepresse.com) Der konservative Premier Mariano Rajoy schloss für die Zukunft einen Hilfsantrag bei der EZB nicht aus. Spanien hat bereits bei der EU 39,5 Milliarden Euro für die Sanierung maroder Banken beantragt. Mehr... 

Kommentar: Rajoy legt es darauf an, aus dem Amt gejagt zu werden. Spanien steht vor enormen Spannungen. Kaum vorstellbar, daß die Regierung ohne Blessuren davonkommt. 


Die gespaltenen Staaten von Amerika
(wirtschaftsblatt.at)  Hinter dem Haushaltsstreit verbirgt sich eine richtungsweisende Entscheidung über die gesellschaftliche Entwicklung der USA. Das erschreckende am US-Haushaltsstreit sind nicht die wirtschaftlichen Folgen der sogenannten Fiskalklippe, sondern vielmehr die tiefgreifende politische Spaltung der Vereinigten Staaten. Die Kluft zwischen Demokraten und Republikanern ist in den vergangenen Jahren derart aufgegangen, weil für beide Seiten sehr viel auf dem Spiel steht. Viel mehr, als der Hauptstreitpunkt, Steuererhöhungen für Reiche, vermuten lässt. Mehr...

Kommentar: r uns das Ergebnis eines bislang schwachen Präsidenten Barack Obama, dem die nötige Härte fehlt, um sich gegen die von der extrem rechten Tea-Party-Bewegung stark beeinflußten Republikanischen Partei (GOP) durchzusetzen. Wir glauben nicht daran, daß Obama in seiner zweiten Amtszeit einen besseren Job macht.


Was Amerika jetzt tun muss
(capital.de) Die USA nähern sich der bedrohlichen Fiskalklippe. Hektische Verhandlungen sollen das Fiasko in letzter Minute vermeiden. Dabei hat das "Cliff" auch positive Seiten. Es käme nur zum falschen Zeitpunkt. Beachten die USA vier wichtige Punkte, können sie beruhigt in die Zukunft schauen. Mehr... 

Kommentar: Der Autor,  Bradford DeLong, US-Ökonom, gehört zu den profundesten Kennern der US-Politik. Seine Ideen verdienen Beachtung. 


Haushaltsstreit könnte USA für Jahre schwächen
(welt.de) Im US-Haushaltsstreit hat ein dramatischer Endspurt begonnen, um massive Steuererhöhungen und Kürzungen abzuwenden. Gelingt das bis Jahresende nicht, droht ein heftiger Abschwung – auch in Europa. Mehr... 

Kommentar: Die Diskussion erinnert sehr an das ähnliche Ereignis im Sommer des vergangenen Jahres, als es um die Erhöhung der Schuldengrenze ging, und den folgenden Verlust des Triple-A-Ratings. Schlimmste Prophezeiungen wurden für den Fall der Herabstufung geäußert. Tatsächlich blieb das Ereignis aber ohne ernsthafte Folgen. Gut möglich, daß der erwartete Sturz über die Fiskalklippe ähnlich unspektakulär endet.
 
Quelle: zerohedge.com


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.