Freitag, 18. Januar 2013

Standpunkt 517 - Nachrichten-Ticker, 17.01.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir versuchen, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: Chart-Show 2012 – Aufklärer Schäuble – US-Banken-Spiel – Ramsch-Anleihen  –  Eurozone – Griechenland – Zypern – Großbritannien vs. EU


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon einige Wochen her, daß wir ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben diesen Beitrag wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Chart-Show 2012
(der-oekonomiker.blogspot.de) Es ist ein Jahresrückblick der besonderen Art. Ein Augenschmaus: An Hand vieler Charts des vergangenen Jahres zeigen augenfällig, wie fest die Finanzkrise noch immer die ganze Welt im Griff hat. Mehr... 

Kommentar: Sehenswert - immer noch.  


Schäuble watscht SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück für Euro-Vorschläge ab
(focus.de) SPD-Kanzlerkandidat Steinbrück hat die Bundesregierung scharf angegriffen für ihr Management der Euro-Krise. Finanzminister Schäuble ließ die Vorwürfe nicht auf sich sitzen: Steinbrücks Vorschläge seien „das Dümmste, was man machen kann“. Mehr...

Kommentar: Der Streit zwischen diesen beiden eitlen Gockel interessiert uns nicht, schließlich ist der Wahlkampf schon voll entbrannt. Wir finden aber in dem Beitrag eine Aussage Schäuble's bemerkenswert. Der Bundesfinanzminster, immerhin einer der wichtigsten europäischen Krisenmanager, stellt fest, "dass die Banken an allen Problemen schuld seien, das seien Parolen, die man schon 100 Jahre gehört habe." Die Banker werden es voller Freude gehört haben und in den nächsten Tagen schon mal überschlägig die Boni für 2013 ausrechnen. Der ganze Rest, geschätzte 99,9% der Bürger, dürfen sich damit abfinden, daß die Rettung der Banken weiter höchste Priorität besitzt und er im Gegenzug dafür mit der endgültigen Zerstörung der Sozialen Marktwirtschaft in Deutschland und dem europäischen Sozialmodell belohnt wird. Napoleon Bonaparte hat schon zu seiner Zeit das Wesentliche erkannt und leicht verständlich in Worte gefaßt: "Wenn eine Regierung hinsichtlich des Geldes von den Banken abhängt, dann kontrollieren diese und nicht die Führer der Regierung die Situation, da die Hand, die gibt, immer über der Hand steht, die nimmt. Geld hat kein Mutterland; Finanziers verfügen weder über Patriotismus noch Anstand; ihr einziges Ziel ist der Gewinn." Genau dieser Zustand ist es, der uns heute zu schaffen macht und die Politiker korrumpiert. Die verstecken es vor der Öffentlichkeit hinter schönen Worten. 


USA: The "Big Three" Banks Are Gambling With $860 Billion In Deposits
(zerohedge.com) A week ago, when Wells Fargo unleashed the so far quite disappointing earnings season for commercial banks (connected hedge funds like Goldman Sachs excluded) we reported that the bank's deposits had risen to a record $176 billion over loans on its books. Today we conduct the same analysis for the other big two commercial banks: Wells Fargo and JPMorgan (we ignore Citi as it is still a partially nationalized disaster). The results are presented below, together with a rather stunning observation. Read more...

Kommentar/Ergänzung: Sorgen wir uns nicht in Europa. Die USA sind weit weg und die Banken auf dem alten Kontinent machen natürlich bei solchen Geschäften nicht mit. Die stehen statt dessen am Spielfeldrand und versuchen gerade, durch Massenentlassungen Gewinne zu machen ("6000 Jobs bei Commerzbank in Gefahr", hier). Leider ist das nur ein naiver Traum - teilweise. Tatsächlich machen die europäischen Banken beides: Sie zocken kräftig mit UND entlassen Tausende Mitarbeiter ("Kahlschlag: Großbank UBS streicht 10.000 Jobs", hier oder "Barclays in der Krise - Großbank könnte bis zu 2000 Banker entlassen", hier). Wenigstens macht dieser Beitrag klar, wie hinter den Kulissen die US-Banken ihre fetten Gewinne generieren ("US-Banken verdienen klotzig", hier). Diese Grafik aus dem Artikel von zerohedge.com zeigt das ganze Ausmaß der Risiken: 


 

Die fehlbaren Banken werden in den USA praktisch subventioniert
(tagesanzeiger.ch) Die Bussen für kriminelle Banken in den USA erscheinen oft drakonisch, sind aber gut verkraftbar. Umso mehr, als sie von den Steuern abgesetzt werden können. Mehr... 

Kommentar: Ein höchst aufschlussreicher Bericht mit einem bemerkenswerten Fazit. "Justiz lässt Milde walten". Weiter heißt es: Solche Sanktionen stehen in scharfem Kontrast beispielsweise zum Enron-Skandal von 2001, als die US-Justiz nicht nur die straffällig gewordenen Enron-Manager hinter Schloss und Riegel setzte, sondern auch die Revisionsfirma Arthur Anderson auslöschte. Die Finanzkrise von 2008 hat diesen harten Zugriff gelockert und die Sache verschlimmert." Für Neil Barofsky, Ex-Staatsanwalt und Aufseher des Bankenrettungsprogramms von 700 Milliarden Dollar, ist in diesem Zusammenhang "der Fall HSBC aus dieser Optik höchst aufschlussreich. 'Die Regierung hat entschieden, dass die HSBC nicht nur zu gross ist, um unterzugehen, sondern auch zu gross, um eingesperrt zu werden'."  Die Bank ist 2011 das 46-größte Unternehmen der Welt (hier) und die Größte ihrer Art in Europa. 


Anleihen für eine Billion Dollar droht der Ramsch-Status
(handelsblatt.com) Insgesamt sind es 52 verschiedene Schuldner aus allen Teilen der Welt, die nur noch eine Stufe vom Standard & Poor's-Ramschniveau „BBB-“ entfernt sind. Den Grund für den Abwärtsdruck sehen die Analysten in Europa. Mehr...

Kommentar: Und wer ist Schuld? Natürlich, unsere LeserInnen ahnen es schon, wie immer die Krise in Europa: „Der Abwärtsdruck kommt in erster Linie von der europäischen Schuldenkrise“, sagte S&P-Analystin Diane Vazza der Nachrichtenagentur Reuters. Lächerliche Feststellung. Interessant an diesem Artikel ist aber die Liste über die Ratings der größten Volkswirtschaften der Welt. Die ist lesenswert, weil sie die längste Zeit in dieser Form Bestand haben wird. 


USA lösen Eurozone bei Schuldenkrise ab
(derstandard.at) Alles steht und fällt mit der expansiven Geldpolitik der Notenbanken. Aktien sind im Kommen, vielen Anleihen droht der Ramschstatus. Das Thema Staatsschulden bleibe auf der Tagesordnung, verschieben werde sich nur der Schauplatz, hieß es von Finanzexperten beim von APA-Finance und DerBörsianer.com veranstalteten Expertenforum "Q-Check". Mehr...

Kommentar: Wir wollen diese Meinung unseren LeserInnen nicht vorenthalten. Könnte was werden, vor dem Hintergrund der anstehenden Erhöhung der Schuldenobergrenze in den USA.  


Dammbruch in der Eurozone
(project-syndicate.org)  Ist das Zentrum Europas brüchig geworden, während aller Augen auf die Peripherie gerichtet waren? Die Bundesbank hat ihre Prognose für das jährliche BIP-Wachstum Deutschlands für 2013 auf 0,4 % gesenkt. Die Zentralbank der Niederlande erwartet, dass das niederländische BIP in diesem Jahr um 0,5 % schrumpft – und 2014 weiter abnimmt. Die Krise der Eurozone könnte in ihre dritte Phase eintreten. In der ersten Phase, die im Frühjahr 2008 begann, verlagerte sich der Hauptschauplatz der Nordatlantik-Krise von den Vereinigten Staaten in die Eurozone. Banken in der Eurozone gerieten unter Druck und die Spannungen zwischen den Banken nahmen zu. Mehr...

Kommentar: Der Autor, Ashoka Mody, beschäftigt sich mit der anstehenden Rezession in Europa und ihre Auswirkungen auf die Krise der Eurozone. Sein Fazit: "Der europäische Krisenmanagementprozess gründet auf dem Scarlett-O’Hara-Prinzip: „Morgen ist ein neuer Tag.“ Obwohl jeder weiß, dass das Verschieben von schwierigen Entscheidungen, das Problem nur noch größer werden lässt, durfte man noch annehmen, dass es immer eine sichere Verteidigungslinie geben würde. Das könnte sich ändern. Die dritte Phase der Krise der Eurozone wird kommen, wenn die Wirtschaftsstärke des Zentrums in Zweifel gezogen wird. Genau diese Zweifel untergraben die Glaubwürdigkeit des Sicherheitsnetzes, das die europäische Peripherie stützt. Eine Lösung der Krise, die auf Deutschland beruht, war immer schon politisch ungewiss. Sie könnte bald wirtschaftlich unhaltbar werden." Quo vadis, Eurokrise? 


Impressionen griechischer Depressionen
(nachdenkseiten.de) Das neue Jahr hat in Griechenland so begonnen, wie das alte zu Ende ging. Trotz der europaweit gefeierten „Erfolge“ der Krisenpolitik der Athener Dreier-Koalition, die dem Land rechtzeitig zu Weihnachten die Auszahlung der nächsten EFSF-Kreditrate beschert hat, geht die Krise weiter. Und die äußert sich in immer neuen Formen. In Athen zum Beispiel darin, dass sich der Verkehr verflüssigt hat. Von Niels Kadritzke. Mehr...

Kommentar: Da gibt es nichts zu kommentieren. Einfach lesen. Bei dieser Entwicklung wird wohl kaum gelingen, was sich die Troika für Griechenland vorstellt: 


 


Zypern: „Ein Schuldenschnitt ist keine gute Idee“ 
(fr-online.de) Zyperns Ex-Finanzminister Michalis Sarris über die Krise seines Landes, russisches Schwarzgeld und die Fehler der Banken. Mehr...

Kommentar: Es wird Zeit, sich ein bisschen mit Zypern zu beschäftigen. Da entsteht gerade das nächste Problem für Europa. Das Land benötigt Geld, dringend Geld. Europa pocht als Gegenleistung auf die Bekämpfung des Schwarzgeldes. Unsere Prognose: Zypern gewinnt. Oder es gibt die nächste Pleite à la Griechenland. Ein aufschlußreiches Interview, gut geeignet als Einstieg in die Problematik der Mittelmeerinsel.


Großbritanniens europäische Heimat
(project-syndicate.org) Es kann gut sein, dass die seit langem erwartete Europa-Rede, die der britische Premierminister David Cameron in den Niederlanden halten wird, einen Wendepunkt im Hinblick auf die Position Großbritanniens innerhalb der europäischen Union markiert. Jeder Versuch des Vereinigten Königreichs, Kompetenzen nach Westminster zurückzuholen dürfte langwierige und mühsame Verhandlungen nach sich ziehen. Wie sich anhand bisheriger Erfahrungen gezeigt hat, können interne Diskussionen über verfassungsmäßige Kompetenzen – im Wesentlichen politische Nabelschau – die Aufmerksamkeit von weitaus dringenderen Fragen des Wirtschaftswachstums und der Beschäftigung ablenken. Der Versuch zentrale Elemente des acquis communautaire (die Gesamtheit des EU-Rechts) wieder aufzugreifen und sich die Teile herauszupicken, die Großbritannien zusagen, könnte einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen. Bruchstückhafte Gesetzgebung, Zerfallsprozesse und möglicherweise das Auseinanderbrechen der Union könnten die Folge sein. So attraktiv der Rückzug aus einigen EU-Regelungen oberflächlich auch scheinen mag, würden die damit verbundenen langen und komplexen Verfahren nicht notwendigerweise zu einem vorteilhaften Ergebnis führen. Letzten Endes liegt die Entscheidung, ob Kompetenzen zurückgeholt werden oder Großbritannien aus der EU austreten soll, natürlich bei der britischen Regierung und dem britischen Volk. Ich bin jedoch der festen Überzeugung, dass eine Vollmitgliedschaft Großbritanniens ebenso im Interesse der Briten wie im Interesse Europas ist. Die britische Wirtschaft profitiert enorm vom Europäischen Binnenmarkt, auf den beinahe 50% aller britischen Exporte entfallen, und die EU bleibt der bei weitem größte Handelspartner des Landes. Mehr...

Kommentar: Der Präsident des EU-Parlaments, Martin Schulz, beschäftigt sich mit den Vor- und Nachteilen eines Austritts Großbritanniens aus der EU - für die Briten. Die Aussichten wären nicht rosig, wie auch ein Blick auf die folgenden Grafiken zeigt: 


Die Industrieproduktion bewegt sich auf dem Niveau von 1991!


Großbritannien schlägt sie alle! Quelle: zerohedge.com

Quelle: manager-magazin.de

Unser Fazit: Großbritannien ohne EU ist wirtschaftlich und politisch bedeutungslos. Eher stehen die Briten vor einem Referendum über den Beitritt zur Eurozone, um die übrigen europäischen Länder an ihren immensen Schulden zu beteiligen. Die Engländer alleine schaffen das niemals. Was bleibt, wenn sich Schottland separiert und die Ölquellen vor der schottischen Küste nicht mehr für Großbritannien sprudeln? Die Räuberhöhle der City of London. Wetten, daß die irgendwann doch ausgeräuchert wird? Was 40 Jahre EU-Mitgliedschaft nicht bewirkt haben, schaffen die nächsten 4 - 5 Jahre: Die Resterampe des britischen Empires kuschelt mit Europa.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 


"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.