Dienstag, 15. Januar 2013

Standpunkt 514 - Nachrichten-Ticker, 14.01.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir versuchen, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: Risiko Immobilie – Bürger-Vorsorge – Euro-Krise am Ende – S&P Ratings – Griechenland – Japan – China – US-Banken – US-Geldwäsche - Gioßbritannien


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon einige Wochen her, daß wir ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben diesen Beitrag wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Minizins lockt Hauskäufer ins Risiko
(manager-magazin.de) Die Bauzinsen sind weiter gefallen und markieren ein historisches Tief. Damit wird der Boom am Immobilienmarkt neu angeheizt. Aktuelle Studien belegen: Haus- und Wohnungskäufer begeben sich bei der Finanzierung ihrer Objekte auf zunehmend dünnes Eis. Mehr... 

Kommentar: Wirtschaftswoche, Handelsblatt und Focus haben mehrfach massiv für den Immobilienkauf als Krisenvorsorge geworben, ohne deutlich auf die damit verbundenen Risiken hinzuweisen. Damit kommt jetzt das manager magazin um die Ecke. Leider erst, nachdem das Jahresendgeschäft für die Branche über die Bühne gegangen ist. Absicht? Egal. Wer sich zum Schutz vor Inflation freudig in ein Immobilienabenteuer gestürzt hat, der kann sich wenigstens noch gegen die absehbaren Risiken absichern. Bitte beachten: Selbst wer in den Traum der eigenen vier Wände investiert hat, muß auf der Hut sein. Betroffenen LeserInnen empfehlen wir dringend, sich mit diesem Beitrag gründlich auseinanderzusetzen. "Augen zu und durch" ist jedenfalls keine geeignete Maßnahme. 


Schuldenkrise: Bürger sollen Kredite so schnell als möglich tilgen
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die private Altersvorsorge läuft aus dem Ruder: Die Kunden zahlen für Produkte, die sie nicht verstehen und deren Risiko sie niemals abschätzen können. Der Bamberger Finanzwissenschaftler Andreas Oehler rät: Statt aus Nervosität in vermeintlich noch attraktivere Anlagen zu gehen, sollten die Bürger die Zeit der Niedrigzins-Politik nützen, um ihre privaten Schulden abzubauen. Mehr...

Kommentar: Ein sehr informatives Interview. Leider nicht ganz frei von Fachchinesisch. Trotzdem ein MUSS. Andreas Oehler analysiert die Fallen, die von der Versicherungs- und Finanzindustrie aufgestellt sind und gibt Tips zu entkommen. Die Studie zu diesem Interview gibt es hier


"Exklusiv": Der 11. Jänner 2013 ist das offizielle Ende der Krise!
(format.at) Die europäischen Staats- und Regierungschefs sind sicher: In der seit drei Jahren andauernden Staatsschuldenkrise haben sie jetzt endlich die Oberhand gewonnen. Mehr...

Kommentar: Es ist schwierig, bei so viel Zuversicht der Wahrheit zur Ehre zu verhelfen. Wir versuchen es trotzdem. Unseren LeserInnen empfehlen wir dringend, sich von solchen Aussagen nicht aufs Glatteis führen zu lassen. Nur zur Erinnerung: Schon wenige Monate nach der Lehman-Pleite wurde damit begonnen, das Ende der Krise zu erklären. Selbst als der Währungskrieg gegen den Euro begonnen wurde - nach unserer Zeitrechnung Ende 2009 - wurde zu jedem Gipfeltreffen der Staats- und Regierungsschefs oder der Finanzminister behauptet, die Krise sei gelöst und gehe zu Ende. Was ist bis heute daraus geworden? Nichts! Statt dessen hat sich die Krise verschlimmert, mittlerweile steht Frankreich im Fokus der Spekulanten, Griechenland wird abgewickelt, Spanien und Italien wackeln weiter, Irland und Portugal halten sich gerade noch auf den Beinen, Osteuropa liegt schon im Staub (merkt nur keiner, wird von den deutschsprachigen Medien totgeschwiegen, brandgefährlich für Österreich), von den angeblich so starken nordeuropäischen Ländern kämpfen einige bereits mit Immobilienblase und Rezession. Nur Deutschland macht noch einen auf dicke Hose. 


Spitzenrating für Finnland, Niederlande und Luxemburg
(diepresse.com) Standard & Poor's bestätigte die Bestnote "AAA" und hob den Ausblick für Finnland und Luxemburg von "negativ" auf "stabil" an. Mehr...

Kommentar: Diese Ratings sind lächerlich. Allen drei Ländern steht das Wasser bis zum Hals. In Finnland stottert die Wirtschaft, in Holland geht der Immobilienmarkt in die Knie und die Wirtschaft rutscht in die Rezession, Luxemburg kämpft nach eigenen Aussagen der Regierung und Wirtschaft mit erheblichen Problemen, die sich ohne ein Ende der europäischen Krise nicht bewältigen lassen. Wir berichten schon seit mehreren Monaten darüber: hier, hier, hier und hier. Was S&P abgeliefert hat, ist wertloser Tand. 


Österreich:Schicksal heimischer Banken eng mit Osteuropa verknüpft
(diepresse.com) Die Ratingagentur Fitch veröffentlichte einen Banken-Spezialreport. Das Ostexposure von Österreichs Banken ist demnach ausreichend diversifiziert. Mehr...

Kommentar: Österreich sei anfällig für externe Schocks, meint Fitch. Wir haben gegen diese Feststellung keine Einwände. Ganz im Gegenteil sehen wir ein erhebliches Gefahrenpotential für die österreichischen Banken. Und wir glauben nicht, daß die betroffenen Banken ausreichend kapitalisiert sind, um die fortschreitende Krise in Osteuropa ohne staatliche Hilfen zu stemmen. Sorry, liebe Österreicher, aber vielleicht haben wir ja Unrecht.

 
Mehr Kosovo als Europäische Union
(wiwo.de) Die Griechenland-Krise weitet sich zu einer politischen und humanitären Katastrophe aus. Das Land wird zusehends unregierbarer. Mehr... 

Kommentar: Wir können es nur immer wiederholen: Es ist das Ergebnis völlig überzogener Sparpolitik. Wie wird die EU darauf reagieren? Das Land annektieren? Eine neue, nicht gewählte Regierung einsetzen? Militär einsetzen zur Befriedung der Massen und zur Verteidigung der öffentlichen Einrichtungen, usw.? Dürfen wir bürgerkriegsähnliche Zustände in Griechenland erwarten? Bleiben die regional begrenzt?


Rezessionen kommen in Prognosen nicht vor
(blog.zeit.de) Was ich schon seit Langem beobachte, fand ich erneut bestätigt durch ein Schaubild aus dem Financial Stability Review der EZB vom Dezember: Die Volkswirte, die die Veränderungsrate des realen BIP vorhersagen, haben kein Gefühl für das Timing und die Tiefe von Rezessionen. Sie versagen gerade dann, wenn es besonders drauf ankommt. Mehr...

Kommentar: Der Autor hat sich die BIP-Prognosen seit 2008 angesehen und festgestellt, was Mark Twain bereits früh festgestellt hat: "Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie in die Zukunft gehen.“  Die grafische Darstellung im Beitrag ist überzeugend. 


Das grosse Abenteuer Japans
(tagesanzeiger.ch) Japans neuer Premierminister Shinzo Abe wird zu einer Gegenfigur von Angela Merkel: Mit erhöhten Staatsausgaben und mehr Schulden will er die Krise bewältigen. Ein womöglich historischer Schritt. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Japan weist bereits die mit Abstand höchste Staatsschuldenquote auf, 230%. Jetzt sattelt Abe noch einen drauf, dann noch einen, und noch einen, usw. 


Quelle: zerohedge.com

Das alte japanische Rezept, das jede LPD-geführte Regierung angewendet hat - und davon gab es seit Beginn der japanischen Krise 1990 viele. Die einzige Wirkung: es ging nicht weiter nach unten. Wahrscheinlich aber schon ein großer Erfolg. Was Japan viel mehr zu schaffen macht, ist die Auseinandersetzung mit China um eine Insel. Dafür müssen die japanischen Konzerne, mit ausgeprägten Geschäftsbeziehungen zu China, kräftig bluten. Das kostet unnötig Wirtschaftsleistung: "China droht Japan mit Wirtschaftskrieg" (hier) und "The Dangers of a China-Japan Trade War" (hier). Erste Stimmen werden laut, die den Einsatz einer "Währung als Waffe" befürchten. Das Handelsblatt schreibt: " Weltweit setzen Regierungen und Notenbanken alles daran, die eigene Währung zu schwächen. Der Abwertungswettlauf ist längst im Gange, er könnte dieses Jahr einen neuen Höhepunkt erreichen. Am Ende gibt es nur Verlierer." Mehr hier


Investoren attackieren Peking: „China manipuliert seine Zahlen“
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Chinas Exportanstieg sorgt für Skepsis unter Investoren. Es mehren sich die Belege dafür, dass die offiziellen chinesischen Daten die Wirtschaft des Landes zu positiv dastehen lassen. Auch die chinesische Politik hat bei lokalen Regierungen und bei Unternehmen Anreize dafür gesetzt, geschönte Daten zu melden. Chinas unerwarteter Exportanstieg im Dezember um 14,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ist unglaubwürdig, zitiert Bloomberg Analysten von Goldman, UBS und Australia & Zealand (ANZ). Die chinesische Statistik passe nicht zu den Güterbewegungen durch Importe und Exporte bei den Handelspartnern der Chinesen. Ein geringerer Anstieg der Exporte könnte ein Anzeichen dafür sein, dass die wirtschaftliche Erholung in China schwächelt. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Unsere LeserInnen seit der ersten Stunde wissen, daß wir den chinesischen Statistiken schon immer mißtraut haben. Wie sich jetzt herausstellt, liegen wir damit richtig. Stunden später legt die Welt nach: "Volkswirte fürchten manipulierte Daten aus China" titelt die Online-Ausgabe und fasst zusammen: "Sind die Zahlen aus Peking eine große Lüge? Die Export-Statistik zeigt wieder mal eine grandiose Trendwende, genau zur richtigen Zeit. Doch Ökonomen trauen der Erfolgsgeschichte dieses Mal nicht." Mehr hier. Die Chinesen lernen schnell - auch die Tricks mit den Statistiken.   


Und sie zocken doch
(fr-online.de) Eigentlich ist den US-Banken der riskante Eigenhandel verboten worden. Doch offenbar haben einige Geldhäuser Wege gefunden, die neuen Regeln zu umgehen. Dazu soll auch die US-Investmentbank Goldman Sachs gehören. Mehr...

Kommentar: Es ist schon erstaunlich, daß die Entdeckung der andauernden Zockerei der Finanzindustrie immer noch für Überraschung sorgt. Das ist naiv. Eine echte Reform des Finanzsystems hat bis heute nicht stattgefunden, Dodd-Frank-Act und Volcker-Rule sind gut verschlossen in irgendeiner Schublade verschwunden, die Europäer haben erst gar keinen Versuch unternommen, "ihre" Banken, Zweckgesellschaften und Hedgefonds, an die Leine zu nehmen. Vollmundigen Ankündigen folgte gähnende Leere. Wie in den USA wurde auch in Europa die Finanzindustrie mit vielen Hundert Milliarden Euro am Leben erhalten, gerettet wurde sie nicht. Basel II, ein kleiner zaghafter Versuch der Regulierung, wurde auf Betreiben der US-Banken, unterstützt von ihren europäischen Verbündeten, erst einmal wieder aus dem Verkehr gezogen. Europas Staats- und Regierungschefs sind ohne Rückgrat und standhaft nur bei der Durchsetzung ihrer Spardiktate in den krisengeplagten Ländern. "Nach oben buckeln, nach unten treten" ist politischer Alltag. Ein gutes Beispiel für die grenzenlose, ungehemmte Zockerei ist der Derivatehandel. Von US-Analysten auf mindestens 1.200 Billionen US-Dollar geschätzt, sind schon die offiziellen Zahlen der BIZ in Basel unvorstellbar. Für die US-Banken gibt es eine anschauliche grafische Darstellung über den Umfang ihrer Beteiligung am weltweiten Derivatehandel. Bitte sehr: 



Quelle: zerohedge.com

Eine detaillierte Darstellung für jede einzelne US-Bank gibt es hier. Der absolute Horror. Leider gibt es für die Beteiligung europäischer Banken keine vergleichbare Darstellung. Alternativ steht unser Beitrag "Desaster Derivatehandel" hier zur Verfügung. Immer noch sehr aktuell.


USA bleiben eine Oase für Geldwäscher
(tagesanzeiger.ch) Die USA pflegen nicht nur Steueroasen für Ausländer. Sie ziehen dank laschen Gesetzen auch Geld aus krimineller Herkunft an. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Es herrscht Krieg zwischen der Schweiz und den USA, um  Bankgeheimnis und Steuerhinterziehung. Gekämpft wird mit harten Bandagen und die Schweiz verliert. Da hilft es auch nichts, die amerikanischen Mißstände oder Verstöße anzuprangern. Das sind kleine Nadelstiche, mehr nicht. Wie die Machtverhältnisse verteilt sind, das zeigt deutlich die Haltung der OECD, von der die gleiche Zeitung zutreffend feststellt: "Im Kampf gegen die Steuerflucht misst die OECD mit zwei Ellen" und moniert: "Die Schweiz wird hart angefasst, mit anderen Staaten geht die Organisation pfleglich um." Mehr hier. Die Regeln sind einfach: Amerika hat mächtig viel Einfluss in dieser Organisation und der wird immer wieder gerne geltend gemacht. 


Cameron: "Ein Europa finden, das besser zu uns passt"
(format.at) Der britische Premierminister David Cameron will die Rolle seines Landes in der Europäischen Union grundlegend verändern, aber keinen Austritt Großbritanniens anstreben. "Wir werden den Prozess der Veränderung nutzen, um ein Europa zu finden, das besser zu uns passt", sagte Cameron am Montag dem britischen TV-Sender ITV. "Es ist besser für uns, wenn
wir in der EU bleiben", sagte Cameron. "Aber ich bin nicht mit jedem Aspekt glücklich, und die Bevölkerung ist es auch nicht." Mehr... 

Kommentar: Großbritannien kehrt zurück in den Schoß Europas. Der Wink vom großen Bruder ist in Downing Street Nr. 10 angekommen. Da muß Cameron aber noch viel Überzeugungsarbeit bei seinen Landsleuten leisten, denen er über Monate hinweg ein Referendum in Aussicht gestellt hat. Wir bedauern diese Entwicklung sehr. Gerne hätten wir erlebt, wie sich Europa ohne das Königreich, und die Briten ohne Europa schlagen. Jetzt bleibt es erst einmal dabei: Abhängig von der Londoner City  verhindern die Briten auch in Zukunft jeden noch so kleinen Versuch, die Finanzindustrie an die Kandare zu nehmen. Eine neue Rolle in der EU? Das bedeutet noch schärfere Abgrenzung, noch mehr von den übrigen Mitglieder abgepresste geldwerte Vorteile. Warum? Großbritannien hat Europa nichts mehr zu bieten. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.