Dienstag, 8. Januar 2013

Standpunkt 507 - Nachrichten-Ticker, 07.01.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir versuchen, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: Deutsche Bank-Kunden sind gierig – Basel III – China goes Daimler – Europa – Kroatien – Großbritannien – 10 Wetten für 2013 – Japan – Brasilien - USA – Argentinien 


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon einige Wochen her, daß wir ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben diesen Beitrag wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher


"Die Kunden der Bank sind auch gierig"
(faz.net)  Jürgen Hambrecht, Ex-BASF-Chef und Boni-Beauftragter der Deutschen Bank, spricht im Interview über faire Gehälter, unnütze Banker und die Aktien seiner Kinder. Mehr...

Kommentar: Jetzt kommt es also raus: Die Gier der Kunden ist mit Schuld an der Finanz- und Bankenkrise: "Zur Gier braucht es immer zwei: Banker und Kunde", findet Jürgen Hambrecht. Das liest sich, als hätten die gierigen Kunden überhaupt erst die Banken zu kriminellen Geschäften getrieben. Das ist schäbig. In Wahrheit haben die Bankkunden nichts zu tun mit dem weltweiten Finanz-Casino der Geld-Industrie. Außer, daß sie heute mit Haut und Haaren dafür haften dürfen. Die Deutsche Bank ist einer der Haupt-Strippenzieher in diesem betrügerischen Spiel, dessen gigantische Ausmaße sich beispielsweise im Volumen des Derivatehandels abbilden (hier).  


Baseler Aufseher geben Banken mehr Zeit
(manager-magazin.de) Die Banken bekommen weltweit vier Jahre mehr Zeit, um ein billionenschweres Reservepolster aufzubauen. Die Baseler Bankenaufsicht will damit eine Kreditklemme verhindern. Langfristig soll die Abhängigkeit der Institute in einer Krise von der Notenbank sinken. Mehr...

Kommentar: Wir haben es kommen sehen und bereits hier entsprechend kommentiert. Die Europäer haben den amerikanischen Wünschen widerstandslos Folge geleistet. Dabei ist Basel III Teil des Regulierungsversuches der Finanzindustrie. Nach Dodd-Frank Act und Volcker Rule wurde jetzt auch noch das letzte taugliche Instrument auf Eis gelegt. Ein Beispiel perfekter Lobbyarbeit. 


Chinesen greifen nach Daimler
(wirtschaftsblatt.at) Nach dem Rückzug von Daimlers größtem Einzelinvestor Aabar aus Abu Dhabi könnte der Autobauer laut Zeitungsbericht einen neuen Großaktionär in China gefunden haben. Mehr... 

Kommentar: Neben mittelständischen Unternehmen jetzt auch noch der Einstieg Chinas bei Daimler. Aus unserer Sicht ist diese Entwicklung höchst problematisch. Wir können uns einfach nicht damit anfreunden, daß China die Krise in Europa gnadenlos ausnutzt, um sich im großen Stil einzukaufen. Das kostet Know-how und Arbeitsplätze. 


Leere Kassen: Portugals Regierung ruft Landsleute auf, nicht krank zu werden 
(wirtschaftsfacts.de) Prävention soll zukünftig das Maß aller Dinge in Portugals nationalem Gesundheitssystem sein. Portugals Gesundheitsminister da Costa ruft seine Landsleute dazu auf, alles Erdenkliche zu tun, um nicht ernsthaft zu erkranken. Nur durch eine stark zu verbessernde Prävention seien die Leistungen aus dem staatlichen Gesundheitssystem auch in der Zukunft aufrecht zu erhalten. Wer zu oft krank werde, trage dazu bei, das Gesundheitswesen des Landes finanziell in Nöte zu bringen und dessen Existenz zu gefährden. Mehr... 

Kommentar: Portugal auf dem Weg in griechische Verhältnisse. Als Preis für eine völlig überzogene Sparpolitik. Ist es das, was Barroso meint, wenn er die Krise für beendet erklärt?


Pflicht zur Solidarität
(zeit.de) Mancher in Europa weist den Deutschen in der Krise eine Führungsrolle zu. Wir sollten uns davor hüten! Von Helmut Schmidt. Mehr... 

Kommentar: Was der Altkanzler fürchtet, ist längst schon Realität. Leider. Der Beitrag hat in der Sache einige Schwächen, insgesamt hebt er sich jedoch erfreulich klar von der regierungstreuen Hofberichterstattung in den deutschen Medien ab. Die Pflicht zur Solidarität ist nichts für die Deutschen. Die sehen sich mehr als je zuvor als der Zahlmeister Europas und bei Geld hört ja bekanntlich die Freundschaft auf. 


Kroatien: Ernüchterung vor EU-Beitritt
(derstandard.at) Der große Investitionsboom wird ausbleiben. Ökonomen warnen vor Schock und Orientierungslosigkeit. Mehr...

Kommentar: Der Beitritt steht unter keinem guten Stern. Europa handelt sich ein neues milliardenschweres Problem ein. Es heißt Kroatien. Ein schlechtes Geschäft, von Anfang an. 


Großbritannien wird Triple-dip-Rezession wohl nicht entkommen
(wirtschaftsfacts.de) Schon im vierten Quartal 2012 dürfte die britische Wirtschaft wieder geschrumpft sein. In Großbritannien zeichnet sich ab, was zu erwarten war. Wie sich zeigt, konnten die Olympischen Spiele im dritten Quartal zwar dazu beitragen, das Land aus der Double-dip-Rezession zu befreien. Doch der gefürchtete Eintritt in den so genannten Triple-dip dürfte nur noch eine Frage der Zeit sein, nachdem neueste Daten aus dem immens wichtigen Dienstleistungssektor auf eine erneute Schrumpfung der Geschäftsaktivitäten im Dezember hinweisen. Mehr...

Kommentar: Den Briten hilft es keineswegs, nicht Mitglied der Eurozone zu sein. Den Verfall des Landes hat es nicht verhindert.  


 Zehn Wetten für 2013
(zeit.de) Drei Tage vor Silvester war es wieder so weit: Die Wahrsager-Hirten Zeise, Wermuth und Heusinger trafen sich, die Glaskugel auf dem Tisch. Lucas brachte uns als Gastgeschenk sein neuestes Werk mit: “Euroland wird abgebrannt – Profiteure, Opfer, Alternativen” und schien noch immer komplett desillusioniert, gab dem Euro als Idee, als Konzept für Frieden und Wohlstand in Europa keine Chance mehr. Ich dagegen, immer noch voller Hoffnung, dass aus der Krise etwas Besseres hervorgeht, übte mich in Konjunkturpessimismus, hatte gerade das Interview mit einem der klügsten deutschen Ökonomen fertig gestellt. Hans-Helmut Kotz warnt vor japanischen Verhältnissen in Euroland. Und Dieter war vielleicht noch der lustigste Geselle des Abends, pragmatisch und optimistisch. Er bastelte in Gedanken an einer Hymne auf die Bankenunion. Mehr...

Kommentar: Definitiv die letzte Vorausschau, die wir unseren LeserInnen für 2013 "zumuten" wollen. Sie stammt von den "Machern" des Zeit-Blogs Herdentrieb, die einen Blick in ihre Glaskugel geworfen haben. Amüsant geschrieben, in der Sache informativ, bestens geeignet auch für LeserInnen, die nicht regelmäßig ihre Nase in das Thema "Krise" stecken. 


Japans Premier verspricht "Raketenstart" für die Wirtschaft
(spiegel.de) Mit Milliarden gegen die Stagnation: Japans neuer Premier kündigt massive Investitionen in die Wirtschaft des Landes an. Sein Kalkül: Erste Erfolge bis zum Sommer sollen der Regierungspartei gute Ergebnisse bei der Oberhauswahl sichern. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Japan produziert die nächste Blase. Was soll die japanische Wirtschaft mehr produzieren und für wen? Der Binnenmarkt ist gesättigt, mit den Chinesen besteht eine fast schon kriegerische Auseinandersetzung (hier), die den japanischen Unternehmen bereits hohe Verluste beschert, der Konsum in den USA liegt am Boden, die kauffreudigsten Konsumenten in Europa werden gerade verarmt, die wichtigsten Schwellenländer generieren ihre eigenen Probleme. Keine guten Aussichten für Japan. Das Land steckt seit 1990 in einer Dauerkrise und hat in den vergangenen zwei Dekaden schon alles versucht, um sich daraus zu befreien. Überwiegend bereits unter der Regie der jetzt wieder gewählten Liberaldemokratischen Partei LPD (hier). Ohne Erfolg. Die Wiederaufnahme des Atomprogramms (hier) genügt jedenfalls nicht für eine nachhaltige Erholung des Landes, dessen Staatsschulden längst durch die Decke gehen. Seit Beginn der Krise haben sich die Staatsschulden nahezu vervierfacht! 


   

Damit ist Japan weltweiter Spitzenreiter. Uneinholbar, selbst von Griechenland, den USA oder den anderen verdächtigen Staaten. 


Quelle: zerohedge.com

Die Zeit hat die japanische Situation vor einiger Zeit sehr treffend so beschrieben "Japan ertrinkt in Schulden" und davor gewarnt, daß "nur wenige im Westen ahnen, wie riesig das Schuldenproblem Japans inzwischen geworden ist. Bald könnte das Land ausländische Geldgeber benötigen – mit fatalen Folgen." Mehr hier. Stephen S. Roach nannte es vor einigen Tagen "Shinzo Abes geldpolitische Illusionen". Roach schreibt in seinem Beitrag einleitend: "Die Politisierung der Zentralbankgeschäfte schreitet unvermindert voran. Die Auferstehung von Shinzo Abe und der japanischen Liberaldemokratischen Partei – Säulen des politischen Systems, das die japanische Wirtschaft im Morast von zwei verlorenen Jahrzehnten versinken ließ, und ein Ende ist nicht in Sicht – ist nur der letzte Fall, der dies beweist." In seinem Fazit kritisiert er nicht nur den japanischen Weg: "Massive Liquiditätsspritzen, durchgeführt von den größten Zentralbanken der Welt – Fed, EZB und BOJ – , werden weder Zugkraft in ihren realen Ökonomien entfalten, noch Bilanzsanierung oder Strukturwandel fördern. Damit bleibt eine große Summe überschüssiger Liquidität, die in den globalen Anlagenmärkten herüberschwappt. Wo sie hingeht, folgt unweigerlich die nächste Krise." Mehr hier. Vergessen hat Roach in seiner Aufzählung nur die chinesische Zentralbank. Er tut sich als ausgewiesener China-Freund schwer mit Kritik an der chinesischen Politik. Gut zu beobachten hier: "Zehn Gründe, warum China anders ist"


Brasilien: Exporteinbruch von -10,7% im Dezember
(querschuesse.de) Wie das brasilianische Minsiterium für Entwicklung, Industrie und Außenhandel (Ministério do Desenvolvimento, Indústria e Comércio Exterior) berichtete, ist im Dezember 2012 das Exportvolumen von Waren und Gütern um -10,7% zum Vorjahresmonat eingebrochen, auf 19,749 Mrd. Dollar. Das Importvolumen sank um -4,5% zum Vorjahresmonat auf 17,499 Mrd. Dollar. Der Außenhandel erzielte im Dezember 2012 ein Handelsbilanzüberschuss von +2,250 Mrd. Dollar. Auch kumuliert für das Gesamtjahr 2012 steht beim Export ein Einbruch von -5,3% zum Vorjahr, auf 242,570 Mrd. Dollar. Die kumulierten Importe sanken um -1,4% auf 223,142 Mrd. Dollar. Damit dokumentiert sich eine deutliche Abkühlung des Außenhandelsvolumens bei Waren und Gütern in Brasilien im Jahr 2012. Mehr...

Kommentar: Unsere Leserinnen wissen, wir misstrauen den regelmäßigen Schönschreibungen der Schwellenländer. Deren Wirtschaftsentwicklung ist äußerst fragil und abhängig von den westlichen Industriestaaten, insbesondere Europa. Steffen Bogs hat die offiziellen Zahlen wieder in ansehnliche Chart verwandelt. Sein Fazit zeigt die Richtung: "Schließt man von den brasilianischen Exportdaten auf andere Länder zurück, müsste es zum Jahresende 2012 drastisch abwärts gegangen sein!"




USA führen islamisches Zinsverbot ein
(heise/telepolis.de) Mit dieser Überschrift kann die US-Zinspolitik nach dem angeblich umschifften Fiscal-Cliff vom 31.12.2012 sicher am besten beschrieben werden. Offensichtlich hat US-Finanzminister Timothy Geithner Vers 130 der Dritten Sure gelesen, in dem es heißt: "Ihr Gläubigen! Nehmt nicht die Riba, in dem ihr in verdoppelten Beträgen wiedernehmt, was ihr ausgeliehen habt! Und fürchtet Gott! Vielleicht wird es euch dann wohl ergehen!" Mehr...

Kommentar: Eine scharfsinnige Analyse zum Kompromiss zwischen Republikanern und Demokraten. Lehrreich. Sehr empfehlenswert. 


Freiheit oder Hedgefonds?
(heise/telepolis.de) Argentinien kämpft vor US-Gerichten gegen Finanzspekulanten, die aus dem Staatsbankrott 2002 späten Profit schlagen wollen. Argentinien wartet in diese Tagen auf seine Freiheit. Derzeit befindet sie sich noch vor Rio de Janeiro. Mit einer Geschwindigkeit von acht Knoten segelt das Segelschulschiff der argentinischen Marine, die Fregatte "ARA Libertad" nach Hause. Wochenlang war der Dreimaster auf Antrag eines US-amerikanischen Hedgefonds in einem ghanaischen Hafen festgehalten wurden. Die US-Spekulanten wollten das Schiff wegen offener Forderungen pfänden lassen. Die Lage war unklar, bis der Internationale Seegerichtshof in Hamburg Mitte Dezember die Freigabe des Paradeschiffes anordnete. Mehr...

Kommentar: Wir möchten unsere LeserInnen daran erinnern: Argentinien ist das Land, dessen Umgang mit seiner Krise von 1998 - unter internationaler Anleitung versteht sich - heute immer wieder gerne in den deutschen Leit-Medien als Musterbeispiel für eine gelungene Entschuldung aus dem Hut gezaubert wird. Eine lächerliche Idee wenn man bedenkt, wie das Land heute noch, Jahre danach, unter dieser angeblichen Rettung leidet. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.