Samstag, 19. Januar 2013

Standpunkt 518 - Nachrichten-Ticker, 18.01.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir versuchen, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: Eurokrise – Bankenregulierung – Spanien – Deutsche Bank hilft  –  Massenarbeitslosigkeit in Europa – Griechenland – China


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon einige Wochen her, daß wir ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben diesen Beitrag wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


"Deutschland muss das durchziehen"
(zeit.de) Das Programm des US-Ökonomen Jeffrey Sachs: Schuldenerlass für die Griechen, Reformen in Südeuropa, höhere Steuern für Amerika. Mehr...

Kommentar: Ein denkwürdiges Interview mit vielen gescheiten Analysen. Aber es gilt auch: wo Licht ist, ist auch Schatten. Einer davon ist Sachs' Meinung zu den deutschen Politikern. Er behauptet, sie "zählen zu den besten der Welt. Sie haben Verantwortungsbewusstsein. Sie managen ihre Volkswirtschaft sehr gut. Aber den Problemen außerhalb Deutschlands, im Rest Europas, sind sie noch nicht gewachsen." Diese Aussage erschließt sich uns nur, wenn Sachs mit einer Reihe Politikern anderer Länder noch schlechtere Erfahrungen gemacht hat. Seine Lösungsansätze für die Krisenländer stammen aber hauptsächlich aus der neoliberalen Giftküche, deren Erfolglosigkeit mittlerweile legendär ist. Warum also immer noch weitermachen auf diesem ausgetretenen Weg? 


Keiner kann die Banken stoppen
(fr-online.de) Regulierungsmaßnahmen fruchten bislang nicht: Die großen Banken tricksen Politiker, Regulier und Steuerzahler aus und fahren fünf Jahre nach Beginn der Finanzkrise wieder Rekordgewinne ein. Offenbar kann sie keiner stoppen. Ein Überblick über die jüngsten Eskapaden. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Hier und da finden sich noch Spuren von Bankenkritik in den Medien. Finden wir so einen Beitrag, dann weisen wir unsere LeserInnen gerne darauf hin. Einfach lesen. Einen Erklärungsansatz hat gerade IWF-Chefin Christine Lagarde für sich entdeckt. Die Presse in Österreich meldet prompt: "IWF-Chefin Lagarde kritisiert Lobbying der Banken".  „Ja, ich bin besorgt über den Widerstand der Finanzindustrie. Es ist wichtig, dass die Aufseher den aggressiven Forderungen der Branche widerstehen“, sagte sie am Donnerstag in Washington. Mehr hier. Wir sind uns ganz sicher, passieren wird noch lange nichts. Der österreichische Ökonom Erich Streissler hat schon 2004, mitten in der US-Subprime-Krise, entdeckt: "Heute sind die internationalen Finanzmärkte wohl die erste Weltmacht, mächtiger als selbst die USA."  Die vielen Hundert Millionen Menschen in den betroffenen Industrienationen können das nicht ändern. Demokratie hin oder her. Die befinden sich bereits auf dem Weg in eine jahrzehntelange Schuldenknechtschaft. Manche offensichtlich, wie in den USA, Großbritannien, Frankreich oder den südeuropäischen Ländern, andere rechnen nicht damit, halten sich für unverwundbar, wie Deutschland, Österreich, die Niederlande oder die skandinavischen Länder. Ein kapitaler Trugschluß. Unseren LeserInnen empfehlen wir dringend: Entwickeln Sie Eigeninitiative. Es gibt nämlich erfolgreiche Möglichkeiten, Ersparnisse, bzw. Vermögen, vor den Folgen der Krise zu schützen. Wer keine Ideen hat, oder sich unsicher fühlt, der sollte unser Angebot am Ende dieses Tickers nutzen.


Spanische Banken könnten 190 Milliarden Euro verlieren 
(spiegel.de) Es ist die höchste Quote von faulen Krediten bei spanischen Banken, die jemals verzeichnet wurde: Rund 11,4 Prozent der Darlehen werden nicht zurückgezahlt, weil das Land unter einer hohen Arbeitslosigkeit leidet. Auch Italien wird von der Krise belastet - ein weiteres Rezessionsjahr steht bevor. Mehr...

Kommentar: Es handelt sich überwiegend um Immobiliendarlehen. Wir erwarten in diesem Bereich noch sehr viel größere Ausfälle, stehen mit dieser Einschätzung aber allein auf weiter Flur. Nach unseren Recherchen geht es in Spanien um 300 Milliarden Euro Immobilienkredite, die insgesamt in Schieflage geraten und für die Spanien Hilfe beanspruchen wird. Die europäischen Krisenmanager wissen das längst, halten natürlich diese unangenehme Wahrheit so lange wie möglich vor der Öffentlichkeit zurück. Salamitaktik nennt sich das - ein sehr bewährtes Mittel der Politik

Quelle: cagle.com

Verlustverschleierung: Deutsche Bank und Monte Paschi in Codename "Project Santorini"
(format.at) Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise entwickelte die Deutsche Bank für die Banca Monte dei Paschi di Siena ein Derivat, das Verluste der ältesten Bank der Welt verschleierte, bevor sie mit Steuermitteln gerettet werden musste. Mehr...

Kommentar: Unbedingt lesen, gibt einen kleinen Einblick in die Hintergründe europäischer Bankenrettungen. Es ist wieder ein Beispiel dafür, daß die Hilfsmilliarden letzlich nur den wenigen internationalen Großbanken die Taschen füllen. Dafür werden sogar die vergleichsweise kleinen Institute skrupellos missbraucht - reihenweise. Selbst die Milliarden-Liquidität der EZB, die in zwei Tranchen an die Banken herausgegeben wurden, sichern letztlich die Geschäfte der wenigen "systemrelevanten" Banken. Die Banca Monte dei Paschi di Siena genehmigte sich von der letzten Tranche im Februar 2012 auf Rang 12 immerhin noch 15 Milliarden Euro. Aus unserem Beitrag "Seid umschlungen, Milliarden!" (hier). Abschließend noch ein Zitat aus dem Artikel: “Ich kann nicht verstehen, wie irgendein Finanzinstitut aus legitimen Gründen so einen Handel eingehen kann”, sagt Frank Partnoy, ehemaliger Derivatehändler bei Morgan Stanley und heute Professor für Recht und Finanzen an der University of San Diego, nach der Lektüre. “So etwas sollte man niemals tun.”


"Ich warne davor, die Tragödie der Massenarbeitslosigkeit zu unterschätzen"
(format.at) Der scheidende Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker hat ein eigenes Budget der Eurozone zum Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit gefordert. Generell mahnte Juncker zu mehr Solidarität unter den Mitgliedern der Eurozone. Mehr...

Kommentar: Noch beschränkt sich die Massenarbeitslosigkeit auf die Krisenstaaten in Südeuropa, auf Irland und einige Staaten in Osteuropa





Deshalb lassen auch alle anderen Staaten jede Solidarität vermissen, bzw. haben ein merkwürdiges Verständnis von Solidarität. Bieten Hilfe in der Not nur gegen schädliche Austeritätsmaßnahmen, die anschließend die Krise nur noch weiter verschärfen, weil die Hilfsgelder nicht den Menschen, sondern nur den Banken und ihren Kumpanen zu Gute kommen


"Wir wollen die Troika nicht an der Nase herumführen"
(zeit.de) Griechenlands Wirtschaftsminister Kostis Hatzidakis sagt: 2013 wird ein Wendejahr. Die Privatisierungen im Land werden gelingen, sogar die Steuern sollen bald sinken. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: ... aber dafür die eigene Bevölkerung. Dieses Interview zeigt den Wahnsinn in Griechenland rund um die Spardiktate, die, soviel steht fest, ihren Zweck nicht erfüllen. Trotzdem setzt die griechische Regierung alles um, was mit der Troika vereinbart wurde. Dafür gehen Einkommen und Industrieproduktion in den Keller, steigen Arbeitslosigkeit, Armut, Selbstmordrate, die Zahl der HIV-Infizierten, Steuern, Inflation und - last but not least - die Staatsschulden. 


Quelle: zerohedge.com

Weil die verabredeten Sparmaßnahmen niemals funktionieren, verlangt der "IWF: Athen braucht Schuldenschnitt" wie der österreichsiche Standard titelt. Das Blatt schreibt zusammenfassend: "Nur wenige Wochen nach der Einigung auf eine Sanierung des griechischen Haushalts, schlägt der IWF Alarm und fordert neue Zugeständnisse." Außerdem ist schon wieder eine Finanzierungslücke aufgetaucht. Für 2015 und 2016 fehlen 9,5 Mrd. Euro. Wieder eine günstige Gelegenheit, den Menschen in Griechenland noch mehr Geld abzupressen. Eines ist sicher: Bevor nicht allen 99%ern die Ersparnisse komplett genommen worden sind, kommt das Land mit seinem Schuldenproblem nicht zur Ruhe. So lange werden auch die Spekulanten immer wieder satte Gewinne mit der griechischen Not machen. 


China: Von Krise keine Spur
(heise/telepolis.de) Ausfuhren expandieren, Rohstoffpreise weiter auf hohem Niveau. Außerhalb der alten Industriestaaten kann von einer Wirtschaftskrise nicht die Rede sein. Mehr...

Kommentar: Weiter stehen wir alleine mit unseren Bedenken gegenüber China. Aber unsere LeserInnen sollen sich selbst die Meinung zu China bilden können und wir stellen deshalb auch Beiträge mit gegenteiligen Ansichten auf unserem Blog bereit. Wir jedenfalls trauen den Statistiken nicht, weder denen der westlichen Industrienationen, noch denen Chinas. Wir können uns einfach nicht vorstellen, wer das alles kauft, was die Chinesen exportieren.


China: "Eine Immobilienblase ist die grösste Gefahr"
(fuw.ch) Wang Tao, China-Chefökonomin von UBS Investment Bank, setzt in der Volksrepublik auf Zukunftstrends: Umweltschutz, demografischer Wandel und Technologie, wie sie im Interview mit FuW sagt. Mehr...

Kommentar: Noch ein lesenswertes Interview. Frau Tao verbreitet Zuversicht, warnt aber auch vor möglichen Gefahren: Auf die Frage "Wo liegen die grössten Gefahren für die chinesische Wirtschaft?" kommt eine ehrliche Antwort: "Eine Immobilienblase und der damit verbundene exzessive Industrieausbau sind die grösste Gefahr für die nächsten Jahre. Die Regierung muss auf einem schmalen Grat gehen: Sie will keine Blase, muss aber aufpassen, dass sie mit abkühlenden Massnahmen nicht die ganze Wirtschaft schwächt. Auch das Shadow Banking ist ein mögliches Problem. Peking will die Schattenbanken kontrollieren, es ist aber unklar, wie. Da können regionale oder lokale Liquiditätsengpässe entstehen.


China verliert Wettbewerbsvorteile
(fr-online.de) Der Drache speit wieder Feuer: Erstmals seit zwei Jahren steigt das Wachstum in China wieder. Die zweitgrößte Wirtschaftsmacht verliert aber ihre Wettbewerbsvorteile. Auch lauern Gefahren im Finanzsystem. Mehr...

Kommentar: Ein kritischer Artikel, der nur sehr zurückhaltend Zuversicht weckt. Immobilienblase und die lokale Verschuldung durch die Regionalregierungen sind für uns schon seit Monaten die Krisenauslöser für China. Bisher ist jedoch noch alles gut gegangen. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 


"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.