Mittwoch, 9. Januar 2013

Standpunkt 508 - Nachrichten-Ticker, 08.01.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir versuchen, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: Arbeitslosigkeit in der Eurozone – Austerität ist teuer – Merkel, Bush und die Geschichte – Fiskalunion – Neoliberalismus "never die" – Spanien – Großbritannien – Staatsanleihen


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon einige Wochen her, daß wir ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben diesen Beitrag wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher.


Eurozone: Arbeitslosigkeit klettert auf Rekordhoch
(format.at) Die Arbeitslosenrate in der Eurozone hat im November einen neuen Negativ-Rekord erreicht. Jugendarbeitslosigkeit in den Problemstaaten ist erschütternd. Mehr... 

Kommentar: Wenn auch nur minimal, um 0,1%, so ist die Arbeitslosenquote trotzdem weiter gestiegen. Der Trend bleibt erhalten. Natürlich hat auch die Jugendarbeitslosigkeit zugenommen. In den "Muster-Krisenländern" Griechenland und Spanien auf 57,6%, bzw. 56,5%. Aber angeblich greifen längst die verordneten Reformen und die wirtschaftliche Entwicklung beginnt sich zu stabilisieren, wenn nicht sogar zu drehen - hin zum Besseren. Alles Bullshit. Gewöhnen wir uns endlich daran: Die Arbeitslosigkeit wird noch weiter steigen und irgendwann auf hohem Niveau verharren. Die bisher begünstigten Länder, wie Österreich, Luxemburg, Deutschland, Holland, werden ebenfalls noch deutlich höhere Arbeitslosenquoten erleben. Eine zwangsläufige Folge der Rezession, da können die Politiker, Ökonomen und Interessenverbände noch so viele Placebos verteilen.  


Europa bricht entzwei
(manager-magazin.de) 18,8 Millionen Arbeitslose - nie zuvor hatten so viele Menschen in der Euro-Zone keinen Job. Die Wirtschaftskrise spaltet den Kontinent in zwei Teile: den armen Süden und Osten sowie den reichen Norden. Doch es gibt Hoffnung. Mehr...

Kommentar: Die Verhältnisse sind beschissen, die Aussichten auch, trotzdem melden sich die ersten Experten schon zu Wort, um zu beschwichtigen. Angeblich werde sich die Abwärtsdynamik abschwächen. Bedenklich: Eine der Lösungen sollen Arbeitsmarktreformen nach dem Vorbild der deutschen Hartz-Reformen sein. Damit würde die Armut fest zementiert. 


Armutszeugnis für Europa
(sueddeutsche.de) "Miserables Jahr für Europa": EU-Sozialkommissar László Andor zeichnet bei der Vorstellung des Sozial- und Beschäftigungsberichts ein düsteres Bild von den Zuständen auf dem alten Kontinent. Besonders pikant: In der Euro-Zone ist die Lage dramatisch schlechter als im Rest Europas. In Europa sind heute mehr Menschen arbeitslos als vor 20 Jahren. Arbeitnehmer haben weniger Einkommen zur Verfügung; das Risiko, in Armut und Ausgrenzung abzurutschen, steigt unaufhörlich. Nachzulesen ist diese düstere Bestandsaufnahme im "Europäischen Sozial- und Beschäftigungsbericht", den EU-Sozialkommissar László Andor in Brüssel vorstellte. Mehr...

Kommentar: Seit der Finanzkrise 2008, und den folgenden milliardenschweren Rettungspaketen für die Banken, geht es abwärts. Gut zu verfolgen an Hand der folgenden Grafik zur Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit: 


Quelle: zerohedge.com


Dem deutlichen Rückgang seit Einführung des Euro folgt ab Ende 2008 ein radikaler Anstieg. Das zu verhindern, wäre primäre Aufgabe der Regierungen gewesen, nicht die Rettung der Banken. Ein weiterer Beweis, wie sehr die Politik dem Kapital zu Diensten ist. Und es funktioniert. Die Menschen in den reichen, nicht betroffenen Staaten machen mit, lassen sich bewußt ein X für ein U vormachen, sondern die gleichen Sprechblasen ab wie die Politiker und sorgen außerdem für beste Umfragewerte. Das scheint uns eine deutsche Spezialität zu sein, den Schwachsinn zu glauben, den die Regierung verbreitet und durch die willfährigen Leitmedien verbreiten läßt. Es ist vielleicht unangenehm, aber wir bitten unsere LeserInnen sich die deutsche Geschichte in den Jahren um den 1. Weltkrieg herum und besonders vor dem 2. Weltkrieg näher anzusehen. Deutschland wurde in diesen Zeiten von seinen Regierungen zugrunde gerichtet und die Bürger haben - wider besseres Wissen - apathisch zugesehen, viele sogar mitgemacht. Ein ganzes Volk hat sich ohne Not für dumm verkaufen lassen. Heute sehen wir Entsprechungen. 


Die Bundesregierung muss einräumen: Sparen ist teuer
(heise/telepolis.de) Weitergespart werden soll trotzdem - gewerkschaftsnahe Ökonomen warnen. Der Austeritätskurs der Bundeskanzlerin für Europa ist zwar nicht alternativlos, aber er führt unweigerlich in die Krise. Das belegen Zahlen, die die Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag und das gewerkschaftsnahe Institut für Makroökonomie (IMK) jetzt vorgelegt haben. Doch nach wie vor ist die Bundesregierung von ihrem Kurs überzeugt. Mit einer anderen Politik wäre alles viel schlimmer gekommen, und obendrein würde Griechenland sein Anpassungsprogramm nicht ordentlich umsetzen. Mehr...

Kommentar: Es ist ausgemachter Schwachsinn, an dem die deutsche Regierung unter Angela Merkel weiter festhält. Zum Dank wird sie Deutschland auch nach dem September 2013 weiterregieren - demokratisch gewählt, versteht sich. Wer sich davon nicht vereinnahmen lassen möchte, der sollte diese Analyse gründlich lesen und den Links folgen - außerdem anfangen darüber nachzudenken, ob sich Wählen überhaupt noch lohnt. Leider gibt es nämlich in den etablierten deutschen Parteien keinen, der das Zeug dazu hat, diese Krise zu meistern. Gute Ansätze zur Lösung haben die Linken, nur leider hapert es auch bei denen am Personal. Von der geringen Akzeptanz in der Bevölkerung ganz zu schweigen. 


Merkel und Bush – Genies oder Schurken?
(zeit.de) Was trieb George W. Bush in den Irakkrieg, warum quält Angela Merkel die Griechen? Beide haben viel gemeinsam: Sie wollen in die Geschichtsbücher. Mehr... 

Kommentar: Ohne. Wir empfehlen nur: Lesen. 


Euro-Befürworter Mundell warnt vor Fiskalunion
(faz.net) Der Wirtschaftsnobelpreisträger Robert Mundell gilt als wissenschaftlicher „Vater des Euro“ - von einer Fiskalunion hält er aber nichts. Viele amerikanische Ökonomen tun sich immer noch schwer mit der europäischen Währungsunion. Mehr...

Kommentar: Okay, mit der Fiskalunion hat Mundell recht. Aber der Rest sind die Theorien eines unbelehrbaren konservativen Neoliberalen. Von einem der Väter der „Reagonomics“ (hier), der Liberalisierung der Wirtschaft und der Steuersenkungen unter Präsident Ronald Reagan in den achtziger Jahren, kann eine andere Sichtweise kaum erwartet werden. So behauptet er, die Krise in Europa sei "eine Krise der fehlenden Haushaltsdisziplin". Ein Ignorant. 


Staatsausgaben, Staatsschulden: Das Problem kann nicht die Lösung sein 
(diepresse.com) Eine Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF) nährt Zweifel an der europäischen Sparpolitik. Zu Unrecht: Staatsausgaben werden die Schuldenkrise nicht beenden – sie haben sie verursacht. Mehr... 

Kommentar: Dieser Beitrag zeigt einmal mehr: Die Neoliberalen sind nicht zu bekehren. "Das Denken ist zwar allen Menschen erlaubt, aber vielen bleibt es erspart" (Johann Wolfgang von Goethe). 

   
Spanien: Schuldenexpansion durch die Hintertür
(format.at) Erst vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Spanien die Gelder der Pensionsversicherung für Staatsanleihenkäufe im Übermaß missbraucht. Nun platzt die nächste Bombe: Spanien häuft Schulden außerhalb der Defizit-Statistiken an. Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hat in den letzten Stunden des Jahres 2012 die Schuldenlast seines Landes um mehr als 3 Mrd. Euro erhöht. Mehr... 

Kommentar: Es können bis zu 50 Mrd. Euro werden, um die sich die Staatsschulden erhöhen und die von der spanischen Regierung den Steuerzahlern zusätzlich aufgebürdet werden.


Was sich die Eiserne Lady nicht traute
(sueddeutsche.de) Vor einer solchen Reform schreckte selbst Margaret Thatcher zurück: Die britische Regierung vereinfacht das System der Sozialleistungen - und kürzt diese drastisch. Dabei geht auf der Insel bereits jetzt die Einkommensschere immer weiter auseinander. Manche Regionen sind komplett abgehängt. Mehr...

Kommentar: Großbritannien ist PLEITE. Ein weiterer Beweis dafür liefert dieser Artikel.  

 
Staatsanleihen: Eine Klausel gegen Staatsgläubiger
(diepresse.com) Die Eurozone macht sich für eventuelle weitere Staatspleiten fit: Umschuldungen und Schuldenschnitte à la Griechenland werden seit 1. Jänner deutlich erleichtert, Staatsanleihenkäufer werden ausgebootet. Mehr...

Kommentar: Finanzielle Repression (engl. Financial Repression) in Vollendung. Die Institutionellen (Hedgefonds, Versicherungsgesellschaften, etc.) wird das aber kaum treffen, die verdienen ihr Geld dann eben am anderen Ende. Wie das erfolgreich funktioniert, war sehr schön kürzlich in Griechenland zu beobachten (hier). Selbst die Massenvernichtungswaffe (O-Ton Warren Buffett) Derivatehandel kommt gut dabei weg: So lange der sogenannte "Kreditfall" nicht ausgelöst wird, müssen auch die abgeschlossenen Kreditversicherungen  (Credit Default Swaps, CDS) nicht bedient werden. Das hätte, so stellt der Artikel treffend fest, unabsehbare Folgen für das weltweite Finanzsystem. Ein weiteres Beispiel dafür, daß die Finanzindustrie mit allen Mitteln geschützt wird, alles nur zu Lasten von Bürger und Steuerzahler


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.