Sonntag, 13. Januar 2013

Standpunkt 512 - Nachrichten-Ticker, 12.01.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir versuchen, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: Dampfplauderer Olli Rehn – Zaubertrank – Euro – Zerfall der Infrastruktur – Spanien – Liberalismus vs. Merkantilismus


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon einige Wochen her, daß wir ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben diesen Beitrag wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher


EU-Rehn: Sparpolitik ist sehr positiv für die Finanzmärkte
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) EU-Währungskommissar Olli Rehn widerspricht dem IWF: Der Sparkurs in den Ländern der Euro-Zone habe einen positiven Effekt auf die Finanzmärkte. Für das reale Europa rechnet er dagegen mit einer „schweren Zeit“ und mit „sozialen Spannungen“. Mehr...

Kommentar: Der Olli, jetzt gehen aber seine propagandistischen Pferde mit ihm durch. Andererseits outet sich Rehn mit diesem Statement als eindeutiger Bewahrer des alles beherrschenden Finanzsystems, in dem diejenigen als "systemrelevant" besonders geschützt werden, die im weltumspannenden Finanz-Casino ganze Volksvermögen verzocken und sich die Schecks dafür von den nationalen Regierungen ausstellen lassen. Solche Leute dürfen in einem zukunftsfähigen Europa an keiner Stelle noch in irgendeiner Verantwortung stehen. Wenn die Zeit dafür reif ist, dann darf Rehn höchstens noch zu Hause in Finnland dem örtlichen Fußballclub vorstehen. 


Die Risiken des deutschen Zaubertranks
(faz.net)  Erst schimpfte Angela Merkel auf die südeuropäischen Kellerkinder. Jetzt kriegt der französische Nachbar sein Fett ab. Doch bevor François und Marie vom teutonischen Zaubertrank trinken, sollten sie die Risiken und Nebenwirkungen kennen. Mehr...

Kommentar: Hin und wieder gibt es bei der F.A.Z. doch noch echte Artikel-Perlen zu entdecken. Dierk Hirschel, der Autor dieses Beitrags, weiß wovon er schreibt. Hirschel ist Wirtschaftswissenschaftler, war früher Chefökonom beim DGB und ist heute Bereichsleiter Wirtschaftspolitik bei ver.di. Seine Analyse des deutschen "Erfolgsmodells" ist fehlerlos. Er entzaubert Agenda 2010 und Hartz 4, erklärt das deutsche Jobwunder, blickt hinter die Kulissen des Exportweltmeisters und erklärt leicht verständlich, warum ein Export deutscher „Reformpolitik“ die Krise verschärfen würde. Deutschlands Zauber ist vergiftet. Schade nur, daß es diese Wahrheiten nicht an die Stammtische, in die Büros und Vereine Deutschlands schaffen. Sogar gewerkschaftlich Organisierte tun sich schwer damit. Die glauben lieber an die neoliberale BILDungspolitik der Kanzlerin. 


„Der Euro schafft keinen Wohlstand“
(faz.net)  Mit Sparplänen und Entlassungen rettete Bernd Scheifele das Unternehmen HeidelbergCement vor der Pleite. Im Interview spricht er über die Fast-Pleite des Zementherstellers, rigides Sparen und die ruinöse Währungsunion. Mehr...

Kommentar: Noch so ein Lügen-Baron. Es ist schlicht nicht wahr, was Scheifele in diesem Interview über den Euro behauptet. Das beweist eindrucksvoll die folgende Grafik: Seit der Einführung des Euro wurde sehr wohl Wohlstand geschaffen. Leider aber nur zu Gunsten der Unternehmens- und Vermögenseinkommen, Volkseinkommen und Arbeitnehmerentgelt sind auf der Strecke geblieben. Das ist aber nicht dem Euro geschuldet, sondern ausschliesslich deutscher Wirtschaftspolitik, begonnen unter Gerhard Schröder und von Angela Merkel fortgesetzt. Die Soziale Marktwirtschaft wurde durch Agenda 2010, Hartz 4, Minijobs, Leiharbeitsverhältnisse, usw., abgeschafft.


Quelle: dgb.de


Wir sind uns sicher, Scheifele kennt diese Tatsachen. Trotzdem scheut er sich nicht, noch eine Lüge über den Euro in die Welt zu setzen. Ein Frevler


"Der Verfall der Infrastruktur wird zunehmend zur Wachstumsbremse"
(heise/telepolis.de) Auch in Deutschland wird an der dringend notwendigen Modernisierung der Infrastruktur am falschen Eck gespart und damit die nachfolgende Generation belastet. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Der Beitrag klärt über ein Thema auf, das bisher in den Medien nicht vorkommt. Was in Deutschland erst am Anfang steht, hat in den USA schon einen besorgniserregenden Stand erreicht. "In den USA bricht die Infrastrukur weg" heißt es an gleicher Stelle. "Während im Kongress über Sparen gestritten wird, wären in den USA gewaltige Investitionen vor allem in die Verkehrsinfrastruktur erforderlich, um den Wirtschaftsstandort zu erhalten." Mehr hier. Was da beschrieben wird, darf nicht das Ergebnis deutscher Sparpolitik werden. Mittlerweile sind wir auf dem direkten Weg dorthin: "Die Infrastruktur verrottet kontinuierlich und still, was wenig Nachrichtenwert hat, solange nichts Schlimmeres geschieht.


Griechenland dreht an der Steuerschraube
(wirtschaftsblatt.at) Das griechische Parlament hat in der Nacht zum Samstag ein Paket von Steuererhöhungen und weiteren Belastungen beschlossen. Mehr...

Kommentar: Griechenland setzt um, was die Troika der Regierung aufgetragen hat. Die Erfolgsaussichten sind eher mau. Aber EU/EZB/IWF geht es ums Prinzip.


Ermittlungen gegen spanische Zentralbank als Ablenkungsmanöver?
(heise/telepolis.de) Die Staatsanwaltschaft will plötzlich feststellen, ob es strafrechtlich relevante Vorgänge gab. Mehr...

Kommentar: Wir haben in unserem Nachrichten-Ticker vom 09.01.2013 von den Ermittlungen berichtet. Deshalb reichen wir diesen Beitrag als Ergänzung nach. 


Die neue merkantilistische Herausforderung
(project-syndicate.org) Die Wirtschaftsgeschichte stellt sich primär als Wettstreit zweier gegensätzlicher Lehrmeinungen dar, des „Liberalismus“ und des „Merkantilismus“. Der Wirtschaftsliberalismus mit seiner Betonung des privaten Unternehmertums und der Freiheit der Märkte ist heute die vorherrschende Doktrin. Doch sein intellektueller Sieg hat uns für die große Attraktivität – und häufigen Erfolge – merkantilistischer Praktiken blind gemacht. Tatsächlich ist der Merkantilismus nach wie vor gesund und munter, und sein anhaltender Konflikt mit dem Liberalismus dürfte eine wichtige Kraft bei der Gestaltung der Zukunft der Weltwirtschaft sein. Mehr...

Kommentar: LeserInnen, die sich nur für die gegenwärtigen Probleme interessieren und außerdem von Haus aus keine allzu enge Freundschaft zur Ökonomie unterhalten, dürfen diesen Beitrag natürlich ignorieren. Der von uns geschätzte Dani Rodrik stellt nämlich in seinem Artikel zwei unterschiedliche wirtschaftspolitische Systeme gegenüber, den in den westlichen Industriestaaten bevorzugten (Wirtschafts-)Liberalismus und den Merkantilismus, wie ihn beispielsweise China verfolgt. Das westliche Wirtschaftssystem hat die grenzenlose Freiheit der Finanzmärkte hervorgebracht und ist auf dem besten Wege, zu kollabieren. Spätestens dann wird es darum gehen, Ersatz zu finden. Gut möglich, daß der Merkantilismus, oder eine Mischung aus beiden Systemen, angereichert durch den Ordoliberalismus deutscher Prägung, der Nachfolger wird.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.