Sonntag, 20. Januar 2013

Standpunkt 519 - Nachrichten-Ticker, 19.01.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir versuchen, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: Notenbanken-Experiment – Schlacht um Bank of Japan – Japan vs. Weltwirtschaft – Zypern  –  Frankreich – Wasserprivatisierung in der EU


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon einige Wochen her, daß wir ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben diesen Beitrag wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Das Jahrhundert-Experiment der Notenbank-Connection
(wallstreetjournal.de) Alle zwei Monate treffen sich mehr als ein Dutzend Banker in Basel. An Sonntagsabenden finden sie sich im 18. Stock eines zylinderförmigen Turms mit Blick auf den Rhein ein. Sie sind zu Gast bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Dort essen sie gemeinsam zu Abend und beratschlagen im Geheimen über ihr geplantes Vorgehen. Die Tischgespräche über Geld und Wirtschaft sind mehr als rein akademisch. Denn an der Tafel sitzen die Chefs der größten Zentralbanken der Welt. Sie vertreten Länder, die im Jahr ein Bruttoinlandsprodukt von über 51 Billionen Dollar hervorbringen. Das sind immerhin drei Viertel der globalen Wirtschaftsleistung. Zuletzt drehten sich diese geheimen Unterredungen vor allem um düstere Themen. Im Mittelpunkt standen die weltweiten wirtschaftlichen Schwierigkeiten und die aggressiven Schritte, die die Währungshüter eingeleitet haben, um ihre nationalen Volkswirtschaften zu steuern.  Seit 2007 haben die internationalen Zentralbanken das weltweite Finanzsystem mit mehr als elf Billionen Dollar geflutet. Ein Ende der Stützungsmaßnahmen ist nicht abzusehen, im Gegenteil: Angesichts schwacher Erholungstendenzen und der gravierenden wirtschaftlichen Probleme in Europa wurden sie noch einmal verstärkt. Die größten Notenbanken planen, weitere Milliarden in Staatsanleihen, Hypotheken und Unternehmenskredite zu pumpen. In den akademischen Standardwerken findet sich nichts zu ihrer geldpolitischen Strategie. Denn die Banker, die da in Basel am Tisch sitzen, führen gerade ein Experiment durch, einen globalen Feldversuch mit hohen Einsätzen. Mehr...

Kommentar: Der Beitrag hat schon ein paar Wochen auf dem Buckel. An Aktualität hat er nicht verloren und wird er so schnell auch nicht verlieren. Beschrieben wird der beinahe grenzenlose Einsatz von Liquidität, um die Krisen in Europa, den USA und neuerdings Japan, zu bekämpfen. Ein idealer Artikel auch für LeserInnen, die sich unter der heutigen Rolle der Notenbanken wenig vorstellen können oder dem Thema wenig Interessantes abgewinnen können. 


Die Schlacht um die Bank of Japan: Volles Risiko in Japan nach Regierungswechsel 
(querschuesse.de)  Presseberichte über unmittelbar bevorstehende Richtungsentscheidungen bei der Bank of Japan haben die Börsenindices in Tokio heute in die Höhe katapultiert und den Erwartungsdruck massiv erhöht. Demnach soll sich die Bank of Japan bereits mit der Regierung auf die Erhöhung des Inflationszieles von einem auf zwei Prozent geeinigt haben und erwägen, sich auf ihrer zweitägigen Sitzung in der kommenden Woche darauf festzulegen, so lange Anleihen aufzukaufen, bis das neue Inflationsziel erreicht ist. Darüber hinaus stehe zur Entscheidung, künftig keine Zinsen mehr auf die Reserveeinlagen von Banken zu zahlen und ob die japanische Notenbank ebenso wie die Fed die Förderung von Beschäftigung in ihren Zielkatalog aufnimmt. Damit würde die Bank of Japan, die bisher immer eine skeptische Haltung gegenüber der lockeren Geldpolitik eingenommen und vor den damit verbundenen Gefahren gewarnt hat, endgültig den Fuß von der geldpolitischen Bremse nehmen und zu einem Zeitpunkt vollständig auf den Fed-Kurs einschwenken, da dieser innerhalb der Fed zunehmend kritisch beurteilt wird und auf der Kippe steht. Der neue Premier Shinzo Abe von der liberaldemokratischen Partei (LDP) hatte bereits deutlich gemacht, dass er von Japans Notenbank die Erhöhung ihres Inflationsziels erwartet und sie zu einer deutlich aggressiveren Geldpolitik bringen will, notfalls auch im Wege einer Einschränkung ihrer Unabhängigkeit. Vor wenigen Tagen hatte die neue Regierung darüber hinaus bereits ein neues Konjunkturprogramm beschlossen, das mit einem Volumen von umgerechnet 175 Mrd. Euro bedeutend größer als alle von der vorherigen Regierung beschlossenen ausfällt. Die mit über 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ohnehin schon sehr hohe Staatsverschuldung Japans wird damit nochmals kräftig ansteigen. Mehr...

Kommentar: Der Autor, Stefan L. Eichner, gibt sich viel Mühe, um die Gefahren hinter dieser Politik der neuen japanischen Regierung zu erläutern. Ein eindeutiges Fazit zieht er nicht. Japan hat ein Problem: Nach mehr als zwanzig Jahren Krise braucht das Land endlich wieder ein Erfolgserlebnis. Bisher hat keine der unzähligen Maßnahmen Wirkung gezeigt. Shinzo Abe steht mächtig unter Druck, schließlich ist er bei der jüngsten Wahl mit dem Versprechen angetreten, Japans wirtschaftliche Situation endlich zu verbessern. Prompt wurde er gewählt, trotz seiner unpopulären positiven Haltung gegenüber der Atomenergie. Zur Erklärung: Die Japaner wählen schon seit Jahrzehnten personenbezogen. Damit läßt sich auch die Wahl der LPD erklären, obwohl die Partei schon regierte, als 1990 die japanische Krise begann, und auch bis heute überwiegend die Regierung stellte. Die LPD hatte also schon in der Vergangenheit reichlich Gelegenheit, die Krise zu beenden. Ohne Erfolg. Den sollte auch niemand von der neuen Regierung erwarten. Auch sie versucht, diese beispiellose Krise mit den üblichen Mitteln zu bekämpfen: Notenpresse und das x-te Konjunkturprogramm. Es war Albert Einstein (1879 - 1955), bekanntermaßen kein Ökonom, der schon erkannte: „Die Probleme, die es in der Welt gibt, sind nicht mit der gleichen Denkweise zu lösen, die sie erzeugt hat.“  Eine Weisheit, die ebenso für die Krise in Europa und den USA gilt. 


Japan könnte die Weltwirtschaft in den Abgrund stoßen
(format.at) Wenn eine Wirtschaftsmacht wie Japan seine Schulden nicht in den Griff bekommt, wird das die gesamte Weltwirtschaft mitreissen. Die neue Geldpolitik Japans bereitet Experten ernste Sorgen: Das Modell erscheint untauglich, die Probleme zu lösen - und könnte weltweit zu einer Vertrauenskrise ungeahnten Ausmaßes führen. Mehr...

Kommentar: Längst geht es doch nur noch darum, in welcher Region das Szenario geschaffen wird, mit dem die Finanzkrise den finalen Kick in Richtung Kollaps verpasst bekommt. Seit Monaten wird der Krise in Europa dieses Potential angedichtet, aktuell sind es die Maßnahmen der neuen japanischen Regierung unter Shinzo Abe von der LPD, denen man diese Wirkung zutraut. Wir halten weder das Eine noch das Andere für sehr wahrscheinlich. Für uns sind es die USA mit ihrer unersättlichen, hochspekulativen Finanzindustrie, und China, dessen Wirtschaftswachstum vollkommen kreditfinanziert ist und dessen Exporte teilweise containerverpackt in den Häfen liegen oder auf Schiffen verpackt spazierengefahren werden, die wir primär als Auslöser für den endgültigen Finanzkollaps erwarten. Diesen Kollaps haben wir bereits in unserem Standpunkt 19, vom 04.05.2011, angekündigt (hier). Unsere Einschätzung von damals noch einmal an dieser Stelle: 

"Es wird Zeit, der nächsten Finanzkrise einen neuen Namen zu geben. Ab sofort nennen wir die kommende Entwicklungsstufe einen Finanzkollaps. Krise ist etwas, was irgendwann vorbei geht, dieser Zeitpunkt wurde schon 2009 verpaßt.
Die Signale sind unmissverständlich. USA und Europa liefern sich einen Währungskrieg, USA und China einen Handelskrieg, die Schwellenländer – mal mit, mal ohne China – versuchen aus dieser Gemengelage ihren Nutzen zu ziehen. China sucht außerdem alleine seine Vorteile zu ziehen und sichert sich weltweit die Rechte an Land und Rohstoffen.
Die Finanz- und Industriekonzerne suchen in dieser Zeit ihre Vorteile und maximieren ihre Gewinne. Letztlich werden es aber nur noch die Finanzkonzerne sein, die aus dieser Entwicklung Nutzen und Gewinne ziehen. Um deren Verluste kümmern sich in den nächsten 30 Jahren ja die Politiker und Steuerzahler der Welt, in der bereits heute schon über 60 Staaten pleite sind.
Noch liegt der Fokus auf den Problemen in Europa. Lange gelingt das nicht mehr und die Aufmerksamkeit richtet sich auf die USA, dann auf China. Alles nur eine Frage der Zeit. Eine Frage der Zeit ist es auch nur noch, bis das gesamte Währungssystem, mit dem US-Dollar als Leitwährung, zusammenbricht. Wir zitieren hier Kenneth Rogoff, angesehener Professor an der Harvard-Universität: „Wir werden noch in diesem Jahr eine Zusammenballung von kollabierenden Währungen und Abwertungskriegen erleben.“ Vielleicht dauert es einige Monate länger. Sicher ist jedenfalls, dass diese Dinge längst ablaufen, wie ein Uhrwerk.
Diese unumkehrbare Entwicklung ist der Grund dafür, dass Gold, und das von uns bevorzugte Silber, in nächster Zeit ganz neue Bewertungen erreichen werden. Niemand denkt dann noch an die momentanen Einbrüche. Ein Kurs von 50 $ für die Unze Silber erscheint dann nur noch albern.
Die aktienindex-gestützten guten Wirtschaftsnachrichten sind wertlos. Das hat eher etwas vom Untergang der Titanic: Die Musik spielt, bis das Wasser in den Saal läuft. 8.000 Punkte hier oder 12.000 Punkte da sind Übertreibungen, kein Beweis für Kraft und Herrlichkeit."
Zyperns Zentralbank stützt Institute mit Notkrediten
(spiegel.de) Zypern hat die EU schon vor Monaten um finanzielle Hilfe für seine Banken angefragt. Während die Euro-Finanzminister mit der Auszahlung des Rettungspakets zögern, stützt die zyprische Notenbank die heimischen Geldinstitute einem Zeitungsbericht zufolge mit Notkrediten in Milliardenhöhe. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Was in diesem Beitrag beschrieben wird, kann nur für Ignoranten eine Überraschung sein. EU/IWF/EZB können gegenüber Zypern dicke Backen machen und Forderungen stellen. Kaputtmachen wird diese vorläufige Hilfeverweigerung die Insel nicht. Dafür gibt es eben die Möglichkeit des Gelddruckens für die zypriotische Notenbank. Ein bewährtes und erlaubtes Mittel, auf das schon andere europäische Notenbanken zurückgegriffen haben. Die Hintergründe über die sogenannte "Emergency Liquidity Assistance" (ELA) sind seit Februrar 2011 bei heise/telepolis.de nachzulesen: "Monetary financing" durch nationale EZB-Mitgliedsbanken? (hier). Legal gedeckt sind die ELAs durch Artikel 14.4 der Protokolle der EU, der den nationalen Notenbanken Geschäfte auf eigene Rechnung zubilligt, sofern sie nicht vom EZB-Rat mit Zweidrittelmehrheit untersagt werden. Das ist bisher noch in keinem Fall passiert. Erst Mitte des vergangenen Jahres berichtete der Focus im Zusammenhang mit Griechenland über diese Möglichkeit der Liquiditätsbeschaffung: "Notkredite als Refinanzierungs-Schlupfloch für Banken - Jetzt drucken sich die Griechen ihre Euro selbst" (hier). LeserInnen, die sich der rauhen Wirklichkeit stellen wollen, sollten diese Beiträge unbedingt lesen. 


EU knöpft sich Frankreich vor: Hollande muss Sparkurs einleiten
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Es sei ein Missverständnis, wenn Frankreich glaubte, jetzt mit  dem Sparen aufzuhören zu können. Die Franzosen müssen ihre Neuverschuldung für das Jahr 2013 auf drei Prozent reduzieren. Angesichts von schwachen Wirtschaftsprognosen, die ein Wachstum von 0,8 Prozent für das laufende Jahr voraussagen, müsse Frankreich „unnachgiebig an seinen Sparzielen festhalten“, sagte Rehn in einem Interview mit Le Figaro. Mehr...

Kommentar: Jetzt sollen es die Austeritätsmaßnahmen auch in Frankreich richten. Gibt Hollande nach, dann treibt er das Land in dauerhafte, gewalttätige Unruhen. Die Franzosen sind nicht so leidensfähig wie die Deutschen, die sich während der rot-grünen Regierung wesentliche Teile der Sozialen Martwirtschaft und der damit verbundenen, in Jahrzehnten erkämpften Sozialleistungen, haben wegnehmen lassen - im Tausch gegen die scheunengroße Öffnung des heimischen Finanzmarkts und tolle Steuergeschenke für die Unternehmen. Die problembeladenen Vororte der französischen Städte (franz. "banlieus") werden brennen. 


Quelle: politicalpackrat.blogspot.com

Knallhart: EU treibt Privatisierung des Wassers in Europa voran
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Die unter Druck geratenen Regierungen willigen gerne ein, die Bevölkerung erfährt von den Vorgängen meist nichts. Der WDR berichtet nun ausführlich über das Vorgehen der EU in Portugal. Demnach hat sich die Lage nach der Privatisierung dramatisch verschlechtert. Das Wasser aus öffentlichen Brunnen in Portugal soll seit der Privatisierung angeblich nicht mehr trinkbar sein. Die Rechnungen der Bürger sind innerhalb von wenigen Jahren um bis zu 400 Prozent angestiegen. Die Bürger in Portugal protestieren gegen die hohen Preise. In Griechenland sollen die Wasserwerke in Athen und Thessaloniki zum Verkauf stehen. In Portugal werde die Privatisierung der Wasserbetriebe Aguas vorangetrieben. Krisenländer brauchen Geld und machen kurzfristig Gewinn mit dem Verkauf der Wasserlizenzen. Die EU ändert indes die Richtlinien für den Wassermarkt: EU-weit soll eine Marktöffnung vorangetrieben werden. Ganz nebenbei wird somit die Privatisierung der Wasserversorgung in ganz Europa ermöglicht. Mehr...

Kommentar: Da entwickelt sich eine RIESEN-Sauerei, mitten in Europa. Was bisher nur in Dritte-Welt-Ländern möglich war, soll jetzt in Europa Einzug halten.  Am Beispiel Lateinamerikas zu verfolgen, beispielsweise hier nachzulesen: "Es geht nicht nur um die Dienstleistung - Wasserprivatisierung in Lateinamerika"Das MUSS verhindert werden. 


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 


"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.