Montag, 21. Januar 2013

Standpunkt 520 - Nachrichten-Ticker, 20.01.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir versuchen, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: Deutsche Bank vs. Nahrungsmittel – Japan – Australien – USA vs. China  –  China – Italien – IWF vs. Griechenland


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon einige Wochen her, daß wir ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben diesen Beitrag wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Deutsche Bank investiert weiter in Nahrungsmittel
(manager-magazin.de) Die Deutsche Bank will weiter mit Nahrungsmittelinvestments Geld verdienen. Als Grund gibt Bankchef Fitschen an, es gebe keinen Beweis für die Schädlichkeit solcher Geschäfte. Von Verbraucherschützer erntet die Bank dafür Kritik - die Wissenschaft gibt dem Institut jedoch Rückhalt. Mehr... 

Kommentar/Ergänzung: Die Deutsche Bank nagelt der Öffentlichkeit schon wieder ein dickes Brett vor den Kopf. Die im Beitrag zitierte Übersicht der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg liegt uns vor und ist an Beliebigkeit kaum zu überbieten. Sie bevorzugt eindeutig Forschungsergebnisse, die den Standpunkt von Goldman Sachs & Co. stützen. Es gibt Alternativen. Beginnen wir mit dem Schweizer Jean Ziegler. Der erklärte im Oktober 2011 in einem Interview "Börsenspekulation auf Nahrungsmittel tötet Menschen" und faßt zusammen: "Der Preis für eine Tonne Weizen hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt. Verantwortlich dafür seien Großbanken und Hedgefonds, die mit Nahrungsmitteln spekulieren - und den Tod von Hungernden in Kauf nehmen, sagt Jean Ziegler, Mitglied des UNO-Menschenrechtsrats." Ziegler nimmt kein Blatt vor den Mund. Mehr hier. Oder "Mr. Dax" Dirk Müller, der im Juli 2011 deutlich formuliert "Spekulation mit Nahrungsmitteln ist ein Skandal" (hier). "Spekulieren auf Kosten der Ärmsten" nennt es foodwatch und schreibt: "Die Spekulation mit Agrar-Rohstoffen treibt die Nahrungsmittelpreise in die Höhe. Investmentbanken wie die Deutsche Bank und Goldman Sachs sowie die Verwalter von Versicherungen, Pensionsfonds und Stiftungen machen sich dadurch mitschuldig an Hungersnöten in den ärmsten Ländern der Welt. Sie investieren Geld, das Menschen für ihre Altersvorsorge sparen oder für gemeinnützige Zwecke stiften, in Wetten auf die Preise für Mais, Weizen und andere Nahrungsmittel." Mehr hier. Der Report „Die Hungermacher“ beschäftigt sich ausführlich mit den Zusammenhängen. Interessierte LeserInnen finden ihn hier. Wem das noch nicht reicht, um diesen Spekulanten die rote Karte zu zeigen, dem bieten wir noch den Report von Oxfam an. "Mit Essen spielt man nicht!" heißt er und beschäftigt sich eingehend mit der deutschen Finanzbranche und deren Geschäft mit dem Hunger. Die Studie von Oxfam gibt es hier. Alles ist überzeugender als die äußerst dünnen Argumente der Deutschen Bank. Die folgende Grafik stammt von der "Food and Agriculture Organization of the United Nations" (FAO) und zeigt augenfällig die Wirkung der Spekulation: 




Die Entwicklung der Spekulation mit Nahrungsmitteln über den gesamten Zeitraum seit der Deregulierung bildet dieser Chart ab: 



Abschließend noch das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag von foodwatch: 


 
Wir sind gespannt, ob die Kunden der Deutschen Bank jetzt tatsächlich eine Reaktion zeigen. 


Die falsche Wachstumsstrategie für Japan
(project-syndicate.org) Japans neue Regierung unter Premierminister Shinzo Abe könnte im Begriff sein, sich selbst ins Knie zu schießen. Möglicherweise zerstören die dortigen Behörden zur Steigerung des Wirtschaftswachstums bald ihren einzigen großen Wettbewerbsvorteil: den niedrigen Zinssatz auf Staatsschulden und private Kreditaufnahme. Sollte dies geschehen, wird es Japan höchstwahrscheinlich am Ende von Abes Amtszeit schlechter gehen als heute. Mehr... 

Kommentar: Noch einmal zu Japan. Heute ein Beitrag des US-Ökonom Martin Feldstein, Professor an der Harvard University. Er untersucht die neuen Maßnahmen der japanischen Regierung und kommt zu einem eindeutigen Fazit: "Japan muss sich aus seiner Nullwachstums- und Deflationsfalle befreien. Aber mit der von ihm favorisierten Politik kann dies nicht erreicht werden." An Feldstein's Thesen zu rütteln, kommt sicherlich einer Majestätsbeleidigung gleich. Trotzdem geben wir zu bedenken, daß die niedrigen Zinssätze japanischer Staatsanleihen in erster Linie nur eine wichtige Ursache haben: Käufer und damit Gläubiger sind die Japaner selbst, daran wird sich auch so schnell nichts ändern. Japan wird weiter die Papiere an seine eigenen Bürger verkaufen. Notfalls mit ein bisschen "Financial Repression". Viel wird davon nicht nötig sein, die Japaner sind schon immer als Anleger die besten Kunden ihres eigenen Staates. Deshalb muß der auch auf absehbare Zeit den Anlegern kaum höhere Zinsen bieten. 


Australian labour force data reveals a failed federal economic strategy
(bilbo.economicoutlook.net) A few weeks ago the Federal government admitted that its obsessive pursuit of a budget surplus in the coming year at a time when private spending is still relatively weak was doomed. The slowing Australian economy had undermined its tax base as was always going to happen. The problem is that in trying to impose fiscal austerity the economy has suffered and the labour market is not producing enough jobs to even match the underlying population growth. Today’s release by the Australian Bureau of Statistics (ABS) of the Labour Force data for December 2012 reveals that all the evils on the demand and supply side of the labour were aligned – total employment fell, full-time employment fell, unemployment rose, participation eased and working hours fell. It is certain that underemployment rose given the drop in working hours. In other words, the data is unambiguously bad. The unemployment rate rose to 5.4 per cent. The data is not consistent with any notions that the Australian labour market is booming or close to full employment. The most continuing feature that should warrant immediate policy concern is the appalling state of the youth labour market. My assessment of today’s results – a failing economy with further weakness to come. The Government should wake up to itself and even if only motivated by the federal election later this year it should reverse the direction of fiscal policy and introduce some direct job creation by way of employment-targetted stimulus. Read more...

Kommentar: Unsere LeserInnen sollen wissen, es gibt noch andere Volkswirtschaften, die mit großen Problemen kämpfen, die hausgemacht sind und nichts mit der Krise in Europa zu tun haben. Die aber eindeutig belegen, daß auch anderswo der Wirtschaftsaufschwung über Jahre hinweg nur mit Krediten finanziert wurde, die Grundlage kapitalistischer Wirtschaftssysteme. In diesem sehr ausführlichen Beitrag geht es um Australien. Weit weg und deshalb in Europa kaum wahrgenommen. Aber mittlerweile ein wichtiger Partner Chinas. Schwächelt China, dann gerät Australien in höchste Not.  


Studie: US-Ölreichtum macht China zu großem Verlierer
(diepresse.com)  Die USA sollen bis 2020 größter Ölexporteur der Welt werden. Laut einer BND-Studie hat das gravierende wirtschaftliche und geostrategische Folgen. Mehr...

Kommentar: Wir wissen nicht, wie zuverlässig diese Studie des Bundesnachrichtendienstes  ist. Unabhängig davon wollen wir diesen Beitrag unseren LeserInnen nicht vorenthalten. Wahre Wunderdinge werden schon von der neuen Technologie zur Förderung von Schieferöl und -gas berichtet. Nur ist noch gar nicht absehbar, wann das sogenannte Fracking tatsächlich einsatzbereit ist. Sicher ist jedoch, daß die Amerikaner mit Hochdruck daran arbeiten werden, mit dieser Art der Förderung beginnen zu können. 


Chinas Streben nach Antifragilität
(project-syndicate.org)  Auf seinem Weg zu allgemeinem, dauerhaftem Wohlstand steht China erneut an einem Scheideweg. Beim Kongress der Kommunistischen Partei Chinas im November wurde die neue Führung damit betraut, die Weichen für die Entwicklung des Landes in den kommenden zehn Jahren zu stellen. Hierzu zählt die Modernisierung der sozialen, politischen und wirtschaftlichen Systeme Chinas innerhalb der Randbedingungen seiner Geschichte und des sich wandelnden geopolitischen Kontextes. Die Reformagenda ist in jeder Hinsicht ehrgeizig – vor allem angesichts eines fragilen und unwirtlichen externen Umfeldes. Innerhalb der nächsten zehn Jahre muss die chinesische Führung Reformen entwickeln und durchführen, um die Korruption zu bekämpfen; die Migration in die Städte zu fördern (so etwa eine Liberalisierung des Hukou-Systems, der offiziellen Wohnsitzkontrolle); technologische Innovationen zu fördern; Quellen des Wirtschaftswachstums neu auszutarieren; Umwelt- und Arbeitsstandards zu erhöhen und das  soziale Sicherungssystem des Landes aufzubauen, einschließlich Gesundheitswesen, Bildung und Sozialversicherung. Mehr...

Kommentar: Ein Beitrag für alle LeserInnen, die sich für die Entwicklung in China interessieren. Beschrieben werden viele Unwägbarkeiten, die das Zeug dazu haben, Chinas ergeizige Pläne empfindlich zu stören. 


Quelle: allvoices.com

Italienische Notenbank: Rezession schlimmer als bisher gedacht
(wort.lu) Im Euro-Krisenland Italien entwickelt sich die Rezession nach Einschätzung der Banca d'Italia schlimmer als bisher gedacht. Die italienische Notenbank senkte die Prognose für die weiter konjunkturelle Entwicklung und rechnet 2013 laut einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 1,0 Prozent. Mehr...

Kommentar: Italien meldet sich zurück. Und dann noch diese Hiobsbotschaft: "Monti-Reformen eine Farce: Italien entdeckt Milliarden-Budgetloch" (hier).


IWF frustriert: Griechen droht Pleite oder Euro-Aus
(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de) Harte Worte vom IWF: Das von der Troika verordnete Sanierungsprogramm wird offenbar nicht umgesetzt. Die Regierung bürde den kleinen Leuten immer mehr Belastungen auf, die Reichen machen weiter wie bisher. Die deutschen Steuerzahler können sich auf neue Hilfszahlungen einstellen. Mehr...

Kommentar: Diese gespielte Entrüstung des IWF. Es war doch von vornherein klar, daß viele der verabredeten Sparmaßnahmen nicht durchführbar sind. Schließlich waren sie der griechischen Regierung regelrecht abgepresst worden. Nach wie vor ist die Regierung in Athen willig, aber der griechische Körper ist bereits zu schwach. Zermürbt von den vielen Spardiktaten vorher. Was in Griechenland passiert, bringt die folgende Karikatur trefflich auf den Punkt: 

Quelle: presseurop.eu


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 


"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.