Mittwoch, 23. Januar 2013

Standpunkt 522 - Nachrichten-Ticker, 22.01.


Täglich stellen wir für unsere LeserInnen aktuelle und interessante Beiträge aus dem Internet zusammen, die wir mehr oder weniger kommentieren und ergänzen. Ideal für alle, die sich schnell informieren wollen. Wir versuchen, ausgewogen zu sein. Gegensätzliche Meinungen bekommen bei uns eine Chance... 


Tagesthemen: Barack Obama – Nahrungsmittelspekulation – Jamie Dimon – Irland  –  Lettland 


Top-Thema: "Die staatlichen Werkzeuge der Enteignung - eine Übersicht" 
Es ist schon einige Wochen her, daß wir ein neues Update zum Thema hier für unsere LeserInnen zur Verfügung gestellt haben. Für „Offliner“ gibt es den Beitrag dort auch als pdf-Datei. Wir haben diesen Beitrag wie immer sorgfältig recherchiert und allgemeinverständlich formuliert. Unabhängig davon sind wir für Anregungen und Ergänzungen oder auch Kritik offen und dankbar. Besonders gut hat uns die folgende „Kritik“ gefallen: „Unbedingt lesenswert; ein ganzes Füllhorn von Fakten und Daten, akribisch aufbereitet. Hier wird genau beschrieben, wie der Diebstahl der Staatskrake vonstatten gehen wird und wie er propagandistisch begleitet werden wird“ (hier). Nach wie vor besteht großes Interesse an diesem Thema. Wir nehmen es als Bestätigung unserer Arbeit und als Ansporn, weiter zu machen wie bisher. 


Obama verspricht ein gerechtes Amerika
(zeit.de) Weniger Pomp, mehr Ernsthaftigkeit: Obama präsentiert sich bei seiner zweiten Amtseinführung als entschlossener und tatendurstiger Präsident. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Er hat einfach nichts dazugelernt. Schon wieder hat Barack Obama den Mund viel zu voll genommen. Dinge versprochen, die er nie und nimmer halten kann. Und er weiß das. Den Amerikanern raubt er damit jede Hoffnung. Schlimmer noch, er verhöhnt diejenigen, die mittlerweile auf der Straße leben, die erst ihren Job, dann Haus und Hof verloren haben, viele davon haben ihn noch voller Hoffnung in die erste Präsidentschaft gewählt. Gut möglich, daß die es noch nicht gemerkt haben, weil sie ihrem "Menschenfänger"-Präsidenten noch einmal auf den Leim gegangen sind. Dieser Beitrag verschwendet kein Wort über das Elend in Amerika, für das nicht der Vorgänger, George W. Bush, sondern der wiedergewählte Amtsinhaber verantwortlich ist. Anders der WDR. Der zeigte an diesem Tag in seiner Reihe "die story" eine Reportage über den Überlebenskampf der US-amerikanischen Mittelschicht. In "Broken Dreams" begleitete der Filmemacher Philippe Levasseur amerikanische Familien über sechs Monate lang. Er kommt zu dem Schluss, dass sich ein Teil der amerikanischen Mittelklasse, ein Grundstein des reichsten Landes der Erde, in die Obdachlosigkeit verabschiedet. Die wohl größte Herausforderung für den alten und neuen amerikanischen Präsidenten. "die story" sendet die eindringliche Langzeitbeobachtung anlässlich der Vereidigung von Präsident Barack Obama. Der Film steht in der WDR Mediathek in voller Länge zur Verfügung (hier). Wir sind uns heute schon sicher: Der leistungslose Friedensnobelpreisträger-Präsident Obama wird an dieser Situation nichts ändern, er ist einfach zu schwach dafür. Mit dieser Einschätzung stehen wir offensichtlich nicht allein. Unter der Überschrift "Obama: Der gute Mensch von Washington" heißt es bei heise/telepolis.de: "In seiner zweiten Antrittsrede macht US-Präsident Obama erneut deutlich, dass man wenig von ihm erwarten kann. Um die 800.000 Menschen - und viele Sicherheitskräfte - waren dabei, als Präsident Barack Obama gestern seinen zweiten und letzten Amtsantritt begann. Obama, der unter großen Erwartungen und ebenso groß gesteckten Zielen 2009 angetreten war ("Change has come to WhiteHouse.gov"), konnte seine Politik der Veränderung bislang nicht durchsetzen. Erwartet wird, dass er in den zwei Jahren, in denen er noch handeln kann, bevor er zu einer lame duck wird, seine Politik aggressiver vertreten wird. Schließlich will er nicht nur der erste schwarze Präsident im Amt sein, sondern auch wegen seiner Politik in die Annalen eingehen. Interessant war daher, welche Akzente er jenseits aller üblichen Beschwörungsformeln in seiner Antrittsrede setzen würde. Aber Obama enttäuschte, er ist eben wieder Präsident, weil es keine wirkliche Alternative gab." Mehr hier. Vorweg nehmen wir noch das Fazit: "Abgesehen von einige Akzenten bleibt Obama, wie er die letzten vier Jahre gewesen ist. In manchen Hinsichten voll des guten Willens, aber wenig kampfbereit, weil er doch so gerne der Präsident des amerikanischen Volkes wäre, was er einfach nicht sein wird. Was ist vom guten Mensch von Washington zu erwarten? "The same procedure as last year." Vielleicht war die Frisur von Michelle Obama schon die wichtigste Veränderung im Weißen Haus. Andererseits garantiert Obama ein wenig Stabilität, die aufs Spiel gesetzt worden wäre, wenn Mitt Romney oder andere Kandidaten der Republikaner oder der Tea Party ans Ruder gekommen wären. Und man kann gewiss sein, dass Obama die USA nicht in einen offenen Krieg führen wird. Ansonsten schweigt er über Außenpolitik, was auch ein Statement ist." Vielleicht erinnert sich Barack Obama irgendwann an den folgenden Ausspruch von Abraham Lincoln, dem 16. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika: "Man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen und das ganze Volk einen Teil der Zeit. Aber man kann nicht das gesamte Volk die ganze Zeit täuschen.“  


Obama legt klare Agenda für zweite Amtszeit vor
(manager-magazin.de) Hinreichend Pathos, aber auch viel Substanz: Mit einer starken Antrittsrede hat US-Präsident Barack Obama seine zweite Amtszeit begonnen. Ob Klimaschutz, Einwanderung, oder Waffenrecht: Obama packte viele heiße Eisen an - er scheint zum Kampf mit den Republikanern bereit. Mehr...

Kommentar: Dieser Beitrag will Hoffnung verbreiten. Wir haben ihn deshalb als versöhnlichen Abschluss an dieser Stelle plaziert.  


Quelle: usnews.com

Die Legende vom bösen Nahrungsmittelspekulanten
(zeit.de) Die Deutsche Bank und die Allianz wollen wieder mit Nahrungsmitteln spekulieren. Ein Skandal? Die meisten Studien zeigen: eher nicht. Mehr...

Kommentar/Ergänzung: Untersucht wurden Studien aus den Jahren 2010 bis 2012. Agrarspekulationen gab es aber schon viele Jahre vorher. Beispielsweise sehr intensiv 2007/2008, dem vorläufigen Höhepunkt der Finanzkrise, markiert durch die Lehman-Pleite. Gerade dieser Zeitraum zeigt, daß es wenig mit einer Legende zu tun hat, sondern mehr mit dem ausgeprägten Geschäftssinn der Finanzindustrie. Dazu verweisen wir auf unseren Kommentar vor zwei Tagen zum Thema "Deutsche Bank spekuliert weiter in Nahrungsmittel", hier. Bitte auch den Links folgen. Sehr empfehlenswert noch der Beitrag von Jean Ziegler, direkt hier. Man muß schon ein verdammt dickes Brett vor dem Kopf haben, wenn man daraus keinen Zusammenhang erkennen will. Prompt nutzt auch ein anderer Prodagonist die Bresche, die von der Deutschen Bank gerade geschlagen wurde: Auch die "Allianz zockt weiter mit Nahrungsmitteln" schreibt der SPIEGEL: "In der deutschen Finanzwirtschaft formiert sich ein Bündnis zur Verteidigung von Nahrungsmittelspekulationen. Nach der Deutschen Bank erklärt nun auch der Versicherungskonzern Allianz seine Geschäfte für unschädlich - und ruft die Politik zu Hilfe." Mehr hier. Ein äußerst geschickter Schachzug: Die Politik müsse mit Unterstützung der Wissenschaft eine sachliche Debatte und eine neutrale Klärung der Sache ermöglichen, appellierte Vorstandsmitglied Jay Ralph an die Bundesregierung. "Sonst laufen wir Gefahr, Entscheidungen voranzutreiben, die den Menschen schaden." Wieder einmal soll die Politik der Finanzindustrie die Kastanien aus dem Feuer holen. Statt aber das Ergebnis der geforderten sachlichen Debatte abzuwarten, wird erst einmal munter weitergemacht. Typisch. 


Dimon spricht Klartext: "Die Finanzindustrie kostet keine Menschenleben"
(format.at) Wer gedacht hat, Top-Banker gäben sich seit der Finanzkrise bescheiden und demütig, der kennt JP-Morgan-Chef Jamie Dimon nicht. Grundsätzliche Bankenkritik vom Chef des Chemiekonzerns Evonik, Klaus Engel, bügelt Dimon am Montagabend auf einer Podiumsdiskussion im beschaulichen Taunus-Städtchen Königstein schroff ab: "In Ihrer Industrie sind Unfälle passiert, die Menschenleben gekostet haben - das gibt es bei uns nicht." Mehr ... 

Kommentar/Ergänzung: Dimon ist wirklich ein typischer Vertreter seiner Zunft. Einer Zunft, die sich in den vergangenen zwanzig Jahren zu einer Finanz-Mafia gewandelt hat, zu einer kriminellen Vereinigung also, deren Geschäfte sehr wohl unzähligen Menschen das Leben kostet. Insofern zieht Dimon in dieser Diskussion die große Show ab, vergleicht Äpfel mit Birnen. Natürlich ist es richtig, daß in der chemischen Industrie Unfälle passieren, die Menschenleben kosten. Genauso liefert die Autoindustrie fehlerhafte Fahrzeuge aus, die Unfälle verursuchen und ebenfalls tödlich enden. Oder der Flugzeugabsturz der Air France-Maschine über dem Atlantik, auf dem Flug von Brasilien nach Frankreich, wegen fehlerhafter Themperaturmesser, der den Tod unschuldiger Menschen zur Folge hatte. Noch einmal, das waren schlimme Unfälle, alle zurückzuführen auf menschliche Fehler. Bei der Finanzindustrie sind es keine Unfälle, die Menschenleben kosten, da hat Dimon sogar recht. Was unzähligen Menschen, darunter auch vielen Kinder, das Leben kostet, ist ein wesentlicher Teil des heute üblichen Bankgeschäftes: Die Finanzierung von zahllosen Waffengeschäften (darunter Landminen), die Geldwäsche für Mafia und Drogenkartelle, deren Kriege in Kolumbien und Mexiko schon Tausende Todesopfer gefordert haben, die Betreuung der millionen-, manchmal milliardenschweren Vermögen blutrünstiger Despoten, die durch Völkermord oder durch gezielte Hungersnöte in ihren Staaten Schlagzeilen machen, vielfältige Spekulationen, u. a. mit Nahrungsmitteln, die täglich zahllose Leben kosten (noch einmal der Hinweis auf den Beitrag von Jean Ziegler, hier) und die jahrelangen, auf totale Ausbeutung angelegten Hypothekengeschäfte in den USA, die Spekulationen gegen den Euro und die skrupellose Erpressung der Regierungen auf immer neuen Rettungsmilliarden, in deren Folge ganze Völker in die Schuldenknechtschaft genommen werden, Menschen ihre Arbeit verlieren, verarmen, verelenden, sich deshalb das Leben nehmen oder Schwerkranke sterben, weil sie sich die teuren Medikamente (an denen die Finanzindustrie natürlich ebenfalls mit verdient) nicht mehr leisten können. Diese Aufzählung soll genügen, um die Aussage von James Dimon zu widerlegen, vollständig ist sie nicht. Dimon und seine JPMorgan sind bei diesen tödlichen Geschäften ganz vorne dabei. In diesem Zusammenhang noch einmal ein Zitat des österreichischen Ökonomen Erich Streissler aus 2004: "Heute sind die internationalen Finanzmärkte wohl die erste Weltmacht, mächtiger als selbst die USA" 


Irland: Immobilienpreise mit -4,5% zum Vorjahresmonat
(querschuesse.de) Wie das irische Statistikamt (Central Statistic Office/CSO) heute mitteilte sanken die landesweiten durchschnittlichen Immobilienpreise im Dezember 2012 um -4,5% zum Vorjahresmonat. Zum Vormonat ging es leicht abwärts, um -0,5%. In Dublin sanken die Preise zum Vormonat um -1,3% und um -2,5% zum Vorjahresmonat. Mehr...

Kommentar: Der früher hochgelobte keltische Tiger ist mittlerweile zu einem Kätzchen mutiert. Daran ändert auch die Schönschreibung der vergangenen Monate nichts. Das Land ist fertig. Sehr gut ersichtlich aus diesem Beitrag und den - wie immer hervorragenden - Charts. Einen davon haben wir hierher übernommen, er zeigt die aktuelle Entwicklung der Staatsschulden: 




Da geht es immer noch weiter rauf. Eine Lösung der Krise in Irland ist weit und breit nicht in Sicht, trotz gegenteiliger Behauptungen aus Dublin, Brüssel und Berlin. Erschreckend: "Trotz des Abbaus des Hypothekenvolumens soll der Prozentsatz der unter Wasser Hypotheken noch bei nahezu 50% des ausstehenden Hypothekenvolumens stehen. Bei den “unter Wasser” Hypotheken liegt der aktuelle Immobilienwert unter dem der ausstehenden Hypothek des Kreditnehmers. Damit dürfte die Bereinigung der Bankbilanzen und des Immobilienmarktes noch nicht ausgestanden sein, auch wenn schon ein signifikantes Hypothekenvolumen mit Hilfe der Steuerzahler ausgebucht werden konnte. 


Zum Euro verdammt
(derstandard.at) Trotz Krise wird das lettische Parlament kommende Woche den Weg für die Einführung des Euro freimachen. Doch im Land regt sich Widerstand. Mehr...

Kommentar: Europa lernt einfach nicht dazu, macht die gleichen Fehler immer wieder, geradezu zwanghaft. Was macht Lettland in der Eurozone? Das Land liegt, die Letten werden es nicht gerne hören, wirtschaftlich im Staub. Auch wenn die lettische Regierung ihr Krisenmodell als vorbildlich für die südeuropäischen Länder, allen voran Griechenland, preist. Sorry, das ist nur viel Wind um nichts. Das Land ist das zweitärmste EU-Land und hat die Finanzkrise von 2008 nur durch zinsgünstige Darlehen des IWF und der EU überlebt, die man so günstig keinem kriselnden Eurozonen-Staat zugestanden hat. Die Folge der Finanzkrise war ein Wirtschaftseinbruch von 25 Prozent, die Arbeitslosigkeit kletterte auf 20 Prozent und mehr als 100.000 Letten verließen das Land. Fußkranke hat die Eurozone doch schon genug, warum in diesen schwierigen Zeiten dieser Beitritt? Sicherlich nicht aus Dankbarkeit für die unbürokratische Hilfe mit Krediten.


"Beim Denken ans Vermögen leidet oft das Denkvermögen." 
(Karl Farkas, österreichischer Kabarettist) Stimmt. Es kostet sehr viel Überwindung, sich von den eingefahrenen, ererbten Anlagegewohnheiten zu trennen. Aber nur so geht es. Nur so ist es möglich, Ersparnisse und Vermögen vor den Folgen der weltweit schwelenden Krisen abzusichern.

Die in den ersten Monaten nach ihrer Entstehung noch beherrschbare Finanzkrise entwickelt sich unerbittlich zu einem Finanzkollaps. Die Regierungen, ausnahmslos mitverantwortlich für diese Entwicklung, unternehmen nichts, um dieses schamlose Treiben zu beenden. Im Gegenteil: Die Politiker entpuppen sich als willfährige Helfer der höchst kriminellen Finanzindustrie (hier).  

Deutschland ist oberflächlich betrachtet bisher gut weggekommen. Eine Insel der Seligen – und Scheinheiligen (hier). Dieser Traum geht gerade zu Ende! Die Bundesregierung ist darauf vorbereitet. Längst plant sie heimlich, still und leise, die Enteignung ihrer Bürger (noch einmal hier, inkl. pdf-Datei für das eigene Archiv). Die Diskussion um eine Reichensteuer war garantiert erst der Anfang. 

Es wird Zeit, Ersparnisse bzw. Vermögen vor diesem staatlichen Zugriff in Sicherheit zu bringen. Wir wissen wie es geht und können Ihnen mit Tips und Tricks dabei helfen. Diese Beratung kostet lediglich eine angemessene, einmalige Aufwandsentschädigung. Für die Kontaktaufnahme genügt eine E-Mail an der-oekonomiker@email.de. 


"Neuankömmlinge" und "Auffrischer" können sich hier und hier in unsere wichtigsten Blog-Beiträge einlesen. Die bisherigen „Gastbeiträge“ gibt es hier.