Freitag, 4. Januar 2013

Standpunkt 503 - Nachrichten-Ticker, 03.01.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir versuchen, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance...  


Tagesthemen: Deutschland 2013 – Arbeitslosigkeit in Deutschland – Arbeitslosigkeit in der Eurozone – Wirtschaftspolitik 2013 – Volkswirtschaftslehre - US-Fiskalklippe – Griechenland – Kapitalverkehrskontrolle   


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon einige Wochen her, daß wir ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben diesen Beitrag wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher


Schwarze Null 2013
(capital.de) Die Aussichten für die deutsche Konjunktur im neuen Jahr sind mau. Wichtige Exportmärkte lassen uns im Stich, die Arbeitslosigkeit steigt. Mehr... 

Kommentar: Der Volkswirt Sebstian Dullien beschreibt ein 2013, sehr  nahe an der Wirklichkeit. Aber nicht nahe genug. Die Steuereinnahmen sind von der Bundesregierung geschätzt, die Arbeitslosenzahlen getürkt, der Ifo-Geschäftsklimaindex nur ein Meinungsbild, die Spardiktate in Europa nehmen kein Ende, China ist mehr Schein als Sein (zu Recht nennt Dullien es einen Hype), eine deutsche Binnennachfrage findet nicht statt, eher steigt die Sparquote (beides ein wesentlicher Bestandteil der Bundesrepublik seit ihrer Gründung). Sein Fazit: "Wie man es dreht und wendet: 2013 wird nicht rosig für die deutsche Wirtschaft. Ein halbes Prozent Wachstum wäre schon ein wirklich gutes Ergebnis. Wahrscheinlicher ist ein Plus kaum oberhalb der Nulllinie.


Erwartungen für 2013: Jobsicherheit macht Deutsche optimistisch
(capital.de) Die große Mehrzahl der berufstätigen Deutschen geht frohen Mutes ins neue Jahr, weil sie ihren Job für sicher halten. An die Euro-Krise haben sich die meisten gewöhnt. Mehr... 

Kommentar: Ein bemerkenswerter Artikel, der die augenblicklichen Zustände in Deutschland beschreibt: "Mögen in Südeuropa Euro-Krise und Arbeitslosigkeit grassieren, Inflationsängste sich verbreiten oder die Menschen empört gegen den Sparkurs der Regierungen auf die Straße gehen - die Deutschen lässt all das mehrheitlich kalt. (...) Im Mai 2010 - zu Beginn der Euro-Krise - hatten noch 76 Prozent der Deutschen Angst vor grassierenden Staatsschulden geäußert. Anfang Januar waren es noch 63 Prozent. Auch der Anteil derjenigen, die Furcht vor Altersarmut haben, sank. Er schrumpfte in den vergangenen drei Monaten von 63 auf 61 Prozent. Die drittgrößte Angst der Deutschen betrifft die Inflation. Doch auch hier ging der Wert von 53 auf 52 Prozent zurück." Die Zahlen sprechen für sich: Die Deutschen halten sich für unverwundbar


2.840.000 Deutsche sind ohne Job
(handelsblatt.com) Die deutsche Wirtschaft trotzt der europäischen Schuldenkrise. Zwar stieg die Zahl der Arbeitslosen im vergangenen Monat um 88.000 auf 2.840.000. Dennoch erlebte der Arbeitsmarkt sein bestes Jahr seit 1991. Mehr... 

Kommentar: Die Kanzlerin kann stolz sein auf ihre Verbündeten aus der deutschen Wirtschaft. Und auf die Statistiker. Und die Medien. Die beharrlich wegsehen und nur das wiederkäuen, was ihnen an offiziellen Zahlen vorgesetzt wird. Was ist beispielsweise mit den Teilnehmern an "arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen", immerhin im Dezember 2012 936.000, die nicht mitgezählt werden? Zeit, wieder einmal an Benjamin Disraeli zu erinnern: "Es gibt drei Arten von Lügen: Lügen, verdammte Lügen und Statistiken." Deutschland betrügt sich selbst. 


Studie: Eurozone steuert auf 20 Millionen Arbeitslose zu
(format.at) Die Jobkrise in der Eurozone wird sich 2013 nach Prognose der Wirtschaftsprüfer Ernst & Young verschärfen. In der zweiten Jahreshälfte werde die Zahl der Arbeitslosen mit knapp 20 Millionen einen Rekordwert erreichen, hieß es in der am Donnerstag veröffentlichten Studie. Mehr... 

Kommentar: Wofür braucht man diese Studie? Was dort geschrieben steht, läßt sich ganz einfach aus den bereits bekannten Zahlen ableiten. Aber, und darum geht es, die Studie verbreitet auch Hoffnung: Ab nächstem Jahr geht es schon wieder aufwärts. Gott sei Dank, es sind dann einige Hunderttausend weniger.

 
Wirtschaftspolitik 2013
(project-syndicate.org) Der Kampf der politischen Spitze der USA in den letzten Tagen des Jahres 2012, in dem es darum ging, die so genannte Fiskalklippe zu umschiffen, die die Wirtschaft in eine Rezession stürzen würde, war eine weitere Bestätigung einer unbequemen Wahrheit: Eine chaotische Politik wird weiterhin treibender Faktor wirtschaftlicher Entwicklungen sein. Von Mohamend A. El-Erian. Mehr... 

Kommentar: El-Erian ist Chef von PIMCO, einer Tochter des ALLIANZ-Konzerns, und Verwalter des weltgrößten Renten-Fonds "PIMCO Total Return". Der Mann gilt gemeinhin als Koryphäe. Seine Meinung ist immer lesenswert. Sein öffentlich geäußertes Vertrauen in die USA, China und Deutschland ist vorbildlich - politisch korrekt. Natürlich lobt er auch Mario Monti für seine Leistungen in Italien, die neue Regierung in Japan, sieht aber auch das Potential für Unruhen in Griechenland. Da scheint ihm aber offenbar entgangen zu sein, daß die längst schon an der Tagesordnung sind, außerdem in Portugal, Spanien und Großbritannien. Auch sonst wirkt seine Vorausschau unvollständig. Er unterschlägt nämlich völlig die brenzlige Situation in Frankreich, immerhin die zweitwichtigste Wirtschaftskraft in Europa. Erstaunlich, wie unpräzise El-Erian bleibt. 


Der Marktungläubige
(spiegel.de) Ha-Joon Chang ist ein Ketzer unter den Ökonomen. Er hält freie Märkte für eine Illusion, fordert mehr Staatseingriffe und Protektionismus. An der Elite-Uni Cambridge war der Koreaner damit lange ein Außenseiter - dann kamen die Krise und sein Buch "23 Lügen, die sie uns über den Kapitalismus erzählen". Mehr... 

Kommentar: Der Mann verdient ungeteilte Aufmerksamkeit. Es gibt wahrlich wenige Ökonomen, bei denen sich das Hinhören lohnt, Ha-Joon Chang gehört zweifellos dazu. Leider ist die Welt noch lange nicht reif für seine Thesen. Alles ist schlüssig, alles nachvollziehbar. Alleine schon dafür, daß er die Derivate abschaffen will, verdient er den Wirtschaftsnobelpreis. Er hält sie für tödlich. Das ist Balsam für unsere geschundende Seele: Chang hält Ökonomen für die Verursacher der weltweiten Krise, die  sich für hochgefährliche Finanzinstrumente starkmachten. "Viele Ökonomen haben keine Ahnung, was in der Wirtschaft passiert." Aufpassen Politiker: Dass Länder auf die Selbstregulierung von Unternehmen und Kapital setzen, hält Chang für einen gefährlichen Irrtum. Verwunderlich, daß in dem Regierungsblatt Spiegel über diesen Mann überhaupt berichtet wird. Unseren LeserInnen empfehlen wir dringend, diesen Ökonomen nicht aus den Augen zu lassen. Er macht Hoffnung für die Zeit nach dem Finanzkollaps, der endgültig die Chance geben wird, die bisherige hohlköpfige, neoliberale Wirtschaftslehre zu beenden. 


The American People are the Big Losers In The Cliff Deal
(washingtonsblog.com) The Big Winners:  Big Banks and Big Companies. The “fiscal cliff” deal will raise taxes for 77% of the American public. It will add $4 trillion dollars to the deficit over the next 10 years. It will create a drag on the economy equal to 1% of the gross domestic product. Who benefits? The deal gives Puerto Rican rum makers, Nascar, banks like Goldman Sachs, and General Electric and other big companies tax subsidies. Read more...

Kommentar/Ergänzung: Es zeigt sich immer mehr: dieser Kompromiss ist eine Schande. Die Steuern steigen für 77% der Amerikaner. Die Staatsschulden steigen um 4 Billionen Dollar in den kommenden 10 Jahren. Die Wirtschaftsleistung geht zurück. Nutznießer sind Banken wie Goldman Sachs und die Großkonzerne. Die deutschsprachigen Medien wollen davon einfach keine Notiz nehmen. Tyler Durden von zerohedge.com meldet "Fiscal Cliff (Pork) Notes" und listet einige dieser Geschenke auf: $430 Millionen für Hollywood, $331 Millionen für die Eisenbahngesellschaften, $222 Millionen für Puerto Rico und Virgin Islands, $70 Millionen für den Motorsportverband NASCAR. Mehr hier.


Moody's droht USA mit Entzug der Bestnote
(tagesanzeiger.ch) Bereits braut sich für die grösste Wirtschaftsmacht der Welt neues Ungemach zusammen: Moody's könnte ihr das Toprating entziehen. Derweil hat Präsident Obama den Budgetkompromiss unterzeichnet. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Moody's hat den Finger am Abzug. Die Agentur macht Druck auf die Verhandlungen um den US-Haushalt. Warum erst jetzt, bleibt ein Geheimnis. Die Herabstufung ist absehbar. Die ersten Analysten, die sich mit diesem Thema beschäftigen, bleiben gelassen: "Next Comes The US Downgrade", hier. Sie sehen keine Auswirkungen. Die folgende Grafik zeigt die nächsten Stationen der US-Finanzpolitik: 



Quelle: zerohedge.com


"So agiert keine große Nation"
(wirtschaftsblatt.at) Die Chefs von großen US-Unternehmen üben harsche Kritik an ihren Politikern. Diese sollten sofort an den Verhandlungstisch zurückkehren um die USA in eine bessere Zukunft zu führen, sagt etwa Honeywell-CEO David Cote. Mehr...

Kommentar: Wir ertappen uns dabei, solchen Äußerungen mit viel Mißtrauen zu begegnen. Zu sehr sind in den USA Realwirtschaft und Finanzindustrie miteinander verflochten. Wir haben bereits gelernt, daß der Fiscal-Cliff-Kompromiss die Wirtschaft begünstigt. Wahrscheinlich die "große Show", um davon abzulenken. Der Ökonom Dennis Snower verdächtigt die US-Politik, der Weltwirtschaft in den vergangenen Jahren viel Schaden zugefügt zu haben. "Und die Weltkonjunktur wird in Zukunft weiter unter Druck geraten, wenn in den USA nicht ein grundlegendes politisches Umdenken gelingt", sagte der Präsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel. Nachzulesen auch noch hier


Griechenlands heimliche Helfer
(fr-online.de) Anpacken statt ablästern: Wir stellen fünf Deutsche vor, die den Menschen im vielgeschmähten Krisenstaat Griechenland mit Rat und Tat zur Seite stehen. Weil das Land sie begeistert. Mehr... 

Kommentar: Bitte lesen, es lohnt sich. 


BaFin: Behindert Finanzaufsicht Kapitalverkehrsfreiheit?
(diepresse.com) Die italienische UniCredit stößt sich an dem Verbot für Auslandsbanken, zu viel Liquidität aus ihren Deutschland-Töchtern abzuziehen. Mehr...

Kommentar: Die BaFin schaut genauer hin. Fraglich ist nur, ob an den richtigen Stellen. Da sind wir uns nicht sicher. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.