Mittwoch, 30. Januar 2013

Standpunkft 529 - Nachrichten-Ticker, 29.01.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir versuchen, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: Rohstoff-Spekulation – Island – Blasen & Krisen – Eurokrise – Inflation – Irland – Spanien – Griechenland – Japan – USA – China


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon einige Wochen her, daß wir ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben diesen Beitrag wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Spekulation mit Rohstoffen: Aus unhaltbaren Argumenten wird niemals ein haltbarer Standpunkt
(flassbeck.de) Dieser  Tage  kann  man  wieder  erleben,  wie  mit  viel  Aufwand  versucht  wird,  aus  falschen Argumenten einen unangreifbaren Standpunkt zu zimmern. Sowohl die Deutsche Bank als auch die  Allianz-Versicherung  beharren  darauf,  dass  ihre  Rohstoffgeschäfte  keinesfalls  die Rohstoffpreise  erhöhen,  sondern  vor  allem  dazu  dienen,  die  Geschäfte  von  Bauern  (der Bauer  als  das  Edle  und  Gute!)  abzusichern,  die  ohne  solche  Termingeschäfte  den Schwankungen der Rohstoffpreise hilflos ausgeliefert werden. Am Ende kommt dann heraus, dass  Spekulation  nicht  für  den  Hunger  in  der  Welt  verantwortlich  ist,  womit  man  eine Dimension  des  Arguments  "widerlegt",  die  von  vorneherein  unsinnig  und  genau  deswegen irrelevant ist.
Die Argumentation zu Rohstoffpreisen und Spekulation ist allerdings komplett falsch, wie man ohne weiteres nachweisen kann. Dennoch es gelingt mit Hilfe der Medien (so wie der ZEIT am 24.  Januar  in  einem  unsäglich  flachsinnigen  Kommentar)  und  freundlich  gesinnten "Wissenschaftlern", den Eindruck zu erwecken, als sei diese Meinung der Interessenvertreter die  Mehrheitsmeinung  in  der  "Wissenschaft"  und  die  Mehrheit  der  Wissenschaft  könne schließlich nicht irren, wie das in einem Diskussionspapier der Universität Halle tatsächlich behauptet wird. Die Sache ist im Grunde furchtbar einfach und die Argumente sind sonnenklar. Mehr... 


Kommentar: Wir bitten unsere LeserInnen um Verständnis, daß uns diese Sache einfach nicht in Ruhe läßt. Zu groß ist das Elend, das mit diesen Spekulationen verursacht wird. Flassbeck liefert noch einmal echte Argumente dagegen. Knapp formuliert, leicht zu lesen. 


Island gewinnt gegen Großbritannien und Niederlande im Bankenstreit
(heise/telepolis.de) Der Sonderweg im Streit um die verweigerte Entschädigung von Icesave- Anleger wurde in Luxemburg bestätigt. Mehr... 

Kommentar: Wir haben gestern eindeutig Stellung bezogen - gegen alle Äußerungen zu diesem Thema und jetzt auch noch gegen den EFTA-Gerichtshof. Dieses Urteil gibt uns nicht den Grund, unsere Meinung zu Islands Umgang mit den Kunden ihrer Großbanken zu ändern. Es liefert uns aber endgültig den Anlass, die Krise der betroffenen isländischen Banken, die isländische Pleite und die Umstände der Rettung Islands zu recherchieren und das Ergebnis in einem eigenen Beitrag zu veröffentlichen. Unsere Leserinnen erhalten so Gelegenheit, sich aus den unterschiedlichen Auffassungen eine eigene Meinung  zu bilden. 


Crash-Training 2013: Blasen sind Krisen, die niemand sieht
(querschuesse.de) Charles Dallara, seit vielen Jahren Leiter des Institute of International Finance (IIF), sieht an den Finanzmärkten die nächste Krise aufziehen. Er hat keinen einzelnen spezifischen Grund dafür, sondern ein ganzes Set von Gründen:
Ob europäische Schuldenkrise, US-Schuldenkrise, Japan-Krise oder die wackelige Weltwirtschaft – all diese Probleme seien nach wie vor ungelöst und die Regierungen der führenden Industriestaaten erwiesen sich zunehmend als inkompetent, passende Antworten darauf zu finden. Über die Folgen der US-Geldschwemme und des europäischen Durchwurstelns für den Rest der Welt mache sich dabei kaum jemand Gedanken. Mit ihrer historisch wohl einmalig lockeren Geldpolitik würden die Notenbanken derzeit dafür sorgen, dass es an den Märkten ruhig bleibe. Damit verdeckten sie die Probleme nur und so könne das nicht ewig weitergehen. “Die Märkte bleiben lange Zeit zu entspannt, um dann überzureagieren“, so Dallara. Doch die unsicheren Aussichten angesichts der vielen ungelösten Probleme “werden sehr wahrscheinlich bald ein Grund zur Sorge für die Finanzmärkte werden“. Mehr...

Kommentar: Was Stefan Eichner beschreibt, könnte erklären, warum die Ökonomen regelmäßig für ihre Prognosen im Nebel stochern und deshalb regelmäßig daneben liegen. Selbst Leute wie der noch zitierte Bill Gross haben schon aufs falsche Pferd gesetzt. Eichner schreibt leicht verständlich und wir können diesen Beitrag unseren LeserInnen nur empfehlen. 


Die Eurokrise ist noch nicht gelöst
(faz.net) Die Eurokrise hat eine Pause eingelegt, aber gelöst ist sie noch lange nicht. Spanien und Griechenland müssen gegenüber dem Eurozonen-Durchschnitt um 30 Prozent billiger werden, damit sie wettbewerbsfähig werden. Dann müssen auch Deutschlands Preise schneller steigen als die übrigen. Gastbeitrag von Hans-Werner Sinn. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Statt einer eigenen Bewertung des Beitrages "leihen" wir uns als Kommentar einen Artikel von nachdenkseiten.de: "Sinn kann´s nicht lassen". Jens Berger schreibt in seiner Einleitung: "Von den unseligen Target-Salden will „Deutschlands klügster Professor“ (BILD-Zeitung) offenbar nichts mehr wissen. In seinem jüngsten Gastartikel für die FAZ verabschiedet sich Hans-Werner Sinn ohne große Worte von seinem einstigen Steckenpferd. Auch bei einigen anderen Themen rudert der Boulevard-Ökonom zurück. Getreu dem Motto „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“ erfindet Sinn sich offenbar täglich neu. Das wäre durchaus erfreulich, würde Sinn nicht wieder einmal mit Scheuklappen durch die Welt laufen, die Leser manipulieren und dem Ganzen den typisch „sinnschen“ Weltuntergangspathos verleihen." Mehr hier


Wir brauchen mehr Inflation
(fuw.ch) Der Berkeley-Ökonom Barry Eichengreen fordert im Interview mit "Finanz und Wirtschaft" eine expansivere Geldpolitik und mehr Stimulusmaßnahmen von Deutschland. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Wir können Eichengreen nicht folgen. Inflation läßt sich nicht per Knopfdruck starten, diese Erfahrung macht Japan schon seit mehr als zwanzig Jahren und aktuell wieder neu. Die EZB hat beispielsweise den Banken knapp 1.000 Milliarden Euro Liquidität zur Verfügung gestellt, u. a. um durch eine erhöhte Kreditvergabe die Wirtschaft anzukurbeln. Passiert ist nichts - keine Kreditvergabe, keine Inflation. Die Maßnahmen der Notenbanken gehen ins Leere. Warum das so ist, erklärt ein Beitrag bei nachdenkseiten.de, Titel "Vergesst die Inflation!" (hier).  
Außerdem sollte er wissen, daß Deutschland nicht zu stimulieren ist. Die Deutschen sind, nach den Japanern, die größten Sparfüchse in der Welt. Was wir meinen, das hat der früh verstorbene Journalist und Publizist Johannes Gross, jahrelang Herausgeber des Capital, einmal so auf den Punkt gebracht: "Hinter dem Wort „Vermögensbildung“ steckt der deutsche Aberglaube, es könne einer durch Sparen reich werden.“  Unter diesen Umständen liegt es an der öffentlichen Hand, mit geeigneten Maßnahmen den Binnenmarkt anzukurbeln. Beispielsweise durch den Abbau des Rückstandes der Investitionen von mittlerweile 100 Milliarden Euro. Politisch ist das nicht durchsetzbar, nicht zuletzt wegen der seit 2011 wirksamen Schuldenbremse. Statt dessen die Löhne deutlich anzuheben, paßt ebenfalls nicht in die politischen Ziele der schwarz-gelben Bundesregierung. Die will nicht mehr rückgängig machen, was die rot-grüne Bundesregierung während ihrer Regierungszeit seit 1998 begonnen hat. Das Gegenteil ist der Fall. Die derzeitige Regierung unter Angela Merkel fördert eher mit Leiharbeit und Minijobs den Niedriglohnsektor. 


Irland: Banken haben kein Mitleid mit den Schulden-Sklaven
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die Iren bekommen keine Erleichterung beim Schuldendienst. So gut wie alles Geld aus dem EU-Bailout geht an die Banken, und die kennen kein Pardon mit Europas am meisten ausgepressten Schulden-Sklaven. Mehr...

Kommentar: Eine Situation, vergleichbar mit der in Griechenland oder Portugal. Das ist der falsche Weg, für alle betroffenen Eurozonen-Länder. Schon vor knapp einem Jahr hat der deutsche Ökonom Stefan Collignon in einem Gastbeitrag für die ZEIT das Problem klar adressiert: "Merkel führt Europa in die Katastrophe". Er schreibt: "Europa leidet nicht unter einer Schulden-, sondern einer Bankenkrise. Deutschland muss diesen Denkfehler endlich erkennen." Mehr hier. Eine erstklassige Analyse. Außergewöhnlich: Collignon bietet gleichzeitig einen Drei-Punkte-Plan als Lösung an: "Erstens ist ein verbindlicher Finanzrahmen für den Euro-Raum notwendig, um die übermäßige Verschuldung von Mitgliedsstaaten zu vermeiden. Allerdings muss ein solcher Fiskalpakt zugleich flexibel genug sein, um auf große Wachstumsschocks stimulierend reagieren zu können. Zweitens braucht eine gemeinsame Währung einen gemeinsamen Kapitalmarkt. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Fiktion staatlicher Alleinverantwortung im Euro-Raum mehr Unheil anrichtet als sie Disziplin schafft. Deshalb muss das deutsche Veto gegen Euro-Bonds vom Tisch. Drittens könnte die EZB, vorausgesetzt die ersten beiden Bedingungen sind erfüllt, Euro-Bonds auf dem freien Markt kaufen, statt sich mit riskanten Junk-Bonds der Krisenstaaten einem unnötigen Risiko auszusetzen. Das würde das Vertrauen ins Bankensystem stärken." Leider fehlt auch bei Collignon ein Wort zur Trennung der Bankenhilfen von den Staatsschulden. Sehr schade. 


Spain Is World's Most "Miserable" Nation, Worse Than Greece, Venezuela And South Africa
(zerohedge.com) A quick ranking of the world's most "miserable" countries, based on the conventional measure of the Misery Index which is simply the Unemployment Rate plus Inflation, shows just why most people in Spain are, well, less than happy (and Spain is damn lucky there is no subset of the Misery index for just those aged 25 and under as we would certainly need a bigger chart). As the chart below shows, the Spanish "misery" is now the greatest in the world, at some 30%, and is worse than South Africa, Greece, Venezuela, Argentina and Egypt. But fear not Spain: Croatia which is set to join the EU in July is forecast to have a debt/GDP ratio of 63.6% by 2017 from 29.3% in 2008 as growth stagnates. The country has one of the lowest labor participation rates in Europe at about 50 percent, the ILO says. In other words, at just 26%, it a virtual guarantee that Spain pole position is about to be eclipsed as Europe does the one thing it is truly good at: spread misery for the "common good." More...

Kommentar/Ergänzung: Wir erinnern uns, die Euro-Krise ist überstanden, tönen gerade wieder die europäischen Krisen-Politiker. Eine glatte Lüge. Der Chart: 




Greece: One in five mortgage loans turns bad
(ekathimerini.com) The number of households who are unable to pay their debts is showing a meteoric rise due to the deterioration of economic conditions and the increase in taxation, with the difficulty being faced by many even to repaying mortgage loans showing the extent of the problem. Bank officials estimate that at the end of 2012 some 20 percent of borrowers were unable to service their housing loans, which amount to 15 billion euros. Another 11.1 billion euros in consumer loans is not being serviced as almost 37 percent of loans in this category are qualified as bad. Read more... 

Kommentar: Die Zahlen sprechen für sich. Unnötig, darüber auch nur ein Wort zu verlieren. In Griechenland geht die Krise - dank Sparpolitik - in eine neue Runde. 


Why Employment In The U.S. Isn't Coming Back
(zerohedge.com) If we understand the simple dynamics of value creation, total compensation costs and the cost-basis of doing business (general overhead), then we understand why employment isn't coming back in the U.S. Read more...

Kommentar: Das ist die Crux: Liquidität alleine schafft keine Arbeitsplätze. Die Maßnahmen des Fed gehen völlig am Ziel vorbei. Die Realwirtschaft bleibt sich selbst überlassen, die Qualität der Jobs wird schlechter, die Einkommen gehen zurück, die Konsumneigung auch. Die offiziellen Statistiken sind so frisiert, daß sie Wirtschaftswachstum, eine günstige Arbeitslosenquote, Konsumsteigerung, eine niedrige Inflation und eine Besserung am Häusermarkt suggerieren. Die Wirklichkeit ist anders, wie wir immer wieder an Hand von Charts nachweisen. Die folgenden Charts zeigen augenfällig, wie der Hase läuft: 


Quelle: forexnewsnow.com


Quelle: markusgaertner.com


Quelle: trivisonno.com



Quelle: businessweek.com


"Die Unzufriedenheit in China hat noch nie solche Ausmaße angenommen"
(format.at) Chinas neuen Führern steht Ärger ins Haus. Die enormen Einkommensunterschiede verschärfen soziale Spannungen. Wasserverschmutzung und Mega-Smog bringt die Bürger auf die Barrikaden. Ausgerechnet Chinas Mittelklasse, die bisher still die Früchte des Booms genossen hat, nimmt den Machtapparat plötzlich in die Pflicht, fordert mehr Offenheit und Reformen. Mehr...

Kommentar: Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung, die sich in den kommenden Jahren noch verschärfen dürfte, muß auch dem letzten Zweifler klar werden, daß Chinas Weg zur Welt-Wirtschaftsmacht noch weit und steinig ist. Das Land hat unter diesen Umständen kaum das Zeug dazu, der weltweiten Rezession Paroli zu bieten. Trotz der riesigen Währungsreserven muß auch die chinesische Führung erkennen: Geld alleine macht nicht glücklich. Sie muß auch etwas Nützliches damit anfangen.   


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 


"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.