Mittwoch, 16. Januar 2013

Standpunkt 515 - Nachrichten-Ticker, 15.01.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir versuchen, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: Warren Buffett vs. Bankenkrise – Fitch vs. US-Top-Rating – Spanien – Deutschland – Soziale Marktwirtschaft – Bundesbank-Gold 


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon einige Wochen her, daß wir ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben diesen Beitrag wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Buffett „garantiert“ Ende der Bankenkrise
(handelsblatt.com) Der Milliardär Warren Buffett ist sich sicher: Die US-Banken werden keine Schwierigkeiten machen. „Das garantiere ich“, sagt der Investor. Er selbst verdient dabei kräftig mit. Mehr...

Kommentar: Das "Altwerden ist nichts für Feiglinge". An diesen Buchtitel von Joachim Fuchsberger könnte Warren Buffett gedacht haben, als er jetzt mit dieser "Garantie" an die Öffentlichkeit gegangen ist. Zur Erinnerung: Buffett war derjenige, der den Derivatehandel als Massenvernichtungswaffe bezeichnet hat (hier). Ist nur schon eine Weile her. Die folgende Abbildung macht das Problem augenfällig. Schon etwas in die Jahre gekommen, aber immer noch bestens geeignet, um die Größenverhältnisse korrekt abzubilden.



Quelle: veteranstoday.com


Offensichtlich verschwendet er auch keine Gedanken an die Bilanzakrobatik der Finanzindustrie, um die billionenschweren Verluste phantasievoll zu kaschieren und in die Zukunft zu verschieben, in Luft werden sie sich nicht auflösen. Vergessen auch die unvorstellbaren Summen, die den Steuerzahlern aufgebürdet wurden, um die "systemrelevanten" Banken am Leben zu halten. Dazu noch einmal dei folgende Grafik zur Auffrischung: 

Quelle: washingtonsblog.com

Was ist mit den Schattenbanken, die in den USA bereits die traditionellen Banken überholt haben? Auch dazu eine anschauliche Grafik: 


Quelle: manager-magazin.de

Buffett beschreibt Taschenspielertricks, wenn er den Eindruck vermittelt, die Banken hätten ihre Bilanzen aufgepolstert oder die Staatshilfen zurückgezahlt. Warren Buffett spielt falsch und entzaubert sich zu einem geldgierigen alten Mann. Victor Juhasz hat für den US-RollingStone diese Leute in einer wunderbare Karikatur verewigt


Quelle: rollingstone.com

Bilder sagen mehr als Tausend Worte, oder? 

Für LeserInnen mit guten Englischkenntnissen haben wir hier noch ein Schmankerl von Better Markets: "The Cost of the Economic Crisis is more than $12.8 Trillion", hier


Auch Fitch droht den USA mit AAA-Entzug
(derstandard.at) Nach dem mühsam ausgehandelten Kompromiss zum US-Haushalt droht der weltgrößten Volkswirtschaft die Herabstufung der AAA-Entzug. Mehr... 

Kommentar: Es geht um die anstehenden Verhandlungen um die Heraufsetzung der Schuldenobergrenze. Die Ratingagenturen machen Druck, sie wollen eine schnelle Entscheidung. Das ist mit den Republikanern kaum zu machen. Eine Hängepartie ist absehbar. Barack Obama wird es wieder nicht schaffen, Führungsstärke zu beweisen. 


Eurokrise und kein Ende – Spanien im freien Fall 
(nachdenkseiten.de) Noch immer dominiert hierzulande die Sicht, dass die Eurokrise einer fehlenden Haushaltsdisziplin der Mitgliedsländer zuzuschreiben ist. Hauptverantwortlich seien die unsoliden, ausgabefreudigen Staaten in den jetzigen Euro-Krisenländern, die mit ihrer steigenden Schuldenlast die Finanzmärkte immer mehr verunsichert hätten, bis diese schließlich das Vertrauen in die Solvenz dieser Staaten vollständig verloren.

Im Zentrum des folgenden Beitrags steht die prekäre ökonomische Lage in einem der Krisenländer, nämlich in Spanien, der viertgrößten Volkswirtschaft der Eurozone. Denn obgleich immer noch Griechenland den Schwerpunkt der hiesigen Berichterstattung bildet, geht die vermutlich stärkere Bedrohung für den Erhalt des Euroraums von Spanien aus, allein wegen der Größe des Landes, dessen Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2011 dasjenige Griechenlands um mehr als das 5-fache übersteigt. Von Günther Grunert. Mehr...


Kommentar: Ein mächtiger Beitrag. Randvoll mit Fakten. Einige Stellen gibt es, die sind für den Laien schwer verständlich. Dieses Manko wird aber vom Rest wettgemacht. Der Autor beschreibt am Beispiel Spaniens, was bisher schief gelaufen ist bei den europäischen Rettungsbemühungen und was immer noch daneben geht. Außerdem wird deutlich, warum die Krise in Europa, trotz aller gegenteiligen Beteuerungen aus der Politik, noch lange nicht zu Ende ist. Der Autor beendet seine Analyse mit zwei Szenarien: Das eine ist eine Lösungsstrategie, das andere die Zerstörung der Währungsunion. Er glaubt nicht an die Chance der Lösung und plädiert deshalb für eine geordnete Auflösung der Gemeinschaftswährung. Das Problem ist nur, daß die Abwicklung einer Währungsunion beispiellos ist. Das wäre "Learning by doing" in seiner reinsten Form und die Erfolgsaussichten äußerst gering. 


Erste Bank schreibt im Osten 300 Millionen Euro ab 
(diepresse.com) Auch das Jahr 2013 „wird schwierig werden“, sagt Erste-Bank-Chef Andreas Treichl. Die Krise sei „keineswegs“ überwunden. Sorgenkind der Erste Bank ist die vor der Finanzkrise teuer zugekaufte Rumänien-Tochter. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Update notwendig: Ursprünglich hatten wir den Beitrag vom österreichischen Wirtschaftsblatt übernommen. Leider wurde dieser Artikel mittlerweile umgeschrieben und firmiert jetzt unter "Erste-Aktie geht mit Verspätung auf Talfahrt" und hat mit der urspürnglichen Meldung wenig zu tun (hier). 

Die Erste Group ist dicke, wir meinen zu dicke, im Osteuropa-Geschäft. Aber der Präsident der Osteuropabank (European Bank for  Reconstruction  and  Development, EBRD) verbreitet Optimismus: "2013 wird für Osteuropa nicht mehr so schlimm" und sieht für die Region Licht am Ende des Tunnels. Mehr hier. Grundlage dieser Aussage ist bloße Annahme, keine Fakten. Deshalb bleiben wir dabei: Osteuropa ist noch nicht über den Berg, sondern steht immer noch am Anfang großer Schwierigkeiten. Für Österreich, angeblich stabiles Kernland der Eurozone, sind das schlechte Aussichten: Österreichisches Bankvermögen in Mittel- und Osteuropa (Central and Eastern Europe, CEE) macht fast zwei Drittel des Austro-BIP aus. Die Ratingagentur Fitch hat das Engagement der österreichischen Banken untersucht. Das Kreditexposure habe laut Daten der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) 265 Mrd. Euro betragen - ohne Bank Austria, die als UniCredit-Tochter nicht in den BIZ-Daten berücksichtigt ist. Es sei dies auch das größte Exposure eines einzelnen Landes in der Region überhaupt. Die drei größten heimischen Banken - Erste, Bank Austria und RBI - zählten zu den größten Ausleihern in der Region mit bedeutenden Marktanteilen. Aus: "Schicksal heimischer Banken hängt eng an CEE", hier. Das bedeutet haufenweise Risiken. 


Deutscher Immobilienmarkt: Unaufhaltsam
(format.at) Schuldenkrise, Inflationsangst und niedrige Zinsen dürften den deutschen Immobilienmarkt auch 2013 anheizen. Zu diesem Ergebnis kommt die Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsfirma Ernst & Young in einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage. Die Experten rechnen in diesem Jahr mit einem ähnlich hohen Transaktionsvolumen wie 2012, als hierzulande Immobilien im Gesamtwert von rund 36 Milliarden Euro den Besitzer wechselten - das war der höchste Stand seit 2007. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: 120 Immobilieninvestoren wurden nach ihren Erwartungen für 2013 befragt, darunter Banken, Versicherer, Immobilienfonds und börsennotierte Immobiliengesellschaften. Sie alle bescheinigten dem deutschen Markt in der europäischen Schuldenkrise eine große Anziehungskraft. Natürlich alles Institutionelle, die ein Interesse daran haben, daß sich der Markt noch weiter nach oben entwickelt. Wir warnen vor solchen Bewertungen. Die Risiken überwiegen die Chancen. Erst gestern haben wir einen entsprechenden Beitrag kommentiert. Anschauungsmaterial gibt es rundherum genug: Frankreich, die Niederlande oder Dänemark. Die Schweiz nicht zu vergessen. Der Immobilienmarkt bei den Eidgenossen gilt bereits als überhitzt und hat Auswirkungen auf neue Kreditvergaben, die mittlerweile mit einem höheren Eigenkapital unterlegt werden müssen (hier).


Deutschlands Straßen verkommen
(fr-online.de) Alte Brücken, Lücken im Gleis, kleine Schleusen. Weil Geld fehlt, verkommt Deutschlands Infrastruktur. Wirtschaftsverbände sehen den Standort Deutschland deshalb bereits als gefährdet. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Eine sehr gute Bestandsaufnahme, nur die Diagnose ist falsch. Es ist nicht das fehlende Geld, sondern der fehlende Wille, der an dieser Situation Schuld ist. Aktuell sind es 100 Milliarden Euro Investitionsrückstand in Deutschland. Eigentlich ein ideales Instrument, um dem Binnenmarkt nützliche Impulse zu geben. Statt dessen gibt die Bundesrepublik lieber vor, Sparen zu müssen.


Quelle:dgb.de

Noch ein Beitrag zum Thema Infrastruktur: "Falsch verteilt" kommentiert die Frankfurter Rundschau und schreibt: "Die Mittel aus dem Verkehrshaushalt reichen nicht einmal aus, um den aktuellen Zustand der Infrastruktur in Deutschland halbwegs zu halten. Nach dem großen Aufbau-Ost-Programm wurden die Verkehrswege in ganz Deutschland vernachlässigt." Mehr hier

Nur die Banken und Unternehmen kommen nicht zu kurz. Denen werden mittels Public-Private-Partnerships (PPS) lukrative Verkehrsstrecken übertragen. Der Tagesspiegel nennt es "Sabotage an der Schuldenbremse" und faßt seine ausführliche Analyse wie folgt zusammen: "Immer mehr Autobahnstrecken überträgt der Bund an private Konzerne. Das kommt den Staat teuer zu stehen. Aber mit den geheimen Verträgen lässt sich die Schuldenbremse umgehen." Mehr hier. Wer diesen Beitrag gelesen hat, der wundert sich in der Politik über nichts mehr. Gleichzeitig gibt er einen guten Einblick in die praktische Funktionsweise von PPS.


Ideologischer Kampf um soziale Marktwirtschaft
(fr-online.de) Das Leitbild soziale Marktwirtschaft ist "krisenhaft und für viele Menschen sozial und ökologisch bedrohlich", findet die Opposition im Bundestag. Die schwarz-gelbe Koalition hält dagegen am deutschen Wachstumsmodell fest. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Wir wundern uns, immer noch wird von den Politikern so getan, als gelte es die Soziale Marktwirtschaft zu verteidigen. Nur gibt es leider nichts mehr zu verteidigen, was diesen Begriff verdient hat. Die Soziale Marktwirtschaft deutscher Prägung wurde bereits von der rot-grünen Regierung unter Gerhard Schröder zerstört. Wer geglaubt hat, die deutschen Gewerkschaften hätten sich dagegen zur Wehr gesetzt, der sah sich enttäuscht. Die haben dem Treiben seinerzeit vollkommen unbeteiligt zugesehen. Heute besteht die Diskussion zu diesem Thema nur noch aus blutleeren Worthülsen, mit denen wehrhaft der Kampf in den Medien ausgetragen wird. Die große Show. 

Es war ebenfalls schon die Frankfurter Rundschau, die bereits im vergangenen September, im Zusammenhang mit der diskutierten Vermögensabgabe, die "Neueste soziale Marktwirtschaft" vorgestellt hat. Mehr hier.


Bundesbank will deutsches Gold zurückholen
(handelsblatt.com) Nach der Gründung der Bundesbank wurden große Teile der deutschen Goldreserven aus Sicherheitsgründen bei den Alliierten deponiert. Nun soll das Gold aus New York und Paris zurückgeholt werden. Mehr...

Kommentar: Alle, die um den deutschen Goldbesitz in Sorge waren, können jetzt beginnen, aufzuatmen. Das deutsche Gold kehrt nach Hause zurück. Aus Paris ist das Gold schon in Frankfurt eingetroffen, meldet der Focus: "Bundesbank holt Goldreserven aus Frankreich zurück" und schreibt: "Der Kalte Krieg ist vorbei, doch deutsches Gold lagert noch immer verstreut in der westlichen Welt. Wie es um seine Echtheit bestellt ist, weiß deshalb niemand so recht. Doch das wird sich ändern: In Frankfurts Tresoren sollen die Schätze vereint werden.Fehlen noch London und, natürlich, New York." Mehr hier. Der Bundesrechnungshof meldet sich zu Wort und findet, die "Bundesbank soll ihr Gold auf Echtheit prüfen lassen" (hier). Wie das Gold verteilt ist/war zeigt diese Grafik:


Quelle: focus.de
 

"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 

"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.